Open Innovation

Der bisher geschlossene Innovationsprozess (Closed Innovation) wird nun nach Außen geöffnet. Bei Open Innovation nach Chesbrough 2003) erweitert man den Innovationsprozess so, dass der Kunde nicht nur Probleminformationen, sondern auch Lösungsinformationen zur Verfügung stellt. Der Kunde stellt dabei sein Wissen (Sticky Information, Wissen aus dem Kontext des Kunden) dem Unternehmen (Wissen aus dem Kontext des Unternehmens) zur Verfügung. Es kommt auf Unternehmensseite darauf an, intensiv mit dem Kunden zu kommunizieren (Interaktionskompetenz zu entwickeln). Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie mit dieser Öffnung des Innovationsprozesses dynamischer und wirtschaftlicher werden. Reichwald/Piller (2006) beschreiben den gesamten Ansatz als Interaktive Wertschöpfung.


Viele erfolgreiche Beispiele aus der Open-Source-Bewegung zeigen, dass Menschen bereit sind, ihr Wissen einzubringen, um Produkte/Dienstleistungen weiterzuentwickeln. Unternehmen sollten diesen Trend positiv aufgreifen. Dabei kommt es auf der Unternehmensebene darauf an, einen „Ermöglichungsraum“ anzubieten (Took-Kit), der sich von dem eher fest vorgegebenen Kombinationsmöglichkeiten (Konfiguratoren, Solution Space bei Mass Customization) unterscheidet. Das Web 2.0 bietet heute auch für KMU dafür kostengünstige Möglichkeiten.

Die Erfolge der ersten Unternehmen Threadless oder Zazzle in den USA (oder deren Nachahmer in Europa) zeigen, wie schnell die Kunden diese Entwicklung annehmen – und wie schnell damit Wirtschaftlichkeit erzielt werden kann. Der Erfolg dieser Unternehmen liegt eindeutig in der Einbindung der Kunden in den Wertschöpfungsprozess – leider wird das häufig Mißverstanden. Auf den verschiedenen Weltkonferenzen zu dem Themenkomplex habe ich verfolgen können, wie diese und andere Unternehmen von Open Innovation profitieren.

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CC BY 4.0
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2 Gedanken zu „Open Innovation

  1. Open Innovation Enthusiast

    Ich würde gerne ergänzen, dass ich – als Open Innovation Enthusiast – auch Risiken in dem Modell sehe und es daher nicht immer für alle KMU anwendbar ist. Insbesondere der Schutz von Patenten/Intellectual Property kann durch die Öffnung der Innovationsprozesse nicht immer sichergestellt werden. Hier bleibt daher im Einzelfall abzuwägen, ob man sich ggf. für eine gemischte Lösung von closed/open innovation entscheided.

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