FabLabs: Turn your ideas into products

https://www.fablabs.io/labs/map

Immer mehr Menschen stellen fest, dass die von den Unternehmen im Markt angebotenen Produkte nicht dem entsprechen, was sie sich als Kunde (User) vorstellen. Es wundert daher nicht, dass immer mehr User ihre täglichen Herausforderungen mit eigenen Produkten selbst in die Hand nehmen.

Das fängt bei Reparaturen an. Hier ist ein deutlicher Trend in Deutschland zu erkennen, der in immer mehr Repair Cafés und Do It Yourself (DIY) – Aktivitäten zu erkennen ist. Siehe dazu auch Vom Reparieren und Selbermachen zur Innovation.

Eigene Ideen in konkrete neue Produkte (User Innovationen) zu überführen, ist schon etwas schwieriger, und manchmal auch aufwendiger. Viele User scheuen vor der Umsetzung ihrer Idee noch zurück, da einzelne Prozessschritte manchmal teure Maschinen oder spezielles Know-How erfordern. Siehe dazu auch Eric von Hippel (2027) Free Innovation (PDF).

An dieser Stelle hat sich in den vergangenen 20 Jahren viel verändert. Immer mehr Open Source Software (OSS) und Technologien wie der 3D-Druck (Additive Manufacturing), Softwareentwicklung und Elektronik, Textilherstellung, und weitere Maschinen und Anlagen werden in FabLabs (Maker Spaces) zur Nutzung (zum Testen) angeboten – kostenlos. In der Abbildung oben ist ein Ausschnitt aus der FabLab Map zu sehen, in der mehr als 1.000 FabLabs zu finden sind.

Das FabLab Nürnberg e.V. bietet beispielsweise ein OpenLab, ein Repair Café, ein KidsLab, ein TextileLab und auch Workshops an. Sollte in einem FabLab nicht das angeboten werden, was Sie für Ihre Innovation benötigen, so können Sie auch mehrere FabLabs als Produktionsnetzwerk nutzen.

Natürlich können Sie auch Künstliche Intelligenz einsetzen, um das optimale Produktionsnetzwerk für Ihr Produkt auszuwählen. Ihre KI kann Sie dann auch in Ihrem Innovationsprozess begleiten, sodass Sie mit der Zeit Ihr eigenes Innovationssystem aufbauen. Wir empfehlen natürlich, nicht die proprietäten KI-Modelle wie ChatGPT etc. zu nutzen, sondern mit Open Source AI zu arbeiten – beispielsweise mit Mistral AI, einer europäischen (französischen) Alternative.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, die vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, (Ungarn) stattfindet, werde ich in einem meiner Paper auf diese Entwicklung eingehen:

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Vom Reparieren und Selbermachen zur Innovation

Quelle: Jaeger-Erben, M.; Hielscher, S. (2022:16): VERHÄLTNISSE REPARIEREN. Wie Reparieren und Selbermachen die Beziehungen zur Welt verändern

Der in der Grafik dargestellte Weg von einem Ding, dass nutzbar, aber noch fragil ist (Restaurierung), über die Sanierung bis zu einem Ding, das nach eigenen Vorstellungen neu hergestellt wird (Umbau), ist natürlich nicht so linear. Es gibt immer wieder auch „Rückschläge“ (Fehler) aus denen gelernt wird und entsprechende Kompetenzen entwickelt werden. Restaurieren und Sanieren klappt heute häufig mit Hilfe von Youtube-Videos, oder Beschreibungen, oder Communities, die im Netz zu finden sind. Wird es komplexer, und steht ein Umbau an, bewegen wir uns schon in Richtung einer inkrementellen, bzw. sogar disruptiven Innovation.

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen Produkte restaurieren, sanieren und sogar umbauen. Gerade der Umbau, und die damit verbundenen Innovationen sind heute mit technischen Möglichkeiten (bis hin zu Additive Manufacturing / 3D-Druck) oft selbst möglich, ohne dass Unternehmen eingeschaltet werden müssen. Die Entwicklung zeigt einerseits, dass Unternehmen wohl immer noch nicht die Anforderungen der User zufriedenstellen.

Es stellt sich die Frage, ob sich Unternehmen das auf Dauer leisten können. Siehe dazu Interessante Zahlen zu Reparieren und Selbermachen, und auch Warum entwickeln Menschen Innovationen und stellen diese kostenlos zur Verfügung? – oder etwas allgemeiner Innovationsmanagement.

Interessante Zahlen zu Reparieren und Selbermachen

Quelle: Image by free stock photos from www.picjumbo.com from Pixabay

Wir schreiben und reden oft darüber, dass mehr Selbstorganisation eine Antwort auf Komplexität (beispielsweise im Unternehmensumfeld) darstellt. Diese Entwicklung steht im Gegensatz zu dem eher fremdorganisierten Vorgehen in Unternehmen, die wir aus der Industrialisierung gewohnt waren. Gehen wir aus den Unternehmen hinaus in den privaten Bereich, so können wir sehen, wie intensiv das Reparieren und Selbermachen in unserer Gesellschaft verankert ist. Einige Zahlen sollen das belegen:

80.430 kostenlose Reparatur-Anleitungen für 36.191 Geräte stellt iFixit derzeit online.
60% der Menschen sind interessiert an Heimwerken und Do-it-yourself-Arbeiten.
Ein Viertel der 30–39- jährigen stellt mindestens einmal im Monat etwas in Handarbeit her.
70% der Menschen würden ein Repair- Café besuchen, um nachhaltiger zu konsumieren.
6–7 Minuten pro Tag verbringen Menschen in Mehrpersonenhaushalten mit Reparieren, Warten und Pflegen ihrer materiellen Ausstattung (Stand 2012/13).
1.000 Offene Werkstätten gibt es schätzungsweise in Deutschland.
5 Mrd. Euro wurden im deutschen Do-It-Yourself Onlinemarkt in 2020 umgesetzt (10% Wachstum gegenüber 2019).
112 t Ressourcen wurden in 2021 durch Reparieren in 22 Initiativen gespart.
914 Reparatur-Initiativen gibt es 2022 in Deutschland.
2 Mio. Abonnent*innen hat der Youtube-Kanal „Basteln mit Papier“ und erreicht Klickzahlen von über 500 Mio.
Quelle: Jaeger-Erben, M.; Hielscher, S. (2022:8-9): VERHÄLTNISSE REPARIEREN. Wie Reparieren und Selbermachen die Beziehungen zur Welt verändern | PDF).

Diese beeindruckende Liste macht deutlich, das das Reparieren und Selbermachen ein wichtiger gesellschaftlicher Faktor ist. Weiterhin wird ersichtlich, dass viele Produkte (Sachgüter und Dienstleistungen) nicht den Anforderungen der Nutzer entsprechen, sodass diese Anpassungen, Veränderungen, ja sogar Weiterentwicklungen betreiben, woraus inkrementelle und disruptive Innovationen entstehen.

Das Problem ist dabei nur, dass Innovationen oft nur in Verbindung mit Organisationen/Unternehmen statistisch erfasst werden, obwohl sie durchaus einen gesamtwirtschaftlichen Faktor darstellen – siehe dazu beispielhaft Nesta (2010: Measuring User Innovation in the UK (PDF).

In unserem Blog habe ich über diese Art von Innovationen, User Innovation, häufig geschrieben. Siehe dazu auch Warum entwickeln Menschen Innovationen und stellen diese kostenlos zur Verfügung? oder etwas allgemeiner Innovationsmanagement.