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Co-Creation aus der Sicht des Wissenschaftlers, des Künstlers usw.

Wen interessiert schon die Lerngeschwindigkeit?

In der heutigen Welt kommt es darauf an, Informationen schnell und zielgerichtet zu verarbeiten und in Handlungen umzusetzen. Der Lernprozess als elementarer Bestandteil der Kompetenzentwicklung wird allerdings von Führungskräften in den Unternehmen kaum beachtet. Welche Führungskraft (Manager?) weiss schon, wie seine Mitarbeiter lernen? Die Personalakte zeigt nur, was gelernt wurde, nicht wie gelernt wurde. Durch die Halbwertszeiten des Wissens wird allerdings deutlich, dass nicht das WAS entscheidend ist, sondern das WIE. Manager sollten wissen, wie ihre Mitarbeiter lernen, um die Rahmenbedingungen zu schaffen, dieses Lernen zu beschleunigen (zu unterstützen). Es ist schon seltsam, dass dieser zentrale Aspekt der Wettbewerbsfähigkeit in den Unternehmen so vernachässigt wird.

Informationsbeschaffung, Unsicherheit und Ungewissheit: Alte Antworten auf neue Fragen

Daten und Informationen stehen überall fast in Echtzeit zur Verfügung. Je mehr davon umso besser, oder? Diese Gedanken suggerieren eine scheinbare Vollständigkeit, die gerade bei komplexen Systemen nicht vorhanden ist: “Allerdings ergeben sich durch die Informationsbeschaffung selbst, Unsicherheit und Ungewissheit, da die Informationen über komplexe Systeme immer auch unvollständig sind, sodass eher von einer begrenzten oder auch eingeschränkten Rationalität auszugehen ist (vgl. Simon 1957/1982, Foss 2003)” (Freund 2011:19). Die Zahlenabhängigkeit vieler Manager geht oft an der heutigen Realität vorbei. In einem turbulenten Umfeld mit komplexen Zusammenhängen reicht es nicht mehr aus, sich nur auf die Zahlenwelt zu verlassen. Die Anforderungen an das Management werden sich in Zukunft verschieben. Der Umgang mit Unsicherheit und Unbestimmtheit hat auch etwas mit Lernprozessen und somit auch mit Kompetenzentwicklung zu tun, doch welche Manager kümmern sich ernsthaft darum? Es ist somit bedauerlich, dass viele Manager immer noch alte Antworten auf neue Fragestellungen geben.

Was lesen eigentlich deutsche Manager?

Was lesen eigentlich deutsche Manager? Natürlich lesen die Manager die einschlägigen Tageszeitungen, wie z.B. das Handelsblatt, der “besten Wirtschafts- und Finanzzeitung” (Handelsblatt Aboservice, 02.01.2011) (11.12.2013 Link nicht mehr aktiv). Heute erfährt der geneigte Leser in dem Artikel Der angestellte Selbständige z.B. folgendes:

A

“Immer weniger Arbeitskräfte stehen für immer komplexere Aufgaben zur Verfügung”
Kommentar: Das ist seit Jahrzehnten bekannt…

“Gab es früher klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, Erwerbsleben und Rente, so lösen sich diese scharfen Trennlinien auf”
Kommentar: Der Sonderforschungsbereich 536 (11.12.2013 Link nicht mehr aktiv) hat von 1999-2009 die gesellschaftlichen Entwicklungen analysiert z.B. auf die stattfindende Entgrenzung hingewiesen. So neu ist die Erkenntnis in dem oben genannten Artikel somit nicht gerade….

„Die Halbwertszeit des Wissens wird in Unternehmen immer kürzer“
Kommentar: Ohne Worte…

Ich kann nur hoffen, dass diese kleine Stichprobe nicht typisch ist, oder doch? Siehe dazu auch Flexible BeschäftigungReflexive Modernisierung, Rückkehr des Subjekts, Unsicherheit und Unbestimmtheit

Der Aufstieg von ´sich engagieren und kollaborieren´

Tapscott.jpgIn dem Buch Buhse/Stamer (2008): Enterprise 2.0. Die Kunst loszulassen gibt es verschiedene interessante Artikel, unter anderem auch Tapscott, D.: Mit Enterprise 2.0 gewinnen. Darin erläutert Tapscott die Veränderungen, die Märkte und Unternehmen zwischen 1800 und 2005 erfahren haben. Dabei bedient er sich der beiden Achsen Kontrolle und Komplexität. Bitte klicken Sie auf die Grafik, um sich die Darstellung genauer anzusehen. Gut zu erkennen ist dabei, dass mit steigender Komplexität auch die Kontrollmöglichkeiten schwinden. Dennoch versuchen immer noch viele Organisationen, den neuen Herausforderungen mit alten Antworten zu begegnen. Man hört immer noch, dass Unternehmen Komplexität reduzieren wollen, als ob man sie kontrollieren könnte… Besser wäre es, Innenkomplexität zu erhöhen, also Selbstorganisation zuzulassen und lose Koppllungen (Granovetter 1973) zu fördern. Das wiederum rüttelt am Selbstverständnis vieler Manager, die nicht loslassen können/wollen. Siehe dazu u.a. auch Mainzer, K. (2008): Komplexität.

Gardner, H. (2007): Five Minds For The Future

5-Minds_72dpi.jpgDas neue Buch von Howard Gardner ist im April 2007 erschienen und befasst sich mit “the specific cognitive abilities that will be sought and cultivated by leaders in the years ahead.” Es ist also nicht zu verwechseln mit den Multiplen Intelligenzen. Unter der Überschrift Mental building blocks for the next century hat die Finacial Times am 28. März über das Buch berichtet. Aus meiner Sicht ist interessant, dass Gardner sich in seinen letzten Büchern immer mehr mit Fragen befasst, die für Manager in Unternehmen von Bedeutung sind, bzw. sein sollten. Die Überlegungen zu Gardner´s Multiple Intelligenzen Theorie wurden zunächst im Bildungssektor erfolgreich angewendet. Nun zeigt sich immer deutlicher, dass auch die Wirtschaft davon profitieren kann. Aus meiner Sicht eine logische Konsequenz aus der Konvergenz der beiden scheinbar so unterschiedlichen Bereiche. Siehe dazu auch Wirtschaft und Bildung – Lernen im Zentrum der Überlegungen.

Bullinger (2006): Geistiger Aderlaß

Der Chef der Fraunhofer-Gesellschaft über fehlende Innovationskraft und überforderte Manager. Der Beitrag ist erschienen in: Die Welt vom 12.05.2006