Wissensmanagement

Warum brauchen wir eine Wissensökonomie?

businessmeeting„In Zukunft wird es immer weniger Kohleminen geben und immer weniger Gold, nach dem wir graben können. Alles, was wir tun können, ist, das Gold in unseren Köpfen zu nutzen“ (Prof. Peter Gruss, Präsident des Max-Planck-Instituts, in „Fabriken zwischen den Ohren“, DIE WELT vom 08.03.2004, S.31)

Prof. Bullinger, Chef des Fraunhofer-Instituts, hat schon 1997 dazu folgendes festgestellt:

Wandel zur wissensintensiven Wertschöpfung

Für die industrielle Arbeitswelt zeichnet sich derzeit ein Umbruch ab, der in seiner Tragweite mit der Durchsetzung der industriellen Massenproduktion verglichen werden kann. Globalisierung, Internationalisierung und Liberalisierung des Welthandels resultieren nicht nur in einer steigenden, globalen Wirtschaftsleistung, sondern auch durch die Intensivierung des Wettbewerbs, das Erstarken neuer Wettbewerber, die Beschleunigung des technologischen Wandels und der Produktinnovationen geprägt. Dies stellt die Unternehmen vor immer größere Herausforderungen. Nur die Unternehmen, die in den Bereichen Zeit, Kosten, Qualität und Innovation Spitzenleistungen erbringen, werden mittel- und langfristig im globalen Wettbewerb bestehen. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass wir uns von der Agrargesellschaft über die Industriegesellschaft zunehmend in Richtung einer Wissens- (Informations-) Gesellschaft entwickeln, die durch die verstärkte Wissensorientierung geprägt ist.

Wissen als strategischer Wettbewerbsfaktor

Wissen ist in diesem Kontext der Produktionsfaktor der Zukunft, der Energie und Rohstoffe, aber in zunehmenden Maße auch Arbeit und Kapital ersetzt. Gleichzeitig ist Wissen der einzige Rohstoff, der durch Gebrauch wertvoller wird. In seiner Studie über nationale Wettbewerbsvorteile misst Porter den Faktor Know-how und Wissen besondere Bedeutung zu. Wissen wird zum Motor und zur entscheidenden Größe im Wertschöpfungsprozess.

Herausforderungen

Im Kontext einer wissensintensiven Wertschöpfung sehen sich Unternehmen zum einen einer zunehmenden Bedeutung des Wertschöpfungsfaktors Wissen als einzigem nachhaltigen Erfolgsfaktor zur Realisierung von Wettbewerbsvorteilen gegenüber. Zum anderen unterliegt gerade diese entscheidende Größe einer immer kürzeren Gültigkeitsdauer und muss ständig weiterentwickelt werden. Zudem nimmt der für die Wertschöpfung notwendige Wissensumfang aufgrund zunehmender Komplexität der Produkte und Dienstleistungen und globaler Märkte immer zu (Knowledge Overload). Es stellt sich vermehrt die Frage, welches Wissen ist relevant, bzw. wissenswert? Für die deutsche Industrie sind deshalb folgende Fragestellungen von Bedeutung, um langfristig an unserem Standort wettbewerbsfähig sein zu können:

  1. Wie lässt sich individuelles und organisationales Wissen systematisch nutzen und weiterentwickeln?
  2. Wie kann individuelles (implizites) Wissen unternehmensweit transparent gemacht werden (explizites Wissen)?
  3. Wie kann relevantes Wissen dort bereitgestellt werden, wo es benötigt wird ?
  4. Wie ist individuelles Expertenwissen zu identifizieren, zu speichern und unternehmensweit zu transferieren (Wissensmanagement)?

wissensmanager-ihk-300Bitte informieren Sie sich auch zu dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Wissensmanager/in (IHK) und zu weiteren Angeboten auf unserer Lernplattform.

CC BY 4.0 Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung 4.0 international.

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