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Modularisierung von Inhalten: Mass Customization in der Bildung

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Neben der stärkeren Vernetzung von Personen und Dingen (Internet der Dinge) und der damit steigenden Komplexität von Problemlösungen, ist die Digitalisierung ein wichtiger Treiber für eine veränderte Bildungslandschaft. Es ist schon erstaunlich, wie selbstverständlich heute eine mögliche Modularisierung von Inhalten als neue Erkenntnis dargestellt wird (Beispiel; Folie 20). Die hier angesprochene Modularisierung bezieht sich auf die Möglichkeiten, Learning Objects zu beschreiben, die dann mit Hilfe von Standards – wie z.B. SCORM – zu individuellen Inhalten konfiguriert werden können. Bezieht man hier OER (Open Education Resources) mit ein, können erhebliche Skalierungseffekte erzielt werden. So eine Strategie im Bildungsbereich würde bedeuten, Mass Customization in der Bildung einzusetzen. Das ist nicht wirklich neu, wie Sie beispielsweise meinen Veröffentlichungen entnehmen können (Veröffentlichungen):

Freund, R. (2005): Mass Customization in Education and Training. In: Rohmetra, N. (Ed.) (2005): Human Resource Development: Challenges and Opportunities, New Dehli, India

Freund, R. (2004): Mass Customization and Multiple Intelligences in Education. PGLIII- Conference, Kyoto, Japan

Freund, R.; Piotrowski, M. (2003): Mass Customization and Personalization in Adult Education and Training. 2nd Worldcongress on Mass Customization and Personalization MCPC2003, Munich, Germany. Download

Freund, R. (2003): Mass Customization and Personalization in der beruflichen Bildung. In: Community Schwerpunktthema August 2003 der Hochschule Furtwangen Download

Freund, R. (2003): Mass Customization in Education and Training, ELearnChina 2003, Edinburgh, Scotland. DownloadFlyer | Speaker

Freund, R. (2001): Mass Customization in der beruflichen Bildung. Vortrag an der PH Freiburg im Rahmen der Weiterbildung zum Experten für neue Lerntechnologien (FH) | Download

Hervorheben möchte ich noch, dass ich den Learning Objects kritisch gegenüberstehe, das es nicht die Objekte sind die lernen, sondern die Subjekte. Daraus ergeben sich wiederum Konsequenzen für den individuellen Lernprozess/Lernpfad.  Es kommt nun darauf an, die Möglichkeiten umzusetzen. Dabei werden allerdings die Wirkungszusammenhänge in einem modernen Bildungssystem nicht dargestellt, sodass jeder meint, DEN Schlüssel gefunden zu haben – gerade vor Bundestagswahlen. Die Lerngeschwindigkeit von Politik ist am Bildungssystem – und auch im Gesundheitssystem usw. – abzulesen: Seit Jahrzehneten zu teuer und zu schlecht.  Neue, komplexe Fragestellungen können nicht mehr mit alten Antworten gelöst werden. Solche Zusammenhänge thematisieren wir auch in den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgängen Innovationsmanager (IHK) und Wissensmanager (IHK). Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Lernplattform.

Mass Customization profitiert von 3D-Druckern

mass-customization.jpgDer Artikel 3D brings Mass Customization closer (Dassault Systems) zeigt, dass Mass Customization von den neuen Fertigungsverfahren profitiert: Die hybride Wettbewerbsstrategie Mass Customization ist schon seit sehr vielen Jahren bekannt. Allerdings nutzen viele Unternehmen die neuen Möglichkeiten noch nicht aus und verlieren sich immer noch im Angebot vieler – sehr vieler – Varianten. Doch möchte der Kunden nicht viele Optionen, sondern genau das, was er braucht. Kernelement von Mass Customization ist ein doch relativ stabiler Lösungsraum, der mit Hilfe von Konfiguratoren die Möglichkeiten des Unternehmens mit den Bedürfnissen der Kunden zusammenbringt. Das ist heute relativ leicht umsetzbar. Schwieriger ist es, das Back-Office so zu organisieren, dass die bestellten Produkte auch wirtschaftlich hergestellt werden können. Dieses Problem kann man heute mit neuen Fertigungsverfahren – Additive Manufacturing – besser lösen, als es in der Vergangenheit der Fall war. Diese Verfahren werden auch Mass Customization wieder in den Fokus von Unternehmen rücken.

