Was hat Hybrides Projektmanagement mit einem Chamäleon zu tun?

In den letzten Jahren wurde im Umgang mit Projekten deutlich, dass es nicht darum geht, entweder Agiles Projektmanagement oder Planbasiertes Projektmanagement durchzuführen – es geht vielmehr um das richtige Sowohl-als-auch. Aus dieser Perspektive wird in der Zwischenzeit leider alles mögliche als Hybrides Projektmanagement bezeichnet.

Eine sinnvolle Beschreibung habe ich bei Timinger (2021) gefunden:: “Als Hybrides Projektmanagement wird die Nutzung von Methoden, Rollen, Prozessen und Phasen unterschiedlicher Standards oder Vorgehensmodelle bezeichnet. Ein Vorgehensmodell fasst Methoden und Elemente, Prozesse und Phasen für einen standardisierten Projektablauf zusammen”.

In den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgängen Projektmanager/in (IHK) und Projektmanager/in Agil (IHK) gehen wir auf diese Zusammenhänge ein. Informationen zu den Lehrgängen und zu Terminen finden Sie auf unserer Lernplattform.

KANBAN Board als Plugin in Moodle integriert

Unsere Lernplattform basiert auf dem Lern-Management-System Moodle, einer Open Source Anwendung, bei der alle Daten auf unseren Servern bleiben (Datenschutz). Neben den standardmäßigen Aktivitäten wie Forum, Wiki, Chat, Aufgaben, Test usw., bietet Moodle auch die Möglichkeit, viele weitere Werkzeuge zu integrieren. Ein Beispiel ist BigBlueButton, ein Videokonferenzsystem wie Zoom, MS Teams etc., das wir schon vor ca. 2 Jahren eingebunden haben.

Der nächste Schritt war nun, ein Board einzubinden, damit die Teilnehmer innerhalb unseres Lern-Management-Systems Moodle, eine Alternative beispielsweise zu Trello haben. Ein geeignetes Plugin haben wir nun installiert, getestet und für Teilnehmer eingebunden (Siehe Abbildung oben).

Auf der Seite des Administrators kann das Plugin leicht installiert werden. Anschließend können verschiedene Einstellungen – wie bei anderen Aktivitäten auch – für die Nutzung in Lehrgängen vorgenommen werden. Eine davon ist beispielsweise die Frage, ob das Board für Gruppen genutzt werden soll. Diese Funktion ist gerade für unsere Lehrgänge sehr nützlich, da wir projektorientiertes Lernen in Gruppen bevorzugen.

Damit das Board ein KANBAN Board wird, sollten Sie nicht vergessen, die jeweiligen Spalten mit einem WIP (Work in Progress) zu versehen. Ohne ein WIP ist es nur ein Board, aber kein KANBAN Board. Die einzelnen Tasks können nicht nur beschrieben werden, sondern es können auch Links, Fotos und Videos eingebunden werden.

Informationen zu unseren Blended Learning Lehrgängen finden Sie auf unserer Lernplattform.

Agile Vorgehensmodelle und Multiple Intelligenzen

Agile Vorgehensmodelle, wie Kanban, Scrum oder auch Design Thinking, erfordern zur Lösung der eher komplexen Problemstellungen eine selbstorganisierte Arbeitsweise von einzelnen Personen, Gruppen und Organisationen. Diese Selbstorganisation gelingt immer besser, sobald kleine Zyklen (Iterationen) den Lernprozess unterstützen. Aus dem Lean-Bereich kennen wir beispielsweise den Build-Measure-Learn-Zyklus. Hinzu kommt allerdings auch die Beachtung von Haptik, von Bewegung und Emotionen, wie Ematinger erläutert:

“Forschungen sowie unzählige Workshops mit realen Fragestellungen und umsetzbaren Resultaten haben eindeutig gezeigt: das Verhalten der beteiligten Personen verändert sich signifikant und unumkehrbar positiv, wenn der Dreiklang aus Denken, Fühlen und Bewegung ´eingebaut´ ist. Die Ergebnisse zeigen, dass Erkenntnisse und Erfahrungen sozusagen hart verdrahtet lange in Erinnerung bleiben, da das für die Verarbeitung von Erfahrungen wichtige limbische System besonders angeregt wird. Die Schaltstelle zwischen den verschiedenen Gehirnsystemen erkennt, welche Informationen neu sind, koordiniert die Inhalte und organisiert das Einspeichern dieser nun bewussten Informationen aus dem Arbeitsspeicher in das Langzeitgedächtnis. Wir nutzen, auf dem seit Ende der 1990er-Jahre immer weiter entwickelten Konzept von LEGO SERIOUS PLAY aufbauend, mehrere „Intelligenzen“ der Workshop-Teilnehmer: Der Ansatz stimuliert ihre visuellen, auditiven und kinästhetischen Fähigkeiten” Ematinger, R (2021:168): Projektziele mit OKR und LEGO (R) SERIOUS PLAY (R) ´spielend setzen und erreichen. In: Klein, A. (Hrsg.) (2021), S. 157-178).

