Ist die Wissensbilanz auch für die Technische Kommunikation geeignet?

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Eine Schwachstelle des Wissensmanagements war in der Vergangenheit häufig die Evaluation. Dabei geht es einerseits um die harten Controllingaspekte, aber immer stärker auch um die Bewertung der immateriellen Dimensionen. Schwierig ist dieser Punkt deshalb, da die klassische industrielle Bilanzierung z.B. Wissensträger wie Mitarbeiter immer noch als banale Kosten führt usw.

Weiterhin ist es für viele Organisationen schwierig, die Vernetzung von allen Wissensaktivitäten, also das gesamte Wissenssystem, zu steuern. Als Moderator Wissensbilanz – Made in Germany konnte ich letzten Jahren sehen, wie die Wissensbilanz in den unterschiedlichsten Branchen genutzt wurde und immer noch wird. Ein Paradebeispiel dafür ist das Unternehmen domino-world, das in 2020/2021 schon die 9. Wissensbilanz erstellt hat. Natürlich gibt es auch in allen anderen Branchen Unternehmen, die dieses Instrument einsetzen.

Für mich neu war, allerdings die Frage, ob die Wissensbilanz – Made in Germany auch im Bereich der Technischen Dokumentation genutzt werden kann. Diese Frage hat Jörg Michael 2013 in seiner Masterarbeit Systematisch-methodische Wissensevaluation
als Beitrag zur Organisationsentwicklung in der Technischen Kommunikation
genauer untersucht. Es freut mich sehr, dass mir die Arbeit zur Verfügung gestellt wurde. Zunächst ist zu klären, was unter Technischer Kommunikation zu verstehen ist.

„Technische Kommunikation umfasst das Aufbereiten, Erstellen und Verbreiten von technischen Informationen in unterschiedlichen Medien. Dabei geht es sowohl um unternehmensinterne Informations- und Kommunikationsprozesse als auch um externe Technische Dokumentation, die produktbegleitend für unterschiedliche Zielgruppen erstellt wird. Technische Redakteure steuern diese Kommunikationsprozesse. Technische Kommunikation wird zunehmend komplexer und vernetzter“ Donau-Universität Krenz (2013), zitiert in Michael (2013:7).

Jörg Michael hat in seiner Veröffentlichung herausgearbeitet, dass die Wissensbilanz – Made in Germany durchaus sinnvoll für die Domäne der Technischen Kommunikation eingesetzt und genutzt werden kann.

Die strategische Controllingmethode „Wissensbilanz – Made in Germany“ kann somitauch in der Technischen Kommunikation gut geeignet sein, um mittels nicht-kennzahlenbasierter Wissensevaluation jene zukünftigen Organisationsentwicklungsprojekte zu identifizieren und zu priorisieren, mit denen ein höherer Reifegrad bezüglich wissensorientierter Unternehmensführung erreicht und etabliert werden kann (Michael 2013:53)

Kann die Performance von Open Innovation bestimmt werden?

measuring-open-innovationOpen Innovation ist in aller Munde, doch stellt sich dabei auch die Frage, was Open Innovation der Organisation “bringt”, denn Manager wollen alles Messen können, bzw. alles meßbar machen. Der Artikel Erkens/Wosch/Piller/Lüttgens (2014): Measuring Open Innovation (Performance, Volume 6, Issue 2, May 2014) stellt einen entsprechenden Rahmen vor:

Even experienced managers still go blank when asked how to assess, control and measure the performance of open innovation (OI) activities. To address this, we will discuss a general framework for an OI performance measurement system and present a metrics-based management toolkit that provides a suite of KPIs for a specific set of OI methods.

Ich frage mich hier, warum der Begriff Intellectual Capital nicht vorkommt… Siehe dazu auch Controlling für Open Innovation, If you cannot measure it, you can not manage it.

RKW-Faktenblatt zu Innovationserfolg

lean-innovationDas RKW-Faktenblatt 06/2013 Trillig, E.; Blaeser-Benfer, A. (2013): Erfolgsfaktoren im Innovationsmanagement von kleinen und mittleren Unternehmen gehen die Autoren auf den klassischen Innovationsprozess ein (Closed Innovation) und stellen die dazu geeigneten Erfolgsfaktoren nach Hauschildt (2007) dar: Technischer, ökonomischer und sonstiger Nutzen. Darüber hinaus gibt es allerdings auch noch die Möglichkeit, den Innovationsprozess als komplexe Suchbewegung zu betrachten und den Innovationsprozess stärker zu öffnen (Open Innovation). Dieses Controlling für Open Innovation gibt es schon. Es wäre schön gewesen, wenn die Autoren auch darauf hingewiesen hätten. Immerhin heisst die Überschrift des Artikels “Erfolgfaktoren im Innovationsmanagement” – dazu gehört heute auch immer stärker Open Innovation, und Open User Innovation. In dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Innovationsmanager/in (IHK) gehe ich auch auf diese Aspekte des Innovationsmanagements ein. Der nächste Lehrgang wird von der IHK Köln vom 11.03.-15.04.2014 angeboten. Siehe dazu auch Termine.

Elisabeth Trillig, Dr. Andreas Blaeser-Benfer

Controlling für Open Innovation: Welche Möglichkeiten gibt es jetzt schon und welche Fragen sind noch offen?

Controlling für eher geschlossene Innovationsprozesse (Closed Innovation) sind in vielen Unternehmen vorhanden. Die stetige Öffnung des Innovationsprozesses (Kooperationen, Allianzen, Cluster, Crowdsourcing und Open Innovation) stellt das Controlling vor neue Aufgaben. Erste Ansätze eines “Open-Innovation-Performance-Measurements” werden in dem Paper Hilgers, D.; Piller, F. (2009): Controlling im Open Innovation -Theoretische Grundlagen und praktische Konsequenzen (PDF) dargestellt. Es wird in dem Beitrag allerdings auch deutlich, dass noch viele Fragen zu klären sind. Dennoch: Der Trend zu Open Innovation (Entgrenzung des Innovationsprozesses) wird auch das Controlling verändern (entgrenzen?). Siehe dazu auch Controlling Open Innovation.

Controlling Open Innovation

Man merkt an vielen kleinen und großen Meldungen, dass Open Innovation immer mehr Bereiche berührt. Jetzt auch die Controller: “Im Kontext der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über den Projektträger DLR geförderten Fokusgruppe ´Management offener Innovationsprozesse´ im Förderschwerpunkt ´Innovationsstrategien jenseits traditionellen Managements´ ist ein Themenheft Zeitschrift Controlling für das Heft 2/2011 geplant mit dem Thema ´Controlling Open Innovation´.” In dem Call for Paper erfahren Sie, dass die Einreichungsfrist am 31.07.2010 endet. Ich bin gespannt, welche Beiträge dann veröffentlicht werden. Es lohnt sich in der Zwischenzeit, sich die Website Management offener Innovationsprozesse anzusehen, die seit dem 05.10.2009 online ist. Auf der Projektseite finden Sie Hinweise auf ercht interessante Themen, die von der Projektgruppe bearbeitet werden. Siehe dazu auch Symposium on Support for Open Innovation Processes, 07.12.2009, Mühlheim/Ruhr. Ich hätte mir natürlich auch einen Hinweis auf die bisherigen Weltkonferenzen zu Mass Customization and Open innovation gewünscht, bei denen es in der letzten Zeit vertärkt um die Möglichkeiten von Open Innovation gegangen ist. Siehe dazu auch meinen Vortrag auf der letzten Weltkonfernz MCPC2009 in Helsinki (Veröffentlichungen).