Ökonomie: Sind die Ökonometrischen Modelle noch zeitgemäß?

In der aktuellen Corona-Pandemie geht es nun langsam aber sicher wieder darum, das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben anzukurbeln. Dazu beziehen sich Politiker oft auf ökonomischer Modelle, um die Richtigkeit ihrer Maßnahmen zu belegen. Es geht um Zahlen, Daten und Fakten – um rationales Handels aufgrund scheinbar objektiver Daten. Georga W. Akerlof (Wirtschaftsnobelpreis 2001) und sein Kollege Robert J. Shiller vertreten hier allerdings eine etwas andere Ansicht. In dem Buch „Animal Spirits“ aus dem Jahr 2009 vertreten sie die Auffassung, dass die „nicht-rationalen Elemente unseres Handelns“ stärker beachtet werden müssen.

„Ökonometrische Modelle werden im Allgemeinen als Rückkopplungsmodelle beschrieben, die nur auf beobachtbaren Daten beruhen. Alle Nichtobservablen werden in den Bereich der „Messfehler“ verwiesen. Auch wenn wir der Ansicht sind, dass solche Modelle oftmals sehr nützlich sind, vernachlässigen sie doch einige wesentliche Zusammenhänge, die auf nicht quantifizierbaren psychologischen Variablen beruhen.“ (ebd. S. 200)

Und weiter führen die Autoren aus: „Die meisten Ökonomen haben für diese psychologischen Feedbackgeschichten nichts übrig. Sie laufen ihrer tief verwurzelten Überzeugung von der Rationalität menschlichen Handelns zuwider. Aber sie lehnen sie auch noch aus einem anderen Grund ab: Es gibt keine Standardmethoden zur Quantifizierung der menschlichen Psychologie. Sie halten die Bemühungen zur quantitativen Erfassung von Rückkopplungsmechanismen und deren Einbindung in makroökonomische Modelle für zu willkürlich und sind deshalb von ihrer Gültigkeit nicht überzeugt“ (ebd. S. 200-201).

Ich frage mich bei der ganzen Diskussion um die Subvention verschiedener wirtschaftlicher Bereiche, ob dies „Animal Spirits“ mit bedacht werden. Es sieht für mich so aus, als ob die Ökonomie der Industriegesellschaft wieder dominiert. Wissenschaftliche Expertise wird nur akzeptiert, wenn Sie auf Zahlen, Daten und Fakten beruht und reproduzierbar ist. Dieses Mindset beruht auf der Berechenbarkeit von allem. Entspricht das der Wirklichkeit von Menschen in einer Gesellschaft, oder auch in einer Organisation?

Wenn es den Unternehmen gut geht, liegt der Fokus auf den „harten“ Daten des Geschäfts – das Unternehmen wird als Maschine zur Geldvermehrung gesehen.. Geht es dem Unternehmen wirtschaftlich nicht gut, kommen andere Metaphern wie „das Unternehmen leidet“ oder “ das Unternehmen stirbt“ ins Spiel. Diese Metapher erinnern stärker an einen lebenden komplexen Organismus. Es ist aus meiner Sicht bedenklich, weiterhin an der Maschinen-Metapher festzuhalten, da diese dem komplexen Umfeld nicht mehr gerecht wird.

Internet der Dinge (IoT): 4800 Interaktionen pro Person und Tag im Jahr 2025

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Eine beeindruckende Zahl zeigt, was in den kommenden Jahren an Daten generiert wird, denn im Jahr 2025 soll eine durchschnittlich verbundene Person, 4800 Mal pro Tag mit Geräten (IoT) interagieren:

By 2025, the average connected person will interact with connected devices nearly 4,800 times per day—equivalent to one interaction every 18 seconds (David Reinsel et al., Data Age 2025: The Evolution of Data to Life-Critical (IDC, 2017))

Dadurch werden sehr viele Daten entstehen, die mit Hilfe klassischer IT-Systeme kaum zu bewältigen sind. Maschinelles Analysieren von Daten und deren Kontext ist angesagt, und wird zu einem wichtigen Element zukünftiger Geschäftsmodelle. Die Frage wird sein, mit welchem Anbieter wird ein Unternehmen zusammenarbeiten, denn aktuell stehen auf dem Markt nur die großen amerikanischen Unternehmen wie Google, Apple, Amazon, IBM, Facebook, Microsoft … zur Verfügung. In den letzten Wochen hat die Mozilla-Foundation angekündigt, ein Open-Source-Projekt zu Artificial Intelligence (Künstliche Intelligenz) zu starten. Möglicherweise kommt diese Initiative etwas zu spät. Warten wir ab…. Solche Zusammenhänge thematisieren wir auch in den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgängen Innovationsmanager (IHK) und Wissensmanager (IHK). Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Chatbots setzen sich immer mehr durch