Interessant ist hier der direkte Hinweis auf “Intelligenzen” wie sie von Howard Gardner in seiner Theorie der Multiplen Intelligenzen beschrieben wurden. Hat das Konstrukt der Multiplen Intelligenzen möglicherweise eine bessere Passung zu der komplexen Lebenswirklichkeit als das eher traditionelle Intelligenzverständnis, das in einer Zahl, nämlich in dem IQ, mündet?

Siehe dazu auch Freund, R. (2011): Das Konzept der Multiplen Kompetenz auf den Analyseebenen Individuum, Gruppe, Organisation und Netzwerk.

Blended Learning: Kommerzielle Plattformen sind nur begrenzt für die Weiterbildung geeignet

Es ist schon erstaunlich, wie selbstverständlich der Bildungsbereich klassisches Scientific Management wir Qualitätsmanagement oder Controlling (Bildungscontrolling) usw. nutzt. Ein Bildungsbetrieb wird dabei wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt. Das halten viele für sinnvoll, das es ja oftmals im Bildungsbereich darum geht, Steuergelder nicht zu verschwenden. Es zeigt sich allerdings auch, dass sich wirtschaftlich orientierte Unternehmen immer deutlicher zu einer Wissensorganisation oder gar zu einer Lernenden Organisation weiterentwickeln. Siehe dazu auch Was hat Wirtschaft mit Bildung und Bildung mit Wirtschaft zu tun? Auch bei den bekannten kommerziellen Videoplattformen sollte man also durchaus hinterfragen, ob diese immer gut geeignet sind, Lernprozesse im Bildung-, bzw. Weiterbildungskontext zu unterstützen.

Die gängigen Videoplattformen wurden ursprünglich für Geschäftszwecke entwickelt (siehe Lamb 2020), nicht in der Intention, Raum für horizontale Kommunikation, persönliches Wachstum und Begegnung zu kreieren. Das zeigt sich etwa am Fehlen der Möglichkeit, mit ausgewählten Personen selbstbestimmt einen virtuellen Nebenraum betreten zu können, und an der Art der Tools. Die virtuellen Architekturen definieren die Möglichkeiten, welche Selbstaspekte wir dort repräsentieren können (siehe Balick 2014) und wie wir einander daher begegnen können. Sie funktionieren hervorragend, um Inhalt zu etablieren, für Vorträge und Kollaboration an Dateien. Für spontane, fluide, emergente und synchrone Kommunikation, die die Textur lebendigen Austausches bildet, sind sie noch nicht ausreichend entwickelt. Anzuerkennen, dass die technologischen Strukturen sowohl Form als auch Inhalt der Kommunikation bedingen („The medium is the message“, siehe McLuhan 2001[1964]), heißt aber keinesfalls, den Anspruch auf demokratische Nutzung dieser Räume aufzugeben: Jeder dominante Diskurs birgt seine Subversion (siehe Foucault 1980). Die Aneignung des digitalen Raums über seine instrumentellen Beschränkungen hinaus ist möglich. Damit Begegnung, horizontale Kommunikation und Inklusion online stattfinden können, bedarf es des Willens der Teilnehmenden, es bedarf bewusster Gestaltung und fortlaufender sozialer Aushandlung, wie und wofür wir diese virtuellen Räume nutzen. Technische Tools allein lösen das nicht für uns” (Susman, K. (2022), in: Gruber/Schindler (Hrsg.), S. 04-08).

Bei unseren Blended Learning Lehrgängen versuchen wir diesen Aspekt zu berücksichtigen. Informationen zu den Lehrgängen finden Sie auf unserer Lernplattform.

Blended Learning: Digitale und analoge Medien mehrwertgenerierend einsetzen

Es vergeht kaum ein Tag, an dem kein neues digitales Tool vorgestellt wird. Die Möglichkeiten sind in ihrer Kombination fast unendlich groß. Darüber hinaus gibt es auch Situationen – gerade beim komplexen Problemlösen – wo ein phasisches Treffen mit analogen Medien sinnvoll erscheint.

Es kommt daher nicht darauf an, noch mehr digitale und analoge Medien aufzulisten, sondern diese zielgerichtet einzusetzen. An dieser Stelle kommt der Kontext, oder die berufliche Domäne ins Spiel. Die Medien (digital und/oder analog) müssen so kombiniert werden, dass ein Mehrwert durch persönliche, gruppenbezogene oder auch organisationale Lernprozesse entsteht. Diesen Mix anwendungsbezogen aufzubauen, um das Lernen zu ermöglichen, kann als Blended Learning bezeichnet werden. Personen, die solche Settings entwickeln, sollten entsprechende Kompetenzen haben.

“So kann die Gestaltung von hybriden Lehr-/Lernsettings, die Präsenzzeiten reduzieren, in Kombination mit punktuellem direktem Austausch (blended learning) ein zukunftsträchtiges Format sein, das von Lehrenden breite medienpädagogische Kompetenzen fordert. Sie müssen in der Lage sein, sowohl im Präsenz- als auch im Online-Raum eine breite Palette von digitalen (und auch analogen) Medien mehrwertgenerierend einzusetzen. Hierbei ist es aber auch wichtig, dass nach der akuten Pandemie noch einmal ein Schritt zurückgegangen werden kann, um die Ad-hoc-Umstellungen der Präsenz- auf Online-Lehre zu reflektieren. Häufig wurden Übergangslösungen geschaffen und fehlt es bei vielen Lehrenden an einer systematischen medienpädagogischen Professionalisierung” (Susman, Krista (2022): Die Psychologie des virtuellen Raums. Begegnungsförderung und
horizontale Kommunikation. In: Magazin erwachsenenbildung.at. Das Fachmedium für
Forschung, Praxis und Diskurs. Ausgabe 44-45).

Informationen zu unseren Blended Learning Lehrgängen finden Sie auf unserer Lernplattform.

BigBlueButton wird in Moodle 4.0 integriert

Wie in dem Beitrag The Road to Moodle 4.0 – Toward a seamless learning environment vom 30.06.2021 erwähnt, wird das Open-Source-Videokonferenzsystem BigBlueButton ab der Version 4.0 in Moodle integriert. Dabei wird Moodle 4.0 Ende 2021 verfügbar sein. Wir werden das Update/Upgrade auf Moodle 4.0 für 2022 vorsehen.

Aktuell ist es noch so, dass es ein Moodle-Plugin gibt, über das BigBlueButton in Moodle eingebunden werden kann. Will man die Daten auf seinem eigenem Server halten, muss ein zweiter Server betrieben werden. Diese Variante haben wir seit Mai 2020 installiert. und sind sehr zufrieden damit. Bin gespannt, ob wir den zweiten Server mit Moodle 4.0 noch benötigen.

Informationen zu unseren Zertifikats-Lehrgängen finden auf unserer Lernplattform.

Personalmanagement und Multiple Intelligenzen

Nach Martin (2001) ist es möglich, persönliche Intelligenzpräferenzen (Multiple Intelligenzen nach Howard Gardner) aufzuzeigen bzw. sogar eine persönliche Datenbank zu den Multiplen Intelligenzen zu erstellen.  Darüber hinaus wird von Martin behauptet, dass man auch ein Jobprofil (einfach oder umfangreich erstellt) aus der Sicht der Multiplen Intelligenzen beschreiben kann. Ein Abgleich der Unterlagen könnte dann entweder für eine gezielte Weiterbildung, oder für die Anpassung des Jobprofils genutzt werden: „Ausbildung und Entwicklung sind bedeutende Investitionen in die Rentabilität. Der Einsatz der Fragebögen nach dem Modell der vielfachen Intelligenzen führt nicht nur zu spezifischeren Informationen über die Ausbildungsprioritäten, wie die Belegschaft sie sieht, sondern gibt auch ein wertvolles Feedback, wie die Vermittlung dieser Ausbildungs- und Entwicklungsprogramme verbessert werden kann“ (Martin 2001,:284).

Wie so etwas aussehen kann, hat Martin (2002) selbst vorgestellt, indem Sie das Berufsbild von Anwälten beschreibt, und daraus Erkenntnisse für die Ausbildung ableitet. Darüber hinaus zeigt Morris (2004) den Zusammenhang zwischen verschiedener Berufsgruppen mit den Multiplen Intelligenzen auf. Offen bleibt aber bei beiden, wie die Ergebnisse dann konkret in ein Konzept der Weiterbildung (Erwachsenenbildung) integriert werden können.

