Democratizing Serbia – Democratizing Innovation – Democratizing Fabrication – Democratizing AI

Es sind alle mehr oder weniger überrascht: Die Wähler in Serbien haben das Regime um Vucic abgewählt. Angefangen hat alles vor zwei Jahren mit der Katastrophe am Bahnhof in Novi Sad (Serbien). Danach haben sich Netzwerke zu der Initiative Studentenliste – Studenten gewinnen organisiert – basisdemokratisch, von unten, mit der Keimzelle in Novi Sad.

Dabei hat diese Initiative bewusst darauf verzichtet, eine Art Leitfigur wie in Ungarn zu etablieren. Der Star ist also hier nicht – wie in vielen anderen Parteien – eine einzige Person, sondern das Netzwerk. Ich sehe hier deutliche Parallelen zu Open User Innovation. Warum?

Zunächst einmal kann diese politische Entwicklung in Serbien als Innovation im Sinne des Oslo Manuals gesehen werden. Es ist sogar im engeren Sinne eine Household Innovation, auf die sich Eric von Hippel in seinen Arbeiten zu Open User Innovation seit Jahrzehnten bezieht. Er bezeichnet das als Free Innovation oder auch Democratizing Innovation. Solche Bottom-Up-Ansätze sind bei vielen Dienstleistungen und Produkten schon mehrfach nachgewiesen worden. Meines Erachtens ist auch der Wahlausgang in Serbien dafür ein gutes Beispiel – nur eben auf der sozialen, politischen Ebene.

Diese Einschätzung habe ich nicht als eine Person, die sich alles aus Deutschland „vom Sofa aus“ ansieht, sondern als jemand, der an der Universität in Novi Sad eine Konferenzreihe zu Mass Customization and Personalization (MCP-CE) etabliert hat, die schon seit 2004 alle 2 Jahre durchgeführt wird: Wegen den Repressionen an der Universität Novi Sad haben wir uns in diesem Jahr dazu entschlossen, die Konferenz in Balatonfüred (Ungarn) durchzuführen. Dort habe ich auch mein Paper vorgestellt:

Freund, R. (2026): Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework – Abstract.

Die basisdemokratische Organisation mit ihrer Offenheit, Teilhabe und Transparenz (Democratizing Serbia) spiegelt sich in kollaborativen, nutzerzentrierten Innovationsprozessen (User Innovation) wider – Democrazizing Innovation. Da ich in meinem Paper auch auf Personal Fabrication und Open Source AI hingewiesen habe, kann man alles wie folgt zusammenfassen:

Democratizing Serbia – Democratizing Innovation – Democratizing Fabrication – Democratizing AI

Freund, R. (2026): Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework – Abstract

Meine Startfolie bei der Präsentation meines Papers auf der MCP 2026

Freund, R. (2026): Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework, in Anisic, Z., Forza, C. (Eds): Proceedings of the 12th International Conference on Customization and Personalization, September 17-18, 2026, Balatonfüred, Hungary, pp. 76-85 · 17. Sep. 2026

Abstract: While the role of generative AI in producer-centric open innovation has attracted growing scholarly attention, its potential within Open User Innovation (OUI) — where individuals innovate for personal use rather than commercial sale — remains largely unexplored. This paper argues that Open-Source AI is structurally better aligned with user-driven innovation than proprietary models, because both share the principles of democratization, transparency, and contextual adaptability. Drawing on a literature-based conceptual approach, we examine the theoretical distinction between Chesbrough’s Open Innovation and von Hippel’s Open User Innovation paradigm, with particular attention to the user’s system of use — a framework that integrates product and behavioral innovations in context-specific ways. We then extend Baudisch and Müller’s (2017) six-challenge personal fabrication framework by incorporating Open User Innovation principles, Open-Source Software, Open-Source AI models, and Open-Source AI agents. A proof-of-concept illustration, using Mistral AI Vibe to support a FabLab-based fabrication task, demonstrates the framework’s practical applicability. The paper concludes by identifying three priority areas for future empirical research: validation through platform-based case studies, responsible integration of autonomous AI agents in user innovation, and cultural adaptation of the framework to regional contexts.

KI-Modelle: Mistral Large 4 veröffentlicht

Ausschnitt aus der Open Street Map zu europäischen KI-Modellen
https://umap.openstreetmap.de/de/map/open-source-ai-in-europe_148154#6/49.952292/9.706089

In den letzten Jahren wird immer deutlicher, dass es bei großen KI-Modellen (LLMs: Large Language Models) nicht alleine darum geht, in spezifischen technischen Tests (Benchmarks) ganz vorne zu sein. Es geht vielmehr immer mehr darum, dass das KI-Modell die europäischen Werte mit den europäischen Rechten, ethischen und moralischen Grundsätzen respektiert, und dass die generierten Daten in Europa bleiben. Die Bewertungskriterien für leistungsfähige KI-Modelle verschieben sich – nicht nur in Europa sondern weltweit – zu einer eher ganzheitlichen Bewertung.

In Europa spielt dabei – unter anderem – Mistral AI eine wichtige Rolle. Das französische Unternehmen hat von Anfang an auf Open Source AI und Open Weight Modelle gesetzt. Die ganze Modellfamilie wurde nun an der Spitze durch Mistral Large 4 ergänzt. In meiner OpenStreetMap zu europäischen Open Source und Open Weight Modellen, habe ich das Modell ergänzt (Abbildung).

Wie der Name es schon vermuten lässt, ist es ein sehr großes Modell, das für große Organisationen interessant ist, die sicherheitsrelevante Daten verarbeiten möchten. Auch ist das Coding in dem Modell eine Stärke, die sich gegenüber den proprietären KI-Modellen aus den USA nicht verstecken muss. Große Organisationen mit entsprechender Hardware-Infrastruktur können sich Mistral Large 4 herunterladen – ganz im Sinne der eigenen KI-souveränität.

Natürlich gibt es bei Mistral AI auch kleinere KI-Modelle, die es auch KMU ermöglicht, ein digital souveränes eigenes KI-System zu nutzen. Wie man so ein europäisches KI-System, das Mistral AI nutzt, für innovative KMU entwickeln kann, habe ich in meinem Paper auf der MCP-CE 2026 in Ungarn beschrieben.

Freund, R., Anisic, Z. (2026): Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs. International Conference MCP 2026, 16.-19.09.2026, Balatonfüred, Hungary.

Cyberself und Personalisierung

Conceptual technology illustration of artificial intelligence. Abstract futuristic background

In verschiedenen digitalen Räumen stellen sich Personen unterschiedlich dar, wobei diese Darstellung nicht unbedingt der digitalen Person (Persönlichkeit) entsprechen muss. Laura Robinson (2007) hat beispielsweise argumentiert, dass „das Subjekt anhand der digitalen Elemente ein „self-ing“ betreibe und sich sodann als „Cyberself“ (2007, S. 98) hervorbringe. Das Cyberself sei ein ephemeres Selbst, so Robinson, welches nur für kurze Zeit beständig, rasch änderbar und ohne langfristige Bedeutung sei, da es sich stets in Abhängigkeit zu Handlungen bilde (vgl. ebd.)“ (Rathmann 2022).

Robinson, L. (2007). The cyberself: the self-ing project goes online, symbolic interaction in the digital age. New Media & Society, 9(1), 93–110. https://doi.org/10.1177/1461444807072216

Auch KI-Modelle unterscheiden sich untereinander. Je nachdem mit welchen Daten, Restriktionen und Regeln sie versehen wurden, spiegeln diese KI-Modelle eine Art „Persönlichkeit“ gegenüber den Nutzern, die sich allerdings von der menschlichen Persönlichkeit unterscheidet.

„Auch KI weist individuelle Unterschiede und eine Art „Persönlichkeit“ auf. Jedoch unterscheiden sich LLMs grundlegend vom Menschen: Sie agieren ohne neurobiologische Prozesse und primär über sprachliche Kanäle, während sich menschliche Persönlichkeit multimodal manifestiert“ (Schrödel et al., 2026).

Wenn sich also Künstliche Intelligenz, und hier speziell das hinterlegte Large Language Model (LLM), mit seiner „Persönlichkeit“ der menschlichen Persönlichkeit annähert, ist es möglich, einen Prozess der ständigen Personalisierung von Aussagen, Dienstleistungen und Produkten anzustoßen.

„LLMs bieten damit interessante Ansatzpunkte für personalisierte Anwendungen: Sie können aktuelles Verhalten erkennen, zukünftige Entwicklungen vorhersagen und durch sprachbasierte Interventionen gezielt verändern. Eine fortlaufende Personalisierung auf Basis längerer Interaktionsverläufe dürfte die Wirksamkeit dieser Schritte erhöhen. Belastbare empirische Evidenz zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen fehlt bislang (Stade et al., 2024)“
Schödel et al., (2026). Künstliche Intelligenz und Individuelle Unterschiede: Eine Perspektive der Fachgruppe Differentielle Psychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik, Psychologische Rundschau, vol. 77, no. 3, pp. 149–155, Jul. 2026, doi: 10.1026/0033-3042/a000766.

Wenn sich also ein LLM – oder mehrere – immer wieder an die das Cyber-self anpasst, kann das gut gelingen, es kann allerdings auch sein, dass dieses multiple Cyberself gar nicht der analogen Person entspricht. Es käme dann zu einem Mismatch, der nicht dazu beiträgt, Werte für den Nutzer zu schaffen. Im schlimmsten Fall, könnte der Prozess sogar Werte vernichten.

Wenn ein Unternehmen also Personalisierung mit Hilfe der verfügbaren LLMs aufbauen möchte, sollte es sich darüber im Klaren sein, dass das Cyberself von dem analogen Menschen immer noch abweicht. Ich habe manchmal den Eindruck, dass Unternehmen immer noch dem Mythos unterliegen, dass sie durch die vielen generierten Daten eine Art Abbild vom Menschen vorliegen haben.

In der von mir initiierten Konferenzreihe zu Customization and Personalization geht die Community of Europe auf solche Zusammenhängen mit aktuellen Forschungsergebnissen und Fallstudien ein. Zuletzt haben wir uns auf der MCP 2026 vom 16.-19.09. in Balatonfüred (Ungarn) getroffen. Auch 2028 werden wir uns wieder treffen. Zu der Konferenzreihe können Sie sich gerne auf MCP-CE.org informieren.

Warum sollte man sich mit Open User Innovation befassen?

(c) Dr. Robert Freund

Auf der MCP 2026 in Balatonfüred (15.-19.09.2026) ging es um Customization and Personalization. Mit meinem Paper Freund, R. (2026): Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework konnte ich aufzeigen, welche Möglichkeiten es heute für User gibt, ihre Ideen in einem Personal Fabrication Framework umzusetzen.

Ich werde immer wieder darauf angesprochen, ob es sich lohnt, sich mit User Innovation – speziell mit Open User Innovation nach Eric von Hippel – zu befassen. Immerhin sind Unternehmen, Institutionen zur Förderung von Innovation und auch Universitäten eher an dem klassischen Innovationsansatz interessiert, der von Schumpeter geprägt ist. An Universitäten forschen Professoren und Studenten beispielsweise gerne an innovativen Projekten für Unternehmen, da sie (Professoren und Studenten) sich hiervon Finanzmittel und möglicherweise auch Jobs versprechen.

Das ist durchaus verständlich, doch zeigen verschiedene Entwicklungen in der Innovationsforschung auf, dass von Unternehmen skalierte Innovationen oft von Usern ausgegangen sind. Es lohnt sich daher auch für Unternehmen, sich mit User Innovation zu befassen. Die Abbildung stellt noch einmal die unterschiedlichen Ansätze von User Innovation (Household Innovation) und Business Innovation gegenüber.

Einerseits können User immer mehr Ideen selbst herstellen, andererseits gibt es immer weniger Unternehmen, die wirklich innovativ sind (Innovationsmilieu, Bertelmann 2025). Zwischen beiden Polen existiert ein Kontinuum an Möglichkeiten. Almudi et al. haben 2026 dazu ein Paper veröffentlicht, in dem sie aufzeigen, wie ein theoretischer Rahmen dazu aussehen kann:

„It has sometimes been argued that von Hippel innovation is very small relative to typical expenditures on an innovation project by a firm. This observation is correct but is, we think, the wrong way to judge importance. User innovation should be seen as a scanning and prototyping function, involving tens of millions of individuals continuously exploring the frontiers of the desirable and possible. Producer innovation, in contrast, focuses investment in specific development areas where user-innovators have identified signals of commercialization gold“
Almudi et al. (2026). Open user innovation, producer innovation and industrial dynamics: An ABM approach.

Auf dieses Framework werde ich in weiteren Blogbeiträgen noch einmal eingehen.

Personalisierung von Software: Kann bald jeder mit KI seine eigene Software erstellen? Warum eigentlich nicht?

Image by Pexels from Pixabay

Immer mehr User (Nutzer) entwickeln ihre eigenen Produkte, da die Unternehmen mit ihren begrenzten Ressourcen (fixed innovation space) und Renditeüberlegungen oftmals Ideen von Usern nicht umsetzen. In meinem Paper zur MCP 2026 habe ich das ausführlich hergeleitet und beschrieben:

Freund, R. (2026): Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework. Anisic, Z., Forza, C. (Eds): Proceedings of the 12th International Conference on Customization and Personalization, September 17-18, 2026, Balatonfüred, Hungary, pp. 76-85 · 17. Sep. 2026

Die Konferenzreihe legt seit 2004 alle 2 Jahre den Fokus auf (Mass) Customization and Personalization. – siehe MCP-CE.org. Dabei ging es in der Vergangenheit meistens darum herauszufinden, wie Unternehmen mit neuen Technologien – und jetzt auch mit Künstlicher Intelligenz – (massenhaft) individuelle Produkte und Dienstleistungen anbieten können – zum Preis von Standardprodukten.

In meinem Paper habe ich den Ansatz Customization and Personalization aus der Perspektive eines Users dargestellt: Open User Innovation. An mehreren Beispielen konnte ich aufzeigen, wie es in den letzten Jahren einen Paradigmenwechsel gegeben hat. User sind heute immer mehr in der Lage, ihre Ideen selbst umzusetzen. Dabei helfen natürlich die niederschwelligen Technologien der Maker Bewegung und Künstliche Intelligenz, um die vielen Hürden im Prozess der persönlichen Fabrikation zu überwinden.

Über meine in dem Paper genannten Beispiele hinaus, wird nun auch deutlich, dass es in Zukunft auch möglich sein wird, seine eigene Software von Künstlicher Intelligenz „bauen“ zu lassen. Lange genug haben wir uns den etablierten Softwareanbieter angepasst, ja geradezu unterworfen.

Wenn über 97% der Codebasis von Software Open Source ist, sollte es möglich sein, aus diesen Bausteinen seine eigene Software zusammenzustellen. Künstliche Intelligenz kann hier bei den Schnittstellen und möglichen rechtlichen Fragen helfen.

„According to the 2025 Black Duck Open Source Security and Analysis Report, 97% of codebases scanned contained open source software“ (Carlber, A. N (2026) Open Source in Europe Amid Geopolitical Tensions, in Eclipse Foundation).

