Wie hängen Innovationen, Fehlerkosten und Restrukturierungskosten zusammen?

In Zeiten von disruptiven Innovationen – also Innovationen, die die Spielregeln ganzer Branchen verändern – kommt es darauf an, diese Innovationen schnell zu entwickeln und anzuwenden. Dafür wird Geld benötigt, das auf dem Markt aufgenommen, oder auch von Nationen zur Verfügung gestellt wird.

Der größte Teil des Geldes kommt allerdings vom Finanzmarkt, der natürlich daran interessiert ist, Rendite zu erzielen. Investoren schauen dabei auch darauf, wie mit Fehlentwicklungen umgegangen werden kann, wenn ca. 80% der Projekte nicht erfolgreich, und nur 20% rentabel sein sollten. Bei so einem Verhältnis kommt es auch darauf an, wie man mit den Unternehmen umgeht, die wenig erfolgreiche Projekte umgesetzt haben und daher Kosten für diese Fehler entstehen. Es muss in diesen Unternehmen restrukturiert werden, und das kostet. Wie die folgende Tabelle zeigt, sind die Restrukturierungskosten pro Mitarbeiter in den jeweiligen Ländern extrem unterschiedlich.

LandRestructuring costs
per employee
(months of salary)
Frankreich38
Italien49
Spanien63
Niederlande31
United Kondom18
Schweden10
USA7
Dänemark3,3
Schweiz2.5
Deutschland31
Coste, O. (2026) The Cost of Failure and Europe’s Innovation Gap. Evidence and Policy Options (Workshop)

Wenn jemand die Zahlen von Deutschland und den USA vergleicht kommt oft der Einwand, dass wir in Deutschland ja keine Hire and Fire – Mentalität haben wollen – immerhin sind wir ja auf die soziale Absicherung von Arbeitsplätzen stolz.

Der Vergleich zu Dänemark oder Schweden zeigt allerdings, dass es durchaus möglich ist, zwischen den beiden Extremen (Soziale Absicherung – Hire and Fire) eine Lösung zu etablieren, die innovativ erscheint und auch wirkungsvoll ist, denn Dänemark und Schweden sind auch im Innovationsranking „weit vorne“. Dänemark nutzt Flexicurity dafür. Man sieht leicht, dass dieses Wort eine Kombination von Flexibility und Security ist. Siehe dazu Flexicurity: Flexibel und sicher – geht das?

Es scheint also einen Zusammenhang zwischen der mangelnden Innovationsbereitschaft, den Kosten für Fehler und den dazu erforderlichen Restrukturierungskosten zu geben. Wenn wir also in Europa mehr Innovationen, und nicht nur Inventionen, haben wollen, sollten wir den Umgang mit den Kosten für Fehler erheblich reduzieren. Europäische Länder wie Dänemark und Schweden – oder auch die Schweiz – zeigen auf, wie das machbar ist.

„Es ist nicht genug zu wissenman muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollenman muss es auch tun“ Johann Wolfgang von Goethe.

Künstliche Intelligenz: Hohe Investitionen und keine Rendite?

Conceptual technology illustration of artificial intelligence. Abstract futuristic background

Es ist schon erstaunlich: Tag für Tag lesen wir von Milliardeninvestitionen der Unternehmen in GenAI. Es gibt in der Zwischenzeit auch genügend Beispiele aus allen Branchen die zeigen, wie mit Künstlicher Intelligenz (GenAI) produktiver als vorher gearbeitet werden kann. Somit sollten diese Effekte auch betriebswirtschaftlich nachgewiesen werden können.

Die Frage st also: Gibt es auch eine gewisse Rendite auf die Investitionen, die in solche Projekte gesteckt werden?

Eine Studie vom Juli 2025 zeigt ein überraschendes Ergebnis: Der Erfolg, in Form einer messbaren Rendite (Return on Investment). kann bei 95% der Organisationen nicht nachgewiesen werden. Hier der Originalabsatz aus der Studie:

Despite $30–40 billion in enterprise investment into GenAI, this report uncovers a surprising result in that 95% of organizations are getting zero return. The outcomes are so starkly divided across both buyers (enterprises, mid-market, SMBs) and builders (startups, vendors, consultancies) that we call it the GenAI Divide. Just 5% of integrated AI pilots are extracting millions in value, while the vast majority remain stuck with no measurable P&L impact. This divide does not seem to be driven by model quality or regulation, but seems to be determined by approach“ (NANDA 2025).

Interessant ist, dass der jeweils gewählte Ansatz (determined by approach) wohl das Grundübel ist. Möglicherweise ist es gar nicht so gut, sich nur auf die sehr großen, proprietären KI-Anbieter zu konzentrieren – ja, sich von diesen abhängig zu machen. Siehe dazu beispielsweise auch KI-Modelle: Monitoring einer Entwicklungsumgebung.

Anmerkung vom 28.01.2026: In der Zwischenzeit gibt es von Toby Stuart, UC Berkeley, den Hinweis, dass die Ergebnisse kritisch zu sehen sind und mit der Verbindung zum weltbekannten Massachusetts Institut o Technology (MIT) wohl anointed, also „gesalbt“ worden sind. Das bedeutet, dass viele etwas zu unkritisch waren, und diese Informationen weitergegeben haben. In einer PDF-Datei von Toby Stuart hat er seine Sicht noch einmal auf zwei Seiten zusammengefasst.