Workshop on Configuration 2014: Programm verfügbar

workshop-configurator-2014Der 16. Workshop on Configuration findet 2014 im Rahmen des MCP-CE 2014 vom 25.-26.09.2014 an der Universität Novi Sad statt. Neben dem Doktorandenworkshop und der eigentlichen Konferenz ist der Workshop on Configuration das dritte Event, das in der Woche vom 22.09. -27.09. an der Universität in Novi Sad stattfinden wird. Das Programm zum Workshop on Configuration (Organisation: TU Graz gemeinsam mit der Universität Novi Sad) zeigt, wie spannend das Thema ist. Ich bin jetzt schon neugierig auf die verschiedenen Themen und natürlich auf die Personen, die sich intensiv mit den Möglichkeiten von Konfiguratoren befassen.

Was Sie schon immer über Konfiguratoren wissen wollten

mass-customization.jpgKonfiguratoren sind ein wesentliches Element von Mass Customization (Vier Ebenen). Um individuell und massenhaft Dienstleistungen und Produkte anbieten zu können, sollte der Kunde in einem definierten Lösungsraum verschiedene Möglichkeiten haben, um sein Produkt bzw. seine Dienstleistung zu konfigurieren. Das Buch Felfernig, A. (2014): Knowledge-Based Configuration: From Research to Business Cases zeigt den aktuellen Stand und die aktuellen Möglichkeiten auf: “This book provides configuration-related material for interested readers from the fields of industry, education, and research”. Siehe dazu auch MCP-CE 2014. Im Rahmen der Konferenz wird auch der 16. Konfigurator-Workshop stattfinden.

Workshop on Configuration 2014: September 25-26

configuration-2014Konfiguratoren sind ein Kernelement von Mass Customization. Es freut mich daher besonders, dass der 16. Workshop on Configuration 2014 vom 25.-26.09.2014 im Rahmen der MCP-CE 2014 in Novi Sad stattfinden wird: “The main goal of the workshop is to promote high-quality research in all technical areas related to configuration. The workshop is of interest for both, researchers working in the various fields of Artificial Intelligence mentioned below as well as for industry representatives interested in the relationship between configuration technology and the business problem behind configuration and mass customization. It provides a forum for the exchange of ideas, evaluations, and experiences especially related to the use of AI techniques in the configuration context.” Der Call for Papers ist bis zum 02. April für Abstracts offen.

Einen Konfigurator konfigurieren?

synoptiveDie Überschrift des Beitrags hört sich etwas seltsam an? So seltsam ist das gar nicht, denn es gibt immer mehr Konfiguratoren und doch ist oft der benötigte Konfigurator nicht dabei. Diese Variantenvielfalt ist ein typischer Fall für Mass Customization, denn durch die Konfiguration eines Konfigurators. Diese Idee hatte ich bei der Vorbereitung der zweiten MCP-CE 2006 geäußert, doch keiner wollte sich wirklich damit befassen. Auf der MCPC 2011 in Helsinki gab es dann schon ein Paper, das sich mit der Möglichkeit beschäftigte, Konfiguratoren auf Open Source Basis zu entwickeln. Die Idee wurde allerdings nicht wirklich weitergeführt. Vorgestern (19.01.2014) hat nun Frank Piller über Synoptive getwittert: “One more attempt to position a “configurator of configurators”for Mass Customization”.

Ein Auto gemeinsam mit Freunden online auswählen

Mein Kollege Chris Chatzopoulos hat auf die Möglichkeit hingeweisen, ein Auto gemeinsam mit Freunden online auszuwählen. Mit dem Toyota Collaborator können Sie gemeinsam mit Ihren Freunden auf Google+ ein Auto konfigurieren. Der Auswahlprozess ist hier als gemeinsames Erlebnis aufgebaut (Experience Economy) und erweitert somit die klassischen Optionen von Konfiguratoren bei Mass Customizer.

Mit dem Konfigurator zum energieeffizienten Haus

Effizienzhaus Online - BoschDie Configurator-Database listet ca. 1.000 Konfiguratoren auf, die in den unterschiedlichsten Branchen engesetzt werden. Dabei ist der Konfigurator oftmals ein wesentliches Element, um Mass Customization umzusetzen, da der Konfigurator die vielfaltigen Varianten im Rahmen der unternehmerischen Möglichkeiten (Fixed Solutionspace: Definierter Lösungsraum) virtuell anzeigt. Konfiguratoren können dabei für die Produktkonfiguration, aber auch zum Konfigurieren von Dienstleistungen genutzt werden. Wie der Configurator-Database zu entnehmen ist, wird die Servicekonfiguration allerdings bisher nur wenig genutzt. Dass der Entscheidungsprozess mit Hilfe von Konfiguratoren sinnvoll unterstützt werden kann, zeigt nun die Internetplattform Effizientes Haus, die von BOSCH – unterstützt von Fraunhofer IBT – entwickelt wurde. Die Nutzer können hier ihre Daten eingeben und erhalten Vorschläge zur Verbesserung der Energieeffizienz ihres Hauses. BOSCH wiederum kann durch die Analyse des Konfigurationsprozesses wertvolle Informationen für sein Marketing gewinnen. Ein ähnliches Projekt gab es vor einigen Jahren in der Energiewirtschaft, wo die Zusammenstellung der elektrischen Energie mit Hilfe eines Konfigurators zusammengestellt werden konnte. Auch dieses Projekt hatte das Ziel, wichtige Marketinginformationen zu erfassen. Der Einsatz von Konfiguratoren sollte daher etwas weiter gefasst werden, und auch Dienstleistungen und Entscheidungsprozesse beinhalten. Darüber hinaus ist es mit so einem Konfigurator möglich, den definierten Lösungsraum (Fixed Solutionspace) kontinuierlich zu erweitern, um den Übergang zu einem immer offeneren innovationsprozess (Open Innovation) vorzubereiten.

Mass Customization in der Tourismusbranche: TravelEssence

Mit standardisierten Katalogangeboten hat die Tourismusbranche über Jahrzehnte gut gelebt. In den letzten Jahren wird allerdings der Trend zu individuellen Reisen immer deutlicher. Dabei können Kunden mit Hilfe von Konfiguratoren Angebote auf ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Konfiguratoren sind ein Kernelement von Mass Customization (Kundenindividuelle Massenproduktion). Auch Neugründungen in der Tourismusbranche nutzen Mass Customization, um sich im Markt zu positionieren. Beispielsweise das niederländische Unternehmen TravelEssence: ” Our business process is all about mass-customisation and only doing activities that add value to our clients. The heart of our business is a reservation system that holds literally hundreds of components such as accommodation, day trips, workshops, rental cars etc. Many of these are exclusive to TravelEssence, as we are always travelling to our destinations to find and develop new products. Our software, adapted for us, enables us to produce a client travel proposal in about 15 minutes. It costs it all out and shows how much we are making on any itinerary. You can add an extra day, change the accommodation, include new experiences and it all gets calculated and presented again in just a few seconds. We’ve automated 90% of our business processes.” Zu beachten sind jedoch die vier Ebenen von Mass Customization. Aus dem Interviewtext entnehme ich, dass möglicherweise bei zwei Ebenen (Kostenebene und Beziehungsebene) noch Verbesserungsbedarf besteht. Darüber hinaus, kann ich mir auch vorstellen, den Schritt in Richtung Open Innovation zu gehen… Siehe dazu auch MC und OI in der Tourismusbranche