In der nächsten Woche trifft sich die Customization und Personalization Community auf der MCP 2026. Die letzten Konferenzen, die seit 2004 alle 2 Jahre stattfinden, hatten wir an der Technischen Universität Novi Sad (Serbien) durchgeführt. Da die Gesamtsituation an der Universität für Lehrende und für Studenten immer schwieriger wurde, haben wir uns dazu entschlossen, diesmal nach Balatonfüred in Ungarn auszuweichen.
Wie nach allen letzten Konferenzen auch werden wir auch nach der MCP 2026 ausführlich über alle Themen reflektieren. Als Initiator der Konferenzreihe, die in Rzeszow (Polen) in 2004 begann, kann ich mich nur bei allen bedanken, die diese Konferenzreihe schon so lange mit ihrer Teilnahme unterstützen.
Wir (Jutta und ich) freuen uns schon jetzt, die Kollegen und Freunde in der kommenden Woche in Balatonfüred zu treffen. Auf der Konferenz stelle ich zwei Paper vor:
Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs
Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework
In unserem Blog habe ich schon des Öfteren über Green Washing, Open Washing und Sovereignty Washing geschrieben. Doch gibt es auch zu vielen anderen Themen immer wieder Ungenauigkeiten und Plattitüden, die die Personen aufregen, die neue Begriffe oder Konzepte entwickelt und etabliert haben.
In einem Beitrag von B. Joseph Pine II geht es beispielsweise unter anderem um den von Davis formulierten Begriff Mass Customization als Oxymoron, und um das von Pine dazu veröffentlichte Buch, in dem er das Konzept einer hybriden Wettbewerbsstrategie skizziert..
Pine ist der Auffassung, dass CRM (Customer Relationship Management) den Ansatz von Mass Customization bastardisiert hat.
„Mass Customization was coined by the late great Stan Davis in his 1987 book Future Perfect, which is as applicable today as when he wrote it. I read his book while a strategic planner at IBM and after getting it into our plans and strategies spent a year at MIT where I turned my masters’ thesis into my first book, Mass Customization: The New Frontier in Business Competition.
CRM bastardized the concept of Mass Customization
CRM bastardized the concept of Mass Customization, which is about understanding individual customers and giving them exactly what they want. In the hands of consultants and software companies, however, CRM became understanding individual customers to better sell them what has already been produced. Ouch.“(Joe Pine (2026): It´s called bastardization).
Da der Ansatz von Mass Customization and Personalization in so vielfältiger Weise verwässert wurde und wird, sollte man sich möglichst aus erster Hand informieren und keine Sekundär-, Tertiärquellen oder „Erzählungen“ von Beratern nutzen.
Eine sehr gute Möglichkeit bietet sich bei den jeweiligen Konferenzen zu Mass Customization and Personalization.
Die von mir initiierte Konferenzreihe findet seit 2004 alle 2 Jahre statt.
In diesem Jahr, treffen wir uns auf der MCP 2026 vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, Ungarn.
Über Digitale Souveränität habe ich in unserem Blog schon viel geschrieben. Dabei sollte es Ziel sein, die Organisation resilienter gegenüber äußeren Einflüssen zu machen. In der Zwischenzeit stürzen sich die Berater auf das Thema, obwohl sie noch vor kurzer Zeit den Einsatz bekannter, proprietärer Anwendungen „verkauft“ haben – Digital Sovereignty Washing kann man das wohl nennen.
Die Digital Resilience Initiative ist laut eigenen Angaben „eine Non-profit association in the process of registration“ [01.09.2026]. Sie bieten eine offene und strukturierte Methode an, Digitale Resilienz anhand von 8 Dimensionen und 5 Layer zu analysieren. Wie die Abbildung zeigt, werden die Ergebnisse dann anhand von entsprechenden Grafiken angezeigt.
Grundsätzlich finde ich das einen guten Ansatz, doch ist es gerade für Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) oft unklar, an welchen Stellen begonnen werden sollte. Immerhin ist ja, je nach Perspektive, alles wichtig.
Ich favorisiere an dieser Stelle eher ein Wirkungsnetz für das spezifische KI-System der Organisation, das ähnlich wie bei der Wissensbilanz-Toolbox aufgebaut ist. daraus können dann entsprechende Generatoren abgeleitet werden, die die Ressourcen der KMU schonen und trotzdem auf das Geschäftsergebnis ausgerichtet sind. Siehe dazu KI-System im Mittelstand: Von der Wissensbilanz lernen.
Wie so etwas für innovative Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) in Europa in Bezug auf Künstliche Intelligenz aussehen kann, stelle ich in zwei Paper auf der MCP-Konferenz 2026, vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred (Ungarn) vor:
Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs
Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework
Die Internationale Konferenz zu Mass Customization and Personalization, MCP 2026, findet diesmal vom 16.-19.2026 in Balatonfüred, Ungarn statt. Es freut mich sehr, dass die von mir in 2004 initiierte Konferenzreihe alle 2 Jahre stattfindet. Die MCP 2026 ist somit die 12. Konferenz ihrer Art. Auf der MCP 2026 Website finden Sie auch Informationen zu allen vergangenen Konferenzen.
Wie in den bisherigen Konferenzen üblich starten wir mit einem Doktoranden-Workshop, in dem die Teilnehmer von erfahrenen Professoren in Ihren arbeiten unterstützt werden.
Anschließend stellen Teilnehmer ihre eingereichten und bestätigten Paper in kurzen Präsentation und ihre Arbeiten vor. Dabei bleibt auch Zeit für Diskussionen. Ich bin sehr gespannt darauf, welche Fragen und Anregungen zu meinen Themen kommen werden.
Ein weiteres wichtiges Element bei der Konferenz ist das soziale Zusammensein. Dazu haben alle Teilnehmer im Laufe der Tage immer wieder Gelegenheit. Speziell natürlich beim Ice Breaking Cocktail und beim Conference Dinner.
Am Samstag ist noch ein Innovations-Forum geplant, dessen Ablauf aktuell allerdings noch nicht feststeht.
Wir (Jutta und ich) freuen uns schon sehr, die Teilnehmer persönlich in Balatonfüred zu treffen. Es ist auf allen Ebenen sehr bereichernd, sich mit interessanten Menschen auszutauschen.
Es ist bekannt, dass alleine der Bund pro Jahr ca. 500 Millionen Euro alleine an Microsoft-Lizenzen bezahlt. Weniger bekannt ist, dass auf der europäischen Ebene die Beträge sehr viel höher sind, wenn wir digitale Technologien insgesamt betrachten. Es sind sage und schreibe 242 Milliarden Euro, die europäische Organisationen pro Jahr für nicht-europäische Technologien ausgeben. Auf der Seite von EuroCommons sind dazu insgesamt 11 kritische Komponenten genannt.
€264bn spent every year by European organisations on non-European digital technologies.
A call to large European public and private organisations and to open source vendors to join collective working groups — coalitions — to plan, prepare, finance and execute concrete migrations away from proprietary software dependencies. Together. In project mode. With peers facing the same problems.
Es ist natürlich weltfremd, wenn man von heute auf morgen alle technologischen Abhängigkeiten durch europäische Lösungen ersetzen wollte, doch wird seit einiger Zeit mehr umgesetzt, als man es noch vor wenigen Jahren gedacht hat.
Wie wäre es, wenn man auf europäischer Ebene nur 50% der 264 Milliarden Euro, also immerhin 132 Milliarden Euro, in europäische Technologie investieren würde?
Beispielsweise ersetzen immer mehr Open Source Lösungen wie Nextcloud, OnlyOffice usw. die bekannten Microsoft-Produkte und auch auf der Ebene der Künstlichen Intelligenz gibt es sehr viele europäische, ja sogar länderspezifische Open Source KI-Modelle. etc. Siehe dazu auch Open Street Map: Europäische Open Source KI Modelle in den jeweiligen Landessprachen.
Neben der wirtschaftlichen Komponente ist allerdings auch ein möglicher Kill Switch ein bedeutender Treiber für die Entwicklung zur Digitalen Souveränität.
„In der öffentlichen Diskussion ist der „Kill Switch“, also die Einschränkung oder Abschaltung digitaler Dienste für einzelne Personen, Organisationen oder sogar ganze Staaten, ein viel beachtetes Thema. Eine zentrale Rolle spielt dabei US-Präsident Donald Trump, der öffentlich damit gedroht hat, den Zugang zu US-Digitaldiensten, wie denen der Hyperscaler, einzuschränken oder vollständig zu sperren“ (Lünendonk-Studie 2026).
Durch die Nutzung von Open Source Anwendungen im Rahmen europäischer Werte und Normen können neue, innovative Ansätze entstehen, die sich von den chinesischen und US-amerikanischen Vorgehen unterscheiden. Siehe dazu Digitale Souveränität: Europa, USA und China im Vergleich.
Wie so etwas für innovative Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) in Europa in Bezug auf Künstliche Intelligenz aussehen kann, stelle ich in zwei Paper auf der MCP-Konferenz 2026, vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred (Ungarn) vor:
Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs
Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework
Nach den großen KI-Sprachmodellen (LLM: Large Language Models), den kleineren Modellen (SLM: Small Language Models), den Mixed of Experts (MoE) Models sind seit einiger Zeit KI-Agenten im Fokus der Anbieter, Anwender und Forscher.
Nach dem ersten Hype um KI-Agenten mit Aussagen wie „KI Agenten ersetzen Mitarbeiter“ oder „KI-Agenten erhöhen die Produktivität“ usw. ist in der Zwischenzeit eine gewissen Ernüchterung eingetreten.
Ein weiterer Aspekt ist, dass die KI-Agenten eine Eigendynamik entwickeln, die von den Tech-Konzernen nicht mehr kontrolliert werden kann. Dazu haben Sie sicherlich auch in den einschlägigen Medien die Berichte über KI-Agenten gelesen, die „von sich aus“ andere Unternehmen und Organisationen gehackt haben. Beispielhaft sei hier nur die Meldung von der Tagesschau vom 22.07.2026 genannt: KI von OpenAI steuert eigenständig Hackerangriff – und nein, das ist kein Einzelfall.
Dass Unternehmen so sorglos mit dieser Entwicklung umgehen ist bemerkenswert, denn: Wer trägt den angerichteten Schaden? Möglicherweise entsteht der Schaden auch noch viel später und kann gar nicht mehr auf die Ursache zurückgeführt werden. Die in der Softwarebranche übliche Vorgehensweise, unfertige Software auf den Markt zu bringen und durch die Anwendung der Nutzer zu optimieren, ist im Zusammenhang mit KI-Agenten nicht sehr intelligent.
In der Forschungslandschaft haben schon viele Forscher auf die Tücken von KI-Agenten hingewiesen, doch werden solche Erkenntnisse oftmals von den Tech-Konzernen als störend für das Geschäftsmodell empfunden. Es ist allerdings die Aufgabe von Forschern, ohne Rücksicht auf die ohnehin einseitigen wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen, auf wichtige Erkenntnisse hinzuweisen.
Beispielhaft möchte ich dazu die folgende Veröffentlichung nennen. Die Ergebnisse zeigen, wie chaotisch und teilweise gefährlich die Zusammenarbeit der KI-Agenten verlief.
„Observed behaviors include unauthorized compliance with non-owners, disclosure of sensitive information, execution of destructive system-level actions, denial-of-service conditions, uncontrolled resource consumption, identity spoofing vulnerabilities, cross-agent propagation of unsafe practices, and partial system takeover“ (Shapira, N. et al. 2026 Agents of Chaos. Available from https://arxiv.org/abs/2602.20021).
Auf Basis guter wissenschaftlicher, transparenter und nachvollziehbarer Arbeit, haben die Forscher auf der dazugehörenden Website (Abbildung) die Vorgehensweise, die verwendeten KI-Agenten und die generierten Daten veröffentlicht. Es kann sich somit jeder ein eigenes Bild von dem Chaos der Agenten machen. Nicht umsonst heißt der Titel der Veröffentlichung und der dazugehörenden Website Agents of Chaos.
Es wäre gut, wenn einzelne Personen, Unternehmen und Öffentliche Verwaltungen nicht blind den Marketingversprechen der Konzerne folgen, sondern auch wissenschaftliche Erkenntnisse in ihre Entscheidungen zu KI einbeziehen würden.
Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf solche Zusammenhänge ein:
Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs
Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework
Deutschland entwickelt sich immer mehr zum Treiber beim Einsatz von Open Source Software in Europa. Der nun veröffentlichte Report der Europäischen Kommission stellt die verschiedenen Aktivitäten übersichtlich und strukturiert dar. Interessant dabei ist, dass gerade Öffentliche Verwaltungen als Vorbilder für den sinnvollen Einsatz von Open Source Software hervorgehoben werden.
„At the local level, states and cities have played a consistent role in advancing open source adoption, often ahead of the federal government. Schleswig-Holstein has been a leading example, developing a clear open source strategy that other states have drawn on. Thüringen and Munich are also significant actors. Munich’s trajectory is particularly notable: the city was an early adopter of open source software, before going back to proprietary software in 2017. Munich has since come back to open source software to reduce dependencies and strengthen its digital autonomy, reflecting a broader shift in political and practical conditions“ Source: European Commission (2026) Open Source Software Country Intelligence Report Germany 2026 | PDF
Die stärkere Nutzung von Open Source Software sollte der erste Schritt sein, sich von den kommerziellen Anwendungen etablierter Tech-Konzerne unabhängiger zu machen. Wie wir wissen, ist das schon für viele eine große Hürde, da sich Personen und Organisationen in eine Pfadabhängigkeit begeben haben. Der Aufwand, sich nun Open Source zuzuwenden, ist nicht wegzudiskutieren, doch übersteigt der Nutzen von Open Source Software die Kosten deutlich.
Weiterhin sollte berücksichtigt werden, dass Open Source Software auch bedeutet, mehr Open Source AI (Open Source Künstliche Intelligenz) einzusetzen. Es macht keinen Sinn, für die Standardabläufe in der Organisation auf Open Source Software zu setzen, und weiterhin proprietäre KI-Modelle zu nutzen. Siehe dazu auch Die erfolgreiche Open Source KI Geschichte.
Es geht somit darum, auf der persönlichen Ebene, auf der Teamebene und auf der organisationalen Ebene ein auf Open Source basierendes Gesamtsystem zu nutzen, um Digitale Souveränität, und damit verbunden eine gewisse Resilienz gegenüber dem turbulenten Umfeld zu erzielen.
Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei Paper ein:
Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs
Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework
Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich alles ändern kann. Vor mehreren Jahren, als ich auf Konferenzen die Digitale Abhängigkeit von amerikanischen Tech-Konzernen gerade bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz angesprochen hatte, wurde der Hinweis eher belächelt.
In der Zwischenzeit ist in Europa der Gedanke einer Digitalen Souveränität nicht nur als neue Einstellung angekommen, sondern ist in vielen Bereichen schon zu erkennen, dass die Einstellung in Handlungen umgesetzt werden. Das ist nicht eine von mir formulierte Wunschvorstellung, sondern kann in der Zwischenzeit durch aktuelle Zahlen bestätigt werden.
„Digitale Souveränität wandelt sich innerhalb eines Jahres von einer Frage der Einstellung zu einer Frage der Umsetzung. Fast doppelt so viele Unternehmen in Deutschland befinden sich 2026 aktiv in der Einführung europäischer Software-Lösungen: 39,7 Prozent gegenüber 20,4 Prozent im Vorjahr. Der Anteil derer, die einen Wechsel innerhalb der nächsten sechs Monate planen, steigt von 3,9 Prozent auf 20,4 Prozent um über 400 Prozent. Gleichzeitig bricht der Anteil der Entscheider, die keine europäische Software einführen wollen, von 47,7 auf 4,6 Prozent fast komplett ein. Die Zahl der Unentschlossenen sinkt von 17,4 auf 3,9 Prozent. Eine klare Kehrtwende“ MYRA Security GmbH (2026) Unchartered Waters. State of Digital Sovereignty 2026 (PDF).
