Multiple Intelligenzen in Bildung und Beruf

Multiple Intelligenzen in Schulen

multiple-intelligenzen-300Die Multiple Intelligenzen Theorie wurde im Bildungsbereich dankbar aufgenommen. Zunächst natürlich in amerikanischen Schulen (Projekt SUMIT), immer mehr aber auch in China und Europa (EU-Projekt MIapp). In Deutschland befassen sich immer mehr Schulen, bzw. Lehreraus- und -weiterbildungen mit den Möglichkeiten der Multiple Intelligenzen Theorie (Beispiele):

  • Projektorientierung im Fremdsprachenunterricht (Multiple Intelligenzen)
  • Multiple Intelligenzen in Lern-Lehr-Konzepten nutzen
  • Schulen erfassen und fördern Talente mit Hilfe der Multiple Intelligenzen Theorie
  • Schauen Sie sich doch einmal die MI-Karte dazu an

Der Trend in deutschen Schulen endlich stärker auf die individuellen Fähigkeiten der Schüler einzugehen und diese gezielt zu fördern, wird dazu führen, dass immer mehr Schulen sich mit den Möglichkeiten der Multiple Intelligenzen Theorie befassen. Allerdings ist es dazu erforderlich, dass sich alle Beteiligten intensiv mit der Multiple Intelligenzen Theorie befassen, um Mißverständnisse zu vermeiden.

Multiple Intellgenzen und Erwachsene

Natürlich ist die Multiple Intelligenzen Theorie nicht nur im Schulbereich einsetzbar, sondern auch in der Erwachsenenbildung. Die Abkehr vom klassischen Intelligenz-Quotienten hat erhebliche Auswirkungen auf die Weiterbildung von Erwachsenen. Siehe dazu ausführlicher Freund, R. (2006): Multiple Intelligenzen oder auch andere Veröffentlichungen.

Multiple Intelligenzen im Unternehmen

Kann man die Multiple Intelligenzen Theorie im Unternehmen nutzen?

Die Multiple Intelligenzen Theorie wird schon erfolgreich im Bildungssektor angewendet. Erst nach und nach setzt sich die Erkenntnis durch, dass es auch in Unternehmen auf Lernprozesse ankommt. Es stellt sich daher die Frage, wie man die Theorie auch in Unternehmen nutzen kann. Gardner (2002:233) gibt darauf folgende Antwort: “Die Konzentration auf Sektoren legt eine mögliche Anwendung der MI-Theorie im Unternehmensbereich nahe. Wo in erster Linie Kommunikation als Ware im Mittelpunkt steht, nutzt man die Sprache oder andere Zeichensysteme. Die Sektoren Finanzen, Buchhaltung oder Naturwissenschaft stützen sich auf die logisch-mathematische Intelligenz, für publikumsbezogene Sektoren sind die personalen Intelligenzen wichtig. Auch die übrigen Intelligenzen werden eingesetzt: die musikalische und andere künstlerische Intelligenzen in der Unterhaltungsbranche, die körperlich-kinästhetische in den Branchen Sport, Kunst und Kunstgewerbe, die Raumintelligenz in den Sektoren Schifffahrt, Transport, Werbung und Graphik, die naturkundliche Intelligenz in Unternehmen, die mit Umwelt, Pflanzen, Tieren, Textilien und Ökologie zu tun haben, die intrapersonale im Bereich Karriereplanung und Selbsterfahrung (…).” Dieser Hinweis kann allerdings auch falsch verstanden werden. Es geht hier nicht darum, eindeutige Zuweisungen wie “Buchhaltung <-> logisch-mathematische Intelligenz” zu entwickeln. Denn es ist vielmehr so, dass in den verschiedenen beruflichen Domänen viele unterschiedliche Intelligenzarten wirken. Dieser Zusammenhang wird oftmals übersehen.

Multiple Intelligenzen im Personalwesen

Joyce Martin hat schon 2001 in Ihrem Buch aufgezeigt, wie man mit der Multiple Intelligenzen Theorie erfolgreiches Personalmanagement betreiben kann. Viele Arbeitshilfen ermöglichen es dabei, z.B. Stellenbeschreibungen zu optimieren und die Weiterbildung zu verbessern. Viele der Arbeitshilfen habe ich schon erfolgreich eingesetzt. Darüber hinaus wird in den Unternehmen viel über Wissensmanagement und Kompetenzmanagement gesprochen. Bei Rauner (2004): Praktisches Wissen und berufliche Handlungskompetenz finden sich interessante Hinweise darauf: „Mit dem Begriff der multiplen Kompetenz soll in Anlehnung an das Konzept der Multiplen Intelligenz von Howard Gardner dem Stand der Kompetenz- und Wissensforschung Rechnung getragen werden, wonach mehrere relativ autonome Kompetenzen beim Menschen unterschieden werden können, die bei den Individuen – je nach beruflicher Sozialisation und Qualifizierung – höchst verschieden ausgeprägt sein können“ (Rauner 2004:8). „Die Intelligenzforschung, die ihren Niederschlag im Konzept der Multiplen Intelligenz gefunden hat, die Expertiseforschung sowie die Forschung zum Arbeitsprozesswissen legen nahe, den Kompetenzbegriff weiter auszudifferenzieren zu einem Begriff der multiplen Kompetenz. Die Nähe des Gardner’schen Intelligenzbegriffes zum Kompetenzverständnis, wie es sich im Forschungsnetzwerk QUEM herausgeschält hat, erlaubt, in einer ersten Näherung die von Gardner identifizierten grundlegenden Fähigkeiten (Intelligenzen) zur Begründung eines multiplen Kompetenzbegriffes heranzuziehen“ (Rauner 2004:11). Es erscheint daher immer wichtiger, sich mit der Multiple Intelligenzen Theorie im Personalwesen auseinanderzusetzen.

Multiple Intelligenzen und Intellektuelles Kapital

Den Zusammenhang hat Andriessen, D. (2005): On the metaphorical nature of intellectual capital: A textual analysis deutlich gemacht (Seite 13): „This latter view also seems to be more in line with the idea promoted by many authors (Roos, 1997; Edvinsson and Malone, 1997; Bontis, 2001) that intellectual capital is more than knowledge. Intellectual capital includes human capital, structural capital, and relational capital. We can say that each of these categories of capital result from the intellectual activities of human beings, providing that we do not limit the meaning of the term ‘intellectual’ to left-side-of-the-brain (logical-mathematical) capabilities but instead adopt a wider view and include linguistic, musical, spatial, bodily-kinesthetic, intra-personal and interpersonal intelligences (Gardner, 1993). This leads to the idea that the word ‘intellectual’ refers to the origins of the capital and is not a metaphor and to the, albeit tentative, conclusion that the concept of intellectual capital is based on two (and not three) metaphors: KNOWLEDGE AS A RESOURCE and KNOWLEDGE AS CAPITAL.“

Weitere Informationen finden Sie in der Kategorie Multiple Intelligenzen oder in meinen Veröffentlichungen.

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