In dem Beitrag Warm ums Herz (Jochen Paulus, Die Zeit vom 30.10.2008) beschreibt der Autor neuere Erkenntnisse zur Wirkung von Metaphern. Wenn man bedenkt, wie wichtig Metaphern sind, so sollte man die Metapher “Unternehmen als Maschine” nicht mehr verwenden. Diese Metapher bestätigt Annahmen wie “Der Mitarbeiter oder auch Lieferanten sind austauschbare Teile” oder noch subtiler “Mitarbeiter sind kleine Zahnräder in der großen Maschine Unternehmen”. Solche Metaphern unterstützen die Ansicht, dass der Mensch eine triviale Maschine sei. Bei einer trivialen Maschine ergibt ein definierter Input einen definierten Output. Der Mensch ist allerdings keine triviale Maschine, denn der Input wird mit seinen Erfahrungen und Emotionen verknüpft und daraus neues Wissen konstruiert, das wiederum Basis für die situationsabhängigen Handlungen ist. Es wird aus diesen (und anderen) Überlegungen heraus Zeit, die Metapher “Unternehmen als Maschine” aufzugeben. Sie können mit Ihrer verwendeten Sprache dazu beitragen. Fangen Sie noch heute damit an….
-

Kategorien
- Allgemein (210)
- Kompetenzmanagement (225)
- Lernplattform (1)
- Mass Customization (198)
- Multiple Intelligenzen (201)
- Open Innovation (304)
- Wissensbilanz – Made in Germany (249)
- Wissensmanagement (421)
Archive
Kompetenzmanagement
Lernplattform
Mass Customization
Multiple Intelligenzen
Open Innovation
Wissensbilanz - Made in Germany
Wissensmanagement
Schlagwörter
Automobilindustrie Bildung Dissertation Dr. Robert Freund Fussball Fußball Howard Gardner IHK Köln Informationen Innovation Innovationsmanagement Intelligenz IQ KMU Kompetenz Kompetenzen Komplexität Konferenz Kontext Leitfaden Lernen Mass Customization MCPC2007 MCPC 2011 Multiple Intelligenzen Multiple Kompetenz Newsletter Open Innovation Organisation Osteuropa Personalization Projektmanager (IHK) Roadshow Robert Freund Selbstorganisation Studie Unsicherheit Unternehmen VfL Bochum Web 2.0 Weltkonferenz Wissen Wissensbilanz - Made in Germany Wissensgesellschaft Wissensmanagement

Das sehe ich ähnlich. Eine solche Metapher vermittelt die Illusion der Steuerbarkeit bis auf die Mikroebene menschlichen Handelns.
Meines Wissens geht diese Metapher auf den Klassiker der Organisationssoziologie, Max Weber, zurück.
Weber hat Anfang des 20. Jhdts. den “bürokratischen Apparat” analysiert und als die reinste Form der rationalen Herrschaft beschrieben.
Neben der Metapher des Apparats, welcher der Maschine ja schon recht nahe kommt, hat er die bürokratische Organisation auch als “stahlhartes Gehäuse” bezeichnet, in welchem die Akteure gefangen sind.
Heute hat man dagegen auch in der Organisationssoziologie erkannt, dass man es mit z.T. listigen Akteuren zu tun hat, welche aus eigenen Motiven handeln, Situationen deuten und umdeuten und so innerhalb eines vorgegebenen Rahmens ihren Gestaltungsraum erkennen und auch ausnutzen.
Als Theologe steuere ich gerne den Hinweis bei, dass im Neuen Testament der menschliche Organismus als Metapher für die junge und wachsende Kirche verwendet wird (“ein Leib und viele Glieder”, 1. Korinther 12). In einer inzwischen als Institution verfassten Kirche hat diese Metapher durchaus auch kritisches Potential, sowohl gegenüber den Repräsen-Tanten
als auch gegenüber dem sogen. Kirchenvolk”.
Diese Metapher leistet aber vieles, was auch in der Maschinenmetapher als Aspekt enthalten ist: innerbetriebliche Differenzierung, Arbeitsteilung im Sinne von Verschiedenheit der Kompetenzen und Funktionen und Verbundenheit mit dem großen Ganzen.