Gardner selbst weist auf folgenden Zusammenhang hin: „Die Multiple Intelligenz Theorie ist kein Unterrichtskonzept. Wissenschaftliche Aussagen über den Denkprozess und die Unterrichtspraxis sind zwei grundverschiedene Dinge. Pädagogen sind am besten in der Lage zu beurteilen, ob und in welchem Grad sie ihren Unterricht an der Theorie orientieren wollen“ (Gardner 2002:111).

EFI-Gutachten (2021): Hybridformate attraktiv für berufsbezogene Weiterbildung

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Gutachten der EFI (Expertenkommission zu Forschung und Innovation) zur Leistungsfähigkeit Deutschlands in verschiedenen Feldern. Interessant dabei ist, dass in dem Gutachten auch auf den wichtigen Beitrag der berufsbezogenen Weiterbildung hingewiesen wird (Seite 62):

“Im Segment der individuellen berufsbezogenen Weiterbildung ist die Nachfrage nach digitalen LehrLern-Formaten aktuell noch relativ schwach. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass in diesem Bereich die persönliche Begegnung mit anderen Teilnehmenden und den Dozierenden geschätzt wird. Allerdings werden im Segment der betrieblichen Weiterbildung Präsenzformate zunehmend um digitale Angebote ergänzt. Vorteile von Online-Formaten sind zum einen Kosteneinsparungen für die Betriebe, zum anderen Gewinne an zeitlicher und inhaltlicher Flexibilität sowie eine stärkere Personalisierung der Weiterbildungsinhalte. Jedoch sind Sinnhaftigkeit und Anwendbarkeit digitaler Angebote stark vom Lernziel der Weiterbildung und von den Fähigkeiten der Lernenden zu Selbstorganisation und selbstbestimmtem Lernen abhängig. Vor allem reine Informations-und Wissensangebote können gut online dargestellt werden. In der absehbaren Zukunft dürften vor allem Hybridformate attraktiv für die betriebliche Weiterbildung sein.”

In den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgängen nutzen wir schon seit vielen Jahren die Vorteile von Onlinephasen und Präsenztagen (Hybride Weiterbildung). Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Projektmanager/in (IHK): Am 26.05.2021 ist wieder ein Lehrgang bei der IHK Köln gestartet

Am 26.05.2021 ist ein weiterer Online-Lehrgang Projektmanager/in (IHK) bei der IHK Köln gestartet. Bis zum 30.06.2021 werden die Teilnehmer die verschiedenen branchenunabhängigen Projektmanagement-Kompetenzen entwickeln, und auf eine Fallstudie übertragen. Dabei wechseln sich gemeinsame Onlinetage mit selbstorganisierten Phasen ab. Die Inhalte und die modernen Lernformen machen den Lehrgang attraktiv für alle, die sich auf die heutigen und zukünftigen Herausforderungen der Arbeitswelt vorbereiten wollen.

Informationen zum Lehrgang und zu weiteren Terminen – auch bei anderen IHK – finden Sie auf unserer Lernplattform.

Projektmanager bis 2025 stark nachgefragt

World Economic Forum (2020): The Future of Jobs Report

Das World Economic Forum (WEF) hat im Oktober 2020 den Future of Jobs Report 2020 veröffentlicht. Darin wird deutlich, wie sich die Arbeitswelt in den kommenden Jahren weltweit (und natürlich auch in Deutschland) drastisch verändern wird. Es ist davon auszugehen, dass ca. 50% aller Arbeitnehmer ihre Kompetenzen (Qualifikationen) den neuen Anforderungen anpassen müssen. Das bedeutet wiederum, dass der Weiterbildung – Kompetenzentwicklung – auf allen Ebenen (Individuum, Gruppe, Organisation und Netzwerk) eine bedeutende Rolle zukommt. Eine moderne Weiterbildung (Klassisch, Blended, Online) wird neue Medien sinnvoll nutzen und selbst gesteuertes, bzw. selbst organisiertes Lernen unterstützen (Ermöglichungsdidaktik).

Weiterhin wird in dem WEF-Report 2020 deutlich, dass es Jobs geben wird, die in Zukunft stark nachgefragt werden. Zu diesen Jobs gehört der Project Manager (m/w/d), der in dem Ranking für Deutschland (WEF 2020:79) den 7. Platz von 10 einnimmt (Siehe Grafik). Dabei wird der Project Manager nicht eingeschränkt auf agiles Projektmanagement, sondern enthält daher auch die klassisch plangetriebene Vorgehensweise und hybride Ansätze.

Es ist für uns natürlich sehr erfreulich, dass wir mit den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgängen Projektmanager/in (IHK) und Projektmanager/in Agil (IHK) beide Dimensionen (Moderne Lernformen und gefragter Job) abdecken. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Lernplattform.