KI-Modelle berücksichtigen nur wenige der weltweit über 7000 Sprachgemeinschaften

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Die Übersetzungen der bekannten closed source KI-Modelle sind schon richtig gut und können beispielsweise für Touristen sehr hilfreich sein. Bei unserer Reise nach Taiwan, Japan und Singapur 2025 haben wir das selbst erlebt.

Wenn es allerdings um sensible Bereiche wie Gesundheit, Recht usw. geht, kommt es oftmals auf sprachliche Nuancen an. Diese Texte/Situationen können die gängigen KI-Modelle recht gut, aber nicht immer sehr gut bewältigen. Für agglutinierende Sprachen, wie Ungarisch, Baskisch, etc. reichen die üblichen KI-Modelle beispielsweise nicht aus

So kann es in Regionen der Welt im Gesundheitsbereich zu lebensbedrohlichen Situationen kommen, da der Input und die Ergebnisse der KI-Modelle geographisch und linguistisch sehr unterschiedlich sind. Genau das haben die United Nations (UN) in einer aktuellen Veröffentlichung noch einmal bestätigt.

The inputs and outcomes of artificial intelligence are geographically and linguistically uneven
Most of the world’s languages and cultures remain underserved. More than 7,000 languages are spoken worldwide, yet AI model development and evaluation infrastructure reflects only a small fraction of them“
UN (2026): Preliminary Report of the Independent International Scientific Panel on AI

Es wundert daher nicht, dass es immer mehr Länder und Regionen in der Welt gibt, die ihre eigenen KI-Modelle entwickeln und veröffentlichen – natürlich als Open Source Modelle. Für Europa habe ich in unserem Blog schon auf einige interessante Open Source KI-Modelle hingewiesen: TEUKEN 7B (Alle europäischen Sprachen), EURO LLM (Alle europäischen Sprachen), MINERVA AI LLM (Italienisch), PLLuM (Polnisch), RAKA 4B (Ungarisch), GPT-SW3 (Schwedisch), ALIA (Spanisch), AMALIA (Agente Multimodal Automático de Linguagem com IA).

Ich halte solche Modelle auch für innovative Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) spannend, da sie sich dadurch von dem was alle anderen machen (Ein KI-Modell für alles – One size fits all), unterscheiden können. Dazu habe ich ein Paper für die internationale Konferenz MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) geschrieben:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Siehe dazu auch:

KI-Modelle: Von „One Size Fits All“ über Variantenvielfalt in die Komplexitätsfalle?

Künstliche Intelligenz im Innovationsprozess von Organisationen

Künstliche Intelligenz: Was ist unter einer Mixture of Experts (MoE) Architektur zu verstehen?

Weltweite Übersicht zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz

Quelle: https://regulations.ai/map

In dem Blogbeitrag Bris, A. (2025): SuperEurope: The Unexpected Hero of the 21st Century hatte ich darauf hingewiesen, dass es falsch ist zu behaupten, dass die USA innovativ sind, und die Europäische Union nur reguliert. Diese Plattitüde wird immer wieder von den Tech-Giganten aus den USA verwendet – allerdings wird die Aussage dadurch nicht richtiger.

Auch Japan (Society 5.0) oder Indien (IndiaAI) gehen dazu über, Künstliche Intelligenz in einer Form zu regulieren, dass die Gesellschaft die Vorteile nutzen kann, und die Nachteile reduziert werden. Doch nicht nur die EU und diese beiden Länder sind in Sachen Künstlicher Intelligenz aktiv. Stellt man die Aktivitäten weltweit zusammen, ist es erstaunlich zu sehen, wie vielfältig mit Künstlicher Intelligenz umgegangen wird.

In diesem Zusammenhang ist die Website Regulations.AI interessant, da dort die Informationen zum jeweiligen Stand in einer Region oder in einem Land übersichtlich zusammengefasst sind. Die Website wird von dem schweizer Unternehmen Smittek GmbH betrieben: Terms of Use.

Neben einer interaktiven Grafik wurde am 17.12.2025 auch ein Global Report (PDF) veröffentlicht.

EXPO 2025 in Osaka (Japan): Auf unserer Asien-Rundreise werden uns das ansehen

Screenshot: https://www.expo2025.or.jp/en/

Wir (Jutta und ich) sind Fans der EXPO, da die Weltausstellungen die vielen positiven Seiten der Welt zeigen. Die Länder-Pavilions zeigen neue, innovative und interessante Entwicklungen, aus allen Regionen der Welt.

Wir haben schon verschiedene Weltausstellungen besucht, u.a. natürlich die Weltausstellungen in Hannover, in Mailand und Dubai. In Dubai waren wir sogar über Silvester, was noch einmal einen besonderen Kick ergab.

Jetzt also die Expo 2025 in Osaka, Japan. Im Rahmen einer kleinen Rundreise über Taiwan (Taipeh), Japan (Tokyo, Kyoto, Osaka) und Singapur, werden wir wieder viele positive Begegnungen haben, und vielfältige Eindrücke mitnehmen. Siehe dazu auch unsere Reisen.

Mitchell, S. (2008): Komplexitäten. Warum wir erst anfangen, die Welt zu verstehen

mitchell.jpgDas Buch Mitchell, S. (2008): Komplexitäten. Warum wir erst anfangen, die Welt zu verstehen beschreibt sehr schön, welche Themen in der Diskussion um Komplexität aktuell sind. Dabei vertritt sie folgende These (S. 22): „Komplexität, ob in der Biologie oder anderswo, liegt nicht außerhalb unserer Verständnisfähigkeit, sondern sie erfordert eine neue Art von Verständnis. Dieses setzt voraus, daß man genauer analysiert, in welch vielfältiger Form der Kontext die Naturphänomene mitgestaltet.“ Es freut mich dabei natürlich, dass Sandra Mitchell ausdrücklich auf die wichtige Rolle von Kontext eingeht. Wie Sie als Leser meines Blogs wissen, weise ich darauf auch immer wieder im Rahmen der Kompetenzdebatte hin (Promotionsskizze). Nicht zuletzt zeigt die Autorin auch, dass komplexe Systeme und deren emergente Eigenschaften mit Hilfe von Selbstorganisation und Rückkopplungsschleifen erklärbar sind (S. 53). Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen. Siehe dazu auch die Rezension von Andreas Franke vom 19.06.2008.

Kennen Sie SEMAPEDIA?

logo.jpgAuf der Startseite von Semapedia wird man mit folgendem Text empfangen: „Unser Ziel ist es, die virtuelle und die physische Welt dadurch zu verbinden, dass wir die richtigen Informationen aus dem Internet zu den relevanten Orten der realen Welt bringen. Um dies zu erreichen, laden wir Dich ein, selbst Semapedia-Tags zu erstellen und zu verteilen. Diese sind für Handys lesbare physische Hyperlinks.“ Diese Vernetzung durch User anzustoßen (Bottom-Up) ist aus meiner Sicht eine prima Idee. Probieren Sie es doch einfach einmal aus… Auch die FTD vom 11.04.2008 berichtet unter der Überschrift Wissen 2.0 über Semapedia. Allerdings heisst es dort unter anderem “ (…) Verknüpfung der physischen Welt mit dem Wissen des Internets“. Der Autor verwechselt hier Information mit Wissen. Da ist der Text auf der Startseite von Semapedia schon genauer/besser. Siehe dazu auch Die Wissenstreppe.