Digitale Souveränität – auch mit Open Source Hardware

https://oshwa.org/

Wenn es um Open Source geht, denken wir meistens an Open Source Software (OSS), die in vielen Anwendungen zu finden sind – auch in der Robotik. Es leuchtet ein, dass gerade Open Source AI (Open Source Künstliche Intelligenz) auch für die komplexen Steuerungen von kleinen und größeren Robotern verwendet wird.

Parallel dazu gibt es eine Entwicklung, die gar nicht so im Fokus zu stehen scheint. Es ist der weltweite Trend, auch Open Source Hardware zu entwickeln. Die Open Source Hardware Association (OSHWA) hat dazu aktuell 3.369 Projekte zertifiziert (Abbildung). Was versteht die Non-Profit Organisation unter Open Source Hardware?

„Open source hardware is hardware whose design is made publicly available so that anyone can study, modify, distribute, make, and sell the design or hardware based on that design. The hardware’s source, the design from which it is made, is available in the preferred format for making modifications to it“ (OSHWA).

Dieses Verfügbarmachen von Hardware für alle ist eine Grundidee von offenen Systemen, in denen man sich einbringen kann, deren Ergebnisse man auch einfach nur nutzen kann. Es ist erstaunlich wie viele Menschen sich dafür engagieren, und in diesem Sinne auch sozial handeln.

Natürlich gibt es nicht nur die OSHWA, sondern noch weitere Organisationen, die Open Source Hardware fördern.

„However, with the rise of open source chip design initiatives such as the OpenHW Foundation, the FOSSi Foundation lowRISC, the Chips Alliance, the Beijing Institute of Open Source Chip, or the PULP Platform, new opportunities have emerged to make hardware development more accessible and competitive“ (Wallentowitz and Wohlrab (2026): Open Source and the New Regulations on Hardware, in Eclipse Foundation, 2026).

Zusammen mit den Entwicklungen bei Open Source Software stellen die Aktivitäten bei Open Source Hardware dazu bei, Digitale Souveränität auf mehreren Ebenen zu erreichen. Ich bin gespannt, was die jeweiligen Communities in den kommenden Jahren noch entwickeln werden.

Open Source AI: Wie kann ich einen einfachen Workflow in der Langflow App anlegen?

In der eigenen Langflow App angelgter einfacher Workflow

In dem Blogbeitrag Open Source AI: Ministral 3B auf dem eigenen Laptop nutzen hatte ich gezeigt, wie man mit Hilfe der Ollama App, Open Source KI-Modelle (oder Open Weight KI-Modelle) auf dem eigenen Laptop installieren und nutzen kann. Da es in der Zwischenzeit viele kleine und leistungsstarke KI-Modelle (SLM: Small Language Models gibt), ist dieser Ansatz gerade für Kleinstunternehmen wirtschaftlich interessant.

Wenn es im nächsten Schritt darum geht, solche Modelle in eigene KI-Agenten einzubinden, bietet sich die auf dem eigenen Laptop installierte Langflow App an – eine Alternative ist LM Studio. Die Ollama App und die Langflow App sind natürlich Open Source.

In der Abbildung oben ist ein einfacher Workflow mit den Knoten Chat Input, Language Model und Chat Output dargestellt (rot umrahmt). Diese Knoten konnte ich per Drag & Drop in die Arbeitsfläche ziehen. Dabei wird farbig angezeigt, welche Verknüpfungen möglich sind.

Bei dem Language Model habe ich in der auf meinem Laptop installierten Ollama App ein Modell ausgesucht – in meinem Fall ist es Qwen 2.5. Es stehen hier alle in der Ollama App installierten KI-Modelle zur Verfügung. Wir testen mit geeigneten Open Weight, bzw. Open Source Modellen. Siehe dazu auch Open Source AI: Ministral 3B auf dem eigenen Laptop nutzen.

Diesen kleinen Workflow kann ich anschließend im Playground (Button rechts oben) testen. Als Chat Input habe ich dort eine Frage zu Eric von Hippel gestellt, die dann mit dem hinterlegten KI-Modell schnell beantwortet wurde – obwohl ich dazu einen relativ alten Laptop genutzt habe. Die folgende Abbildung zeigt das gute Ergebnis im Playground.

