Es wird immer deutlicher, dass Digitale Souveränität für Europa immer wichtiger wird. Die Lünendonk®-Studie 2026 hat das wieder einmal deutlich gezeigt.
„Digitale Souveränität ist kein abstraktes Leitbild mehr – sie hat sich zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor mit klar messbarem Business Impact entwickelt. 2026 steht Europa an einem digitalen Wendepunkt“ (Lünendonk®-Studie 2026).
Die Ergebnisse sind eindeutig: 96% der Befragten erwarten, dass Digitale Souveränität auch bei einer Entspannung der geopolitischen Lage ein zentrales Thema bleibt.
Wenn dem so ist, stehen Unternehmen vor der Frage, wie eine Digitale Souveränität erreicht werden kann. In vielen Beiträgen, und auf dieser Seite habe ich dazu konkrete Schritte aufgezeigt.
Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, die vom 16.-19.09.2026 in Balatonfürde, Ungarn stattfindet, werde ich ein Paper zum Thema vorstellen:
Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs
Mistral AI ist ein französisches Unternehmen, das eine Modellfamilie veröffentlicht, die europäischen Anforderungen an KI-Modelle entspricht, und Open Source verfügbar ist. (Open Models) Die Leistungsfähigkeit von den Mistral- Modellen nähert sich den Cloud AI Modellen (Closed Models) wie ChatGPT, Gemini etc. an (Open Source AI holt auf). Mit Le Chat gibt es auch eine europäische Alternative zu ChatGPT.
Mistral-Modelle können bei Mistral selbst, also auf in deren Cloud, getestet werden. Darüber hinaus ist es auch möglich, die Modelle über Hugging Face herunterzuladen und auf dem eigenen Server zu nutzen, z.B. mit LocalAI.
Der Trend zu immer kleineren, speziellen und leistungsstarken Modellen (SLM: Small Language Models) macht es immer attraktiver, solche Modelle auf dem eigenen Laptop, also auf „Heim-Hardware„, zu nutzen. Das ist u.a. auch mit Mistral möglich. Wie genau, wird in dem folgenden Artikel gut beschrieben:
Künstliche Intelligenz (GenAI) kann in der Zwischenzeit viele traditionelle Tätigkeiten oder Abläufe optimieren und ersetzen. Bei der Interaktion mit KI-Modellen passt sich diese immer stärker an die Anforderungen des Nutzers an.
Künstliche Intelligenz verstärkt durch diese Personalisierung allerdings – oft unbemerkt vom Nutzer – Schmeicheleien (Blogbeitrag). Es wundert daher nicht, dass KI immer mehr als Compagnon wahrgenommen wird, der möglicherweise als angenehmer empfunden wird, als andere Menschen. Es kommt bei dieser Entwicklung zu einer Art Transformation von den eher funktionsorientierten Nutzung der KI, hin zum Aufbau von einer Art „Beziehung“.
„AI companions differ from traditional task-oriented AI by prioritizing relationship building over functionality (Zhang and Lu, 2023; Zhang et al., 2025). Modern systems incorporate memory of past interactions, can recognize emotion, and adapt their responses to individual users’ needs (Yang et al., 2025). Platforms like Replika, Character.ai, and XiaoICE have attracted user bases in the millions. Many users have reported forming emotional attachments to their AI companions, viewing them as friends, mentors, or romantic partners (Zhang et al., 2024; Kouros et al., 2024)“ (The AI Index 2026 Annual Report).
Einerseits ist also die Anpassung an die persönlichen Bedürfnisse eine positive Entwicklung, andererseits kann es über den Weg der (unbemerkten) Schmeicheleien einen Lock-in geben, aus dem die jeweiligen Nutzer selbst nicht mehr herauskommen. Diese sich dann entwickelnde Pfadabhängigkeit ist aus der Innovationsforschung bekannt.
Beyer (2005) weist allerdings in seinem Beitrag darauf hin, dass es auch dazu kommen kann, dass „Akteure jeweils einen Schlüssel finden können, um das Schloss wieder aufzuschließen“.
Beyer, J. (2005): Pfadabhängigkeit ist nicht gleich Pfadabhängigkeit!Wider den impliziten Konservatismus eines gängigen Konzepts, in Zeitschrift für Soziologie, Jg. 34, Heft 1, Februar 2005, S. 5–21 | PDF
Meine Veröffentlichungen sind zum größten Teil auch auf ResearchGate zu finden. Darunter sind eigene Paper/Chapter und auch gemeinsame Veröffentlichungen mit Kollegen. Im Vergleich zum Januar 2023 haben sich die „reads“ bis zum Januar 2026 auf 19.803 erhöht – ein sattes Plus von 4.777.
Die Anzahl der „reads“ auf Researchgate schwankt je nach Thema und Autor sehr stark, sodass ein Vergleich schwierig ist. Dennoch kann ich – zusammen mit den Co-Autoren – sagen, dass 900 reads für das angegebene Paper bemerkenswert viel ist. Es freut uns, dass an dem Thema wohl Interesse besteht. Thanks to my colleagues and co-authors!
Zwei neue Paper stelle ich auf der MCP 2026, vom 16.-19.2026 in Balatonfüred, Ungarn, vor:
Digital Sovereignty and Open-Source AI: A European Way for Innovative SMEs
Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personalized Framework
Bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz kommt es immer stärker darauf an, KI-Agenten sinnvoll und effizient einzusetzen. Dabei geht es oft auch darum zu wissen, welche Token-Kosten bei der Nutzung von KI-Agenten anfallen.
Bei der Abrechnung auf Basis von Tokens geht es um die Menge verarbeiteter Textbausteine (Tokens), die sich Modelle wie GPT-4 oder Gemini gut bezahlen lassen. Dabei kommt es allerdings oftmals zu starken Schwankungen, und zu regelrechten Abrechnungsschocks.
In einer Studie haben Forscher nun untersucht, inwiefern KI-Agenten bei Codierungs-Aufgaben (coding tasks) in der Lage sind, vor Start des Tasks die Kosten für die benötigten Tokens vorherzusagen. Immerhin wäre eine gut abschätzbare, und somit im voraus gut planbare, Anzahl von Tokens für die wirtschaftliche Bewertung von coding tasks von großer Bedeutung. Eine aktuelle Studie belegt allerdings sehr ausführlich, dass KI-Agenten dazu nicht in der Lage sind:
“Agents are not capable of predicting their own token costs. This is the fundamental bottleneck for result-based pricing for agents. You can’t really price the agent well unless you can figure out the cost, but now you only see the token costs after everything is done” (Bai, L. et al. (2026) https://arxiv.org/abs/2604.22750).
Man wird also erst nachdem alles erledigt ist wissen, was alles gekostet hat (in Token-Kosten). In dem genannten Paper sind noch viele weitere Detail zu finden.
Gerade Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU), die stark auf ihre Kosten achten müssen, können die Ergebnisse der Studie eine gute Basis für die wirtschaftliche Nutzung von KI-Agenten sein.
Jeder benutzt in seiner Kommunikation Emojis, die oft in den üblichen Apps enthalten sind. Um sich etwas zu unterscheiden, haben Studenten mit ihren zwei Professoren das Open Source Projekt OpenMoji ins Leben gerufen.
„OpenMoji is an open source project of 80+ students and 2 professors of the HfG Schwäbisch Gmünd and many external contributors“ (ebd.).
Die Symbole sind somit für jeden frei nutzbar, und können in verschiedenen Größen und Farben – auch Schwarz/Weiß – heruntergeladen werden.
Wieder ein schönes Beispiel für Open Source Projekte, die unseren Alltag bereichern. Mehr Beiträge zu Open Source finden Sie hier.
Im April fand in Rom eine Konferenz für Henry Chesbrough statt, um das Werk des Forschers zu seinem 70. Geburtstag zu ehren. Chesbrough hat mit seinem Ansatz eines eher offenen Innovationsprozesses (Open Innovation) in Organisationen, und auch in Forschungsbereichen viel bewirkt.
Enge Mitstreiter haben sich daher in Rom zusammengefunden, auch um Paper zum Thema und zur Person vorzustellen, die in den nächsten Monaten veröffentlicht werden sollen.
Ich bin sehr auf die verschiedenen Veröffentlichungen gespannt, denn ich habe den Weg von Henry Chesbrough in den letzten Jahren intensiv verfolgt.
Beispielsweise habe ich Henry Chesbrough schon auf dem MCPC 2011: 6th Worldcongress on Mass Customization, Personalization and Co-Creation, UC Berkeley, San Francisco, USA (Blogbeitrag) live erlebt.
Es war auch für mich inspirierend zu sehen, wie die Öffnung des Innovationsprozesses (Open Innovation) in Organisationen entwickelt werden kann, und was es für die Organisationen und für deren Kunden bedeutet. In der Zwischenzeit gibt es in allen Bereichen Beispiele für die den erfolgreichen Einsatz von Open Innovation – auch in Zeiten Künstlicher Intelligenz.
In einem meiner beiden Paper, die für die MCP 2026, 16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn angenommen wurde, gehe ich auch auf Open Innovation ein. Allerdings betrachte ich hier eher die Perspektive von Eric von Hippel, der Open User Innovation favorisiert.
Wenn es um Künstliche Intelligenz geht, lesen wir in letzter Zeit immer häufiger, dass für die großen KI-Modelle „unbedingt“ größere Rechenzentren benötigt werden. Dafür wurden auch schon hohe Milliarden-Beträge auf dem Kapitalmarkt eingesammelt. Es scheint hier kein Limit zu geben.
Andererseits stehen allerdings auch Fragen zu den dafür benötigten Ressourcen im Raum. In einer modernen Welt geht es nicht mehr alleine um die Bedürfnisse von Tech-Konzernen, sondern auch darum, eine lebenswerte Umwelt zu erhalten. In dem Zusammenhang geht es somit auch um den CO2-Verbauch und um den Bedarf an Wasser. Dazu findet man im Aktuellen AI Report folgendes:
„AI’s environmental footprint is expanding alongside its capabilities. Grok 4’s estimated training emissions reached 72,816 tons of CO2 equivalent. AI data center power capacity rose to 29.6 GW, comparable to New York state at peak demand, and annual GPT-4o inference water use alone may exceed the drinking water needs of 12 million people“ (AI Report 2026).
Es ist schon erstaunlich, welche Ressourcen die hier genannten KI-Modelle verschlingen. Dabei streben die großen KI-Systeme eine übergreifende Art von Intelligenz an: Artificial General Intelligence (AGI), die der menschlichen Intelligenz weit überlegen sein soll. Betrachten wir daher einmal, wie viel Energie ein Mensch für eine komplexe Problemlösung benötigt:
„Unser Gehirn benötigt für hochkomplexe Informationsübertragungen und -verarbeitungen weniger Energie als eine 30-Watt-Glühbirne“ (Prof. Dr. Amunts).
Es wird deutlich, dass der Energieverbrauch der großen Tech-KI-Modelle weniger intelligent ist, als man es uns weismachen möchte. Es wundert daher nicht, dass die Entwicklung immer größerer Modelle (Large Language Models) infrage gestellt wird.
Forscher sind aktuell auf der Suche nach Modellen, die ganz anders aufgebaut sind und nur einen Bruchteil der aktuell benötigten Energie verbrauchen. Gerade in China gibt es dazu schon deutliche Entwicklungen. Auch in Deutschland befassen sich Forscher mit dem Thema neuroinspirierte Technologien.
Auf der Produktionsseite sind daher schon fast alle Prozesse digitalisiert, sodass die meisten Produkte schon heute ohne großen Aufwand individualisiert werden können. Auf der Kundenseite haben die vielen Konfiguratoren manchmal mehr Verwirrung gestiftet, als dass es für die Kunden nützlich war.
Interessant ist, dass Mass Customization and Personalization durch Künstliche Intelligenz wieder eine Art Revival erlebt.
Einer der führenden Innovationsforscher, Prof. Dr. Frank Piller von der RWTH Aachen, hat nun in einem Podcast mit der Sendung WDR Quarks – Wissenschaft und mehr, Mass Customization, und die neuen Möglichkeiten durch Künstliche Intelligenz, erläutert. Das Gespräch ist in dem Podcast bis Minute 34:26 zu hören.
Maßanfertigung für Massen WDR 5 Quarks – Wissenschaft und mehr 07.04.2026 01:20:01 Std.
Es freut mich, dass Mass Customization nicht nur in der Forschung, sondern auch im allgemeinen Bewusstsein der Kunden wieder thematisiert wird.
Aktuelle Entwicklungen werden auf der von mir initiierten Konferenz Mass Customization and PersonalizationMCP 2026, vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, Ungarn, vorgestellt.
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