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Das Schwerpunktthema des digital publishing report 6/2017 (PDF) lautet: Chatbots. Das digitale Magazin für die Verlagsbranche sollte sich mit diesen – und anderen – neuen Technologien intensiv auseinandersetzen und Risiken und Chancen abwägen. Chatbots sind keine Spielerei mehr, sondern haben sich schon in vielen Bereichen etabliert. 2017 wird ein wichtiges Jahr für Chatbots, denn (S. 19):

  • von den “Großen” der Branche bis zu bestehenden und in 2017 entstehenden Startups sind
    neue Hardwareprodukte, Softwareservices und Integrationen in andere Plattformen zu erwarten
  • die großen Player besetzen durch Akquisitionen und Investitionen das Spielfeld als Plattformbetreiber und besetzen ihre Positionen im Wettbewerb
  • es wird klar, wie stark Benutzer wirklich nachhaltig Chatbots nutzen
  • praktische Fragestellungen zur Entwicklung von Chatbots, zur Integration in bestehende Enterprise-Infrastrukturen, und zur Sicherheit, zum Datenschutz und zur Compliance gestellt und beantwortet werden
  • das vielfältige Angebot an Chatbots im B2C-Bereich wird zunehmend um Chatbots für B2E- und B2B-Services erweitert werden.

In den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgängen Innovationsmanager (IHK) und Wissensmanager (IHK) gehen wir auf diese Entwicklungen ein. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Deutschland in Daten von 1834-2012

cloudIn dem Projekt Deutschland in Daten wurden Daten von 1834 bis 2012 zu den Bereichen Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur in Deutschland zusammengetragen und veröffentlicht. „Als Ergebnis wurde ein Textband erstellt, der bei der Bundeszentrale für politische Bildung publiziert wurde, ein Datensatz, der über das Internet frei verfügbar ist sowie eine umfassende Dokumentation, die die verwendeten Quellen auflistet“. Die Daten stehen also frei zur Verfügung und können just for fun, oder auch für Produkte und Dienstleistung genutzt werden. Daten sind die Grundlage für Informationen und Innovationen. Solche Zusammenhänge thematisieren wir auch in dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Innovationsmanager (IHK), der ab April bei der IHK Köln angeboten wird. Weitere Hinweise zum Lehrgang finden Sie auf unserer Lernplattform.

Mit MailScout die E-Mail-Flut eindämmen

mailDie Pressemitteilung des Fraunhofer Instituts Fraunhofer UMSICHT-Entwicklung entlastet E-Mail-Postfächer bei SAP vom 18.08.2015 macht neugierige. Das entwickelte Add-in für Microsoft Outlook® hat in der Anwendung gezeigt, dass dadurch die E-Mail-Flut eingedämmt und die Qualität der E-Mails verbessert werden kann: „Wenig aussagekräftige E-Mail-Betreffs oder »Antwort an alle«-Nachrichten kosten viel Zeit und bares Geld. Fraunhofer UMSICHT hat ein Add-In für Microsoft Outlook® entwickelt, das die E-Mail-Kommunikation im Unternehmen dauerhaft verbessert. Die Software MailScout unterstützt künftig 90 000 interne und externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Softwareherstellers SAP beim Verfassen informativer Mails. Das Ergebnis: weniger elektronische Nachrichten mit höherer Qualität“.  Der Umgang mit Daten und Informationen gehört auch zu den Themen, die wir in dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Wissensmanager (IHK) besprechen. Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Ist Daten sammeln der Heilsbringer für Organisationen?

cloudDaten sammeln und zu strukturieren ist der aktuelle Trend: Data, Big Data, Cloud, Cognitive Computing etc. Es ist bestimmt gut, wenn Daten dazu führen, komplexe Probleme für Unternehmen oder für die Gesellschaft zu lösen. Andererseits wird suggeriert: Je mehr Daten umso besser. Das ist natürlich Unsinn, denn es kommt darauf an, die richtigen Daten und dann wiederum die entsprechenden Informationen – das entsprechende Wissen usw. – zu generieren. In dem Beitrag Big Data, Big Confusion, Big Distance (Capital vom 08.01.2015) wird bezweifelt, dass mehr Daten auch eine bessere Kundennähe ergeben. Nicht zwangsläufig, dennoch können bessere Daten durchaus für bestimmte Problemkategorien nützlich sein. In meinem Vortrag auf der MCPC 2015 in Montréal habe ich aufgezeigt, an welchen Stellen letztendlich Cognitive Computing an seine Grenzen stößt. Es geht in der heutigen Zeit also nicht um ein entweder-oder, sondern um das sowohl-als-auch. Solche Themen besprechen wir in dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Innovationsmanager (IHK). Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Monitoring Report: Wirtschaft Digital 2015

digitalDer Monitoring Report Wirtschaft Digital 2015 ist im Oktober 2015 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie veröffentlicht worden, und umfasst insgesamt 160 Seiten. In dem Management Summary auf Seite 7 ist folgendes zu lesen:

