Warum ist es so schwierig, Experten-Wissen zu teilen?

In dem Beitrag If HP knew what HP knows, we would be three times as profitable hatte ich schon einmal darauf hingewiesen, dass der Umgang mit Wissen im Allgemeinen in Unternehmen nicht so einfach ist. Betrachten wir speziell noch das Wissen von Experten, also deren Expertise, so wird deutlich, dass es sehr schwierig ist, dieses Experten-Wissen zu teilen, oder sogar zu übertragen. Dazu habe ich folgende Begründung gefunden:

„One set of limitations on sharing expertise is cognitive, that is, the way experts store and process information may make it difficult for them to share that expertise with others regardless of whether or not they are motivated to do so.

Another cognitive problem in transferring knowledge is the challenge of articulating knowledge that is tacit rather than explicit.

Another problem in asking experts to articulate knowledge is that knowledge is embedded and difficult to extract from the particular situation or environment (Brown and Dunguid 1998; Hansen 1999; Lave and Wenger 1991.“

Quelle: Hinds, P. J.; Pfeffer, J. (2003), in: Ackerman, M. S.; Pipek, V.; Wulf, V. (2003) (Eds.).

Auch in Zeiten von Künstlicher Intelligenz sollten wir uns die Frage stellen, welches Experten-Niveau hier erreicht werden kann. Siehe dazu auch

KI und Arbeitsmarkt: Interessante Erkenntnisse aus einer aktuellen, belastbaren wissenschaftlichen Studie

Wissensmanagement und Expertise (Expertenwissen teilen)

Fe-ConE: Als externer Experte in das EU-Projekt eingebunden

FeConE.jpgDas EU-Projekt Fe-ConE (Framework on elearning Contents Evaluation) befasst sich mit der Thematik, „that ´learnability´ is culturally bounded and that the success of e-learning is highly related to –if not found at, the intersection between the implied by the setting learning patrimony and the technology applied to achieve the desired learning outcomes.“ Im Rahmen des Projekts habe ich mich Ende Mai zunächst als Teilnehmer für einen europäischen Online-Lehrgang angemeldet, der sich mit der Erstellung von eLearning-Kursen befasst. In dem Lehrgang sind wochenweise Inhalte zu bearbeiten. Der Lehrgang nutzt Moodle und ist Ende Juni zu Ende. Hinweis: Voraussichtlich wird der Lehrgang frei verfügbar gemacht (Creative Commons). Ich werde Sie darüber auf jeden Fall weiter informieren.

Darüber hinaus bin ich auch als externer Experte in das Projekt eingebunden (nicht als Projektpartner). Da ich mich mit der Kontextualisierung (culturally bounded) befasse, hat man mich angesprochen. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut. Meine Aufgabe ist es, aus der Sicht eines deutschen Experten Fragen zu beantworten, und verschiedene Arbeitspakete zu bearbeiten. Ähnlich sind weitere europäische Experten eingebunden. Mitte Oktober sollen dann alle erarbeiteten Inhalte bei einem Treffen in Litauen ausgewertet werden.