Fünf neue KI-Modelle aus Europa in unsere Open Street Map aufgenommen

Ausschnitt aus der Open Street Map zu europäischen KI-Modellen
https://umap.openstreetmap.de/de/map/open-source-ai-in-europe_148154#6/49.952292/9.706089

Immer mehr KI-Modelle aus Europa kommen auf den Markt. Alleine vom 22. September bis 06.10.2026 wurden fünf neue Modelle veröffentlicht (KI-News von Thomas Ertl, 08.10.2026 auf LinkedIn).

In der folgenden Tabelle sind die Modelle, das Land und unter Bemerkungen, die Zugangsform (Open Source, Open Weight oder nur per API) angegeben. Die KI-Modelle sind direkt verlinkt.

KI-ModellLandBemerkung
KolibriAleph Alpha, Heidelberg, DeutschlandOpen Source
Flux 3 ActionBlack Forest Labs, Freiburg, DeutschlandOpen Weight
Flux 3 ImageBlack Forest Labs, Freiburg, DeutschlandAPI
Eleven v4ElevenLabs, London, UKAPI
Large 4Mistral, Paris, FrankreichOpen Weight
Europäische KI-Modelle, veröffentlicht im Zeitraum vom 22.09.-06.10.2026

Weiterhin haben wir diese Modelle in unsere Open Street Map mit aufgenommen, in der viele länderspezifische KI-Modelle zu finden sind. Die Map zeigt die dynamische Entwicklung in Europa, und den Trend zu mehr Digitaler Souveränität bei KI-Modellen.

Für die meisten Anwendungen ist es nicht erforderlich, das beste und größe Modell zu haben. Es geht vielmehr darum, ein KI-Modell zu nutzen, das vertrauenswürdig ist, in Europa gehostet wird und transparent zeigt, wie mit Daten umgegangen wird.

Ein gutes KI-System im Unternehmen schlägt dabei den Ansatz, alles im Unternehmen einem gigantischen KI-Modell wie Claude von Anthropic, Gemini von Google, ChatGPT von OpenAI etc. unterzuordnen. Siehe dazu auch

Freund, R., Anisic, Z. (2026): Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs. International Conference MCP 2026, 16.-19.09.2026, Balatonfüred, Hungary.

Der Perspektivenwechsel von Closed AI zu Local AI hat auch eine gesellschaftliche Komponente

Image by Ichigo121212 from Pixabay

Die großen Technologie-Konzerne bestimmen aktuell noch, wann welche Modelle verbessert werden, bzw. wann welche neuen Modelle auf den Markt kommen. Dabei haben wir am Beispiel Anthropic im April 2026 gesehen, dass auch mal Modelle nicht veröffentlicht werden – in dem Fall ging es um unkontrollierte KI-Agenten, die in Organisationen eingedrungen waren.

Big Tech entscheidet also, was wir als Nutzer zu sehen bekommen, und was nicht. Diese Asymmetrie zwischen den Nutzern und den Inhabern von großen Datenmengen führt zu einer sehr großen Macht der Big Tech, die diese natürlich auch über Lobbystrukturen auf politischer und gesellschaftlicher Ebene nutzen.

Manche Regionen der Welt haben verstanden, dass es erforderlich ist, im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen positiven Nutzung der Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz, Grenzen zu setzen. Die Europäische Union hat das mit dem EU AI Act gemacht, und dafür ziemlich viel Kritik und Häme von Big Tech und der amerikanischen Administration erhalten. Dennoch ist festzustellen, dass eine Selbstregulierung der großen Tech-Unternehmen wohl nicht ausreichen wird, um negative gesellschaftliche Folgen der KI-Entwicklung abzumildern.

Neben der staatlichen/regionalen Eindämmung der negativen Auswüchse von Künstlicher Intelligenz, gibt es auch noch eine andere Möglichkeit, die Asymmetrie der Informationsbereitstellung und -Nutzung zu reduzieren: durch lokale Künstliche Intelligenz – Local AI.

At a fundamental level, local AI disrupts what has been called “algorithmic governance,” a phrase that describes how major technology companies (“Big Tech”) use their rmarket dominance to shape how information is accessed and how people connect in ways that influence the broader social order” (Just et al. 2017).

Just et al. (2017) sind somit der Auffassung, dass durch die Algorithmen der großen KI-Anbieter (Big Tech) Informationen nach deren Vorstellungen selektiert werden wodurch soziale Strukturen beeinflusst werden – die Autoren nennen das “algorithmic governance,” Demgegenüber kann Local AI auf gesellschaftlicher Ebene die Asymmetrie zwischen Big Tech und Governement überwinden.