Die deutsche IKT-Branche ist mit 221 Milliarden Umsatz der fünftgrößte Markt nach den USA, China, Japan und Großbritannien. Sie liegt 2014 mit einem Anteil von 4,6 Prozent an der gewerblichen Wertschöpfung vor der deutschen Traditionsbranche Maschinenbau und knapp hinter dem Fahrzeugbau (…). Die herausragenden Wettbewerbsvorteile der Digitalen Wirtschaft in Deutschland sind Innovationsfähigkeit, Marktzugang sowie die Vernetzung der IKT-Branche mit anderen Wirtschaftsbereichen. Die drei größten Schwächen sind die mangelhafte Verfügbarkeit von Fachkräften, die Netzinfrastruktur sowie der geringe Anteil der IKT-Exporte an allen Exporten. Die bestehenden Stärken sollten bis 2020 durch eine Fokussierung auf die drei Wachstumsbereiche IT-Sicherheit, Mobile Computing und Transaktionsdienste ausgebaut werden. In zweiter Linie sind die Chancenbereiche Cloud-Dienste, Big Data, Industrie 4.0, Social Collaborationund Smart Services zu fördern“.

Der Report ist typisch: Die positive Bewertung der Situation und des Ausblicks dominiert. Die Themen einer offenen IKT-Landschaft in Deutschland werden dabei nur am Rande erwähnt – wenn überhaupt. In den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgängen Innovationsmanager (IHK) und Wissensmanager (HK) gehen wir auf diese Punkte ein. Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Wissensmanager (IHK) ab November in Köln

wissensmanager-ihk-300Der von uns entwickelte Blended Learning Lehrgang Wissensmanager (IHK) wird von der IHK Köln vom 13.11.-18.12.2015 jeweils freitags angeboten. Gerade durch die neue ISO 9001:2015, die am 23.09.2015 veröffentlicht werden soll, werden viele Unternehmen Wissensmanagement-Initiativen entwickeln (müssen). Allerdings fehlt es in den Unternehmen häufig am systematischen Umgang mit der Ressource Wissen, da kaum jemand entsprechende Kompetenzen hat. Daher benötigen Unternehmen Mitarbeiter die das Wissenssystem der jeweiligen Organisation systematisch weiterentwickeln. Der Wissensmanager (IHK) bietet dafür eine gute Basis. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Lernplattform.

Maireder et al. (Hrsg.) (2015): Digitale Methoden in der Kommunikationswissenschaft

digitale-methodenEs ist immer wieder toll zu sehen, dass interessante Veröffentlichungen frei verfügbar gemacht werden. Ein weiteres Beispiel ist Maireder, Axel; Ausserhofer, Julian; Schumann, Christina; Taddicken, Monika (Hrsg.) (2015): Digitale Methoden in der Kommunikationswissenschaft (PDF), das unter der Creative Commons Licence 3.0 veröffentlicht wurde – Herzlichen Dank an die Authoren! Bei den jeweiligen Beiträgen geht es um folgendes:

Zusammenfassung: Was bedeuten Big-Data-Untersuchungen für die Entwicklung von Theorien und für forschungsethische Aspekte? Wie können öffentliche Spuren digitaler Kommunikation eingefangen, analysiert und interpretiert werden? Wie lassen sich Metriken von Social-Media-Plattformen in empirisch fundierte Forschung überführen? Welche Strategien gibt es, um in algorithmische Blackboxes wie Suchmaschinen und News Feeds zu schauen?

ISO 9001:2015 wird am 15.09.2015 veröffentlicht

20150409_110711Die neue ISO 9001:2015 für Qualitätsmanagementsysteme wird am 15.09.2015 veröffentlicht. Da die ISO 9001 branchenunabhängig in vielen Organisationen schon fast zum Alltag gehört, wird auch die neue ISO 9001:2015 mit ihren Änderungen und Weiterentwicklungen wieder viele Unternehmen/Organisationen betreffen. Wie in dem Beitrag Wissensmanagement und die neue ISO 9001:2015 erläutert, wird die neue Norm auch dazu führen, dass sich Unternehmen stärker mit Wissensmanagement befassen müssen. Die meisten Unternehmen stecken dabei allerdings noch „in den Kinderschuhen„. Basis für ein gutes Wissensmanagement ist ein modernes Verständnis von Wissen und darauf basierend ein modernes Verständnis von Wissensmanagement. In dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Wissensmanager (IHK) gehen wir darauf ein. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.