Wissensbilanz – Made in Germany

Robert Freund wissensbilanz-workshop03.jpgUm es gleich vorweg zu sagen: Ich unterscheide bewusst zwischen Wissensbilanz (im Allgemeinen) und der Wissensbilanz – Made in Germany (Blogbeitrag).

Verwirrende Begriffe: Wissensbilanz, Intellektuelles Kapital …

Das Vermögen eines Unternehmens besteht aus dem physischen Kapital (Materielle und finanzielle Werte) und dem Intellektuellen Kapital. Das Intellektuelle Kapital wiederum besteht aus den drei Hauptkomponenten Humankapital, Beziehungskapital und Strukturkapital. Diese Einteilung bezieht sich auf Sveiby und Edvinson, die das Thema schon sehr früh aufgegriffen haben.

Versucht man, den Begriff Intellektuelles Kapital näher zu definieren, so stellt man fest, dass die unterschiedlichsten Termini benutzt werden. Man findet Begriffe wie immaterielle Vermögensgegenstände, immaterielle Güter, intellectual capital, intellectual property, Intangible assets, Intangible (vgl. Schäfer/Lindenmayer 2004:10-11). Nicht zuletzt weisen Alznauer/Kiefel/Wille (2004:132) darauf hin, dass „im engeren Sinne die häufig verwendete Bezeichnung des Intellektuellen Kapitals nicht zutrifft, da vielmehr von intellektuellem Vermögen gesprochen werden müsste, weil es sich um Aktiva handelt.“ Dennoch hat sich der Begriff Intellektuelles Kapital etabliert.

Grenzen der bisher üblichen Bilanzmethoden

„Die traditionellen Bilanzmethoden beruhen meist auf theoretischen Annahmen, die sich in der heutigen Welt in der Form nicht mehr als haltbar erweisen können. Unternehmen werden mit einer doppelten Buchführung bewertet, die noch wie vor Jahrzehnten auf Vermögensarten wie Maschinen und Arbeit beruht und damit nur der Wert der ´greifbaren´ und knappen Unternehmensressourcen misst. Intellektuelles Kapital aber weist vollkommen andere Eigenschaften als die traditionellen Produktionsfaktoren auf. Da sich der Einsatzwert von Wissen zum einen durch Anwendung vergrößert und Wissen zum anderen in Überfluss und frei verfügbar ist, folgt das Management von Wissen teilweise anderen Gesetzmäßigkeiten als das klassischer Produktionsfaktoren, die bekanntlich nur begrenzt erhältlich sind und deren Wert sich bei Gebrauch verringert“ (Schäfer 2001:6). Es kommt also zunächst darauf an, das Intellektuelle Kapital zu zeigen – es transparent zu machen, um es steuern zu können (Interener Aspekt). Um das Rating (Basel II) zu verbessern, benötigen Banken eine Übersicht zum gesamten Vermögen eines Unternehmens. Zusammen mit der klassischen Bilanz kann die Wissensbilanz – Made in Germany dazu beitragen (Extrener Aspekt).

Wie sieht es in anderen Ländern Europas aus?

„Vorreiter auf dem Gebiet des Intellectual Capital Reporting ist Dänemark, wo mittlerweile mehr als 100 Unternehmen Wissensbilanzen erstellen und zu einem großen Teil auch publizieren. (…) Auch der norwegische Verband der Finanzanalysten hat (…) eine Leitlinie für das Reporting des intellektuellen Kapitals publiziert, das dieser als Guidelines für das Reporting von nicht-finanziellen Informationen bezeichnet“ (Leitner/Kaszter 2004:114-115). In der Zwischenzeit gibt es in fast allen europäischen Ländern einen Trend, das Intellektuelle Kapital darzustellen. Vorreiter auf dem Gebiet waren Sveiby und Edvinson, aber auch Koch (Österreich). In Deutschland hat man sich bei der Entwicklung stark an den österreichischen Entwicklungen orientiert. Auf der europäischen Ebene ist das Projekt InCaS zu erwähnen.

Wissensbilanz – Made in Germany

In Deutschland hat sich die Wissensbilanz – Made in Germany als ein geeigneter Standard gerade auch für KMU erwiesen. „Neben der Wissensbilanz – Made in Germany gibt es weitere Modelle, mit denen man das Intellektuelle Kapital darstellen kann – wobei jedes Modell seine Stärken und Schwächen hat. Die Wissensbilanz – Made in Germany ist ein induktiv-analytischer Ansatz, bei dem es stark auf den Moderationsprozess ankommt. Um die Qualität der Wissensbilanz – Made in Germany zu sichern, sollte der Moderationsprozess von Mitgliedern des Moderatorennetzwerks durchgeführt werden, dem ich seit 2005 auch angehöre. Der neue Leitfaden 2.0 beschreibt die Methode und die erforderlichen Workshops, deren Ergebnisse dann in der Toolbox erfasst und ausgewertet werden. Machen Sie doch einfach einen kostenlosen Schnelltest.

In den letzten Jahren habe ich verschiedene Wissensbilanzen – Made in Germany moderiert, sodass ich in der Zwischenzeit auf reichhaltige praktische Erfahrungen verweisen kann (Referenzen auf Anfrage). Weiterhin organisiere ich mit verschiedenen Partnern Roadshows zur Wissensbilanz – Made in Germany.

Wissensmanager

wissensmanager-ihk-300Nicht zuletzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass die Wissensbilanz – Made in Germany auch Bestandteil des von mir entwickelten Blended-Learning Lehrgangs Wissensmanager (IHK) ist. Informationen finden Sie in der Kategorie Wissensbilanz – Made in Germany und Hinweise zu weiteren Blended Learning Lehrgängen mit IHK-Zertifikat auf unserer Lernplattform.

CC BY 4.0 Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung 4.0 international.

Ein Gedanke zu „Wissensbilanz – Made in Germany

  1. Pingback: Wissen im Ausverkauf – zu welchem Preis? | jörg michael : wissensdialogjournal

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *