
Wenn es um Wissen, Kompetenz, Intelligenz, Lernen oder andere Themen geht, werden immer wieder die Begriffe Interaktion und Kontext genannt. Unklar ist allerdings häufig, was darunter zu verstehen ist. Der bekannte britische Soziologe Anthony Gidddens hat die beiden Begriffe schon vor vielen Jahren thematisiert.
The study of context, or of the contextualities of interaction, is inherent in the investigation of social reproduction. ‚context ‚involves the following (Giddens 1984:282):
( a) the time-space boundaries (usually having symbolic or physical markers) around interaction strips;
(b) the co-presence of actors, making possible the visibility of a diversity of facial expressions-, bodily gestures, linguistic and other media of communication;
(c) awareness and use of these phenomena reflexively to influence or control the flow of interaction.
Diese Charakterisierung kann auch heute noch verwendet werden. Dabei fällt auf, dass manche Bedingungen bei einer digitalen Interaktion/Kommunikation nicht gegeben sind. Beispielsweise sind die körperlichen Gesten oft nicht vollständig zu erkennen – auch in Bezug zu den körperlichen Gesten anderer Teilnehmer, die zeitgleich passieren.
Es stellt sich für mich die Frage, ob diese wenigen Elemente schon genügen können, die Interaktion und damit die Kommunikation zu verfälschen. In hoch komplexen Systemen kann eine kleine Änderung sehr große Auswirkungen haben …


In dem Artikel Lembke, G. (2008): Duale Hochschule – Ausblick auf eine community-gestützte Aus- und Weiterbildung. In: Berufsakademie Mannheim (Hrsg.): Studium Duale. Jahrbuch der Berufsakademie Mannheim 2007 findet man auf Seite 156 folgenden Erklärungsversuch: „Wissenskooperation beschreibt die Bereitschaft und das Ausmaß, in dem Personen einer Wissensgemeinschaft das eigene Wissen einbringen und durch kooperatives Kommunikations- und Interaktionsverhalten Wissen teilen, auch wenn kurzfristig kein direkter und unmittelbarer beruflicher oder persönlicher Nutzen ersichtlich ist. Das Wissen kann formeller oder informeller Natur sein.“ Beachtenswert ist aus meiner Sicht der Hinweis, dass die Wissenskooperation (im Sinne von Prof. Dr. Lembke) nicht unbedingt direkt ableitbaren Nutzen nach sich ziehen muss. Der Nutzen könnte sich also zeitversetzt durchaus in einem anderen Kontext bemerkbar machen. Die eindimensionale Betrachtung von Ursache-Wirkung wird aufgehoben – und das ist gut so.
Der Begriff Wissensökologie wird immer wieder erwähnt. In
Oelsnitz/Busch (2007): Kompetenzsteuerung von Teams durch transaktives Wissen


Die beiden Autoren befassen sich in dem