Um das 30-fache unterscheiden sich je nach KI-Modell die Tokens – und damit die Kosten

https://longjubai.github.io/agent_token_consumption/

Wenn es um die Wirtschaftlichkeit von KI-Agenten geht, kommt es bei den Token-Kosten oftmals zu regelrechten Abrechnungsschocks. In ihrem Paper

Bai et al (2026): How Do Coding Agents Spend Your Money? Analyzing and Predicting Token Consumptions in Agentic Coding Tasks | https://arxiv.org/abs/2604.22750

haben die Forscher genauer untersucht, wie die Coding Agenten das Geld der Nutzer „ausgeben“. Ich möchte an dieser Stelle nur eine der vielen Erkenntnisse aus dem Paper wiedergeben: Es gibt wohl bei dem gleichen Task Unterschiede bis zum 30-fachen bei der Anzahl der Tokens – und damit der Kosten.

„(…) token usage is highly variable and inherently stochastic: runs on the same task can differ by up to 30× in total tokens, and higher token usage does not translate into higher accuracy; instead, accuracy often peaks at intermediate cost and saturates at higher
costs“ (Bai et al. 2026).

Gerade Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) mit ihren doch eher begrenzten Ressourcen sollten hier aufpassen.

Interessanterweise haben die Forscher zu ihrem ausführlichen Paper auch eine Website mit den wichtigsten Erkenntnissen erstellt. Dort ist wiederum ein kleines Spiel integriert, bei dem man anhand einer Problemstellung die voraussichtlich benötigten Token und die damit verbundenen Kosten schätzen kann – spannend.

Wir empfehlen auch aus diesen Gründen eher Local AI – also lokal ausgeführte Open Source KI-Modelle zu nutzen. Das kann zusammen mit einer Microsoft Alternative wie Nextcloud auf einem eigenen Server geschehen, oder als Edge Computing sogar mit Hilfe geeigneter Apps wie Ollama und Langflow, auf dem eigenen Laptop. In unserem Blog finden Se dazu viele Beiträge.

Solche Ansätze können die Innovationsfähigkeit gerade von KMU unterstützen, indem sie ein unternehmensspezifisches KI-System nutzen, bei dem alle generierten Daten beim Unternehmen bleiben – ganz im Sinne einer Digitalen Souveränität.

Wie so etwas für innovative Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) in Europa in Bezug auf Künstliche Intelligenz aussehen kann, stelle ich in zwei Paper auf der MCP-Konferenz 2026, vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred (Ungarn) vor:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Mistral Vibe: Agentic Coding – Open Source AI

Screenshot: https://mistral.ai/products/vibe

Über die Mistral 3 Modell-Familie, Mistral Le Chat und Mistral Forge habe ich hier schon ausführlich geschrieben. Mistral ist für die Digitale Souveränität in Europa wichtig, da alle KI-Anwendungen europäisch (französisch), DSGVO-konform und Open Source sind. Ganz im Sinne einer Digitalen Souveränität.

Was im Vergleich zu den bekannten proprietären KI-Anwendungen noch fehlte, war das Coding mit Mistral. Dazu wurde nun Mistral Vibe veröffentlicht:

„Agentic coding that meets you where you work. Write, test, and deploy autonomously with full codebase context“ (ebd.).

Da ich kein Experte für das Coding mit Künstlicher Intelligenz bin, habe ich einen Beitrag gesucht, der die Möglichkeiten von Mistral Vibe aus der Coding-Perspektive beschreibt. In dem Artikel Mistral Vibe 2.0: Der terminalbasierte KI-Codierungsagent von Oluseye Jeremiah, veröffentlicht am 02. Februar 2026 auf datacam werden die vielen Vorteile von Mistral Vibe beschrieben.

„Mistral Vibe 2.0 ist ein Terminal-basierter KI-Codierungsagent, der direkt über die Befehlszeile läuft. Anstatt in einem Browser oder als IDE-Plugin zu laufen, arbeitet es direkt im Entwickler-Workflow mit Zugriff auf Dateien und Repositorys.“

Es ist spannend zu sehen, wie sich Mistral, als europäische Alternative zu den bekannten KI-Anwendungen der etablierten amerikanischen Konzerne auf dem Markt behauptet. Erstaunlich ist allerdings auch, dass darüber gar nicht so viel geschrieben wird. Honi soit qui mal y pense.

Open Source AI: Kimi K2 Thinking vorgestellt

Mit DeepSeek ist chinesischen Entwicklern ein Coup gelungen, denn sie konnten zeigen, dass ein KI-Modell nicht teuer sein muss. Die amerikanischen Tech-Giganten standen damals mit ihren Milliarden-Investitionen ziemlich schlecht dar.

Nun gibt es mit Kimi K2 Thinking ein weiteres Modell, mit dem chinesische Entwickler zeigen, wie mit relativ wenigen Ressourcen – und damit Kosten – ein leistungsfähiges Modell angeboten werden kann. Der Schwerpunkt des Modells liegt dabei auf „Coding“.

Es ist Open Source basiert und wurde unter der MIT-Lizenz veröffentlicht. Diese enthält eine interessante Klausel: Da amerikanische Konzerne chinesische Open Source Modelle gerne für ihre Entwicklungen nutzen – ohne das transparent zu machen – ist die freie kommerzielle Nutzung bis zu einem monatlichen Umsatz von 20 Millionen Dollar möglich.

Kimi K2 Thinking ist ein MoE-Modell, (for Coding) dessen Entwicklung nur 4,6 Millionen Dollar gekostet haben soll – wieder eine beeindruckende Kennzahl. Darüber hinaus zeigen Benchmarks, die enorme Leistungsfähigkeit des Modells. Weitere Informationen sind in dem folgenden Beitrag zusammengefasst:

Moonshot AI stellt Kimi K2 Thinking als „bestes Open-Source-Thinking-Modell“ vor (Krempler, J. 2025, in the decoder vom 07.11.2025).

Mal sehen, ob wir das Modell auch in LocalAI, bzw. in Ollama auf unseren Servern einbinden können. Bis dahin kann auf der Landingpage Kimi K2 Thinking getestet werden.