Ergebnis im Playground

Es ist also mit Ollama App und der Langflow App auf dem eigenen Laptop möglich, kleine KI-Modelle (Open Source, Open Weight) zu nutzen, und sogar kleine Workflows abzubilden. Dabei bleiben alle generierten Daten auf meinem Laptop. Das ist besonders wichtig, wenn ich nicht nur einen einfachen Workflow, abbilden, sondern KI-Agenten entwickeln möchte, die bei der Bearbeitung auch eigene Daten aus unserer Nextcloud mit berücksichtigen sollen – ganz im Sinne einer Digitalen Souveränität.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in einem Paper ein.

Die Bedeutung von Kleinstunternehmen in Deutschland: 85 Prozent der Betriebe in Deutschland haben bis zu neun Beschäftigte

Image by kazuharu kondo from Pixabay

In der Medienlandschaft geht es meistens um die großen Konzerne. Im Geschäftsbericht 2025 von VW ist beispielsweise zu lesen, dass der Konzern zum Ende des Jahres 2025 weltweit rund 662.942 Mitarbeiter (einschließlich der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen) beschäftigte. Davon arbeiten etwa 284.000 Beschäftigte in Deutschland. Für jede Privatperson sind das sehr große Zahlen, und man kann sich vorstellen, welchen Einfluss der Konzern in der deutschen und europäischen Politik hat.

Die vielen Kleinstunternehmen in Deutschland gehen in den Medien oft unter. Wen interessieren schon ein Kleinstunternehmen mit 2-3 Mitarbeiter? Wenn diese Unternehmen einen Mitarbeiter entlassen, ist das keine Schlagzeile wert. Schauen wir uns die Zahlen dazu an wird deutlich, dass das eine verzerrte Wahrnehmung ist.

„Die Kleinstunternehmen spielen eine zentrale Rolle in der Volkswirtschaft: 85 Prozent der Betriebe in Deutschland haben bis zu neun Beschäftigte. Sie beschäftigen rund neun Millionen Menschen und erwirtschaften nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 11,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts“ (Schmoll, A. (2026): Kleinunternehmen setzen verstärkt KI ein, Golem vom 18.08.2026).

Stellen Sie sich einmal vor, die Rahmenbedingungen für die Kleinstunternehmen würden sich in Deutschland verbessern und ein kleiner Teil der Unternehmen würden Mitarbeiter einstellen. Das wären – konservativ geschätzt – mehrere Hunderttausend neue Arbeitsplätze. Auf einmal sind das wieder sehr große Zahlen – auch im Vergleich mit den Konzernen.

Der Fokus auf die großen Konzerne ist aus der Industriegesellschaft vor über 100 Jahren entstanden. In den USA hatten beispielsweise Ende des 19. Jahrhunderts nur wenige Unternehmen einige hundert Mitarbeiter.

„Consider: in 1890 the average company in the United States had four employees, and few had more than a couple of hundred workers“ (Hamel, 2007 The Future of Management).

In der heute auf vielen Ebenen vernetzten Gesellschaft, sind es eher die in selbstorganisierten Netzwerken arbeitenden kleinen Einheiten (Kleinstunternehmen), die sich schnell an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen, und viele Arbeitsplätze schaffen können – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Siehe dazu auch Free Innovation: Was wäre, wenn wir Innovationen stärker Bottom-Up denken und fördern würden?

Verantwortungsvolle Künstliche Intelligenz – Responsible AI (RAI)

AI (Artificial intelligence) AI management and support technology in the Business plan marketing success customer. AI management concept.

Die aktuellen Meldungen zu den Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz sind einerseits beeindruckend, und andererseits bedenklich. Bedenklich, weil es KI-Agenten der großen Tech-Unternehmen gelungen sein soll, selbstorganisiert andere Unternehmen zu hacken. Siehe dazu auch KI-Agenten: Agents of Chaos?

Das hat sogar OpenAI dazu gebracht, vorsichtiger mit den neuen Anwendungen umzugehen. Dabei geht es dem Unternehmen auch darum, Risiken von Schadensersatzklagen zu minimieren.

Was ist allerdings mit den gesellschaftlichen Schäden die solche nicht gut getesteten KI-Anwendungen anrichten? Werden solche technologischen Entwicklungen einfach der Gesellschaft überlassen? Das sollten wir nicht zulassen.

