Wissen – eine Definition

Was versteht man heute unter „Wissen“?

Die Wissenstreppe

Architectural Team Going over Blueprints„Wissen ist die Kombination von Daten und Informationen unter Einbeziehung von Expertenmeinungen, Fähigkeiten und Erfahrungen, mit dem Ergebnis einer verbesserten Entscheidungsfindung. Wissen kann explizit und/oder implizit, persönlich und/oder kollektiv sein“ (CEN 2004:10). Die (erweiterte) Wissenstreppe stellt die Zusammenhänge anschaulich dar.

Wissen ist kontextabhängig

„Wissen steht nicht allein, sondern bedeutet eine spezifische Qualität, sich mit der Welt in Beziehungen zu setzen (…). Genau das ist mit >kontextspezifisch< gemeint. Welches Wissen taucht für ein Unternehmen der Musikbranche als relevant auf, welches für einen Werkzeugmaschinenbauer? So galt z.B. im Maschinenbau technisches Wissen jahrelang als das wichtigste, und Marketingwissen fristete ein Mauerblümchendasein. Erst mit dem Engerwerden der Märkte erschienen neue Kontexte auf den Bildschirmen der Techniker. Technische Brillanz genügte nicht mehr, nun musste man auch noch stärker auf Kunden eingehen“ (Schmitz/Zucker 1996:35-36). Im Unternehmensumfeld ist Wissen kein Selbstzweck, sondern orientiert sich an den Geschäftsprozessen.

Wissen und Lernen

Lernen ist der Prozess und Wissen das Ergebnis (Willke 1998). Die konstruktivistische Lerntheorie (Konstruktivismus) besagt, dass Wissen durch eine interne subjektive Konstruktion von Ideen und Konzepten entsteht. Bewegt man sich also nur im LERNFELD (Vertikaler Transfer), so fällt es den Mitarbeitern oft schwer, das Gelernte in das ARBEITSFELD (Horizontaler Transfer) zu übertragen. Dabei wird betont, dass die konkrete Lernsituation bei der Wissenskonstruktion eine zentrale Rolle spielt (Wissen ist situiert). Will man also im Unternehmen „Wissen managen“ macht es Sinn, sich mit individuellen Lernprozessen auseinander zu setzen – leider kaufen immer noch viele Unternehmen lieber Informationssysteme, die das Etikett „Wissensmanagement“ tragen. Wohl gemerkt: Informationen sind notwendig, aber nicht hinreichend.

Wissensarten

Es gibt eine Fülle von Wissensarten. Die wichtigsten sind: implizites/explizites Wissen, individuelles/orgnisationales Wissen, Sachwissen/Handlungswissen, Prozesswissen, Kundenwissen, usw.. Gerade der Hinweis auf implizites Wissen deutet darauf hin, ein Organisationen nicht als informationsverarbeitende Maschine, sondern als lebendes System zu begreifen. An dieser Stelle kann allerdings nicht auf alle Wissensarten differenziert eingegangen werden.

Wissensarbeit

Es gilt herauszufinden, welche Arbeit in Organisationen wissensbasiert ist. Die Analyse kann mit verschiedenen Hilfsmitteln erfolgen (Blogbeitrag).

Wissensmanager

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CC BY 4.0
Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung 4.0 international.

4 Gedanken zu „Wissen – eine Definition

  1. Barbara Kürbi

    Sehr geehrter Herr Dr. Freund,
    Ich würde gern Ihre Definition von „Wissen“, veröffentlicht unter
    „http://www.robertfreund.de/blog/wissen/wissen-eine-definition/“,
    in meiner Dissertation zitieren.
    Können Sie mir bitte das Jahr, in dem Sie diese Definition erstellt haben, nennen, eine evtl. Veröffentlichung in einem Buch und evtl. noch ein paar Daten zu Ihnen selbst? Das wäre sehr freundlich.
    Im Voraus besten Dank.
    Mit freundlichen Grüßen
    Barbara Kürbi

    Antworten
  2. Rosa

    Sehr geehrter Herr Dr. Freund,

    Ich habe versucht, Ihr Zitat (CEN 2004:10) zu „entschlüsseln“, jedoch bleib ich erfolglos. Handelt es sich hier um ein Buch?

    Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,

    Rosa

    Antworten

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