Auch die aktuellen Entwicklungen beim Vibe Coding gehen in diese Richtung. Dabei wird mit Hilfe eines Prompts der Quellcode von Künstlicher Intelligenz generiert. Warum eigentlich nicht?

Ich bin gespannt, was es in diesem Bereich noch für überraschende neue Chancen für die „Herstellung“ eigener Produkte und Dienstleistungen geben wird. Ganz im Sinne einer Open User Innovation, die sich von den etablierten Unternehmensangeboten löst, und eigene Lösungen entwickelt und nutzt.

Es gibt durchaus immer mehr Forscher, die schon eine Veränderung in den ökonomischen Bereichen sehen: Von der Market Economy zur Self-organized Gift Economy.

Künstliche Intelligenz: Welcher Mensch?

Atari et al. (2023): Which Human? [PDF]

Wenn wir mit Künstlicher Intelligenz arbeiten, interagieren wir mit Large Language Models (LLMs), die mit Daten trainiert und weiterentwickelt wurden. Die Antworten erscheinen uns menschlich zu sein, da sie meistens zu dem passen, was wir uns in unserer Kultur vorstellen.

In dem Paper Atari et al. (2023): Which Human? gehen die Forscher der Frage nach, um welchen Menschen – um welches Menschenbild – es sich hierbei handelt. Dabei haben sie festgestellt, dass die bekannten KI-Modelle eine WIRED-Perspektive einnehmen. WEIRD populations (Western, Educated, Industrialized, Rich, and Democratic).

Wie in der Abbildung zu erkennen, haben allerdings viele Kulturkreise, Regionen, Länder ein anderes Menschenbild, das sich von dem genannten WEIRD erheblich unterscheidet. Das wiederum führt zu der Frage, ob die anderen Regionen dieser Welt die von westlichen Big Tech entwickelten LLMs übernehmen werden, oder sie ihre eigenen LLMs benötigen, die ihre eigene Sprache, ihre kulturellen und regionalen Besonderheiten berücksichtigen.

Nach dem AI Report 2026 (Stanford University) gibt es in der Zwischenzeit einen deutlichen Trend in Richtung regionaler/nationaler LLMs, die gerade das ermöglichen. Wie ich in der von mir erstellten Open Street Map zu EU-Modellen zeigen konnte, gibt es sogar in Europa schon sehr viele solcher Modelle auf Open Source oder Open Weight Basis.

https://umap.openstreetmap.de/de/map/open-source-ai-in-europe_148154#5/46.052101/6.218511

Solche Zusammenhänge habe ich auch in meinem Paper Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs auf der MCP 2026 in Balatonfüred, Ungarn aufgezeigt.

MCP 2026: The Customiztaion and Personalization Week

In der nächsten Woche trifft sich die Customization und Personalization Community auf der MCP 2026. Die letzten Konferenzen, die seit 2004 alle 2 Jahre stattfinden, hatten wir an der Technischen Universität Novi Sad (Serbien) durchgeführt. Da die Gesamtsituation an der Universität für Lehrende und für Studenten immer schwieriger wurde, haben wir uns dazu entschlossen, diesmal nach Balatonfüred in Ungarn auszuweichen.

Wie nach allen letzten Konferenzen auch werden wir auch nach der MCP 2026 ausführlich über alle Themen reflektieren. Als Initiator der Konferenzreihe, die in Rzeszow (Polen) in 2004 begann, kann ich mich nur bei allen bedanken, die diese Konferenzreihe schon so lange mit ihrer Teilnahme unterstützen.

Wir (Jutta und ich) freuen uns schon jetzt, die Kollegen und Freunde in der kommenden Woche in Balatonfüred zu treffen. Auf der Konferenz stelle ich zwei Paper vor:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Joe Pine: Bastardization of Mass Customization

In unserem Blog habe ich schon des Öfteren über Green Washing, Open Washing und Sovereignty Washing geschrieben. Doch gibt es auch zu vielen anderen Themen immer wieder Ungenauigkeiten und Plattitüden, die die Personen aufregen, die neue Begriffe oder Konzepte entwickelt und etabliert haben.

