Die Multiple Intelligenzen Theorie von Howard Gardner wird heftig kritisiert und auf der anderen Seite heftig vertreten. Dabei gibt es auf beiden Seiten durchaus viele Mißverständnisse, die dazu beitragen, dass das Bild der Multiplen Intelligenzen Theorie manchmal etwas unscharf ist. Es ist daher gut, dass Howard Gardner nun die neue Webseite MI-OASIS (Multiple Intelligences – Official Authoritative Site of Multiple IntelligenceS) veröffentlicht hat. Das Wörtchen „authorative“ soll wohl darauf hinweisen, dass nicht überall die jeweiligen Kompetenzen vorhanden sind, um die Multiple Intelligenzen Theorie angemessen zu erläutern. Nach dem von mir initiierten EU-Projekt MIapp (2004-2006) und den Erfahrungen als externer Experte für die MI-Theorie im EU-Projekt InPath, kann ich dem nur zustimmen.
Cultures of Creativity
Das Buch David Gauntlett, D. & Bo Stjerne Thomsen (2013): Cultures of Creativity wurde von der LEGO Foundation herausgegeben und zeigt auf, wie sich Kulturen entwickeln, wenn Menschen spielen, umsetzen und teilen (Share Economy?):
Cultures develop when people find ways to play, make, and share. This report describes how human cultures can be characterized by their similarities rather than their differences, and emphasizes the importance of recognizing playfulness and creativity to develop societies prepared to accommodate the rapid changes associated with technology and globalization.
Die leidigen Diskusionen um Leitkulturen sollten daher durchaus einmal infrage gestellt werden.
TED2013: Lernen in der Cloud?
The Future of Learning is about Creative Learning
Die neue Sicht auf Intelligenz
Es ist spannend zu sehen, wie sich die Forscher der Künstlichen Intelligenz immer mehr auch mit einem umfassenderen, neuen Verständnis von Intelligenz befassen. Einer der führenden europäischen Forscher auf der Gebiet der Künstlichen Intelligenz, Rolf Pfeifer, hat erste Hinweise in seinem Buch Pfeifer, R.; Bongard, J. (2007): How the Body Shapes the Way We Think: A New View of Intelligence veröffentlicht. Auf der TedxZurich2013 hat Rolf Pfeifer den Gedanken noch einmal auf den Punkt gebracht:
Traditionally, in disciplines like artificial intelligence, robotics, and neuroscience, intelligence is viewed as located in the brain and as a consequence, there has been a focus on the study of the brain itself or more generally, the control. Recently, especially with the rise of biologically inspired approaches, there has been increasing consensus that intelligence is not localized in the brain, but is distributed throughout the entire organism, and that it is the result of an intricate relation between brain, body, and environment.
Intelligenz zeigt sich somit in einer intelligenten Problemlösung (Complex Problem solving) bei der der Geist, der Körper und das Umfeld (Kontext der Problemlösung) interagieren. Genau diese Überlegungen sind Bestandteil der Multiple Intelligenzen Theorie, die von Howard Gardner vertreten wird.
EU-Projekt InPath: Innovatives Praxishandbuch veröffentlicht
„Das Projekt IN PATH – Intelligent Pathways for Better Inclusion hat ein innovatives Praxishandbuch mit Trainingskurs entwickelt, das von Trainern und Sozialarbeitern im Bereich der Erwachsenbildung genutzt werden kann, um die Anpassung von pädagogischen Techniken an die Lernstile und Intelligenzprofile von benachteiligten und am Rande der Gesellschaft stehenden Bürgern zu fördern. Basis dieses Projektes ist die Theorie der Multiplen Intelligenz von Howard Gardner. Weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf der IN PATH-Website www.spi.pt/inpath sowie auf Facebook http://www.facebook.com/InPath.Project.“ Siehe dazu auch den 4. Newsletter des EU-Projekts. Es freut mich sehr, dass ich bei der Erarbeitung des Praxishandbuchs im Rahmen eines Workshops an der Universität Erlangen als Experte für die Multiple Intelligenzen Theorie mitarbeiten durfte. Siehe dazu auch das von mir initiierte EU-Projekt MIapp (2004-2006) und Freund, R. (2011): Das Konzept der Multiplen Kompetenz auf den Analyseebenen Indivisuum, Gruppe, Organisation und Netzwerk.
Was motiviert uns eigentlich?
InPath: 3. Newsletter zu dem EU-Projekt veröffentlicht
Wie schon in einem vorherigen Blogbeitrag berichtet, war ich am 20. und 21.04.2013 zu einem Workshop an der Universität Erlangen als Experte für die Multiple Intelligenzen Theorie eingeladen. In der Zwischenzeit sind auch in anderen europäischen Ländern entsprechende Workshops durchgeführt worden. Darüber informiert u.a. auch der 3. Newsletter des EU-Projekts InPath. Sie finden dort auch ein Bild von dem Workshop in Erlangen. Es freut mich, dass nach dem von mir initiierten EU-Projekt MIapp sich weiterhin EU-Projekte mit der Multiple Intelligenzen Theorie befassen. Siehe dazu auch EU-Projekt InPath: Zertifikat für Jutta Pfau-Freund im Rahmen eines Workshops an der Universität Erlangen. Sollten Sie an dem Thema interessiert sein, so sprechen Sie mich bitte an. Gerne können wir ein unverbindliches Gespräch vereinbaren.