Es wundert daher nicht, dass es immer mehr Stimmen gibt, die in diesem Sinne eine verantwortliche Künstliche Intelligenz – Responsible AI (RAI) – auf allen gesellschaftlichen Ebenen einfordern. Ein Beispiel für solche Entwicklungen ist in einer aktuellen Veröffentlichung der OECD  (Organisation for Economic Co-operation and Development) zu finden:

„AI development has the potential to transform society in ways comparable to the industrial revolution or the advent of the internet. AI represents not merely an incremental advance but a transformative technology with the capacity to enhance productivity, create economic value, and solve complex challenges across a variety of sectors such as healthcare, manufacturing, logistics, and public administration. To harness this positive potential, the OECD sets out a balanced approach to responsible AI that enhances the opportunities of AI and establishes conditions for AI to be more profitable, innovative and competitive, while addressing risks of adverse impacts“ (OECD (2026) OECD Due Diligence Guidance for Responsible AI).

Verantwortlich mit Künstlicher Intelligenz umzugehen bedeutet somit, die Chancen und Risiken auszubalancieren. Die Entwicklungen in der Europäischen Union gehen in diese Richtung und sind in der Zwischenzeit zum Vorbild vieler anderer Nationen geworden. Siehe dazu auch Bris, A. (2025): SuperEurope: The Unexpected Hero of the 21st Century.

Open Source AI: Ministral 3B auf dem eigenen Laptop nutzen

Screenshot von meiner Ollama App, die auf Ministral 3B als Open Source Ki-Modell zugreift

In verschiedenen Blogbeiträgen hatten wir aufgezeigt, wie in der Nextcloud mit Hilfe von Local AI Open Source KI-Modelle von Mistral AI genutzt werden können. Siehe dazu beispielhaft Digitale Souveränität: Wie kann ein KI-Modell aus LocalAI in den Nextcloud Assistenten eingebunden werden?

Dazu ist es allerdings empfehlenswert, für Local AI nicht den Server zu nutzen, auf dem Nextcloud läuft. Ein weiterer Server ist allerdings gerade für Kleine und Mittlerer Unternehmen (KMU) ein Aufwand, den viele scheuen. Wie kann es also kostengünstiger gehen?

In der Zwischenzeit gibt es von Mistral AI in der Model-Familie Mistral 3 auch das Modell Ministral 3B (inkl. Vergleichstabellen), das mit seiner Leistungsfähigkeit sogar das Modell Mistral 7B übertrifft, weil Ministral 3B sehr kompakt ist und gerade für die Nutzung auf normalen Laptops entwickelt wurde (Edge Computing).

Wie kann man Ministral 3B auf seinem eigenen Laptop nutzen?

(1) Um das Modell bequem zu nutzen, bietet sich die App Ollama an, die Sie zunächst auf Ihrem Laptop installieren.

(2) Nun laden Sie Ministral 3B auf Ihren Laptop herunter. Wenn Sie Windows 11 installiert haben geht das wie folgt: Tastenkombination Windows-Taste + R drücken, cmd in das Textfeld eingeben und mit Enter bestätigen. Mit dem Befehl ollama run ministral-3:3b wird das Modell (3GB) heruntergeladen.

(3) Das KI-Modell können Sie anschließend direkt in der Ollama-Oberfläche in einem Rollfeld auswählen. In der Abbildung sehen das rechts unten mit einem roten Rechteck hervorgehoben.

(4) In meinem Fall habe ich Ministral 3B eine komplexe Frage zu Open User Innovation aus der Perspektive von Eric von Hippel gestellt, die zügig und gut beantwortet wurde.

Die Nutzung eines Open Source KI-Modells (Open Weight Models) auf dem eigenen Laptop bietet für Freelancer oder Kleinen Unternehmen die Möglichkeit, leistungsfähige KI-Modelle auf Ihrer eigenen Infrastruktur ohne zusätzliche Kosten zu nutzen.

Gleichzeitig ist Ministral 3B ein Modell, dass auf dem Open Source Gedanken beruht, europäische KI- und Datenschutz- Standards beachtet und somit einen wichtigen Schritt in Richtung der eigenen Digitalen Souveränität aufzeigt.

