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Anmerkungen zur Open Innovation Strategie für Österreich

oi-at

Ja, es gibt in Österreich eine Initiative für Open Innovation. Verantwortlich dafür sind das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie sowie das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft in Österreich. Es gibt hier – neben vielen positiven Elementen – immer noch einen Punkt, der aus meiner Sicht etwas unglücklich ist. Die österreichische Initiative bezieht sich bei Open Innovation auf das Verständnis von Chesbrough (Website, 27.08.2016):

Open innovation is “the use of purposive inflows and outflows of knowledge to accelerate internal innovation, and expand the markets for external use of innovation, respectively.” – Henry Chesbrough

Die Quelle ist hier ein Forbes-Artikel vom 21.03.2011 mit dem bezeichnenden Titel “Everything You Need to Know About Open Innovation”, was gelinde gesagt wohl eher einer redaktionellen Übertreibung, denn der Wahrheit entspricht. In meinem Blogbeitrag Open Innovation ist nicht gleich Open Innovation gehe ich beispielsweise darauf ein, dass Chesbrough seinen Ansatz zusammen mit Bogers weiter spezifiziert hat (2014):

“a distributed innovation process based on purposively managed knowledge flows across organizational boundaries” (p. 17).

Das ist auf der Startseite der Initiative leider nicht vermerkt. Bezieht man sich also auf Chesbrough, ist Open Innovation auf Organisationen ausgerichtet.

Ein konträrer Standpunkt wird von Eric von Hippel vertreten, der folgende Frage aufwirft: Open Innovation oder Innovation Openness?  Schon in seiner frei verfügbaren Veröffentlichung Eric von Hippel (2005): Democratizing Innovation hat er dafür plädiert, alle in das Innovationssystem mit einzubeziehen, nicht nur Organisationen. Im Herbst wird Eric von Hippel noch deutlicher, denn dann veröffentlicht er sein Buch Free Innovation (Siehe dazu meinen Blogbeitrag Von Democratizing Innovation zu Free Innovation).

Möchte die Bundesregierung in Österreich mit der Initiative wirklich jeden in den gestarteten Prozess mit einbeziehen, so kann das daher nicht alleine mit Bezug auf Chesbrough geschehen. In der nun vorliegenden Veröffentlichung Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft; Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie (Hrsg) (2016): Open Innovation Strategie für Österreich (PDF) wird deutlicher, dass man sich nicht alleine auf Chesbrough fokussiert, sondern sich an dem Open Innovation Framework 2.0 der EU orientiert, das doch erheblich weiter gefasst ist. Siehe dazu auch

  • Bogers, M.; Zobel A.-K. (2016): The Open Innovation Research Landscape: Established Perspectives and Emerging Themes Across Different Levels of Analysis.
  • Freund, R. (2016): Cognitive Computing and Managing Complexity in Open Innoavtion Business Model | Springer

Open Innovation – Ö1 Jahresschwerpunkt 2013

Es ist schon erstaunlich, dass der österreichische Radiosender Österreich 1 (Ö1) den Jahresschwerpunkt 2013 auf Open Innovation legt. Auch unter Science@ORF sind die verschiedenen Publikationen und Beispiele zu finden. Open Innovation wird durch diese Initiative eines öffentlichen Radiosenders in der Bevölkerung bekannt und kann einzelne Personen oder auch Organisationen anregen, sich mit den vielefältigen Möglichkeiten eines offeneren Innovationsprozesses zu befassen. Dadurch werden Initiativen “von unten” angestoßene, die mittel- und langfristig sogar in eine Bottom-Up Economy und zu sozialen Innovationen führen, die mehr den/die Menschen im Fokus haben.

Wissensbilanz-Verordnung 2010 für Universitäten in Österreich

Am 07. Juli 2010 wurde die Wissensbilanz-Verordnung 2010 für Universitäten (Link nicht mehr aktiv 06.01.2014) im Bundesgesetzblatt der Republik Österreich veröffentlicht. Obwohl es auch (wie immer) kritische Stimmen gegen eine Wissensbilanz an Universitäten gibt, bin ich der Auffassung, dass die Darstellung der immateriellen Vermögenswerte den Anforderungen einer modernen Bildungsinstitution gerechter werden, als die klassischen industriell geprägten Bilanzen. In Deutschland gibt es alleine über 20.000 Bildungsträger (was für ein Wort), es wäre sinnvoll, wenn diese Organisationen eine Wissensbilanz – Made in Germany erstellen würden, um damit ihre Potenziale besser zu erschließen und zu steuern. Dass Universitäten dazu verpflichtet werden, eine Wissensbilanz – Made in Germany zu erstellen, ist nicht in Sicht. Wir diskutieren lieber im Bildungssystem über die Kosten und über Milliardenbeträge, als substantiell der Frage nachzugehen, wie Bildung in der reflexiven Modernisierung (Zweite Moderne) aussehen sollte. Siehe dazu auch Bildung neu denken oder Bildung und Ökonomie

Wiki beim Bundeskanzleramt in Österreich

wikibka.jpgKönnen große Verwaltungsstrukturen von Wiki´s profitieren? Kann Wiki das “generelle Dokumentationsproblem” lösen? Ist die offene Struktur eines Wiki´s nicht ´gefährlich´ oder schafft die Offenheit eher Transparenz für den Bürger? Es ist interessant zu beobachten, wie das Bundeskanzleramt in Österreich mit Wiki experimentiert und Erfahrungen sammelt. Meines Erwachtens kann man mit Hilfe der Web 2.0-Funktionalitäten vieles für den Bürger (und Steuerzahler) transparenter, leichter und schneller organisieren. Leider fragt man aber beim Einsatz solcher neuen Möglichkeiten immer nur diejenigen, die davon negativ betroffen sind. Aber: Würden Sie einen Frosch fragen, wenn Sie einen Sumpf trocken legen müssen…..?

Wissensbilanz der Donau-Universität Krems

Erstmalige Publikation einer Wissensbilanz für eine gesamte Universität in Österreich schon in 2002, obwohl das Gesetz erst seit 2005 Wissensbilanzierungen für Universitäten in Österreich vorschreibt