Wettbewerbsfähigkeit, Lernen, Kompetenz und Intelligenz hängen zusammen – aber wie?
Die heutige Arbeitswelt hat sich starkt verändert. „The core competences of the knowledge age include creative problem solving, innovation the ability to work under pressure, and interpersonal, teamwork and leadership skills“ (Sallis/Jones 2002:80). In diesem Kontext kommt dem Lernen eine zentrale Bedeutung zu. Ein moderner Lernbegriff mit seinen vier Dimensionen (Dewe/Weber 2007) versteht Lernen als Problemlösungsprozess unter Unsicherheit und wird zur Basis eines entsprechenden Lernmanagements auf den Systemebenen Individuum, Gruppe, Organisation und Netzwerk (vgl. Pawlowsky 2003:75f.) in Unternehmen. Dadurch wird Lernen zum Lernmanagement und letztlich zum Kompetenzmanagement in den Organisationen (Zusammenhang). Zentraler Aspekt ist hier die Frage, wie gelernt wird, doch viele Mitarbeiter und Führungskräfte wissen darüber einfach zu wenig: „Success in the marketplace increasingly depends on people learning, yet most people do not know how to learn“ (Argyris 1998) oder „The rate at which organizations learn may become the only sutainable source of competitive advantage“ (Senge 1990) zeigen die Problematik auf. Ein Ansatz kann hier die Intelligenz bieten, da Intelligenz und Lernen über die Bewältigung einer (komplexen) Probelmlösung zusammenhängen. Arbeitsweltbezogenes Handeln – und die dafür erforderlichen Kompetenzen – stehen allerdings in engen Zusammenhang zu einem neuen Intelligenzverständnis, das zu diesen vielfältigen/multiplen Entwicklungen eine bessere Passung hat, als das reduzierte IQ-Verständnis. Dabei geht es nicht um ein entweder-oder sondern um ein sowohl-als-auch, also um ein integratives Verständnis von Intelligenz. Bei der Betrachtung der heutigen Arbeitsleistung reicht der IQ nicht mehr aus: “Die Triarchische Theorie (vgl. Sternberg 1984/1985) und die Multiple Intelligenzen Theorie (vgl. Gardner 1983/1993) sind auch dazu geeignet, Brücken zwischen den verschiedenen Ansätzen der Intelligenzforschung zu schlagen, und dem arbeitsweltbezogenen Handeln mit seiner Kontextabhängigkeit und Komplexität gerecht zu werden (vgl. Jez 2005:54). Beide Theorien integrieren damit bisher disparate Forschungsergebnisse und Theorien, wodurch sich ein neuer Rahmen für ein besseres Verständnis von menschlicher Intelligenz und Kompetenz ergeben kann (vgl. Kail/Pellegrino 1988:166). Siehe dazu auch Freund, R. (2011): Das Konzept der Multiplen Kompetenz auf den Analyseebenen Individuum, Gruppe, Organisation und Netzwerk, Wen interessiert schon die Lerngeschwindigkeit?
EU-Projekt InPath: Zertifikat für Jutta Pfau-Freund im Rahmen eines Workshops an der Universität Erlangen
Das EU-Projekt InPath befasst sich mit den Möglichkeiten der Multiple Intelligenzen Theorie. In verschiedenen europäischen Ländern wurde ein entwickeltes Handbuch in zweitägigen Workshops einem Praxistest unterzogen. Für den zweitägigen Workshop des Instituts für Lerninnovation an der Universität Erlangen wurde ich als Experte für die Multiple Intelligenzen Theorie hinzugezogen. Am ersten Tag wurde das EU-Projekt InPath kurz von Frau Dr. Tenckhoff-Eckhardt vorgestellt. Anschließend habe ich die Multiple Intelligenzen Theorie erläutert und auf verschiedene Mißverständnisse hingewiesen. Danach haben die Teilnehmer Übungen durchgeführt, die ich vorher aus dem Projekthandbuch ausgesucht hatte. Ziel war es, am Ende einer jeden Übung zu reflektieren und Verbesserungspotenziale zu erarbeiten, die dann im abschließenden Dokument bis Herbst 2013 eingearbeitet werden sollen. Jutta Pfau-Freund und alle anderen Teilnehmer haben für die Teilnahme ein Zertifikat erhalten. Es war für uns schön zu sehen, wie wichtig die Multiple Intelligenzen Theorie in den verschiedenen europäischen Ländern ist. In Deutschland ist die Multiple Intelligenzen Theorie noch nicht so verbreitet… Siehe dazu auch das EU-Projekt MIapp und meine verschiedenen Veröffentlichungen zum Thema.