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei Paper ein:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

KI-Agenten: Agents of Chaos?

https://agentsofchaos.baulab.info/

Nach den großen KI-Sprachmodellen (LLM: Large Language Models), den kleineren Modellen (SLM: Small Language Models), den Mixed of Experts (MoE) Models sind seit einiger Zeit KI-Agenten im Fokus der Anbieter, Anwender und Forscher.

Nach dem ersten Hype um KI-Agenten mit Aussagen wie „KI Agenten ersetzen Mitarbeiter“ oder „KI-Agenten erhöhen die Produktivität“ usw. ist in der Zwischenzeit eine gewissen Ernüchterung eingetreten.

Ein Grund sind die unbestimmbaren Kosten von KI Agenten (Tokens). Siehe dazu Wirtschaftlichkeit von KI-Agenten: Warum kommt es bei den Token-Kosten oft zu regelrechten Abrechnungsschocks?

Ein weiterer Aspekt ist, dass die KI-Agenten eine Eigendynamik entwickeln, die von den Tech-Konzernen nicht mehr kontrolliert werden kann. Dazu haben Sie sicherlich auch in den einschlägigen Medien die Berichte über KI-Agenten gelesen, die „von sich aus“ andere Unternehmen und Organisationen gehackt haben. Beispielhaft sei hier nur die Meldung von der Tagesschau vom 22.07.2026 genannt: KI von OpenAI steuert eigenständig Hackerangriff – und nein, das ist kein Einzelfall.

Dass Unternehmen so sorglos mit dieser Entwicklung umgehen ist bemerkenswert, denn: Wer trägt den angerichteten Schaden? Möglicherweise entsteht der Schaden auch noch viel später und kann gar nicht mehr auf die Ursache zurückgeführt werden. Die in der Softwarebranche übliche Vorgehensweise, unfertige Software auf den Markt zu bringen und durch die Anwendung der Nutzer zu optimieren, ist im Zusammenhang mit KI-Agenten nicht sehr intelligent.

In der Forschungslandschaft haben schon viele Forscher auf die Tücken von KI-Agenten hingewiesen, doch werden solche Erkenntnisse oftmals von den Tech-Konzernen als störend für das Geschäftsmodell empfunden. Es ist allerdings die Aufgabe von Forschern, ohne Rücksicht auf die ohnehin einseitigen wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen, auf wichtige Erkenntnisse hinzuweisen.

Beispielhaft möchte ich dazu die folgende Veröffentlichung nennen. Die Ergebnisse zeigen, wie chaotisch und teilweise gefährlich die Zusammenarbeit der KI-Agenten verlief.

„Observed behaviors include unauthorized compliance with non-owners, disclosure of sensitive information, execution of destructive system-level actions, denial-of-service conditions, uncontrolled resource consumption, identity spoofing vulnerabilities, cross-agent propagation of unsafe practices, and partial system takeover“ (Shapira, N. et al. 2026 Agents of Chaos. Available from https://arxiv.org/abs/2602.20021).

Auf Basis guter wissenschaftlicher, transparenter und nachvollziehbarer Arbeit, haben die Forscher auf der dazugehörenden Website (Abbildung) die Vorgehensweise, die verwendeten KI-Agenten und die generierten Daten veröffentlicht. Es kann sich somit jeder ein eigenes Bild von dem Chaos der Agenten machen. Nicht umsonst heißt der Titel der Veröffentlichung und der dazugehörenden Website Agents of Chaos.

Es wäre gut, wenn einzelne Personen, Unternehmen und Öffentliche Verwaltungen nicht blind den Marketingversprechen der Konzerne folgen, sondern auch wissenschaftliche Erkenntnisse in ihre Entscheidungen zu KI einbeziehen würden.

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf solche Zusammenhänge ein:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

KI-System im Mittelstand: Von der Wissensbilanz lernen

In der aktuellen Diskussion um Künstliche Intelligenz kann man den Eindruck gewinnen, dass es fast täglich um neue, technische Möglichkeiten geht. Diese Neuerungen bei den Anwendungen sind allerdings so schnell, dass sie kaum noch in die Organisationsprozesse eingebunden, und von Mitarbeitern aufgenommen werden können.

