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Blended Learning bedeutet auch gemeinsames Lernen an Präsenztagen

moderatorenkofferWenn manche Blended Learning hören, verwechseln sie es häufig mit WBT (Web-based Training) oder reinen Online-Kursen usw. Der Reiz von Blended Learning Konzepten ist es allerdings, dass sich Präsenztage und Onlinephasen sinnvoll abwechseln. Einfach die Präsenztage weiter so zu belassen wie bisher, und einige Inhalte online anzubieten reicht heute nicht mehr aus. Um ein Blended Learning Konzept zu entwickeln, müssen Präsenz-Lernen und Online-Lernen gut aufeinander abgestimmt sein. Bei den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgängen Projektmanager (IHK), Innovationsmanager (IHK) und Wissensmanager (IHK) ist das der Fall – Teilnehmer bestätigen das jedes Jahr. Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Lernplattform.

Wen interessiert schon das Chinesische Neujahrsfest?

baiduDeutschland rühmt sich, zu den exportstärksten Nationen der Welt zu gehören. In den letzten Jahren zählen daher immer mehr Exporte nach – aber auch Direktinvestitionen in – Asien zum Tagesgeschäft. Diese Entwicklung wird allerdings von den Medien noch nicht angemessen begleitet. Wenn in den USA der Super Bowl ansteht, berichten deutsche Medien “stündlich” über fast jedes Detail. Wenn beim Chinesischen Neujahrsfest mehr als 1 Milliarde Menschen unterwegs sind, interessiert das deutsche Medien kaum. Hier meine ich ganz besonders die öffentlich-rechtlichen Anstalten, die sich im Gegensatz zu den privaten Sendern, bei solchen Themen abgrenzen könnten. Wie lange könenn wir uns eine solche Ignoranz noch leisten?

Stiegler, B. (2008): Die Logik der Sorge. Verlust der Aufklärung durch Technik und Wissenschaft

Gesichthalb1.jpgIn dem lesenswerten Buch Stiegler, B. (2008): Die Logik der Sorge. Verlust der Aufklärung durch Technik und Medien befasst sich der Autor mit “dem Zusammenhnag von Kultur und Technik und den Veränderungen der Gesellschaft durch Medien und Digitalisierung”. Dabei konzentriert sich Bernard Stiegler auf die daraus resultierende “gesamtgesellschaftliche Aufmerksamkeitsstörung”. In Anlehnung an den von Francois Fillion geprägten Begriff der “Schlacht für die Intelligenz” plädiert der Autor für “eine menschliche Intelligenz, die psychisch und sozial zugleich” (S. 15), mit seinen Worten organologisch ist. Wobei er allerdings eine individuelle Intelligenz ausschließt (vgl. S. 57) und eher an eine kollektive Intelligenz denkt. Interessant ist auch der Hinweis darauf, wie sich dieser Zusammenhang auf Unternehmensebene darstellt:

“Ein Unternehmen muß daher – durch seine Produkte oder durch deren Distributionsweise – selbst zu einer Vorrichtung für die Aufmerksamkeitsvereinnahmung werden, denn die verfügbare ´Aufmerksamkeitsqualität´ ist begrenzt. Das klingt so, als wäre die Aufmerksamkeit eine Flüssigkeit, deren Verhalten man durch Pegel und Druckverhältnisse gewissermaßen kalkulieren könnte, und nicht das Ergebnis der Erziehung und Formierung der Individuen durch ein organologisches Zusammenspiel, das den Aufbau und die Erweiterung des Bewußtseins und seiner Analysekapazitäten ermöglicht – also seine Intelligenz (S. 145).

Es zeigt sich auch hier, dass der Intelligenzbegriff (Konstrukt) seine Aktualität hat und dass “die knappe Ressource nicht mehr Information, sondern die Aufmerksamkeit der Individuen ist” (S. 144). In meiner Dissertation (Promotionsskizze) gehe ich auch diesen Aspekten nach und verknüpfe dabei die Erkenntnisse aus den Intelligenz- und Kompetenzdebatten (Multiple Kompetenzen) in einem ebenenübergreifenden Modell. Das scheint aktueller denn je zu sein…

Was sagte Oscar Wilde zum Thema “Wissen und Öffentlichkeit”?

Die Öffentlichkeit zeigt eine unersättliche Neugier, alles wissen zu wollen, außer dem, was zu wissen sich lohnt (Oscar Wilde, 1891).

Betrachtet man manchmal den Rummel (Hype) in den Medien zu verschiedenen Themen/Personen, so kommt man zu dem Schluss: Es hat sich seit 116 Jahren nicht viel geändert … Beeindruckend.

Seit dem XV. Parteitag der KP 1997 soll China eine Wissensgesellschaft werden

Diesen Satz habe ich in dem Beitrag Ein Land sucht Sinn (DIE ZEIT vom 22.02.2007) gelesen und mir verwundert die Augen gerieben. Ist China nicht die immer und immer wieder in den Medien dargestellte “verlängerte Werkbank” der sogenannten Industrienationen? Nein, nicht nur. Die von den meisten Europäern genutzten Medien stellen ein Chinabild dar, das nur bedingt der Wirklichkeit entspricht und einseitig ist. Natürlich gibt es die Montagehallen für lohnintensive Fertigungen. Andererseits gibt es aber auch das China, das Cluster für Mass Customization bildet (gemeinsam mit der HKUST, Gastgeber der ersten MCP-Weltkonferenz in 2001, und der dritten MCP-Weltkonferenz in 2005 ) und sich an einer stärker wissensbasierten Gesellschaft orientiert. In dem oben erwähnten Beitrag findet man Hinweise wie “(…) neue Hochschätzung von Bildung und Erziehung” oder “100 Universitäten sollen mit Geld vom Staat Weltniveau erreichen”. Ein ähnliches Bild ergibt sich für Indien … An dieser Stelle sei mir ein wenig Eigenwerbung erlaubt. Zwei meiner Konferenzbeiträge sind auch in Indien veröffentlicht worden:

Freund R.; Piotrowski M. (2005): Intellectual Capital Statement – Made in Germany – and Mass Customization. The Magnus Journal of Management, Vol. 1 No. 4, December 2005, Hyderabad, India

Freund R.; Piotrowski M. (2005): Mass Customization and Personalization In Adult Education and Training. In: Mass Customization. Concepts and Applications (editor Shyam Sunder Kambhammettu), Le Magnus University Press, Hyderabad, India

Meine Paper (viele als Download) finden Sie hier