Wissensbilanz – Made in Germany gastierte am 04.12.2009 bei der IHK Köln

Am Freitag, den 04.12.2009, trafen sich Interessenten für die Wissensbilanz – Made in Germany bei der IHK in Köln im Camphausensaal. Trotz weihnachtlicher Stimmung in der Stadt und wohl auch in den Unternehmen, war die Roadshow zur Wissensbilanz – Made in Germany mit über 40 Teilnehmern gut besucht. In der Begrüßung durch Frau Niecknig von der IHK Köln wurde gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich, dass sich die IHK Köln in der nächsten Zeit verstärkt den Themen Wissen und Wissensbilanz – Made in Germany widmen will. Den einführenden Vortrag zur Methode und zur Toolbox der Wissensbilanz – Made in Germany habe ich gehalten. Anschließend stellten Herr Fischer (Inhaber der Firma Fischer Werkzeugtechnik GmbH) und Herr Honecker (Private Musikschule jamclub aus Tübingen) Ihre Erfahrungen mit der Wissensbilanz – Made in Germany vor. Es zeigte sich sehr bald, dass sich die beiden Praxisbeispiele sehr gut ergänzten. Hier das industriell geprägte Unternehmen Fischer Werzeugtechnik GmbH und dort die private Musikschule mit stark immateriell geprägten Strukturen. Dennoch: Beide Unternehmen stellten heraus, dass sie von der Wissensbilanz – Made in Germany auf jeweils spezielle Weise profitierten.

Zum Abschluss stellten wir uns dann gemeinsam den spannenden Fragen der Teilnehmer, die von der Akzeptanz bei den Mitarbeitern, bis zur Verbindung zwischen der Wissensbilanz – Made in Germany und der Balanced Scorecard reichten. Abschließend hatte die IHK Köln freundlicherweise noch zu einem kleinen Buffet eingeladen. Dabei konnten wir die noch offenen Fragen in Einzelgesprächen klären. Ich hatte den Eindruck, dass ein grundsätzliches Interesse an der Wissensbilanz – Made in Germany geweckt wurde. Hier noch einige Impressioen von der Veranstaltung bei der IHK in Köln…

Das Projekt ProWis wurde bis 2011 verlängert und bietet jetzt schon interessante Hilfen

Über das Projekt ProWis habe ich in 2007 (inkl. einer Studie) und später noch einmal in 2008 berichtet. In der Zwischenzeit wurde das Projekt ProWis verlängert: „Im Mittelpunkt der zweiten Projektphase (2008-2011) steht der Transfer der Projektergebnisse. Folgende Angebote werden hierzu zur Verfügung gestellt“: Praxiserprobte Analyseinstrumente, Wissensmanagement Lösungssammlungen. Es ist erfreulich, dass man nun für die vier Wissensaktivitäten die jeweiligen Methoden/Tools auswählen kann. Ein erster Schritt, die vielen Tools einzuordnen und zu zeigen, dass nicht jedes Tool überall Sinn macht. Dennoch: Die Liste der Tools wird in Zukunft bestimmt noch erweitert werden müssen. Weiterhin ist nicht klar, wie die einzelnen untereinander wirken. Die Wissensaktivitäten werden immer noch zu sehr isoliert betrachtet, obwohl sich das gesamte Modell natürlich auf die Geschäftsprozesse bezieht und somit die Bedingung der Situiertheit von Wissen erfüllt. Das Modell reduziert die 6 Bausteine von Probst, wodurch die grundlegende Kritik an dem Bausteinmodell nicht verklingt (Sytemisches Wissensmanagement). Eine Alternative kann sein, die notwendigen Maßnahmen ganzheitlicher aus der Wissensbilanz – Made in Germany abzuleiten. Immerhin bietet die Wissensbilanz – Made in Germany mit dem Wirkungsnetz gerade die Möglichkeit die verschiedenen Wirkungen darzustellen und damit Maßnahmen zu priorisieren, die das Wissenssystem optimieren. Im Zusammenhang mit Wissensmanagement wird immer noch zu wenig an die gute Kombination von modernem Wissensmanagement und der Wissensbilanz – Made in Germany gedacht. Siehe dazu auch Wie hängen Wissensbilanz – Made in Germany und Wissensmanagement zusammen? Und wenn Sie im Raum Köln wohnen, können Sie sich am Freitag, den 04.12.2009 die Roadshow zur Wissensbilanz – Made in Germany bei der IHK Köln ansehen (Programm). Würde mich freuen…

Interessante Studie zu User-Created-Content

Die interessante Studie IDATE/TNO/IViR (Eds.) (2008): User-Created-Content: Supporting a participative Information Society (4,7MB) analysiert

  1. den Trend zu User-Created-Content,
  2. die daraus entstehenden wirtschaftlichen, sozialen, technologischen und juristischen Auswirkungen und
  3. den Einfluss auf die Politik der EU im Bereich IKT und Medien

Ganz besonders möchte ich auf die insgesamt 50 untersuchten Fallstudien hinweisen, die Sie auf den Seiten 16-20 finden. Testen Sie doch einfach einmal die dort angegebenen Webseiten aus. Den Trend zu User-Created-Content können auch Organisationen nutzen und die oft standardisierten Inhalte nicht nur unternehmensspezifisch anpassen, sondern eigene unternehmensspezifische Inhalte entwickeln. Diese Inhalte (Content) können dann für Personen, Gruppen, oder auch für das ganze Unternehmen konfiguriert werden. Dabei verwendet man oftmals Standards wie SCORM und bezeichnet diese Inhalte als Learning Objects. Ich mag den Begriff nicht besonders, da es nicht die Objects sind, die lernen, sondern die Subjekte – also die Personen. Dennoch: Betrachtet man die Möglichkeiten, kontextspezifische (unternehmensspezifische) Inhalte zu entwickeln, so können dadurch geschäftsprozessbezogene Vorteile generiert werden. User-Generated-Contend bedeutet in diesem Zusammenhang kontextspezifisches Wissen in Daten und Informationen zu übertragen, die dann personenspezifisch aufbereitet die Wissenskonstruktion im Geschäftsprozess ermöglicht (Ermöglichungsdidaktik). Es lohnt sich also auch für Unternehmen, sich mit User-Created-Contend intensiver zu befassen. Siehe dazu auch Freund, R. (2003): Mass Customization in Education and Training, ELearnChina 2003 (Edinburgh, Scotland), oder Freund, R. (2003): Mass Customization and Personalization in der beruflichen Bildung. In: Community Schwerpunktthema August 2003 der Tele Akademie (FH Furtwangen).

Kurtz, T.; Pfadenhauer, M. (Hrsg) (2010): Soziologie der Kompetenz

Das Buch Kurtz, T.; Pfadenhauer, M. (Hrsg.) (2010): Soziologie der Kompetenz greift einen interessanten Aspekt der Kompetenzdebatte auf, eben die Rolle des Kompetenzkonstrukts in der Soziologie. Auf der Website des Verlags für Sozialwissenschaften heisst es dazu: „Kompetenz ist als eigenständiges Thema in der Soziologie bisher nicht, jedenfalls nicht auffällig, in Erscheinung getreten. Wer im Rahmen der Sozialwissenschaften von Kompetenzforschung spricht, denkt vor allem an Disziplinen wie Psychologie und Pädagogik. Insbesondere in der Empirischen Bildungsforschung wird der Kompetenzbegriff seit einigen Jahren in das Zentrum vieler Untersuchungen gestellt. Ein Grund dafür, dass ‚Kompetenz’ bislang kaum in den Fokus von Soziologen geraten ist, dürfte darin bestehen, dass der Begriff in der Regel ausschließlich personengebunden und häufig kognitiv reduziert angewandt wird, während er in der Soziologie zumeist lediglich metaphorisch verwendet und mitunter gar gesamt- und teilgesellschaftlichen Institutionen und Organisationen zugeschrieben wird. Der Band versammelt theoretische und empirische Herangehensweisen an Kompetenz aus soziologischer Sicht. Die Beiträge klären dabei auch die Frage nach dem Sinn und Nutzen des Kompetenzbegriffs als soziologische Kategorie, um dergestalt den Boden zu bereiten für eine dezidiert soziologische Kompetenzforschung“. Dewe weist in seinem Beitrag auf Seite 116 z.B. auf folgenden wichtigen Punkt hin: „Kontextunspezifische bzw.  sozialkontextfreie Kompetenzen kann es im Rahmen eines sozialwissenschaftlichen Verständnisses nicht geben. Wissen und der Kontext der Anwendung von Wissen sind nicht zu trennen. Es handelt sich vielmehr um emergente Prozesse, welche nicht nach einer seite hin zu bestimmen bzw. aufzulösen sind.“ In meinem Promotionsvorhaben (Promotionsskizze) weise ich auf die Kontextabhängigkeit des Kompetenzkonstrukts hin und entwickle mit Hilfe des Konzepts der Multiplen Kompetenz einen ebenenübergreifenden Ansatz (Individuum, Gruppe, Organisation und Netzwerk). Siehe dazu auch Kernkompetenzen als Emergenzphänomene.

Creativity World Forum vom 01.-03.12.2009 in Ludwigsburg

Das Creativity World Forum 2009 gastiert vom 01.-03.12.2009 in Ludwigsburg. Bei der Veranstaltung geht es nach eigener Darstellung um Kreativität und Wissen, die letztendlich in Innovationen umgestezt werden sollen. Am zweiten Kongresstag stellen Herr Prof. Mertins (Fraunhofer IPK) und Herr Dr. Bornemann Methodik und Bedeutung des Intellectual Capital Reporting am Beispiel  „Wissensbilanz – Made in Germany“ vor. Dieser Vortrag zeigt, dass die Wissensbilanz – Made in Germany im kreativen Umfeld wissensbasierter Unternehmen immer stärker beachtet wird. Das ist aus meiner Sicht keine Überraschung, denn die Wissensbilanz – Made in Germany ermöglicht es Unternehmen, ihr Intellektuelles Kapital gezielt und wirkungsvoll zur Verbesserung der zu erzielenden Ergebnisse einzusetzen. Am 19.11.2009 haben wir die Wissensbilanz – Made in Germany bei der Handwerkskammer Stuttgart vorgestellt (Blogbeitrag) und am 04.12.2009 gastiert die Roadshow zur Wissensbilanz – Made in Germany bei der IHK Köln. Wenn Ihnen Ludwigsburg zu weit ist, können Sie ja nach Köln kommen – ich würde mich freuen.

Exzellente Wissensorganisationen 2009

„Im festlichen Eichensaal an der Invalidenstraße in Berlin erhielten am 30. Oktober [2009] 25 kleine und mittlere Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet und der Schweiz die Auszeichnung als ´Exzellente Wissensorganisation´. Gewürdigt wurde damit ihr vorbildlicher Umgang mit der Ressource Wissen. Im Namen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie überreichte Ministerialdirigent Dr. Georg Bröhl den Unternehmen Urkunde und Trophäe. Er wies in seiner Laudatio auf die besondere Bedeutung hin, die das Ministerium dem Thema Wissen und Wissensmanagement beimisst: „Deutschlands wichtigste Rohstoffe liegen nicht im Erdboden, sondern in unseren Köpfen.“ Schaut man sich die einzelnen Beispiele genauer an, so stellt man allerdings fest, dass nicht immer die Wissensebene im Mittelpunkt steht. Manche Unternehmen bleiben noch zu sehr auf der Daten, bzw. Informationsebene. Siehe dazu auch die erweiterte Wissenstreppe.

Wissensbilanz – Made in Germany gastierte bei der Handwerkskammer in Stuttgart

Dass auch Handwerker an der Wissensbilanz – Made in Germany interessiert sind, zeigte sich bei der Veranstaltung am 19.11.2009 bei der Handwerkskammer in Stuttgart (Programm). Nach der Begrüßung durch Herrn Schwarz und Herrn Durst (Handwerkskammer Stuttgart) stellte Herr Dr. Heisig die Wissensbilanz – Made in Germany vor. In Abänderung des vorgesehenen Programms, berichtete Herr Gürtner von der Firma Gürtner Apparatebau GmbH & Co. KG von seinen positiven Erfahrungen mit der Wissensbilanz – Made in Germany. Dabei stellte Herr Gürtner sehr intensiv dar, wie schwer der Übergang von einem traditionellen Handwerksbetrieb in eine moderne Organisation sein kann. Im zweiten Praxisbeispiel ging Herr Oesker von Müller-Welt Contactlinsen GmbH auch auf Einzelheiten bei der Umsetzung der Wissensbilanz – Made in Germany in seinem Unternnehmen ein. Abschließend kam es zu einer interessanten Diskussion mit den Referenten. Dabei stellte Herr Durst von der Handwerkskammer Stuttgart heraus, dass seine Organisation in Zukunft verstärkt auf die Möglichkeiten der Wissensbilanz – Made in Germany und des Zukunftschecks Mittelstand (Vorstufe zur Wissensbilanz – Made in Germany) hinweisen wird. Als Moderator der Veranstaltung habe ich abschließend dann noch die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst. Aus meiner Sicht, war es eine sehr gelungene Veranstaltung.

Bitcom (2009): Wissensmanagement-Prozess-Systematik

Der Leitfaden Bitcom (2009): Wissensmanagement-Prozess-Systematik “ (…) ist eine strukturierte Übersicht über Prozesse, Vorgehensweisen und Aktivitäten des Wissensmanagements auf verschiedenen Detaillierungsstufen. Die primäre Prozessgruppierung erfolgt über die Rollenverteilung der verantwortlich ausführenden Hauptbeteiligten im WM“. Es ist sinnvoll Wissensmanagement-Prozesse von anderen Prozessen in Organisationen, wie z.B.  Geschäftsprozessen, zu unterscheiden. Wenn allerdings von „Wissen und WM-Systeme strategisch planen und steuern“ (Seite  7) die Rede ist, so kommt bei mir etwas Unbehagen auf. Diese Formulierungen deuten auf ein eher ingenieurwissenschaftliches Verständnis von Wissen hin. Auf Seite 6 wird dann auch deutlich, was man in diesem Leitfaden unter Wissen versteht: „Wissen ist die Befähigung zum effektiven Handeln“. Diese Formulierung geht auf Senge zurück: „Knowledge is the capability for effective action“ (Fußnote auf Seite 6 des Leitfadens ohne weitere Angaben). Man muss Wissen daher nur gut planen und steuern und schon ist die effektive Handlung gesichert? Ist Wissen wirklich eine Voraussetzung für effektives Handeln? Gibt es eine solche Ursache-Wirkungs-Beziehung? Ryle (1949,1978) und Neuweg (2004) nennen dies eine Intellektualistische Legende. Diese Auffassung geht davon aus, dass sich Wissen oder auch Intelligenz in der Handlung zeigt und keine Vorbedingungen sind. Wissen oder Intelligenz hat man nicht, sondern zeigt sich in der aktuellen, domänenspezifischen (komplexen) Problemlösung. Weiterhin sollte man den Wissensbegriff auch im Rahmen von komplexen Probelmlösen mit Emergenz verknüpfen. Diese Ansätze kommen allerdings in dem Bitcom-Leitfaden nicht vor. Dennoch wird der Bitcom-Leitfaden Erfolg haben, da alle anderen Aspekte des Konstrukts „Wissen“ ja viel zu kompliziert, bzw. zu komplex sind. Allerdings würde gerade darin die große Chance für Organisationen liegen….. Aber wer will das schon? Siehe dazu auch Reduktionismus: Die Vereinfachung komplexer Sachverhalte ist unangemessen.

Automobilindustrie: Zu viele Massenproduzenten und zu wenige Mass Customizer

Wie der Grafik zu entnehmen ist (Quelle: PwC Automitive Institute. In: Der Spiegel 46/2009:21), gibt es seit vielen Jahren eine deutliche Überkapazität bei der Produktion traditioneller Automobile. Auch die Prognose für 2010 geht von einer Überkapazität von 28.000.000 Autos weltweit aus. Weiterhin werden voarussichtich im kommenden Jahr 61.000.000 Autos produziert, was nicht heißt, dass es für die Produktion auch Abnehmer gibt. Womack/Jones/Roos haben schon in ihrer von 1985-1989 durchgeführten IMVP-Studie gezeigt (Blogbeitrag), dass damals von den ca. 60.000.000 Autos ca. 12.000.000 ohne einen direkten Kundenauftrag produziert wurden. Diese gigantische Verschwendung hat sich auch durch den verstärkten Einsatz von Lean Production und Lean Management nicht merklich reduzieren lassen. Es sieht also auch 2009 so aus, dass es zu viele Massenproduzenten und zu wenige wettbewerbsfähige Hersteller gibt, die sich massenhaft auf die einzelnen Kunden einstellen können (Mass Customizer). Siehe dazu auch Faktenblatt Mass Customization. Die Umsetzung von Lean-Konzepten ist eine notwendige, allerdings nicht ausreichende Bedingung, sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen. Darüber hinaus sollten Innovation in den Mittelpunkt rücken, die sich an den Bedürfnissen der Kunden orientieren und nicht alleine auf neue Antriebskonzepte fokussiert sind (Blogbeitrag). Die Kunden sind nicht an Autos, sondern an Mobilität interessiert. Es kommt also darauf an, massenhaft individuelle Mobilitätskonzepte zu entwickeln und somit Service- und Produktinnovationen anzustoßen. Der Blick auf auf die aktuellen Diskussionen in der Automobilindustrie zeigt die stark verkürzte Perspektive der aktuell Handelnden: Poltiker denken bis zur nächsten Wahl (in NRW Anfang 2010), Hersteller an ihre aktuellen Anlagen, die ausgelastet werden sollten und Gewerkschaften an den Erhalt der Arbeitsplätze. Wo bleiben da die Bedürfnisse der Kunden?

Robert Freund Newsletter 2009-10 an alle Abonnenten versandt

Heute haben wir den Robert Freund Newsletter 2009-10 an alle Abonnenten versandt. Alle bisher erschienenen Newsletter finden Sie als PDF-Dateien auf dieser Seite. Sollten Sie auch an dem monatlich erscheinenden Newsletter interessiert sein, so senden Sie uns einfach eine E-Mail, wir nehmen Sie dann gerne in unsere Abonnentenliste auf. Natürlich würden wir uns auch freuen, wenn Sie den Newsletter an Ihre Bekannten weiterleiten. Herzlichen Dank.