Künstliche Intelligenz als Freund, Mentor oder romantischer Partner?

Künstliche Intelligenz (GenAI) kann in der Zwischenzeit viele traditionelle Tätigkeiten oder Abläufe optimieren und ersetzen. Bei der Interaktion mit KI-Modellen passt sich diese immer stärker an die Anforderungen des Nutzers an.

Künstliche Intelligenz verstärkt durch diese Personalisierung allerdings – oft unbemerkt vom Nutzer – Schmeicheleien (Blogbeitrag). Es wundert daher nicht, dass KI immer mehr als Compagnon wahrgenommen wird, der möglicherweise als angenehmer empfunden wird, als andere Menschen. Es kommt bei dieser Entwicklung zu einer Art Transformation von den eher funktionsorientierten Nutzung der KI, hin zum Aufbau von einer Art „Beziehung“.

„AI companions differ from traditional task-oriented AI by prioritizing relationship building over functionality (Zhang and Lu, 2023; Zhang et al., 2025). Modern systems incorporate memory of past interactions, can recognize emotion, and adapt their responses to individual users’ needs (Yang et al., 2025). Platforms like Replika, Character.ai, and XiaoICE have attracted user bases in the millions. Many users have reported forming emotional attachments to their AI companions, viewing them as friends, mentors, or romantic partners (Zhang et al., 2024; Kouros et al., 2024)“ (The AI Index 2026 Annual Report).

Einerseits ist also die Anpassung an die persönlichen Bedürfnisse eine positive Entwicklung, andererseits kann es über den Weg der (unbemerkten) Schmeicheleien einen Lock-in geben, aus dem die jeweiligen Nutzer selbst nicht mehr herauskommen. Diese sich dann entwickelnde Pfadabhängigkeit ist aus der Innovationsforschung bekannt.

Beyer (2005) weist allerdings in seinem Beitrag darauf hin, dass es auch dazu kommen kann, dass „Akteure jeweils einen Schlüssel finden können, um das Schloss wieder aufzuschließen“.

Beyer, J. (2005): Pfadabhängigkeit ist nicht gleich Pfadabhängigkeit! Wider den impliziten Konservatismus eines gängigen Konzepts, in Zeitschrift für Soziologie, Jg. 34, Heft 1, Februar 2005, S. 5–21 | PDF

MCPC2007: Zwei Paper heute eingereicht

Heute habe ich zwei Paper für die MCPC2007 in Boston eingereicht. Mein Paper, Co-Autor Dr. Alexander Tsigkas, befasst sich mit der Verbesserung der Kundeninteraktionen bei Mass Customization und der Interaktiven Wertschöpfung mit Hilfe des Konzepts der Multiplen Kompetenz. Das zweite Paper ist von Dr. Alexander Tsigkas, Co-Autor ist Robert Freund. Die Paper mussten auf die Konferenzwebsite hochgeladen werden. Direkt danach haben wir eine Bestätigung bekommen, dass die Paper nun im Review-Prozess sind (Double-Blind-Review: Die Experten erhalten die Paper ohne Kenntnis der Autoren). Ich bin sehr gespannt, ob unsere Paper angenommen werden. Bis Anfang Juni werden wir mehr wissen.

Freund, R. (2006): Multiple Intelligences in the Workplace

miapp-website.gifVom 12.-13.10.2006 haben wir uns das letzte Mal im Rahmen des EU-Projekts MIapp getroffen. Gastgeber war diesmal die Universität in Rzeszów (Polen). Einzelheiten zum Ablauf finden Sie im Seminarprogramm. Ziel des Seminars war es, gemeinsam mit interessierten Personen über unsere Erkenntnisse zu diskutieren. In meinem Vortrag Multiple Intelligences in the Worklpace habe ich dargestellt, wie die MI-Theorie mit Problemlösen (CPS: Complex Problem Solving) und mit der aktuellen Kompetenzdebatte zusammenhängt. Daraus ergebn sich dann Möglichkeiten die MI-Theorie am Arbeitsplatz sinnvoll einzusetzen.