Innovationen: Integrales Denken und Handeln

Ein integrales Denken und Handeln von Innovationsmanagern besteht darin, verschiedene Perspektiven zu verbinden (Servatius/Piller 2014:29)

Gerade wenn es um Innovationen geht, ist es wichtig, verschiedene Dimensionen zu integrieren. Bezogen auf das integrale Denken und Handeln von Innovationsmanagern sind zwei grundlegende Perspektiven und ihre Polaritäten von besonderer Bedeutung:

(1) die Perspektive der Denkmuster mit Analyse und Rationalität auf der einen und Intuition und Emotion auf der anderen Seite sowie

(2) die Perspektive der Innovationswertschöpfung in Form von wissenschaftlich-technischen Problemlösungen und einer Befriedigung des Kundenbedarfs im Markt.

Die Abbildung zeigt, welche unterschiedlichen Handlungsfelder sich für Innovationsmanager aus diesen Perspektiven ergeben – von der Technologie- und Marktanalyse über die Intuition von Erfindern bis zur Empathie gegenüber Kunden (Servati-
us/Piller 2014:29).

Gerade in Zeiten der Nutzung von Künstlicher Intelligenz im Innovationsprozess können Emotion (Empathie) und Intuition Alleinstellungsmerkmale darstellen.

Von „Bauch oder Kopf“ zu „Bauch und Kopf“ – oder?

Zugegeben, die Überschrift ist ein wenig verwirrend. Mir fiel allerdings nichts anderes ein, als ich den Artikel Bauch oder Kopf von Martin Gropp gelesen habe, der am 14.04.2011 in der FAZ erschien. Ich freue mich, dass dieser Artikel darauf hinweist, dass Zahlen im Berufsleben (Untertitel) in vielen Fällen nicht ausreichen, um eine angemessene Entscheidung zu treffen. Dabei nimmt der Artikel Bezug auf das Buch von Gigerenzer (2007):  Bauchentscheidungen hin, über das ich in meinem Blog auch schon berichtet habe (Blogbeitrag). Es geht Gigerenzer dabei um hochkomplexe Handlungsentscheidungen in denen das Bauchgefühl (Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition) bessere Entscheidungen hervorbringen. Diese Einschränkung sieht der Autor des Artikels leider nicht und folgert plakativ „Bauch oder Kopf“. In der realen Welt gibt es allerdings immer wieder neben hochkomplexen Handlungsentscheidungen (komplexes Problemlösen) auch einfache Handlungsentscheidungen (einfaches Problemlösen). Es geht somit nicht um „Bauch oder Kopf“, sondern um „Bauch und Kopf“. Es bedarf der „ganzen Person„, um mit den heutigen Anforderungen einer modernen Gesellschaft zurecht zu kommen (Expect the unexpected!). Siehe dazu auch Knight´sche Unsicherheit,