Bernd Graff: Web 0.0 - Die neuen Idiotae
Der Autor hat in seinem Artikel Web 0.0 - Die neuen Idiotae (Süddeutsche Zeitung vom 07.12.2007) sehr kritisch zu den aktuellen Entwicklungen im Netz Stellung bezogen: “Das Internet verkommt zu einem Debattierklub von Anonymen, Ahnungslosen und Denunzianten. Ein Plädoyer für eine Wissensgesellschaft mit Verantwortung.” In einzelnen Teilen kann ich Bernd Graff zustimmen, da es scheinbar auf die Qualität von Informationen kaum mehr ankommt. Die daraus folgende Frage nach der Qualität von Wissen wird allerdings in dem Beitrag nicht beantwortet. Welches Verständnis von “Wissen” hat der Autor? Hier einige Hinweise von Geiger (2006, zitiert in Heisig 2007):
(1) „Wissen ist immer originär sprachlich verfasst, (…). Außerhalb von Sprache kann es kein Wissen geben!
(2) Wissen ist immer sozial konstruiert und bemisst seine Güte niemals an der mit einer wie auch immer gearteten außerhalb des Wissens liegenden Realität (…).
(3) Wissen muss immer ein sozial anerkanntes Prüfverfahren durchlaufen haben. (…)
(4) Wissen ist immer sozial, nie rein individuell. Da Wissen (…) einem sozial anerkannten Prüfverfahren genügen muss, kann nur eine Gemeinschaft über die Gültigkeit von Wissen entscheiden, nicht ein Individuum. Nur Gemeinschaften können sozusagen das Attribut Wissen verleihen.“
11. Dezember 2007 um 06:51
[...] In der letzten Woche hat sich ein weithin unbekannter Feuilletonist mit Namen Bernd Graff zum Gespött der Blogosphäre gemacht. Meinungsäußerungen im Internet seien gefälligst mit eigenem Namen zu unterzeichnen, damit das Wissen nicht zu kurz kommt, meinte er sinngemäß in einem Schleichwerbebeitrag für das Stalkerforum Internetvictims mit Titel “Die neuen Idiotae Web 0.0“. Böse Zungen behaupten, der selbsternannte Internetexperte Bernd Graff hätte auch irgendwas mit der Süddeutschen Zeitung zu tun, wäre da vielleicht gar verantwortlich für den Online-Journalismus und Mitglied der Chefredaktion. [...]