Personas sind für Personalization ungeeignet

Personas sind (nach IREB-Glossar) „fictional characters created to represent the different user types that might use a site, brand, or product in a similar way.“ Die Verwendung von Personas gerade im Agilen Projektmanagement zur Ableitung der Anforderungen und zur Formulierung und Bewertung von User Stories ist populär. Dabei hatte ich allerdings auch schon in einem früheren Blogbeitrag auf auf Tücken dieser Vorgehenseise hingewiesen: Die Falle bei den Anforderungen.

Darüber hinaus hatte auch Frank Piller die Verwendung von Personas für die Hybride Wettbewerbsstrategie Mass Customization als nicht geeignet angesehen, da „A “persona of one” is turning the persona idea to its opposite“. Siehe dazu ausführlicher: Ist die Verwendung von Persona das Gegenteil von Mass Customization?

Neben dem Agilen Projektmanagement und Mass Customization haben sich auch Autoren mit Personas in Bezug zum Megatrend Mass Personalization befasst. Auch hier sieht man die Verwendung von Personas kritisch:

„Seit einiger Zeit „menschelt“ es in den Marketingabteilungen verstärkt. Anstelle von unanschaulichen Excel-Files mit ihren Tabellen und Diagrammen werden bei Präsentationen so genannte Personas zum Leben erweckt. Auch User Personas genannt. Einfach ausgedrückt dienen sie dazu, einen Zielkunden darzustellen.

Was Personas sind, darüber gehen die Meinungen in der Fachwelt auseinander. Die einen sprechen von fiktiven, aber realitätsnahen Nutzern, die anderen von prototypischen Kunden ihres Angebots – oder von archetypischen Nutzern. Zwar unterschiedlich bezeichnet, dienen sie einem einheitlichen Zweck: Sie repräsentieren Bedürfnisse einer Zielgruppe und machen es möglich, (mehr oder weniger) fundierte Entscheidungen bei der Entwicklung nutzerfreundlicher Produkte zu treffen. Von Beginn an.

Mass Personalization kann nicht realisiert werden, ohne die individuellen Nutzerbedürfnisse zu berücksichtigen. Die schlechte Nachricht: Personas sind nicht zu 100 Prozent zielführend und helfen bei personalisierten Produkten nicht weiter. Sie bieten nur eine Typisierung der Nutzer für Entwicklungszwecke und keine Personalisierung für die Produktion. Stattdessen wird ein parametrisiertes Profil benötigt, das mit dem individualisierten Fertigungsplan gematcht werden kann“ (Briehm/Dangelmeyer, in Krieg/Groß/Bauernhansl (2024) (Hrsg.)).

Es ist nicht ganz leicht, die feinen Unterschiede zu erkennen und daraus die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Daher ist es wichtig, sich zu informieren, und das aus erster Hand.

Im September 2026 haben Sie dazu auf der 12. MCP 2026 zu Mass Customization und Personalization die Möglichkeit. Die internationale Konferenz findet diesmal in Balatonfüred, Ungarn statt. Sprechen Sie mich bei Fragen bitte direkt an. Als Initiator der Konferenzreihe kann ich Ihnen gerne weitere Informationen geben.

Innovationen machen sich Veränderungen zunutze, die schon stattgefunden haben. Was haben Konferenzen damit zu tun?

In den letzten Jahrzehnten habe ich weltweit an vielen Konferenzen teilgenommen. Beispielhaft möchte ich hier nur die erste Weltkonferenz zu Mass Customization and Personalization MCPC 2001 an der Hong Kong University of Science and Technology (HKUST), die MCPC 2003 in München, die MCPC 2007 am MIT in Boston, die MCPC 2015 in Montreal usw. nennen..

Überall konnte ich sehen, welche Themen die Forscher in ihren Veröffentlichungen vorstellten. Konferenzen sind daher ein vorlaufender Indikator für aktuelle und zukünftige Entwicklungen, auch für Innovationen. Solche Zusammenhänge hat Peter Drucker schon vor vielen Jahren aufgezeigt:

„Es wird allgemein angenommen, dass Innovationen grundsätzlich Veränderungen herbeiführen – doch nur die wenigsten leisten das. Erfolgreiche Innovationen machen sich Veränderungen zunutze, die schon stattgefunden haben. Sie nutzen beispielsweise den Time-lag – in der Wissenschaft macht dieser oft zwanzig bis dreißig Jahre aus – zwischen der Veränderung an sich und deren Auf- und Annahme. Während dieses Zeitraums muss der Nutznießer dieses Wandels kaum, wenn überhaupt, Konkurrenz befürchten“ (Drucker 1996).

Manche Themen wie die Entwicklung und Nutzung von Konfiguratoren im Rahmen der Hybriden Wettbewerbsstrategie Mass Customization, Problemlösungen zur Verschwendung in der Massenproduktion durch Personalisierung, oder die Nutzung von Additive Manufacturing (3D-Druck), usw. wurden in den letzten Jahrzehnten schon auf Konferenzen vorgestellt. Es dauerte dann doch noch viele Jahre, bis die Entwicklungen im Mainstream der Unternehmen ankamen.

Es ist eine Kunst, die auf Konferenzen aufgezeigten Themen und Problemlösungen für die eigene Organisation zum richtigen Zeitpunkt nutzbar zu machen, also als Innovationen anzubieten. Die von Drucker angesprochene Zeitspanne von 20-30 Jahren bietet hier die Möglichkeit, das richtige Timing zu finden. Zu früh mit Innovationen auf den Markt zu gehen, kann genau so negativ sein, wie Innovationen zu spät anzubieten.

Auf der Konferenz MCP 2026 haben Sie im September wieder die Möglichkeit, sich über die Themen (Mass) Customization und Personalization, sowie Open Innovation aus erster Hand zu informieren. Die von mir initiierte Konferenzreihe findet in diesem Jahr das 12. Mal statt, und zwar in Balatonfüred (Ungarn). Wir werden auch dabei sein.

MCP Week 2026 am Balaton in Ungarn

https://mcp-ce.org/

We are delighted to announce and honored to invite you to the Customization and Personalization Week from September 16-19, 2026 in Balatonfured, Hungary as a result of two decades of excellence in research, innovation, and collaboration in the field of mass customization and personalization.    

12th International Conference on Customization and Personalization    
7th Doctoral Students Workshop    
4th Professionals Panels & MEA KULMA Innovation Festival  

For the past 22 years, our conference with accompanying events has been at the forefront of innovation in the fields of customization and personalization. 

We are looking forward to seeing you at Danubius Hotel Marina, Balatonfüred, Hungary!

Website: https://mcp-ce.org/

MCP-CE 2026: 12th International Conference on Customization and Personalization

Screenshot von der Konferenzwebsite https://mcp-ce.org/

Manchmal kann ich es gar nicht glauben: Die MCP-CE – Konferenzreihe findet in 2026 zum 12. Mal statt. Seit 2004 gibt es alle 2 Jahre die Möglichkeit, sich zu den Themen Customization und Personalization auszutauschen.

Die Idee zu der Konferenzreihe hatte ich 2001 auf der ersten Weltkonferenz MCP2001 in Hong Kong, an der ich teilgenommen habe. Damals haben mir viele gesagt, dass das wohl kaum funktionieren würde. Doch gemeinsam mit vielen Kollegen aus verschiedenen Ländern ist es gelungen, die Konferenzreihe zu etablieren. An dieser Stelle: Herzlichen Dank an alle, die uns unterstützt haben.

In 2026 werden wir uns mit den verschiedenen internationalen Kollegen aus Forschung und Wirtschaft in Ungarn treffen. Vom 16.-19.09.2026 finden in Balatonfüred insgesamt drei Events statt:

Die Konferenz mit spannenden Beiträgen und Diskussionen.

Ein Workshop für Doktoranden, der schon zum 7. Mal durchgeführt wird.

Das 4. Ideen-Forum: Man weiß nie, was sich aus den vielen Ideen, die auf der Konferenz ausgetauscht werden, entsteht…

Sprechen Sie mich bitte an, wenn Sie weitere Informationen zur Konferenz benötigen.

KI-Modelle: Von „One Size Fits All“ über Variantenvielfalt in die Komplexitätsfalle?

In letzter Zeit gibt es immer mehr Meldungen, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in allen gesellschaftlichen Bereichen steigt. Doch nicht immer sind KI-Projekte erfolgreich und werden daher eingestellt – was bei neuen Technologien ja nicht ungewöhnlich ist. Siehe dazu beispielsweise Künstliche Intelligenz: 40% der Projekte zu Agentic AI werden wohl bis Ende 2027 eingestellt (Gartner).

Dennoch ist deutlich zu erkennen, dass es immer mehr Anbieter in allen möglichen Segmenten von Künstlicher Intelligenz – auch bei den Language Models – gibt. Wenn man sich alleine die Vielzahl der Modelle bei Hugging Face ansieht: Heute, am17.09.2025, stehen dort 2,092,823 Modelle zur Auswahl, und es werden jede Minute mehr. Das erinnert mich an die Diskussionen auf den verschiedenen (Welt-) Konferenzen zu Mass Customization and Personalization. Warum?

Large Language Models (LLM): One Size Fits All
Wenn es um die bei der Anwendung von Künstlicher Intelligenz (GenAI) verwendeten Trainingsmodellen geht, stellt sich oft die Frage, ob ein großes Modell (LLM: Large Language Model) für alles geeignet ist – ganz im Sinne von “One size fits all”. Diese Einschätzung wird natürlich von den Tech-Unternehmen vertreten, die aktuell mit ihren Closed Source Models das große Geschäft machen, und auch für die Zukunft wittern. Die Argumentation ist, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das jeweilige Large Language Model die noch fehlenden Features bereitstellt – bis hin zur großen Vision AGI: Artificial General Intelligence. Storytelling eben…

Small Language Models (SLM): Variantenvielfalt
In der Zwischenzeit wird immer klarer, dass kleine Modelle (SLM) viel ressourcenschonender, in speziellen Bereichen genauer, und auch wirtschaftlicher sein können. Siehe dazu Künstliche Intelligenz: Vorteile von Small Language Models (SLMs) und Muddu Sudhakar (2024): Small Language Models (SLMs): The Next Frontier for the Enterprise, ForbesLINK.

Komplexitätsfalle
Es wird deutlich, dass es nicht darum geht, noch mehr Möglichkeiten zu schaffen, sondern ein KI-System für eine Organisation passgenau zu etablieren und weiterzuentwickeln. Dabei sind erste Schritte schon zu erkennen: Beispielsweise werden AI-Router vorgeschlagen, die verschiedene Modelle kombinieren – ganz im Sinne eines sehr einfachen Konfigurators. Siehe dazu Künstliche Intelligenz: Mit einem AI Router verschiedene Modelle kombinieren.

Mit Hilfe eines KI-Konfigurators könnte man sich der Komplexitätsfalle entziehen. Ein Konfigurator in einem definierten Lösungsraum (Fixed Solution Space) ist eben das zentrale Element von Mass Customization and Personalization.

Die Lösung könnte also sein, massenhaft individualisierte KI-Modelle und KI-Agents dezentralisiert für die Allgemeinheit zu schaffen. Am besten natürlich alles auf Open Source Basis – Open Source AI – und für alle in Repositories frei verfügbar. Auch dazu gibt es schon erste Ansätze, die sehr interessant sind. Siehe dazu beispielsweise (Mass) Personalized AI Agents für dezentralisierte KI-Modelle.

Genau diese Überlegungen erinnern – wie oben schon angedeutet – an die Hybride Wettbewerbsstrategie Mass Customization and Personalization. Die Entgrenzung des definierten Lösungsraum (Fixed Solution Space) hat dann weiter zu Open Innovation (Chesbrough und Eric von Hippel) geführt.

Ein aufgeklärter „Ich-Begriff“ bedeutet, dass Individuen ihren Einfluss perspektivisch drastisch ausbauen können

Speech bubbles, blank boards and signs held by voters with freedom of democracy and opinion. The review, say and voice of people in public news adds good comments to a diverse group.

Der Trend zur Individualisierung hat eine gesellschaftliche und ökonomische Dimension. Dabei bestimmen neue technologische Möglichkeiten, wie z-B- die Künstliche Intelligenz, deutlich die Richtung der Veränderungen. Technologie war schon in der Vergangenheit immer wieder Treiber für solche Entwicklungen – mit all seinen Risiken und Möglichkeiten.

Dabei ging es in der Vergangenheit beispielsweise im ökonomischen Sinne darum, Produkte und Dienstleistungen immer stärker an das Individuum anzupassen – ganz im Sinne von Customization, Personalization, Mass Customization, Mass Personalization etc. – ganz im Sinne von Unternehmen.

Andererseits bieten neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, Additive Manufacturing (3D-Druck), Robotik usw. auch neue Möglichkeiten für jeden Einzelnen, da die Kosten für diese Technologien teilweise sogar gegen „0“ gehen. Beispiel im Softwarebereich: sind Open Source Projekte, oder im Innovationsbereich die vielen Open Innovation Projekte. Dabei meine ich bewusst den Ansatz von Eric von Hippel „Democratizing Innovation,“ bzw. „Free Innovation“. Siehe dazu auch Künstliche Intelligenz und Open Innovation.

Immer mehr Menschen nutzen die neuen Möglichkeiten und kreieren ihre eignen Bilder, Beiträge, Videos oder eben Produkte und Dienstleistung mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz, Additive Manufacturing (3D-Druck) und Robotik. Dabei geht es den Personen nicht in erster Linie darum, damit geschäftlich aktiv zu sein. Es geht am Anfang oft um das spielerische experimentieren mit den neuen Chancen.

Manche Personen stellen ihre Kreationen anderen zur Verfügung, z.B. auf Plattformen wie Patient Innovation. Alles, um unsere Gesellschaft einfach etwas besser, menschlicher zu machen. Dazu habe ich folgenden Text in einer Veröffentlichung der Initiative2030 gefunden:

„Wir glauben an einen aufgeklärten „Ich-Begriff“, bei dem die ausgiebige Beschäftigung dem Inneren weder das Ego füttern, noch ein um sich selbst kreisen anfeuern muss. In der Logik der Dichotomie der Kontrolle setzen wir uns dafür ein, dass handelnde Individuen ihren Einfluss auf die Dinge, die ihnen am wichtigsten sind, perspektivisch gewaltig ausbauen können. Wenn sie sich dann noch mit anderen zusammentun, können alternative Zukünfte gestaltet werden“ (Initiative2030 (2025): Missionswerkstatt. Das Methodenhandbuch | PDF).

Ich bin auch der Meinung, dass einzelne Personen heute und in Zukunft mit Hilfe der neuen technischen Möglichkeiten, die täglichen und wichtigen Probleme von Menschen lösen können. Alleine und natürlich im Austausch mit anderen. Ob es dazu das oben verlinkte Methodenhandbuch bedarf sei dahingestellt. Dennoch: Für manche ist es gut, einen kleinen Leitfaden zum Thema zu haben.

Dabei steht nicht der Profit im Mittelpunkt, sondern das soziale Miteinander zum Wohle aller.

Von Mass Customization zu Hyper Customization?

Quelle: Frost & Sullivan (2019)

In der Industrie 4.0 ist es möglich, individuelle Produkte und Dienstleistungen zu Preisen herzustellen, die denen der massenhaft produzierten Produkten und Dienstleistungen entsprechen. Ein wesentliches Element bei dieser Hybriden Wettbewerbsstrategie Mass Customization ist hier ein relativ stabiler Lösungsraum, der mit Hilfe von Konfiguratoren erkundet werden kann. Siehe dazu Mass Customization? Was ist das denn?

Wie der Abbildung zu entnehmen ist, gehen Forster & Sullivan davon aus, dass sich diese Entwicklung in einer Industrie 5.0 noch dynamischer entwickeln wird, sodass die Autoren von Hyper Customization sprechen.

„In Industry 5.0, customer aspirations will drive the market interests toward hyper customization. Each individual product will be unique to its intended customer and manufactured accordingly“ (Frost & Sullivan (2019): Industry 5.0 — Bringing Empowered Humans Back to the Shop Floor | Link).

Ich stelle mir dabei allerdings die Frage, ob diese individuellen Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen hergestellt und angeboten werden, oder Hyper Customization nicht auch bedeuten kann, dass User sich die Produkte und Dienstleistungen in Zukunft selbst entwickeln und herstellen….

Ist die Verwendung von Persona das Gegenteil von Mass Customization?

Gerade im Agilen Projektmanagement werden Anforderungen häufig für Persona formuliert. Diese sind nach dem IREB (International Requirements Engineering Board) fiktive Charaktere, mit deren Hilfe Werte für die User geschaffen werden sollen. Dieses Vorgehen erinnert an eine Art Segmentierung aus dem traditionellen Marketing.

Mass Customization auf der anderen Seite ist eine hybride Wettbewerbsstrategie, die individuelle Produkte und Dienstleistungen für jeden Abnehmer – also massenhaft – anbietet, bei Preisen, die denen der massenhaft produzierten Standardprodukten ähneln. Dabei ist der Konfigurator ein wichtiges Element, das passende Produkt in einem Fixed Solution Space (Definierter Lösungsraum) zu erstellen. Die dahinterliegende Idee eines „Market of One“ passt nicht so recht mit der Persona-Idee zusammen. Dazu habe ich folgendes gefunden:

„In many ways, a persona is the opposite of mass customization. It’s more traditional marketing thinking about how to deal with a larger number of segments. A “persona of one” is turning the persona idea to its opposite“ Piller, Frank T. and Euchner, James, Mass Customization in the Age of AI (June 07, 2024). Research-Technology Management, volume 67, issue 4, 2024 [10.1080/08956308.2024.2350919], Available at SSRN: https://ssrn.com/abstract=4887846.

In Zeiten von Künstlicher Intelligenz wird es immer mehr Möglichkeiten geben, Produkte und Dienstleistungen massenhaft zu individualisieren und zu personalisieren. Ob die Verwendung von Persona in solchen eher agil durchzuführenden Projekten dann noch angemessen ist, scheint fraglich zu sein. Siehe dazu auch 

Society 5.0 und Mass Customization

Freund, R. (2009): Kundenindividuelle Massenproduktion (Mass Customization). RKW Kompetenzzentrum, Faktenblatt 5/2009.

Wir sind dabei: 20 Jahre MCP-CE vom 24.-27.09.2024

Individuell, für eine große Anzahl von Personen und kostengünstig weiterbilden? Wie soll das denn gehen?

In der aktuellen Diskussion zur beruflichen Bildung (Weiterbildung) geht es einerseits um die Möglichkeiten der Digitalisierung und andererseits auch um die Unterstützung individueller Lernprozesse im Sinne von Personalisierung. Dass es möglich ist, massenhaft, individuell und kostengünstig weiterzubilden, habe ich im Rahmen meines berufsbegleitenden Studiums zum Experten für neue Lerntechnologien (heute HFU Akademie, Wissenschaftliche Weiterbildung der Hochschule Furtwangen) schon in 2003 untersucht.

In meinem Paper Freund, R. (2003): Mass Customization and Personalization in der beruflichen Bildung (PDF) habe ich zunächst dargestellt, dass es möglich ist, die hybride Wettbewerbsstrategie Mass Customization auf den Bildungsbereich zu übertragen. Es ist möglich, massenhaft und dennoch individuell – zu vertretbaren Kosten – weiterzubilden.

Danach stellte sich gleich die Frage, wie das umgesetzt werden kann. Die klassische Antwort war: Mit Hilfe von Konfiguratoren und Learning Objects. Das ist zwar eine gute Idee, doch lernen nicht die Objekte, sondern die Menschen, eben Subjekte. Meine Überlegungen mündeten letztendlich in dem Vorschlag, die Multiple Intelligenzen Theorie von Howard Gardner zu nutzen.

An dieser Stelle möchte ich weiterhin erwähnen, dass ich diese Gedanken auch auf der Weltkonferenz zu Mass Customization and Personalization MCPC 2003 vorgestellt habe: Freund, R.; Piotrowski, M. (2003): Mass Customization and Personalization in Adult Education and Training. 2nd Worldcongress on Mass Customization and Personalization MCPC2003, Munich, Germany [Download].

MCPC 2017: Die nächste Weltkonferenz findet in Deutschland statt

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Nach 14 Jahren (2003 in München), findet die nächste Weltkonferenz MCPC 2017 wieder einmal in Deutschland, und zwar in Aachen statt. Nach meinem Paper auf der MCPC 2015 in Montréal (Kanada) habe ich auch diesmal vor, ein Abstract einzureichen (Deadline: 01.05.2017). Sollte es angenommen werden, würde ich anschließend ein Paper einreichen, das dann noch einmal reviewed wird. Es wäre toll, wenn ich auch diesmal einen Konferenzbeitrag zur Diskussion um Customization 4.0 beitragen kann. In diesem Blog werde ich Sie über die verschiedenen Phasen vor der Konferenz, und dann natürlich auch über die Konferenz selbst informieren. Die von mir gemachten Erfahrungen auf den verschiedenen Weltkonferenzen seit 2001 (MCPC 2001 an der Hong Kong University of Science and Technology) fließen auch in den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Innovationsmanager (IHK) ein. Informationen zu den Lehrgängen finden Sie auf unserer Lernplattform.