Innovationsmanagement

Innovation – Innovationsmanagement

Der Umgang mit Innovationen ist heute aus den unterschiedlichsten Gründen von entscheidender Bedeutung. Hat man bisher unter Innovation eher Produktinnovation und/oder Prozessinnovation verstanden, so gehören heute z.B. auch Geschäftsmodellinnovationen oder auch Soziale Innovationen dazu. Diese wenigen Punkte zeigen schon auf, wie komplex der Innovationsprozess heute geworden ist, und dass es Sinn macht, sich diesen wichtigen Prozess im Unternehmen genauer anzusehen. Dabei können wir von einem eher geschlossenen Innovationsprozess (Closed Innovation), und von einem offenen Innovationsprozess (Open Innovation) ausgehen.

Closed Innovation

Der eher geschlossene Innovationsprozess geht davon aus, dass Innovation von der Idee bis zum erfolgreichen Markteintritt gemanagt werden kann. Im Sinne von Edward Demming (Plan-Do-Check-Act) werden Innovationen hier in einem größeren zeitlichen Ablauf unterworfen, und systematisch durchgeführt. Dafür haben sich in der Vergangenheit mehrere Vorgehensmodelle etabliert, z. B. der Stage-Gate-Prozess oder auch das Vorgehen nach CEN/TS 16555 usw. Diese Vorgehensweisen werden heute ergänzt/erweitert und dem komplexen Umfeld angepasst. Ein Beispiel dafür ist das Grazer Innovationsmodell.

Mass Customization als hybride Wettbewerbsstrategie

Organisationen, die sich immer stärker an den Kundenanforderungen orientiert haben, sind oftmals in einer „Falle der Variantenvielfalt“ getappt. Diese Komplexitätsfalle konnte umgangen werden, in dem die bisher getrennten Pole „Massenproduktion mit Standardisierten Produkten/Dienstleistungen und relativ niedrigen Preisen“ und „Individualisierung von Produkten/Dienstleistungen mit relativ hohen Preisen“ zur hybriden Wettbewerbsstrategie Mass Customization pragmatisch zusammengefasst wurden. Mass Customization ist ein Begriff (Konstrukt), der sich aus “Mass Production” und “Customization” zusammensetzt (Oxymoron). Mass Customization kann als „kundenindividuelle Massenproduktion“ übersetzt werden. Mass Customization heißt, aus Kundensicht individuelle Produkte mit der gleichen Effizienz einer vergleichbaren Massenproduktion bereitzustellen. Kernelement bei der Umsetzung ist ein definierter Lösungsraum, in dem mit Hilfe eines Konfigurators dargestellt wird, welche Kombinationsmöglichkeiten es gibt. Die Veröffentlichungen von B. Joseph Pine II und in Deutschland von Frank Piller waren hier wegweisend. Beide konnte ich auf den verschiedenen internationalen Konferenzen kennen lernen.

Open Innovation

Der bisher geschlossene Innovationsprozess (Closed Innovation) wird hier nach Außen geöffnet. Bei Open Innovation nach Chesbrough (2003) erweitert man den Innovationsprozess der Organisation so, dass der Kunde nicht nur Probleminformationen, sondern auch Lösungsinformationen zur Verfügung stellt. Es kommt auf Unternehmensseite daher stark darauf an, intensiv mit dem Kunden zu kommunizieren – Interaktionskompetenz zu entwickeln). Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie mit dieser Öffnung des Innovationsprozesses dynamischer und wirtschaftlicher werden. Reichwald/Piller (2006) haben den gesamten Ansatz als Interaktive Wertschöpfung beschrieben.

Es gibt allerdings noch eine andere Perspektive auf „Open Innovation“.

Eric von Hippel hatte schon mit seinem frei verfügbaren Buch von Hippel (2005): Democratizing Innovation ein wichtiges Standardwerk veröffentlicht, das sich für einen offenen Innovationsansatz stark machte. Im Gegensatz zu Open Innovation von Chesbrough, basiert Eric von Hippel´s Ansatz nicht auf der Öffnung der Innovationsprozesse von Organisationen. Mit der Veröffentlichung von Hippel (2016): Free Innovation erläutert er den Ansatz und stellt dar, dass Innovation heute sehr weit gefasst werden sollte, und eher Bottom-Up zu sehen ist. Diese Entwicklungen können sich auch Unternehmen zu Nutze machen.  

Siehe dazu auch Veröffentlichungen, Konferenzen und MCP CENTRAL EUROPE AWARD.