Darüber hinaus ist die Verbindung von Local AI, Open Data und Open Source AI Modellen eine bemerkenswerte Chance, ein Stück Digitale Souveränität zurückzubekommen. Der AI Report 2026 der Stanford University zeigt hier deutlich auf, dass es weltweit einen Trend zu immer mehr Open Weight / Open Source KI-Modellen, und zu kleinen aber leistungsfähigen Modellen gibt, die sogar in der Zwischenzeit auf dem eigenen Laptop genutzt werden können (Edge Computing). Siehe dazu auch

Freund, R., Anisic, Z. (2026): Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Anisic, Z., Forza, C. (Eds): Proceedings of the 12th International Conference on Customization and Personalization, September 17-18, 2026, Balatonfüred, Hungary, pp. 86-95 · 17. Sep. 2026

Open Source AI: Das Modell Olmo 1B auf dem eigenen Laptop nutzen (Edge Computing)

https://allenai.org/olmo

Das Allen Institute Ai2 ist eine non-profit Organisation mit Sitz in Seattle. Sie hat sich das Ziel gesetzt, Open Source AI Modelle für allgemeine oder spezielle Anwendnungen bereitzustellen. Die Modelle sind also keine Open Weight, sondern wirkliche Open Source Modelle.

In diesem Beitrag soll es um das Olmo-Modell 1B gehen, das so klein und dennoch leistungsstark ist, dass es auf einem handelsüblichen Laptop laufen kann (Edge Computing). Da ich die Ollama-App auf meinem Laptop installiert habe, konnte ich das Modell mit dem folgenden Befehl (cmd) unter Windows 11 herunterladen. Der Vorteil einer aktuellen Version der Ollama-App ist, dass diese schon GGUF-Modelle nutzen kann:

ollama run hf.co/NikolayKozloff/AMD-OLMo-1B-Q8_0-GGUF:latest

Nachdem der Download abgeschlossen war, wurde mir das Modell in der Ollama-App sofort in den Auswahlmöglichkeiten angezeigt – allerdings als Olmo 2 (Abbildung). Der Grund liegt in der Architekturverwandtschaft der Modelle und der Benennung bei Huggingface. Ai2 hat das Modell Olmo 1B auf Basis von Olmo 2 für das Edge Computing optimiert.

Screenshot aus der Ollama-App mit OLMo2 (OLMo 1B) und einer Abfrage zu Open User Innovation

Meine Frage nach Open User Innovation wurde zügig und gut beantwortet. Es ist schon erstaunlich, dass so kleine Modelle auf dem eigenen Laptop problemlos laufen und auch noch brauchbare Antworten liefern.

Gerade für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) stellen Open Source KI-Modelle eine gute Basis dar, unabhängiger von den großen KI-Modellen zu werden, denn für viele Anwendungen reichen auch kleine Modelle aus. Gerade wenn man diese dann noch mit den eigenen Daten nutzt und diese dann auf dem eigenen Laptop bleiben – ein unschätzbarer Schritt in Richtung der Digitalen Souveränität. Siehe dazu auch

Die neue Olmo3 Modell-Familie

Open Source AI: Molmo 2 mit Schwerpunkt auf Videos

Mit FlexOlmo Trainingsmodelle kollaborativ erarbeiten – eine interessante Idee

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei Präsentationen ein.

Open Source AI: Wie kann ich einen einfachen Workflow in der Langflow App anlegen?

In der eigenen Langflow App angelgter einfacher Workflow

In dem Blogbeitrag Open Source AI: Ministral 3B auf dem eigenen Laptop nutzen hatte ich gezeigt, wie man mit Hilfe der Ollama App, Open Source KI-Modelle (oder Open Weight KI-Modelle) auf dem eigenen Laptop installieren und nutzen kann. Da es in der Zwischenzeit viele kleine und leistungsstarke KI-Modelle (SLM: Small Language Models gibt), ist dieser Ansatz gerade für Kleinstunternehmen wirtschaftlich interessant.

Wenn es im nächsten Schritt darum geht, solche Modelle in eigene KI-Agenten einzubinden, bietet sich die auf dem eigenen Laptop installierte Langflow App an – eine Alternative ist LM Studio. Die Ollama App und die Langflow App sind natürlich Open Source.

In der Abbildung oben ist ein einfacher Workflow mit den Knoten Chat Input, Language Model und Chat Output dargestellt (rot umrahmt). Diese Knoten konnte ich per Drag & Drop in die Arbeitsfläche ziehen. Dabei wird farbig angezeigt, welche Verknüpfungen möglich sind.