Die Priorisierung von Technologie (T) im Vergleich zur Organisation (O) oder auch zu den Menschen (M) kann als TOM-Modell bezeichnet werden, in dem es zu einer asymmetrischen Beschleunigungssituation kommt, die gerade für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU), mit traditionell relativ wenig Ressourcen, gefährlich werden kann. KMU werden in diesem Modell zu getriebenen der Technologie und der KI-Modelle der Marktführer.

Eine ähnliche Entwicklung hatten wir schon einmal im Wissensmanagement, das auch zunächst vom TOM-Modell ausgegangen war. Mit dem besseren Verständnis von „Wissen“ – insbesondere die wichtige Rolle des impliziten Wissen – veränderte sich der Blick auf den Umgang mit Wissen. Das TOM-Modell wurde zum MOT-Modell mit dem Menschen (M) am Beginn von Überlegungen, der Organisation (O) und der Technologie (T). Allerdings war das nicht unbedingt als Reihenfolge zu verstehen, da ja alles mit allem zusammenhängt.

Letztendlich führten die Überlegungen zu der Erkenntnis, dass es sich beim Wissensmanagement eher um ein Wissenssystem handelt, in dem alles miteinander verbunden ist, und somit ein komplexes Wirkungsnetz entsteht. Darin gibt es Elemente, die sich gegenseitig selbst verstärken und auf den Erfolg der Organisation wirken (Generatoren).

Prinzipieller Aufbau eines Wirkungsnetzes ( In Anlehnung an Schels/Seidel, 2020)

Übertragen auf die Entwicklungen bei Künstlicher Intelligenz sollte ein Kleines und Mittleres Unternehmen (KMU) wie folgt vorgehen, um sein eigenes KI-System sinnvoll zu entwicklen:

Geschäftsprozesse beschreiben (max. 3)

Mensch: Kompetenzen in Bezug auf Künstliche Intelligenz definieren (3-5)

Organisation: Rahmenbedingungen beschreiben (3-5)

Technik: In Bezug auf Künstliche Intelligenz festlegen (3-5)

Stellen Sie nun alle 12 (mindestens) Einflussfaktoren miteinander in Beziehung und bewerten Sie möglichst im Team, wie stark der eine Einflussfaktor auf einen anderen Einflussfaktor wirkt (0, 1, 2, 3). Abschließend addieren Sie die Werte je Zeile (Aktivsumme) und in den Spalten (Passivsumme). Ein hoher Wert bei der Aktivsumme bedeutet, dass dieser Einflussfaktor stark auf das gesamte KI-System wirkt. Ein hoher Wert bei der Passivsumme bedeutet, dass das KI-System stark auf diesen Einflussfaktor wirkt. Abschließend wäre es noch möglich, Generatoren im System aufzuspüren, um sich mit den abzuleitenden Maßnahmen darauf zu konzentrieren.

Die Entscheidung für den Einsatz von KI und die Auswahl geeigneter Anwendungen sind für jedes einzelne KMU höchst individuell (Mittelstand Digital Focus Mensch, 2026).

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in einem Paper ein.

KI-Modelle: Kategorien im Vergleich

UN (2026) Preliminary Report of the Independent International Scientific Panel on AI
https://www.un.org/independent-international-scientific-panel-ai/en/preliminary-report

In dem Beitrag Das Kontinuum zwischen Closed Source AI und Open Source AI hatte ich darauf hingewiesen, dass es zwischen den Polen Closed Source AI (Proprietary Models) und Open Source AI ein Kontinuum gibt. In der Abbildung ist dazu beispielhaft die Kategorie Open Weight AI Models positioniert.

Alleine der Vergleich dieser drei Kategorien zeigt, dass Open Source Models im Vergleich zu den dominierenden Proprietary Models und Open Weight Models erhebliche Vorteile haben. Es wundert daher nicht, dass in den letzten Jahren ein deutlicher Trend zu Open Source AI Models zu erkennen ist. Dominiert wird der Markt allerdings (noch) von den KI-Modellen, die von großen Unternehmen entwickelt wurden.

„Business-led development. The development of frontier, general-purpose AI models is dominated by a small number of private firms with massive computing resources. In 2025, 91% of notable AI models originated from the private sector. Consequently, many decisions about training data, safeguards, deployment thresholds, model access and capability release sit inside private firms“ (UN 2026).

Interessant an der Abbildung oben ist, dass noch eine weitere Spalte zu erkennen ist: Open Development AI Models. Diese Kategorie ist (noch) sehr selten, obwohl gerade dieser Ansatz die größten gesellschaftlichen Vorteile verspricht. In Europa haben wir in dieser Richtung mit EuroLLM, Teuken 7B oder auf SOOFI vielversprechende Entwicklungen. Siehe dazu auch Open Street Map: Europäische Open Source KI Modelle in den jeweiligen Landessprachen.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, 16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei meiner Paper ein.

MISSION KI: Wie vertrauenswürdig sind KI-Modelle?

Abstract structure and delineation of an AI system. Source: Fraunhofer IAIS Assessment Catalogue (2021) (MISSION AI 2025)

Es gibt Millionen von KI-Modellen bei denen manchmal nicht klar ist, ob man ihnen als Privatperson, als Unternehmen oder als Öffentliche Verwaltung trauen kann. Denn: It all starts with trust.

Image by Gerd Altmann from Pixabay

Wenn dem so ist, stellt sich natürlich gleich die Frage, wie Vertrauenswürdigkeit bei KI-Modellen eingeschätzt und bewertet werden kann.

Zunächst einmal muss so eine Vorgehensweise von neutralen Stellen und nicht von den Unternehmen selbst durchgeführt werden. Auch die Kriterien sollten natürlich transparent und offen sein.

Solche Initiativen gibt es seit einigen Jahren auf internationaler und nationaler Ebene. International befasst sich die IEEE 8000.1 Working Group mit der Vertrauenswürdigkeit von Künstlicher Intelligenz. In Deutschland ist es seit 2023 die MISSION AI, die ein entsprechendes Rahmenwerk entwickelt.

„It combines established approaches (VDE SPEC 90012Fraunhofer IAIS Prüfkatalog, Joint Specification for Trustworthy AI Systems) into an integrated assessment framework“ (MISSION KI).

In der Veröffentlichung MISSION KI (2025) Quality Standard for Low-Risk AI (PDF) werden Vorgehensweise, Kriterien usw. auf mehr als 100 Seiten ausführlich erläutert.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, 16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei meiner Paper ein.

Digitale Souveränität in Deutschland: Von der Einstellung zur Umsetzung – eine deutliche Kehrtwende in Zahlen

Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich alles ändern kann. Vor mehreren Jahren, als ich auf Konferenzen die Digitale Abhängigkeit von amerikanischen Tech-Konzernen gerade bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz angesprochen hatte, wurde der Hinweis eher belächelt.

In der Zwischenzeit ist in Europa der Gedanke einer Digitalen Souveränität nicht nur als neue Einstellung angekommen, sondern ist in vielen Bereichen schon zu erkennen, dass die Einstellung in Handlungen umgesetzt werden. Das ist nicht eine von mir formulierte Wunschvorstellung, sondern kann in der Zwischenzeit durch aktuelle Zahlen bestätigt werden.

„Digitale Souveränität wandelt sich innerhalb eines Jahres von einer Frage der Einstellung zu einer Frage der Umsetzung. Fast doppelt so viele Unternehmen in Deutschland befinden sich 2026 aktiv in der Einführung europäischer Software-Lösungen: 39,7 Prozent gegenüber 20,4 Prozent im Vorjahr. Der Anteil derer, die einen Wechsel innerhalb der nächsten sechs Monate planen, steigt von 3,9 Prozent auf 20,4 Prozent um über 400 Prozent. Gleichzeitig bricht der Anteil der Entscheider, die keine europäische Software einführen wollen, von 47,7 auf 4,6 Prozent fast komplett ein. Die Zahl der Unentschlossenen sinkt von 17,4 auf 3,9 Prozent. Eine klare Kehrtwende“  MYRA Security GmbH (2026) Unchartered Waters. State of Digital Sovereignty 2026 (PDF).

Siehe dazu auch  Open Street Map: Europäische Open Source KI Modelle in den jeweiligen Landessprachen und Skill shortage: Es fehlen Kompetenzen zu Open Source Software und Open Source Hardware.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, 16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei meiner Paper ein.