Open Innovation

Der bisher geschlossene Innovationsprozess (Closed Innovation) wird nun nach Außen geöffnet. Bei Open Innovation erweitert man den Innovationsprozess so, dass der Kunde nicht nur Probleminformationen, sondern auch Lösungsinformationen zur Verfügung stellt. Der Kunde stellt dabei sein Wissen (Sticky Information, Wissen aus dem Kontext des Kunden) dem Unternehmen (Wissen aus dem Kontext des Unternehmens) zur Verfügung. Es kommt auf Unternehmensseite darauf an, intensiv mit dem Kunden zu kommunizieren (Interaktionskompetenz zu entwickeln). Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie mit dieser Öffnung des Innovationsprozesses dynamischer und wirtschaftlicher werden. Reichwald/Piller (2006) beschreiben den gesamten Ansatz als Interaktive Wertschöpfung.

Viele erfolgreiche Beipiele aus der Open-Source-Bewegung zeigen, dass Menschen bereit sind, ihr Wissen einzubringen, um Produkte/Dienstleistungen weiterzuentwickeln. Unternehmen sollten diesen Trend positiv aufgreifen. Dabei kommt es auf Unternehmenseben darauf an, einen “Ermöglichungsraum” anzubieten (Took-Kit). Dieser unterscheidet sich von dem eher fest vorgegebenen Kombinationsmöglichkeiten (Konfiguratoren, Solution Space bei Mass Customization). Das Web 2.0 bietet heute auch für KMU kostengünstige Möglichkeiten.

Die Erfolge der ersten Unternehmen Threadless oder Zazzle in den USA (oder deren Nachahmer in Europa) zeigen, wie schnell die Kunden diese Entwicklung annehmen - und wie schnell damit Wirtschaftlichkeit erzielt werden kann. Bitte verwechseln Sie diese beiden Unternehmen nicht einfach mit Herstellern von Werbemitteln. Der Erfolg der Unternehmen liegt eindeutig in der Einbindung der Kunden in den Wertschöpfungsprozess - leider wird das häufig Mißverstanden. Aktuelle Informationen zu dem Thema finden Sie in der Kategorie Open Innovation.