Wenn man sich mit dem Begriff der Souveränität beschäftigt, kann man bis zum 16. Jahrhundert zurückgehen. Dabei ging es zunächst um die Rolle des Souverän als Gewaltmonopol, mit Bodin (1530–1596) als Vordenker. Doch gibt es auch einen Bezug zu Souveränität, wenn wir uns die Entwicklung des Seerechts ansehen.
Durch die globale Vernetzung über die Weltmeere kam es schon im 15. Jahrhundert immer wieder zu Auseinandersetzungen, obwohl sich Spanien und Portugal in dieser Zeit im Vertrag von Tordesillas (1494) die Weltmeere aufgeteilt hatten. Es waren dabei zwei souveräne Meere entstanden, die von dem jeweiligen Land beansprucht wurden. In diesem Sinne kam es also zu jeweils geschlossenen Meeren: Lateinisch: Mare Clausum – Englisch: Closed Sea.
Um die dadurch immer wieder auftretenden Konflikte zu lösen, schlug Hugo Grotius vor, die Meere als offene Meere zu sehen, die allen zur Verfügung stehen sollten. Er veröffentlichte „1609 die Schrift Mare Liberum, die das niederländische Begehren eines freien Handels zur See unterstützt und juristisch begründet“ (Quelle: Wikipedia). Lateinisch: Mare Liberum – Englisch: Open Sea. „Der Teil der Weltmeere, der außerhalb einer Dreimeilenzone lag (Seemeile, 1852 m), galt als internationales Gewässer“ (Internationale Gewässer).
„Damals stand Mare Clausum – das geschlossene Meer – gegen Mare Liberum. Europa will keine Isolation und keinen „Konflikt“ gegen amerikanische oder asiatische Technologie. Es will verhindern, dass kritische digitale Infrastruktur faktisch in fremden Hoheitszonen gefangen bleibt. Die Forderung Europas nach digitaler Souveränität bedeutet in diesem Sinne dasselbe, was Grotius damals forderte: offene Räume, faire Regeln und echte Wahlfreiheit. Freiere digitale Weltmeere für eine neue Generation von Händlern“ (MYRA Security GmbH, 2026).
Ich kann mir hier die Analogie zu Closed Source AI und Open Source AI nicht verkneifen, auch wenn der Vergleich etwas hinkt. Dennoch: Open Source AI ist der zukunfsträchtigere Weg, Künstliche Intelligenz für alle Nationen und ihren Menschen nutzbar zu machen.
Eigene Open Street Map: https://umap.openstreetmap.de/de/map/open-source-ai-in-europe_148154
In den letzten Monaten habe ich über viele Open Source KI-Modelle in Europa geschrieben, die in der (oder den) spezifischen Landessprachen trainiert wurden. Die Links zu den jeweiligen Modellen habe ich nun zusammen mit dem Hinweis auf meinen dazugehörenden Blogbeitrag in Open Street Map (bewusst nicht in Google Maps) in einer eigenen Karte eingetragen (Abbildung).
Den Marker für ein Modell ist der Landeshauptstadt zugeordnet. Modelle, die alle europäischen Sprachen berücksichtigen, sind mit einem Marker auf Brüssel versehen.
Klicken Sie auf das Bild und Sie kommen direkt zu meiner angelegten Open Street Map.
Die erste Übersicht zeigt deutlich, wie vielfältig die Landschaft für Open Source KI-Modelle in Europa geworden ist. Ich bin sicher, die Modelle werden in Zukunft immer mehr von Privatpersonen, Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU), oder Öffentlichen Verwaltungen genutzt, da Transparenz (Offene Modelle), kulturelle Bezug (Landestypische Sprache) und die geringen Kosten (frei verfügbar) starke Argumente sind.
Wenn bei der Auswahl der KI-Modelle noch hinzukommt, dass Digitale Souveränität und Resilienz immer wichtiger werden, geht kein Weg an europäischen Open source KI-Modellen vorbei.
Auf der internationalen Konferenz MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei Paper ein:
Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs
Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework
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