Musik: Wie viel KI steckt in Deinen Playlists?

https://www.deezer.com/explore/de/ai-music-detector/

Überall wird Künstliche Intelligenz verwendet. bei Texten, Bilder, Videos und auch bei der Musik. Doch wieviel KI in den jeweiligen Musik-Titeln stecken wird uns oftmals nicht mitgeteilt. Um das herauszufinden, hat der Musik-Streamingdienst Deezer eine Plattform (Detector) geschaffen, auf der jeder seine Playlists – auch von verschiedenen Anbietern – überprüfen lassen kann.

Einerseits ein interessantes PR-Feature der Firma, andererseits setzt er andere Streamingdienstleister unter Druck, transparenter bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Musiktiteln zu werden. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich diese Plattform und die neue Kennzeichnungspflicht von KI-generierten Inhalten ab 02. August 2026 auswirken werden.

Article 50 of the EU AI Act introduces transparency obligations in four situations:
(1) when AI interacts directly with people,
(2) when AI generates synthetic content,
(3) when AI is used for emotion recognition or biometric categorisation, and
(4) when AI creates deepfakes or text published on matters of public interest.
Quelle: EU AI ACT Article 50

AI Economics Indicators – it all starts with trust

Beschäftigungstrend nach der Einführung von ChatGPT (Quelle: https://digitaleconomy.stanford.edu/project/indicators/)

Die Entwicklungen bei Künstlicher Intelligenz sind sehr dynamisch, sodass manche Studien schon der Realität hinterherhinken, wenn sie veröffentlicht werden. Weiterhin gibt es auch Studien, die sich mit der selben Thematik befassen, aber zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen führen. – wem kann man da vertrauen?

Es ist daher gut, das die Stanford University nun eine Plattform veröffentlicht hat, auf der viele graphische Auswertungen zu unterschiedlichen Fragestellungen zu finden sind.

„Yet we lack timely, trusted ways to measure how these changes are affecting work, productivity, and value creation in the economy. (…) We believe that a better understanding of the technology’s effects will lead to better decisions“ (Quelle

Stanford Digital Economy Lab. „AI Economic Indicators.“ Accessed [16th of June 2026]. https://digitaleconomy.stanford.edu/project/indicators/

In der Abbildung wird z.B. deutlich, wie sich der Beschäftigungstrend nach der Einführung von ChatGPT auf die verschiedenen Altersstrukturen ausgewirkt hat. Die Beschäftigungstrend geht beispielsweise für die Personen zwischen 22-25 Jahren im Vergleich zum November 2022 zurück.

Siehe dazu auch Künstliche Intelligenz – It All Starts with Trust.

Enshittification: Was ist das schon wieder?

Image by Tumisu from Pixabay

Möglicherweise ist es Ihnen ja auch schon so ergangen; Sie finden einen Onlinedienst oder eine Onlineplattform mit einer guten Bedienbarkeit, die Angebote sind OK, und die Lieferung stimmt.

Nach einer gewissen Zeit stellen Sie allerdings fest, dass die Leistungen nach und nach schlechter, und oftmals auch teurer werden. Das ist ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass ein Unternehmen über die Zeit eine Lernkurve durchläuft, die es dem Unternehmen ermöglicht, Prozesse zu verbessern, und somit Kosten zu sparen. In der Zwischenzeit habe ich erfahren, dass es für diesen Effekt seit 2022 sogar einen Begriff gibt: Enshittification.

„Der Begriff Enshittification (englisch wörtlich etwa Verscheißerung), auch bekannt als Crapification oder Platform decay (deutsch Plattformverfall), beschreibt ein Muster, bei dem digitale Angebote, d.h. Onlinedienste und -plattformen, oft mit der Zeit an Qualität verlieren“ (Wikipedia).

Auf der Wikipedia-Seite finden Sie weitere interessante Beispiele für den Effekt, der einen Interessenkonflikt zwischen Unternehmen und Nutzern widerspiegelt. Das Unternehmen ist so profitorientiert, dass es sogar Nachteile für den Nutzer in Kauf nimmt, damit die Rendite stimmt.

Qualität bedeutet ja, dass „inhärente Merkmale Anforderungen erfüllen“ (ISO 9001:2015) – und zwar Anforderungen der Kunden/Nutzer. Siehe dazu auch

Produkte und Dienstleistungen als Mehrwert für Kunden: Warum funktioniert das einfach nicht?

Der Geschäftswert aus Kundensicht – wirklich?

Anmerkung: Normalerweise verwenden wir in unseren Blogbeiträgen keine vulgären Ausdrücke – hier machen wir eine Ausnahme.

Deepfake Total: Audiofakes gratis erkennen – inkl. Trainingsspiel

Screenshot von der Website https://deepfake-total.com/

Durch die fast beliebige Verwendung von Künstlicher Intelligenz wird die Kreativität angeregt und Videos, Bilder und auch Audiodateien neu kombiniert. Dabei achten manche Einzelpersonen oder auch Unternehmen nicht immer so genau auf die Rechte anderer Menschen. Beispielsweise kursieren im Netz Audiodateien von Prominenten, die das gar nicht gesagt haben.

Auch als Privatperson kann es sein, dass die eigene Stimme als Audiodatei in KI-generierten Audiofiles/Podcasts benutzt wird – ohne dass ich es möchte. Die Frage ist nun: Wie kann ich solche Audiofakes erkennen? Das Fraunhofer Institut hat dazu eine Plattform entwickelt:

„Die Plattform Deepfake Total entwickelte Nicolas Müller mit seinem Team als öffentliches Erkennungstool für Audiofakes. Jeder kann dort verdächtige Audiospuren hochladen und von einer KI analysieren lassen. Im Gegensatz zu anderen kommerziellen Erkennungstools auf dem Markt ist die Fraunhofer-Plattform kostenlos – und in Deutschland gehostet. Ihr KI-Modell trainieren die Forschenden sowohl mit öffentlichen als auch selbst erstellten Datensätzen, die Beispiele originaler und gefälschter Audiospuren enthalten“ (Fraunhofer-Magazin 2/2025).

Was mir besonders gefällt ist der Ansatz, dass dieses Angebot transparent, kostenlos und in Deutschland gehostet ist. Ein Trainingsspiel – für Audio und Video – führt in die Thematik ein und soll dafür sorgen, dass man selbst anfängt eigene Dateien hochzuladen. Probieren Sie es doch einfach einmal aus.

„Analyze suspicious audio files to detect deepfakes, and automatically share them with the security community“ (Text auf der Startseite der Plattform).

Fraunhofer Magazin 3/2024: Immer wieder spannend

Das Fraunhofer Magazin ist immer interessant und spannend, da es viele aktuelle und innovative Themen darstellt. Gerade der Anwendungsbezug ist beim Fraunhofer Institut ein besonderer Schwerpunkt. Besonders gefallen hat mir im Fraunhofer Magazin 3-24 (PDF) diesmal der Hinweis auf Aikido, einer KI-gestützten App zu Optimierung von Verwaltungsprozessen.

„Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben die Service-Plattform Aikido entwickelt: eine KI-basierte Software, die Geschäftsdokumente wie Briefe und Rechnungen binnen weniger Sekunden analysiert, wichtige Informationen extrahiert und anschließend strukturiert. Auch wesentlich komplexere Dokumente wie etwa Gesetzestexte, medizinische Fachartikel oder Gutachten von Versicherungen sind für Aikido kein Problem“ (ebd. S. 6).

Halten Sie sich auch auf dem Laufenden und abonnieren Sie das Fraunhofer Magazin. Die Gegenwart und die Zukunft sind spannend.

OpenProject: Arbeitspakete direkt im Gantt-Diagramm hinterlegen

OpenProject 12.3: Datei „Arbeitspaket 2023-01.doc“ direkt in einem Task hinterlegen

Wie schon in verschiedenen Blogbeiträgen angesprochen, arbeiten wir in unserem Open-Source Ökosystem (Moodle, BigBlueButton, Greenlight, Nextcloud, WordPress etc.) mit OpenProject, um Balkenpläne, Task Boards und Scrum abzubilden. Im klassischen, plangetriebenen Projektmanagement, kommt dem Projektstrukturplan und den Arbeitspaketen eine besondere Bedeutung zu. Es ist daher gut, wenn man im Balkenplan (Gantt-Diagramm) zu den zeitlich angeordneten Arbeitspaketen direkt das dazugehörende Arbeitspaket als Datei bei der Funktion „Task“ hinterlegt (Siehe Abbildung). Selbstverständlich können Sie nicht nur eine, sondern viele Dateien hinzufügen. Darüber hinaus bietet die Integration von OpenProject und Nextcloud auch den direkten Zugriff auf in der Nextcloud abgelegte, umfangreichere Dokumentenstrukturen. Insofern können Projektteams mit OpenProject das Informations-, Kommunikations-, und Berichtswesen, sowie die dazugehörende Dokumentation sehr gut aufbauen, und an die speziellen Bedürfnisse des Projekts anpassen.

In den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgängen Projektmanager/in (IHK) und Projektmanagerin AGIL (IHK) gehen wir auf diese Zusammenhänge ein. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Lernplattform.

Software bereitstellen reicht nicht, denn Kollaborationsplattformen sind anders

Viele Mitarbeiter in den Unternehmen sehen die Möglichkeiten von IT-Systemen immer noch so, wie es jahrzehntelang üblich war: Na ja, wird halt wieder eine neue Software installiert. Diese Sicht auf die neuen Kollaborationsplattformen stimmt so nicht mehr, da diese erhebliche aufbau- und ablauforganisatorische Veränderungen mit sich bringen, und viel stärker selbstorganisiert genutzt und entwickelt werden.

„Bei Kollaborationsplattformen handelt es sich um integrierte Anwendungen, die vielfältige Funktionen für die raum- und zeitunabhängige virtuelle Zusammenarbeit von Teams, Projekten sowie den firmenweiten Austausch an einem virtuellen Ort im Netz zur Verfügung stellen. Mit dieser übergeordneten technischen Infrastruktur ist auch die flexible Einbindung von Externen möglich. Diese Anwendungen, die unter ganz verschiedenen Begrifflichkeiten diskutiert werden (Hardwig et al. 2020), unterscheiden sich von bisherigen Groupware-Anwendungen, die auf E-Mail basieren, wesentlich (McAfee 2009), indem sie Potenziale für eine teamübergreifende, netzwerkartige Zusammenarbeit bieten. Bisherige Forschungen führen vor Augen, dass eine reine technische Bereitstellung von Software nicht ausreicht: Eine effiziente Nutzung von Kollaborationsplattformen verlangt vielfältige organisationale, räumliche, technische sowie soziale Voraussetzungen zu schaffen (Greeven und Williams 2017). Durch die Möglichkeiten von mehr Selbstorganisation der Teams durch den Einsatz dieser Plattformen werden insbesondere hierarchische Arbeits- und Organisationsstrukturen herausgefordert“ (Hardwig, T.; Weißmann, M. (2021): Auf der Suche nach dem digitalen Arbeitsplatz. In: Mütze-Niewöhner et al. (Hrsg.) (2021): Projekt- und Teamarbeit in einer digitalisierten Arbeitswelt, S. 179-180.

Die Etablierung von Kollaborationsplattformen verändert das Unternehmen als Sozio-Technische Gestaltungsansätze und unterstützt die selbstorganisierte Wissensarbeit. Wird in der Organisation noch ein klassisches IT-System genutzt (z.B. ein ERP-System) so wird es auch hier immer wieder zu Überschneidungen/Abstimmungen zwischen der Kollaborationsplattform und dem ERP-System kommen (müssen). Diese ambivalente Infrastruktur sinnvoll zu nutzen ist eine wichtige Aufgabe der Führung – des Managements. Aktuell habe ich allerdings eher den Eindruck, dass die Unternehmen nach dem Motto „viel hilft viel“ verfahren, was zu einer erheblichen Verschwendung von Ressourcen führt. Diese Kosten sind kaum sichtbar, da diese oft in den Gemeinkosten untergehen.

In den von uns entwickelten Blended Learning Lehrgängen Projektmanager/in (IHK) und Projektmanager/in AGIL (IHK) gehen wir auch auf diese zusammenhänge ein. Informationen zu den Lehrgängen und zu Terminen finden Sie auf unserer Lernplattform.

Kollaborationsplattformen fördern neue Formen der Zusammenarbeit

Image by Gerd Altmann from Pixabay

In der Projektarbeit greifen Teammitglieder nicht nur auf spezielle Software zu, sondern nutzen vielfältige Möglichkeiten zu interagieren. Kollaborationsplattformen unterstützen diese Art der Zusammenarbeit. Dennoch ist vielen Unternehmen nicht klar, dass es nicht ausreicht, technische Systeme anzuschaffen,. Die ganzheitliche, sozio-technische Systemgestaltung schafft erst den Nutzen (die Wertschöpfung). Doch wie sollten Kollaborationsplattformen gestaltet sein? Folgende Studie gibt dazu Hinweise:

„Alles in allem ergeben sich durch den Einsatz von Kollaborationsplattformen gegenüber traditioneller Groupware neue und weiterführende Nutzenaspekte. Anders (2016) kommt zu der Einschätzung: ´The results of this study show that TCPs [team communication platforms] support real and meaningful changes in how individuals and organizations communicate and collaborate. The integration of media capabilities for communication visibility, routine team communication, and ICT-enabled workflows has created new affordances and promoted new practices of social collaboration´ (Anders 2016:258). Und diesem Ergebnis wollen wir uns anschließen. Die Studien belegen, dass durch die Nutzung von Kollaborationsplattformen im Betrieb neue – kollaborative – Formen der Zusammenarbeit gefördert werden. Dies dürfte insbesondere für die Beschäftigten in Bereichen der Wissensarbeit sehr attraktiv sein, die parallel in mehreren Projekten, in fluiden Strukturen oder räumlich verteilt tätig werden und dabei noch den Überblick behalten müssen“ Hardwig, T.; Weißmann, W. (Hrsg.) (2021): Eine neue Qualität der Zusammenarbeit im Unternehmen. Die Arbeit mit Kollaborationsplattformen gestalten.

In der PDF-Datei finden Sie wertvolle Hinweise dazu, wie eine Kollaborationsplattform gestaltet werden kann.

Blended Learning: Kommerzielle Plattformen sind nur begrenzt für die Weiterbildung geeignet

Es ist schon erstaunlich, wie selbstverständlich der Bildungsbereich klassisches Scientific Management wir Qualitätsmanagement oder Controlling (Bildungscontrolling) usw. nutzt. Ein Bildungsbetrieb wird dabei wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt. Das halten viele für sinnvoll, das es ja oftmals im Bildungsbereich darum geht, Steuergelder nicht zu verschwenden. Es zeigt sich allerdings auch, dass sich wirtschaftlich orientierte Unternehmen immer deutlicher zu einer Wissensorganisation oder gar zu einer Lernenden Organisation weiterentwickeln. Siehe dazu auch Was hat Wirtschaft mit Bildung und Bildung mit Wirtschaft zu tun? Auch bei den bekannten kommerziellen Videoplattformen sollte man also durchaus hinterfragen, ob diese immer gut geeignet sind, Lernprozesse im Bildung-, bzw. Weiterbildungskontext zu unterstützen.

Die gängigen Videoplattformen wurden ursprünglich für Geschäftszwecke entwickelt (siehe Lamb 2020), nicht in der Intention, Raum für horizontale Kommunikation, persönliches Wachstum und Begegnung zu kreieren. Das zeigt sich etwa am Fehlen der Möglichkeit, mit ausgewählten Personen selbstbestimmt einen virtuellen Nebenraum betreten zu können, und an der Art der Tools. Die virtuellen Architekturen definieren die Möglichkeiten, welche Selbstaspekte wir dort repräsentieren können (siehe Balick 2014) und wie wir einander daher begegnen können. Sie funktionieren hervorragend, um Inhalt zu etablieren, für Vorträge und Kollaboration an Dateien. Für spontane, fluide, emergente und synchrone Kommunikation, die die Textur lebendigen Austausches bildet, sind sie noch nicht ausreichend entwickelt. Anzuerkennen, dass die technologischen Strukturen sowohl Form als auch Inhalt der Kommunikation bedingen („The medium is the message“, siehe McLuhan 2001[1964]), heißt aber keinesfalls, den Anspruch auf demokratische Nutzung dieser Räume aufzugeben: Jeder dominante Diskurs birgt seine Subversion (siehe Foucault 1980). Die Aneignung des digitalen Raums über seine instrumentellen Beschränkungen hinaus ist möglich. Damit Begegnung, horizontale Kommunikation und Inklusion online stattfinden können, bedarf es des Willens der Teilnehmenden, es bedarf bewusster Gestaltung und fortlaufender sozialer Aushandlung, wie und wofür wir diese virtuellen Räume nutzen. Technische Tools allein lösen das nicht für uns“ (Susman, K. (2022), in: Gruber/Schindler (Hrsg.), S. 04-08).

Bei unseren Blended Learning Lehrgängen versuchen wir diesen Aspekt zu berücksichtigen. Informationen zu den Lehrgängen finden Sie auf unserer Lernplattform.

VDMA-Studie Produktpiraterie 2018

In der VDMA-Studie Produktpiraterie 2018 (PDF) gibt es neben vielen interessanten Informationen auch eine Definition, was unter Produktpiraterie verstanden wird (S. 4):

Die Studie bezieht sich allein auf den unzulässigen Nachbau. Unter dem unzulässigen Nachbau (hier gleichbedeutend als Produktpiraterie bzw. Plagiat bezeichnet) wird der

  • Nachbau unter Verletzung von Sonderschutzrechten (z. B. Marken, Patente) oder
  • ohne Verletzung von Sonderschutzrechten, aber in wettbewerbswidriger Weise erfolgte Nachbau

verstanden. Der Nachbau erfolgt dann in wettbewerbswidriger Weise, wenn neben der Nachahmung zusätzlich noch eine unlautere Handlung eintritt. Diese unlautere Handlung ist in der Regel eine Täuschung über den Hersteller der Originalware (Verwechslungsgefahr) und die damit verbundene Ausnutzung des guten Rufs.

Die Schadensumme soll abermals bei 7,3 Milliarden Euro liegen. Solche Themen besprechen wir auch in dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Innovationsmanager (IHK). Weitere Informationen finden Sie auf unserer Lernplattform.