Multiple Intelligenzen und IQ

Multiple Intelligenzen und der Intelligenz Quotient (IQ)

multiple-intelligenzen-300Um das Jahr 1900, als Alfred Binet den ersten „Intelligenztest“ entwickelte, der den IQ messen sollte, haben sich solche Beurteilungen vornehmlich auf eine sehr begrenzte und beschränkte Definition von „Intelligenz“ konzentriert. Die jüngste Forschung auf dem Gebiet der kognitiven Psychologie zeigt, dass „Intelligenz“ weit gefasster zu verstehen ist und mehr beinhaltet, als bisher erkannt wurde. Einige Forscher haben daher ein erweitertes Modell entwickelt. Zu diesen Forschern zählt auch Howard Gardner. Siehe dazu auch IQ aus der Sicht der Komplexitätsforschung oder die EU-ProjekteMIapp und InPath.

Siebert et al. (2000:48) führen dazu aus: „Howard Gardner ist ein amerikanischer Psychologe, der die Existenz einer allgemeinen geistigen Fähigkeit infrage stellt. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen über verschiedene, voneinander relativ unabhängige kognitive Fähigkeiten verfügen. Gardner entwickelt eine Theorie multipler Intelligenzen. Die Behauptung eines universellen IQ ist nicht nur wissenschaftlich fragwürdig, sondern hat auch zu sozialen Ungerechtigkeiten geführt. In Schulen und Universitäten werden die Leistungen der Intelligenztests überbewertet und andere Fähigkeiten unterbewertet. Zwar sind schriftliche Kompetenzen und logisch-mathematisches Denken lebenswichtig, aber die Intelligenzforschung hat andere Fähigkeiten unterbewertet oder ignoriert. Mit seinem multiplen, vielfältigen Konzept versucht Gardner zusätzliche beruflich relevante alltagspraktische Fähigkeiten zu berücksichtigen“.

Was versteht Howard Gardner unter „Intelligenz“?

Howard Gardner (2002:46-47): „Ich verstehe eine Intelligenz als biopsychologisches Potential zur Verarbeitung von Informationen, das in einem kulturellen Umfeld aktiviert werden kann, um Probleme zu lösen oder geistige oder materielle Güter zu schaffen, die in einer Kultur hohe Wertschätzung genießen“.

Was folgt daraus? Gardner: Das Konstrukt „Intelligenz“ als gemeinsames Merkmal der Spezies Mensch bildet die eine der zentralen Thesen über die menschlichen Intelligenzen, die Annahme individuell geprägter Intelligenzprofile markiert die andere. Aus diesen Gedanken leitet sich unsere entscheidende Aufgabe im neuen Jahrtausend ab: Wir haben erkannt, wie überaus verschieden die Menschen Wissen erwerben und verarbeiten – wird es uns gelingen, diese Unterschiede zum Movens von Lehren und Lernen zu machen? Oder werden wir auch weiterhin pädagogisch-didaktische Einheitsrezepte anbieten, und alle Lernenden über einen Leisten schlagen? …

Gardners Multiple Intelligenzen Theorie wird schon sehr erfolgreich im Bildungssektor eingesetzt. Im Berufsleben findet dieser Ansatz aber erst nach und nach Eingang, obwohl schon immer häufiger darüber gesprochen wird, auch die „Soft-Skills“ zu erfassen und zu bewerten (MI in Bildung und Beruf). Auch das Intellektuelle Kapital (Wissensbilanz – Made in Germany) steht in Verbindung zur Multiple Intelligenzen Theorie (Siehe: Andriessen 2005).

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