Bei dem Language Model habe ich in der auf meinem Laptop installierten Ollama App ein Modell ausgesucht – in meinem Fall ist es Qwen 2.5. Es stehen hier alle in der Ollama App installierten KI-Modelle zur Verfügung. Wir testen mit geeigneten Open Weight, bzw. Open Source Modellen. Siehe dazu auch Open Source AI: Ministral 3B auf dem eigenen Laptop nutzen.

Diesen kleinen Workflow kann ich anschließend im Playground (Button rechts oben) testen. Als Chat Input habe ich dort eine Frage zu Eric von Hippel gestellt, die dann mit dem hinterlegten KI-Modell schnell beantwortet wurde – obwohl ich dazu einen relativ alten Laptop genutzt habe. Die folgende Abbildung zeigt das gute Ergebnis im Playground.

Ergebnis im Playground

Es ist also mit Ollama App und der Langflow App auf dem eigenen Laptop möglich, kleine KI-Modelle (Open Source, Open Weight) zu nutzen, und sogar kleine Workflows abzubilden. Dabei bleiben alle generierten Daten auf meinem Laptop. Das ist besonders wichtig, wenn ich nicht nur einen einfachen Workflow, abbilden, sondern KI-Agenten entwickeln möchte, die bei der Bearbeitung auch eigene Daten aus unserer Nextcloud mit berücksichtigen sollen – ganz im Sinne einer Digitalen Souveränität.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in einem Paper ein.

KI-Modelle: Kategorien im Vergleich

UN (2026) Preliminary Report of the Independent International Scientific Panel on AI
https://www.un.org/independent-international-scientific-panel-ai/en/preliminary-report

In dem Beitrag Das Kontinuum zwischen Closed Source AI und Open Source AI hatte ich darauf hingewiesen, dass es zwischen den Polen Closed Source AI (Proprietary Models) und Open Source AI ein Kontinuum gibt. In der Abbildung ist dazu beispielhaft die Kategorie Open Weight AI Models positioniert.

Alleine der Vergleich dieser drei Kategorien zeigt, dass Open Source Models im Vergleich zu den dominierenden Proprietary Models und Open Weight Models erhebliche Vorteile haben. Es wundert daher nicht, dass in den letzten Jahren ein deutlicher Trend zu Open Source AI Models zu erkennen ist. Dominiert wird der Markt allerdings (noch) von den KI-Modellen, die von großen Unternehmen entwickelt wurden.

„Business-led development. The development of frontier, general-purpose AI models is dominated by a small number of private firms with massive computing resources. In 2025, 91% of notable AI models originated from the private sector. Consequently, many decisions about training data, safeguards, deployment thresholds, model access and capability release sit inside private firms“ (UN 2026).

Interessant an der Abbildung oben ist, dass noch eine weitere Spalte zu erkennen ist: Open Development AI Models. Diese Kategorie ist (noch) sehr selten, obwohl gerade dieser Ansatz die größten gesellschaftlichen Vorteile verspricht. In Europa haben wir in dieser Richtung mit EuroLLM, Teuken 7B oder auf SOOFI vielversprechende Entwicklungen. Siehe dazu auch Open Street Map: Europäische Open Source KI Modelle in den jeweiligen Landessprachen.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, 16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei meiner Paper ein.

Digitale Souveränität: Mistral 3 KI-Modell-Familie veröffentlicht

Quelle: https://mistral.ai/news/mistral-3

Digitale Souveränität in Europa lebt auch davon, dass leistungsfähige KI-Modelle verfügbar sind. Es wundert daher nicht, dass die Veröffentlichung von Mistral 3 sehr viel Aufmerksamkeit erhalten hat. Mistral ist die französische Antwort auf die dominierenden KI-Modelle amerikanischer Tech-Konzerne, die nicht offen sind, und enorme Ressourcen benötigen. Wenn es um kleine, offene und ressourcenschonende Modelle geht, so kann die Mistral-Modell-Familie durchaus interessant sein. Alle Modelle sind auf Huggingface verfügbar:

Mistral 3 Large
A state-of-the-art, open-weight, general-purpose multimodal model with a granular Mixture-of-Experts architecture.

Mistral 3
A collection of edge models, with Base, Instruct and Reasoning variants, in 3 different sizes: 3B, 8B and 14B.

Mich interessieren gerade die kleinen, leistungsfähigen Modelle, die eine einfachere technische Infrastruktur benötigen und ressourcenschonend sind. Die offenen Modelle können damit in lokale KI-Anwendungen eingebunden werden. Wir werden Mistral 3 in LocalAI, Ollama und Langflow einbinden und zu testen. Dabei bleiben alle generierten Daten auf unseren Servern – ganz im Sinne einer Digitalen Souveränität.