In einem Beitrag von B. Joseph Pine II geht es beispielsweise unter anderem um den von Davis formulierten Begriff Mass Customization als Oxymoron, und um das von Pine dazu veröffentlichte Buch, in dem er das Konzept einer hybriden Wettbewerbsstrategie skizziert..

Pine ist der Auffassung, dass CRM (Customer Relationship Management) den Ansatz von Mass Customization bastardisiert hat.

„Mass Customization was coined by the late great Stan Davis in his 1987 book Future Perfect, which is as applicable today as when he wrote it. I read his book while a strategic planner at IBM and after getting it into our plans and strategies spent a year at MIT where I turned my masters’ thesis into my first book, Mass Customization: The New Frontier in Business Competition.

CRM bastardized the concept of Mass Customization

CRM bastardized the concept of Mass Customization, which is about understanding individual customers and giving them exactly what they want. In the hands of consultants and software companies, however, CRM became understanding individual customers to better sell them what has already been produced. Ouch.“(Joe Pine (2026): It´s called bastardization).

Da der Ansatz von Mass Customization and Personalization in so vielfältiger Weise verwässert wurde und wird, sollte man sich möglichst aus erster Hand informieren und keine Sekundär-, Tertiärquellen oder „Erzählungen“ von Beratern nutzen.

Eine sehr gute Möglichkeit bietet sich bei den jeweiligen Konferenzen zu Mass Customization and Personalization.

Die von mir initiierte Konferenzreihe findet seit 2004 alle 2 Jahre statt.

In diesem Jahr, treffen wir uns auf der MCP 2026 vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, Ungarn.

Siehe dazu auch Freund, R. (2009): Kundenindividuelle Massenproduktion (Mass Customization). RKW Kompetenzzentrum, Faktenblatt 5/2009.

Digital Resilience Index für die eigene Organisation ermitteln

https://digitalresilienceinitiative.org/en#piliers

Über Digitale Souveränität habe ich in unserem Blog schon viel geschrieben. Dabei sollte es Ziel sein, die Organisation resilienter gegenüber äußeren Einflüssen zu machen. In der Zwischenzeit stürzen sich die Berater auf das Thema, obwohl sie noch vor kurzer Zeit den Einsatz bekannter, proprietärer Anwendungen „verkauft“ haben – Digital Sovereignty Washing kann man das wohl nennen.

Die Digital Resilience Initiative ist laut eigenen Angaben „eine Non-profit association in the process of registration“ [01.09.2026]. Sie bieten eine offene und strukturierte Methode an, Digitale Resilienz anhand von 8 Dimensionen und 5 Layer zu analysieren. Wie die Abbildung zeigt, werden die Ergebnisse dann anhand von entsprechenden Grafiken angezeigt.

Grundsätzlich finde ich das einen guten Ansatz, doch ist es gerade für Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) oft unklar, an welchen Stellen begonnen werden sollte. Immerhin ist ja, je nach Perspektive, alles wichtig.

Ich favorisiere an dieser Stelle eher ein Wirkungsnetz für das spezifische KI-System der Organisation, das ähnlich wie bei der Wissensbilanz-Toolbox aufgebaut ist. daraus können dann entsprechende Generatoren abgeleitet werden, die die Ressourcen der KMU schonen und trotzdem auf das Geschäftsergebnis ausgerichtet sind. Siehe dazu KI-System im Mittelstand: Von der Wissensbilanz lernen.

Wie so etwas für innovative Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) in Europa in Bezug auf Künstliche Intelligenz aussehen kann, stelle ich in zwei Paper auf der MCP-Konferenz 2026, vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred (Ungarn) vor:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework