Auf der MCP 2026 in Balatonfüred (15.-19.09.2026) ging es um Customization and Personalization. Mit meinem Paper Freund, R. (2026): Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework konnte ich aufzeigen, welche Möglichkeiten es heute für User gibt, ihre Ideen in einem Personal Fabrication Framework umzusetzen.
Ich werde immer wieder darauf angesprochen, ob es sich lohnt, sich mit User Innovation – speziell mit Open User Innovation nach Eric von Hippel – zu befassen. Immerhin sind Unternehmen, Institutionen zur Förderung von Innovation und auch Universitäten eher an dem klassischen Innovationsansatz interessiert, der von Schumpeter geprägt ist. An Universitäten forschen Professoren und Studenten beispielsweise gerne an innovativen Projekten für Unternehmen, da sie (Professoren und Studenten) sich hiervon Finanzmittel und möglicherweise auch Jobs versprechen.
Das ist durchaus verständlich, doch zeigen verschiedene Entwicklungen in der Innovationsforschung auf, dass von Unternehmen skalierte Innovationen oft von Usern ausgegangen sind. Es lohnt sich daher auch für Unternehmen, sich mit User Innovation zu befassen. Die Abbildung stellt noch einmal die unterschiedlichen Ansätze von User Innovation (Household Innovation) und Business Innovation gegenüber.
Einerseits können User immer mehr Ideen selbst herstellen, andererseits gibt es immer weniger Unternehmen, die wirklich innovativ sind (Innovationsmilieu, Bertelmann 2025). Zwischen beiden Polen existiert ein Kontinuum an Möglichkeiten. Almudi et al. haben 2026 dazu ein Paper veröffentlicht, in dem sie aufzeigen, wie ein theoretischer Rahmen dazu aussehen kann:
„It has sometimes been argued that von Hippel innovation is very small relative to typical expenditures on an innovation project by a firm. This observation is correct but is, we think, the wrong way to judge importance. User innovation should be seen as a scanning and prototyping function, involving tens of millions of individuals continuously exploring the frontiers of the desirable and possible. Producer innovation, in contrast, focuses investment in specific development areas where user-innovators have identified signals of commercialization gold“ Almudi et al. (2026). Open user innovation, producer innovation and industrial dynamics: An ABM approach.
Auf dieses Framework werde ich in weiteren Blogbeiträgen noch einmal eingehen.
Wenn wir mit Künstlicher Intelligenz arbeiten, interagieren wir mit Large Language Models (LLMs), die mit Daten trainiert und weiterentwickelt wurden. Die Antworten erscheinen uns menschlich zu sein, da sie meistens zu dem passen, was wir uns in unserer Kultur vorstellen.
In dem Paper Atari et al. (2023): Which Human? gehen die Forscher der Frage nach, um welchen Menschen – um welches Menschenbild – es sich hierbei handelt. Dabei haben sie festgestellt, dass die bekannten KI-Modelle eine WIRED-Perspektive einnehmen. WEIRD populations (Western, Educated, Industrialized, Rich, and Democratic).
Wie in der Abbildung zu erkennen, haben allerdings viele Kulturkreise, Regionen, Länder ein anderes Menschenbild, das sich von dem genannten WEIRD erheblich unterscheidet. Das wiederum führt zu der Frage, ob die anderen Regionen dieser Welt die von westlichen Big Tech entwickelten LLMs übernehmen werden, oder sie ihre eigenen LLMs benötigen, die ihre eigene Sprache, ihre kulturellen und regionalen Besonderheiten berücksichtigen.
Nach dem AI Report 2026 (Stanford University) gibt es in der Zwischenzeit einen deutlichen Trend in Richtung regionaler/nationaler LLMs, die gerade das ermöglichen. Wie ich in der von mir erstellten Open Street Map zu EU-Modellen zeigen konnte, gibt es sogar in Europa schon sehr viele solcher Modelle auf Open Source oder Open Weight Basis.
Solche Zusammenhänge habe ich auch in meinem Paper Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs auf der MCP 2026 in Balatonfüred, Ungarn aufgezeigt.
Auf dem Weg zum Großglockner (c) Dr. Robert FreundLadestationen im Moxy Downtorn Budapest (c) Dr. Robert Freund
Mit unserem BMW i4 e35 sind wir vom 09.09.-25.09.2026 in fünf europäischen Ländern unterwegs gewesen: Deutschland – Tschechien – Österreich – Ungarn -Schweiz – Deutschland. Die Reichweite lag je nach Fahrstrecke (Autobahn, Landstraßen oder Stadtverkehr) und bei 100% Kapazität der Batterie bei maximal 472 km. Zum Laden haben wir entweder unsere BMW Charging Card oder unsere Kreditkarte (nur 1x) genutzt.
Burgwald (Deutschland) – Prag (Tschechien): 572 km Mit 100% Kapazität (Zuhause an unserer Wallbox aufgeladen) sind wir von Burgwald aus nach Prag gefahren. Im Raum Dresden konnten wir an einer Schnellladestation problemlos aufladen. Da wir Pause machen wollten, haben wir die Batterie gleich auf 100% aufgeladen. Anschließend ging es über die Autobahn weiter nach Prag in das Hotel Panorama by Verdi. Dort konnten wir „vor der Tür“ über eine Normalladesäule wieder auf 100% aufladen – während wir in der Stadt unterwegs waren.
Prag (Tschechien) – Wien: 330 km Mit 100% Kapazität sind wir weiter nach Wien gefahren. Im Raum Brünn haben wir eine Mittagspause genutzt, und in einer an der Autobahn liegenden Shopping Mall aufgeladen – auch wieder 100% an einer Schnellladestation. Die Strecke nach Wien in das NH Hotel Danube sind wir dann ohne weiteren Ladestopp gefahren.. In dem Hotel gab es auch Normalladestationen, doch haben wir uns dazu entschlossen, auf der Fahrt nach Budapest aufzuladen.
Wien (Österreich) – Budapest (Ungarn): 247 km Der nächste Ladestopp war dann auf der Autobahn nach Budapest, auch an einer Schnellladestation, wo wir die Batterie wieder auf 100% aufgeladen haben. Im Moxy Downtown Budapest gab es eine positive Überraschung: Alle Hotel-Parkplatze in dem Parkhaus waren grundsätzlich mit einer Normalladestation ausgestattet (Foto oben), sodass das Laden einfach durchgeführt, und über das Hotel abgerechnet werden konnte. Da die Mitarbeiter an der Rezeption den ,Ablauf noch nicht so gut kannten, haben wir uns allerdings dazu entschlossen, nicht im Hotel zu laden, da wir noch genügend Kapazität in der Batterie hatten.
Budapest (Ungarn) – Balatonfüred (Ungarn): 134 km Wir sind ohne Ladestopp bis nach Balatonfüred gefahren. In dem Hotel gab es Ladesäulen, die allerdings nur mit einer speziellen App genutzt werden konnten. Wir haben es vorgezogen, kurz zu einer Schnellladestation in Balatonfüred zu fahren (600m), um die Batterie wieder auf 100% zu laden.
Balatonfüred (Ungarn) – Innsbruck (Österreich): 739 km Da wir über den Großglockner fahren wollten, haben wir im Raum Graz und vor dem Großglockner geladen. Durch die Rekuperation haben wir bei der Abfahrt vom Großglockner bis nach Innsbruck deutlich sehen können, wie sich die Batterie wieder aufgeladen hat. Im Motel One Innsbruck haben wir in der Tiefgarage gerade noch einen Stellplatz bekommen, sodass wir zum Laden nicht an die Normalladestationen wechseln wollten. Es wäre nicht klar gewesen, dass wir wieder einen Stellplatz finden, wenn wir temporär zu einer Ladestation gewechselt hätten. Hier haben wir an das Moxy Downtown in Budapest gedacht: Dort bot jeder Hotel-Stellplatz die Möglichkeit, sein Fahrzeug aufzuladen.
Innsbruck (Österreich) – Uster bei Zürich (Schweiz): 270 km Nach der Abfahrt aus Innsbruck haben wir auf der Autobahn Richtung Uster bei Zürich noch einmal auf 100% geladen. In dem Hotel Illuster in Uster konnten wir in der Tiefgarage unser Auto an einer Normalladestation wieder auf 100% laden – in der Zeit, in der wir Bekannte besucht haben.
Uster bei Zürich (Schweiz) – Burgwald (Deutschland): 534 km Da wir die Batterie im Hotel Illuster in Uster auf 100% geladen hatten, brauchten wir auf der Fahrt nur einmal laden. An einer Schnellladestation auf der Autobahn in Deutschland haben wir eine Pause gemacht schnell auf 80% geladen. Das hat für die Rückfahrt nach Burgwald inkl. Puffer gereicht.
Insgesamt waren wir positiv überrascht, wie problemlos das Aufladen in den verschiedenen Ländern, an verschiedenen Ladestationen und an verschiedenen Orten (an der Autobahn, in Shopping Malls, Hotels etc.) war. Nach den vielen, oft negativen Beiträgen zu E-Autos, hatten wir wohl eine entsprechende Erwartungshaltung entwickelt – die war allerdings unbegründet.
Die BMW Charging Card hat sich bewährt. Die Preise pro kwh lagen sehr weit auseinander: Von 0,28 Euro bis 0,78 Euro. Wir sind sicher, dass sich diese Preise durch den größeren Wettbewerb und das größere Angebot an elektrischer Energie aus regenerativen Quellen an den unteren Rand der Bandbreite annähern werden.
Für die knapp 3.000 km haben wir insgesamt ca. 250 Euro bezahlt.
Ich möchte jetzt nicht in die Diskussion Verbrenner ja/nein einsteigen, doch ist diese Reise eine weitere Bestätigung dafür, auf ein E-Auto zu setzen. Es hat richtig Spaß gemacht, mit diesem E-Auto zu fahren – egal in welchem Land auf unserer Tour.
Einzelne Reiseberichte werden wir später noch veröffentlichen.
In der nächsten Woche trifft sich die Customization und Personalization Community auf der MCP 2026. Die letzten Konferenzen, die seit 2004 alle 2 Jahre stattfinden, hatten wir an der Technischen Universität Novi Sad (Serbien) durchgeführt. Da die Gesamtsituation an der Universität für Lehrende und für Studenten immer schwieriger wurde, haben wir uns dazu entschlossen, diesmal nach Balatonfüred in Ungarn auszuweichen.
Wie nach allen letzten Konferenzen auch werden wir auch nach der MCP 2026 ausführlich über alle Themen reflektieren. Als Initiator der Konferenzreihe, die in Rzeszow (Polen) in 2004 begann, kann ich mich nur bei allen bedanken, die diese Konferenzreihe schon so lange mit ihrer Teilnahme unterstützen.
Wir (Jutta und ich) freuen uns schon jetzt, die Kollegen und Freunde in der kommenden Woche in Balatonfüred zu treffen. Auf der Konferenz stelle ich zwei Paper vor:
Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs
Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework
Über Digitale Souveränität habe ich in unserem Blog schon viel geschrieben. Dabei sollte es Ziel sein, die Organisation resilienter gegenüber äußeren Einflüssen zu machen. In der Zwischenzeit stürzen sich die Berater auf das Thema, obwohl sie noch vor kurzer Zeit den Einsatz bekannter, proprietärer Anwendungen „verkauft“ haben – Digital Sovereignty Washing kann man das wohl nennen.
Die Digital Resilience Initiative ist laut eigenen Angaben „eine Non-profit association in the process of registration“ [01.09.2026]. Sie bieten eine offene und strukturierte Methode an, Digitale Resilienz anhand von 8 Dimensionen und 5 Layer zu analysieren. Wie die Abbildung zeigt, werden die Ergebnisse dann anhand von entsprechenden Grafiken angezeigt.
Grundsätzlich finde ich das einen guten Ansatz, doch ist es gerade für Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) oft unklar, an welchen Stellen begonnen werden sollte. Immerhin ist ja, je nach Perspektive, alles wichtig.
Ich favorisiere an dieser Stelle eher ein Wirkungsnetz für das spezifische KI-System der Organisation, das ähnlich wie bei der Wissensbilanz-Toolbox aufgebaut ist. daraus können dann entsprechende Generatoren abgeleitet werden, die die Ressourcen der KMU schonen und trotzdem auf das Geschäftsergebnis ausgerichtet sind. Siehe dazu KI-System im Mittelstand: Von der Wissensbilanz lernen.
Wie so etwas für innovative Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) in Europa in Bezug auf Künstliche Intelligenz aussehen kann, stelle ich in zwei Paper auf der MCP-Konferenz 2026, vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred (Ungarn) vor:
Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs
Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework
Die Internationale Konferenz zu Mass Customization and Personalization, MCP 2026, findet diesmal vom 16.-19.2026 in Balatonfüred, Ungarn statt. Es freut mich sehr, dass die von mir in 2004 initiierte Konferenzreihe alle 2 Jahre stattfindet. Die MCP 2026 ist somit die 12. Konferenz ihrer Art. Auf der MCP 2026 Website finden Sie auch Informationen zu allen vergangenen Konferenzen.
Wie in den bisherigen Konferenzen üblich starten wir mit einem Doktoranden-Workshop, in dem die Teilnehmer von erfahrenen Professoren in Ihren arbeiten unterstützt werden.
Anschließend stellen Teilnehmer ihre eingereichten und bestätigten Paper in kurzen Präsentation und ihre Arbeiten vor. Dabei bleibt auch Zeit für Diskussionen. Ich bin sehr gespannt darauf, welche Fragen und Anregungen zu meinen Themen kommen werden.
Ein weiteres wichtiges Element bei der Konferenz ist das soziale Zusammensein. Dazu haben alle Teilnehmer im Laufe der Tage immer wieder Gelegenheit. Speziell natürlich beim Ice Breaking Cocktail und beim Conference Dinner.
Am Samstag ist noch ein Innovations-Forum geplant, dessen Ablauf aktuell allerdings noch nicht feststeht.
Wir (Jutta und ich) freuen uns schon sehr, die Teilnehmer persönlich in Balatonfüred zu treffen. Es ist auf allen Ebenen sehr bereichernd, sich mit interessanten Menschen auszutauschen.
Die Abhängigkeiten von US amerikanischen KI-Systemen führt zwangsläufig zu der berechtigten und aktuellen Frage: Was passiert, wenn der Zugang zu wichtigen und modernen KI-Systemen reduziert, oder gar verwehrt wird. Dass dieses Szenario nicht nur theoretisch, sondern praktisch besteht, hat die Anweisung der US Regierung den Zugang zu zu Fable 5 und Mythos 5 auszusetzen gezeigt.
„In der öffentlichen Diskussion ist der „Kill Switch“, also die Einschränkung oder Abschaltung digitaler Dienste für einzelne Personen, Organisationen oder sogar ganze Staaten, ein viel beachtetes Thema. Eine zentrale Rolle spielt dabei US-Präsident Donald Trump, der öffentlich damit gedroht hat, den Zugang zu US-Digitaldiensten, wie denen der Hyperscaler, einzuschränken oder vollständig zu sperren“ (Lünendonk-Studie 2026).
Wenn andere entscheiden, was wir tun dürfen ist das Fremdbestimmung, mit allen Konsequenzen. Wenn wir alles selbst machen könnten, wären wir autark. Zwischen beiden Polen ist die Souveränität (hier: Digitale Souveränität) anzusiedeln:
„Wir sind handlungsfähig und entscheiden selbst, was wir tun“ (ebd.).
Der oben erwähnte Kill Switch, oder auch die Möglichkeit eines Kill Switchs, sollten Treiber für einen selbstbestimmten, an europäischen Werten ausgerichteten offenen Zugang zu digitalen Systemen sein. Siehe dazu Digitale Souveränität: Europa, USA und China im Vergleich.
Wie so etwas für innovative Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) in Europa in Bezug auf Künstliche Intelligenz aussehen kann, stelle ich in zwei Paper auf der MCP-Konferenz 2026, vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, Ungarn, vor:
Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs
Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework
Zu dem Thema Digitale Souveränität gerade bei Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU habe ich schon viele Blogbeiträge geschrieben. In der Zwischenzeit wird vielen klar, dass das Thema wichtig ist, sodass es immer mehr ausführliche oder kleine Studien gibt. Ein weiteres Beispiel dafür ist die nun veröffentlichte Kurzstudie IW Consult (2026): Digitale Souveränität von KMU (PDF), in der 5 zentrale Erkenntnisse zusammengefasst wurden:
(1) Digitale Souveränität ist eine Managemententscheidung.
(2) Tragfähige europäische Alternativen sind verfügbar.
(3) Die Umstellung auf souveräne Lösungen ist machbar, aber voraussetzungsreich.
(4) Anschaffungskosten allein greifen bei der Bewertung der Wirtschaftlichkeit zu kurz.. Eine TCO (Total Cost of Ownership)-Betrachtung, welche die laufenden Kosten, versteckte Bindungseffekte und Migrationsaufwände einbezieht, verändert die wirtschaftliche Bewertung digitaler Lösungen grundlegend.
(5) Die Unterstützungslandschaft hat eine solide Basis, aber auch noch Ausbaupotenziale.
Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, die vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, Ungarn stattfinden wird, gehe ich darauf in einem Paper ein:
Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs
Mein zweites Paper:
Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework
Wir haben uns daran gewöhnt, dass es verschiedene Schutzrechte gibt, die auf dem Markt durchgesetzt werden können. Schaut man sich beispielsweise die Geschichte des Patents dazu etwas genauer an, so muss man allerdings feststellen, dass es Schutzrechte für Erfindungen erst seit dem 18. Jahrhundert gibt. Augenscheinlich haben die Menschen vor dieser Zeit auch Möglichkeiten gefunden, mit dem Thema umzugehen.
„Das erste überlieferte Patent für eine industrielle Erfindung wurde 1421 an den Architekten und Ingenieur Filippo Brunelleschi vergeben. Es gab ihm für drei Jahre das Monopol, einen Lastkahn mit einer Winde herzustellen, der für den Transport von Marmorblöcken verwendet wurde. Im Laufe der folgenden zwei Jahrhunderte breiteten sich solche Privilegien für Erfinder von Italien über Europa aus. (…) Schutzrecht für eine Erfindung gab es erst im 18. Jahrhundert“ (Grassmuck, 2004).
In der Zwischenzeit sind es nicht nur die klassischen Schutzrechte einer industriell geprägten Gesellschaft (siehe dazu DPMA), sondern auch immer mehr die Urheberrechte, die gerade in Verbindung mit den Trainingsdaten von KI-Modellen kontrovers diskutiert werden. In dieser Übergangsphase entstehen rechtlich Graubereiche, die von dynamischen Geschäftsmodellen rigoros ausgenutzt werden.
Diese Aussage im Blogtitel habe ich in einem Interview gefunden, das mit dem finnischen Professor Alf Rehn schon in 2014 geführt wurde. Darin macht er deutlich, dass es genügend Ideen in den Unternehmen gibt, diese es allerdings schaffen, viele davon zu zerstören, und dadurch Innovationen verhindern.
„Viele Leute glauben, das Problem sei die Menge an Ideen oder das Fehlen von Ideen. Ich kenne Hunderte von Unternehmen, die sagen, sie haben nicht genug Ideen. Aber das ist völlig falsch. Ich habe noch nie einen Betrieb kennengelernt, dem es an Ideen mangelte, niemals, nirgends – und ich habe schon mit den langweiligsten Unternehmen des Planeten zusammengearbeitet. Der Punkt ist vielmehr: Sie sind unglaublich gut darin, Ideen zu zerstören. Sie sind so gut darin, dass sie es nicht einmal merken“ (Interview mit dem finnischen Professor Alf Rehn. In: „Unternehmen sind gut darin, Ideen zu zerstören“, Haufe Online vom 13.10.2014).
Heute können Ideen mit Künstlicher Intelligenz in großer Anzahl generiert und ausgewählt werden. Letztendlich wird das Unternehmen allerdings im Abgleich mit den eigenen Ressourcen und den zu erzielenden Gewinnen entscheiden, ob sie eine Idee umsetzt, oder eben nicht. Dadurch entsteht ein begrenzter Innovationsraum.
Anders sieht es bei einzelnen Usern aus, die seit ca. 2007 (nach Mota, 2011) immer besser in der Lage sind, Ideen auch selbst umzusetzen. Solche Open User Innovation (Eric von Hippel) entgrenzen Innovationen von den Unternehmen und stellen eine bedeutende Möglichkeit dar, endlich das herzustellen, was benötigt wird. Siehe dazu auch Innovationen: Das Europäische Paradox.
Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) stelle ich dazu ein Paper vor:
Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework
Mein zweites Paper:
Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs
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