
Die heutige Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) scheint ein modernes, ressourcenschonendes Konzept zu sein, dass sich in den 1960er Jahren bis heute weit verbreitet hat.
Der Kreislauf-Gedanke ist allerdings schon viel früher entstanden. Giordano Bruno hat beispielsweise mit seinem „alles kreist“ – Gedanken schon im 16. Jahrhundert an einem Baum-Beispiel verdeutlicht, wie sich alles wie bei einem Kreis immer wieder schließt und wieder beginnt.
Giordano Bruno: Werke, Bd. 3: De la causa, principio, et uno. Über die Ursache, das Prinzip und das Eine (1584), italienisch-deutsch, übersetzt, kommentiert und herausgegeben von Thomas Leinkauf, Hamburg: Felix Meiner 2007, S. 111.
Den Hinweis habe ich in dem Beitrag von Marie-Louise Heuser gefunden: Heuser, M.-L. (2026): Autopoiese und Synergetik. Konzepte der Selbstorganisation. In: Petzer, T.; Steiner, S. (Hrsg.) (2016): Synergie. Kultur- und Wissenschaftsgeschichte einer Denkfigur.
Interessant dabei ist weiterhin, dass die Autorin eine Linie zur modernen Selbstorganisation aufzeigt: „Wie an diesem Zitat ersichtlich wird, denkt Bruno die Selbstgestaltung des Baumes als eine zirkuläre Selbstorganisation“ (ebd.).
Es ist manchmal erstaunlich, dass sich vor Jahrhunderten entstandene Gedanken in heutigen scheinbar modernen Management-Konzepten wiederfinden. Es lohnt sich, solche Trends zu hinterfragen. Manchmal sind es einfach nur Marketing-Trends mit einem entsprechenden Storytelling.
Das soll natürlich nicht bedeuten, dass die oben angesprochene Circular Economy (Kreislaufwirtschaft) unwichtig ist – im Gegenteil. Es geht mir darum, den Bezug zu schon vorhandenen Gedanken immer wieder einmal aktiv zu suchen und auch bewusst herzustellen – am besten natürlich mit Quellenangaben.












