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Franken, S. (2007): Verhaltensorientierte Führung

Arbeiten33.jpgIn dem Buch von Swetlana Franken (2007): Verhaltensorientierte Führung (2. Auflage) wird unter anderem auf die verschiedenen Konzepte zur menschlichen Intelligenz eingegangen. Ganz besonders freut mich, dass die Theorie der Multiplen Intelligenzen in einem Buch beschrieben wird, das sich mit Führung befasst (S. 33-34). Auf S. 310 geht die Autorin auch noch auf den Zusammenhang zwischen der Multiple Intelligenzen Theorie und Unternehmensintelligenz ein. Diese Hinweise sind für mich ein weiterer Beleg dafür, dass sich auch Führungskräfte/Manager mit dem Konzept der Multiplen Intelligenzen befassen sollten (sogar müssen?), wenn sie Organisationen im modernen Sinne führen wollen. Joyce Martin hatte darauf schon 2001 in Ihrem Buch Erfolgreiches Personalmanagement nach dem Modell der vielfachen Intelligenz aufmerksam gemacht. Auch in meinem Beitrag Freund, R. (2006) Die Multiple Intelligenzen Theorie gehe ich darauf ein. Darüber hinaus könnten Sie auch noch folgende Beiträge interessieren:

  1. Multiple Intelligences for Managers
  2. Multiple Intelligenzen in Unternehmen?
  3. Auf dem Weg zur intelligenten Organisation
  4. Über den Unsinn von Intelligenztests
  5. Studie: IQ ist kein Garant für Wohlstand
  6. Intellektuelles Kapital und Multiple Intelligenzen
  7. Not to limit the term „Intellectual“

Über den Unsinn von Intelligenztests

intelligenztests.jpgIn der FAZ vom 27.08.2007 schreibt Christian Geyer in seinem Artikel Schlapp! Da geht die Falle zu! über das Buch von Enzensberger, H. M. (2007): Im Irrgarten der Intelligenz. Die Züricher Zeitung hatte schon am 11.11.2006 einen Vorabdruck veröffentlicht (Siehe Blogbeitrag). In dem Artikel von Christian Geyer sind auch einige Textpassagen aus dem Buch von Enzensberger erwähnt, auf die ich mich hier wiederum beziehe. Der Untertitel des Buchs lautet: Ein Idiotenführer. Ich halte das zwar für eine sehr drastische Formulierung, stimme aber natürlich mit Enzensberger darin überein, dass der Intelligenzquotient nicht taugt, einen Menschen mit Hilfe einer Zahl zu charakterisieren. Joyce Martin nennt den IQ z.B. Irreführungs-Quotient… Enzensberger schreibt auf den Seiten 32-33 zu Intelligenztests: „Gemeinsam ist allen Rätselfragen, die der Test stellt, dass sie in der Regel nur eine einzige richtige Antwort zulassen. Das ist im Grunde ziemlich seltsam; denn in der wirklichen Welt sind solche Situationen die Ausnahme. Ganz gleich, um was es bei unseren Entscheidungen geht – um eine Bewerbung, einen Wahlkampf, eine Scheidung, einen Mietvertrag -, stets haben wir es mit zahlreichen Variablen zu tun, die noch dazu wechselseitig voneinander abhängen. Sie sind mit einem Wort „komplex.“ Aus meiner Sicht ist dieser Hinweis neben dem Kontextbezug von Intelligenz (und Kompetenz) sehr wichtig. Weiterhin ist zu lesen, dass die Verwendung von Intelligenztests durch die Rechtsprechung in den USA stark eingeschränkt wurde: „Unternehmen und Schulen ist es seit 1971 verboten, ihre Entscheidungen mit IQ-Messungen zu begründen, wenn es um Arbeits- und Studienplätze geht.“ Das ist umso erstaunlicher, weil wir in Deutschland immer mehr dazu neigen, IQ-Tests in Schulen und Unternehmen stärker einzusetzen. Siehe dazu z.B. Muss der HAWIK-IV wirklich sein? Die armen Schüler … Es wird Zeit, dass wir auch in Deutschland erkennen, dass unsere Vorstellung von Intelligenz (Konstrukt) weiterzuentwickeln ist. Wie Sie als Leser meines Blogs wissen, plädiere ich dafür, die Multiple Intelligenzen Theorie zu nutzen. Hier noch einige Beiträge, die Sie interessieren könnten:

  1. Neue Studie: IQ kein Garant für Wohlstand
  2. Unsinnige Auswahlverfahren
  3. Funke (2006): Alfred Binet und der erste Intelligenztest
  4. Freund (2006): Die Multiple-Intelligenzen-Theorie
  5. Das EU-Projekt MIapp
  6. Multiple Intelligenzen in Lern-Lehrkonzepten nutzen
  7. Multiple Intelligenzen und Multiple Kompetenzen
  8. Multiple Intelligenzen und projektorientierter Unterricht

Anmerkung: Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie Zeitungen mit dem Thema Intelligenz umgehen. Einerseits kritisch, andererseits werben die Zeitungen mit Intelligenztest, die man bequem von Zuahuse aus durchführen kann. Die FAZ bringt es sogar fertig direkt über dem oben genannten Artikel eine Anzeige zu schalten, die genau auf so einen Intelligenztest verweist. Auch DIE WELT bringt mehrseitige Übersichten zum IQ-Test heraus, die wohl eher zur Unterhaltung der geneigten Leserschaft dienen sollen und damit zur Steigerung der Auflage. Die Intelligenzdebatte bringen solche Aktionen nicht weiter – im Gegenteil.

Martin, J. (2006): Multiple intelligence theory, knowledge identification and trust

Joyce Martin beschreibt in dem Artikel eindrucksvoll die Zusammenhänge zwischen Multiple Intelligenzen Theorie, Wissensidentifikation und Vertrauen. Dabei stellt sie zunächst die beiden erfolgsrelevanten Themen wie Wissen identifizieren und Wissen teilen vor. Anschließend stellt sie eine Verbindung zu Vertrauen her, denn ohne Vertrauen wird auch kein Wissen ausgetauscht. Interessant ist der direkte Zusammenhang (Seite 209):“Specific to this study, is the evidence that improved belief in the competencies of others is associated with greater trust (Butler et al 1999; Gabarro, 1978) and that when there is a belief or trust in the expertise of others, there is a greater seeking and exchange of knowledge (Cross & Sproull, 2004) [..] One tool that has been demonstrated to have these effects when applied in educational settings is Gardner’s theory of multiple intelligences.“ Das führt Joyce Martin dann auch noch anhand ihrer Studie weiter aus. Hat man also die die Multiplen Intelligenzen von Personen identifiziert und sind diese anderen auch bekannt, so fördert das das Vertrauen untereinander, womit der Austausch von Wissen (implizites Wissen) erleichtert wird. Interessant dabei ist, dass immer wieder von Intelligenzen bzw. Kompetenzen gesprochen wird. Den Zusammenhang stellt hier Rauner (2004) mit seinem Konzept der Multiplen Kompetenz her.

Intellektuelles Kapital und Multiple Intelligenzen?

Joyce Martin (2001:79) beschreibt den Zusammenhang so: „Soll ein Unternehmen überleben, muss es daher jedes verfügbare Instrument nutzen, nicht nur seine physischen Vermögenswerte, sondern auch sein intellektuelles Kapital zu erkennen. Eines dieser Instrumente, der Einsatz der vielfachen Intelligenzen, könnte genau diesen Wettbewerbsvorteil bringen, den ein Unternehmen braucht, um gegen die Herausforderungen des globalen Marktes zu bestehen.“ (Martin 2001:79). Dem kann ich mich nur anschließen …