Uncertainty was always a problem – so what?

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In der heutigen VUCA-Diskussion wird häufig suggeriert, dass „Uncertainty“ heute ganz neu ist, da es in der Vergangenheit wohl nur „Certainty“ gab – was natürlich Unsinn ist. Es gab in der Vergangenheit eine scheinbare Sicherheit, da die überall vorhandene Unsicherheit scheinbar berechenbar und somit beherrschbar gemacht wurde. Die weltweite Vernetzung von allem zeigt nun, dass die Unsicherheit mit den üblichen Vorgehensweisen/Mechanismen/Reflexen nicht abbildbar und somit nicht beherrschbar ist. Es ist also erforderlich den Umgang mit „Uncertainty“ im Sinne einer Knight´schen Uncertainty (Knight 1921) zu erlernen, und sie somit zu bewältigen – nicht zu beherrschen

Fritz Böhle (2009) hat die Zusammenhänge wie folgt beschrieben: In a first step, the Field of Action “Management of Uncertainty” developed problem-oriented expertises. They show how new ways of dealing with uncertainty become necessary in various practical fields of economy and work and how new approaches can already be found in scientific discussion. The expertises relate to the fields (1) People, (2) Organizations and (3) Technology and highlight changes in dealing with uncertainty (1) in vitas, biographies and learning, (2) in project organization and product innovation and (3) in complex technological systems. The expertises pursue the questions how
• Uncertainty has always been a problem
• It has been and still is tried to transform Uncertainty into certainties
• Dealing differently with Uncertainty becomes a new challenge in current developments
• New approaches on dealing with uncertainty emerge in science and practice.

Der neue Umgang mit Uncertainty wird also die neue Herausforderung in der Gesellschaft, in den Unternehmen und für den Einzelnen. Die Bewältigung von Uncertainty ist nicht alleine technisch (mathematisch, modellhaft) zu schaffen, sondern auch nur mit Hilfe des Menschen, der im Laufe der Evolution gelernt hat auf vielfaltiger Weise Uncertainty zu bewältigen. In diesem Sinne sind die individuellen Dispositionen zur Bewältigung komplexer Probleme (Kompetenz als Selbstorganisationsdisposition) wichtige Elemente nicht nur für den einzelnen Mitarbeiter, sondern auch für Teams, für die gesamte Organisation und für Netzwerke. Siehe dazu auch Freund, R. (2011): Das Konzept der Multiplen Kompetenz auf den Ebenen Individuum, Gruppe, Organisation und Netzwerk.

Warum sollten wir das In-Beziehungen-Denken neu lernen?

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Ein gutes Beispiel dafür, was in komplexen Systemen passiert ist das Gehirn, da es das das komplexeste und leistungsfähigste Organ ist, das wir kennen.

Und diese Leistungsfähigkeit liegt – nach allem, was wir bislang aus der Hirnforschung wissen – nicht zuletzt daran, dass die Verknüpfungen wichtiger als die Teile sind. Das Gehirn funktioniert, weil etwas zwischen den Neuronen passiert – elektrische und chemische, möglicherweise auch rhythmische Verbindungen, Vernetzungen, Beziehungen. Es existiert keine zentrale Instanz, (…) (Mutius 2004:27).

Es erscheint also in komplexen Systemen wie Gesellschaften, Märkten und Organisationen wichtig zu sein, auf „Muster, die verbinden“ (Gregory Bateson) zu achten. Neu zu lernen wäre also das In-Beziehungen-Denken (Mutius 2004:17), was uns nicht leicht fällt, da wir es seit dem 18. Jahrhindert gewohnt sind, von stetigem Fortschritt, Beherrschbarkeit der Natur usw. auszugehen (Einfache Modernisierung). Dieses Mindset zu ändern ist in der heutigen Reflexiven Modernisierung die Aufgabe in allen Bereichen unserer Gesellschaft.

Diese soziologisch seit Jahren gut beschriebene Situation mit ihren Auswirkungen der Kontingenz, der Entgrenzungen, der stärkeren Selbstorganisation usw. usw. wird von betriebswirtschaftlich ausgerichteten Marktteilnehmern oft genutzt, um Geschäfte zu machen. Dabei wird allerdings kaum – oder gar nicht – auf die vielfältigen Vorarbeiten aus der Soziologie eingegangen. Auch hier wäre ein In-Beziehungen-denken angebracht.