„McKinsey just killed Agile“ – eine interessante Perspektive

Source: Montagne, J. McKinsey just killed Agile,, 26.12.2025

In der Softwareentwicklung war es schon früh klar, dass Projekte mit unklaren Anforderungen anders abgewickelt werden müssen, als gut planbare Projekte. Aus diesen Überlegungen heraus hat sich das Agile Manifest ergeben, und haben sich verschiedene Vorgehensmodelle entwickelt, wie z.B. KANBAN in der IT, Scrum oder auch Design Thinking.

Es wundert weiterhin nicht, dass Künstliche Intelligenz rasch in der Softwareentwicklung – z.B. auch im Scrum Framework – angewendet wurde, und auch noch wird. An dieser Stelle wird klar, dass bestehende Prozesse mit KI effizienter durchgeführt werden sollen. In dem Beitrag von Montagne (2025) wird in Bezug auf eine McKinsey-Studie erwähnt, dass durch diese Vorgehensweise durchaus Produktivitätsvorteile in Höhe von 10-15% erzielt werden können.

„Old Model (Standard Agile + AI): ~10-15% productivity gain“ (ebd.).

Demgegenüber weist Montagne allerdings auch darauf hin, dass durch eine andere Vorgehensweise – also ohne das Scrum Framework – plus KI ganz andere Produktivitätsvorteile erzielt werden können.

„New Model (Small Pods + Agentic Workflows): Transformational gains (500%+)“ (ebd.).

Die Abbildung weiter oben zeigt in der Gegenüberstellung die immensen Vorteile einer Vorgehensweise, die sich von Scrum unterscheidet und Agentic AI mit Kiro nutzt.

Es stellt sich natürlich gleich die Frage, ob dieses Learning aus der Softwareentwicklung auch auf andere Bereiche übertragbar ist. Antwort: Ja, das ist es.

In dem Blogbeitrag Warum wird GESCHÄFTSMODELL + AI nicht ausreichen? habe ich die Gründe dafür beschrieben.

NANDA – die Idee eines Open Agentic Web

Nanda Roadmap (Quelle: https://nanda.media.mit.edu/)

Mit KI Agenten (AI Agents) ist es möglich, in der Geschäftswelt vielfältige Prozesse zu optimieren, oder innovative Prozesse, Produkte und Dienstleistungen zu generieren, die bisher aus den verschiedensten Gründen nicht möglich waren. Dazu zählen oftmals nicht verfügbare Daten und die dazugehörenden Kosten.

Auf Basis dieser Entwicklungen können wir in Zukunft immer stärker von einer Agentenbasierten Wirtschaft sprechen – Agentic Economy (Siehe Abbildung). Dabei geht es um die Nutzung von KI-Agenten in Unternehmen oder in ganzen Branchen. Siehe dazu The Agent Company: KI-Agenten können bis zu 30% der realen Aufgaben eines Unternehmens autonom übernehmen oder auch Künstliche Intelligenz lässt Mass Customization in einem anderen Licht erscheinen.

Denken wir etwas weiter, so müssen in Zukunft auch immer stärker KI-Agenten miteinander kommunizieren, also von Agent zu Agent – A2A. Passiert das zwischen sehr vielen Agenten eines Wirtschaftssystems, bzw. einer ganzen Gesellschaft, entsteht so etwas wie eine Agentic Society.

Das Projekt NANDA hat sich in dem Zusammenhang das Ziel gesetzt, diese Entwicklung mit einem Open Agentic Web zu unterstützen:

„Imagine billions of specialized AI agents collaborating across a decentralized architecture. Each performs discrete functions while communicating seamlessly, navigating autonomously, socializing, learning, earning and transacting on our behalf“ (Source).

Das vom MIT initiierte Projekt NANDA arbeitet in Europa u.a. mit der TU München und der ETH Zürich zusammen. Das Ziel ist, alles Open Source basiert zur Verfügung zu stellen..

Ich bin an dieser Stelle immer etwas vorsichtig, da beispielsweise OpenAI auch beim Start das Ziel hatte, KI als Open Source zur Verfügung zu stellen. In der Zwischenzeit wissen wir, dass OpenAI ein Closed Source Model, bzw. ein Open Weights Model ist, und kein Open Source Model. Siehe dazu Das Kontinuum zwischen Closed Source AI und Open Source AI.