Kosten der Künstlichen Intelligenz: Anteil US amerikanischer KI-Modelle geht weltweit zugunsten von Open Source AI zurück

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Wir haben uns daran gewöhnt, dass die amerikanischen Tech-Konzerne mit ihren KI-Modellen den Ton angeben, doch in den letzten 12 Monaten hat sich weltweit erstaunliches getan. Nach Howard Yu (auf LinkedIn) ist der Anteil amerikanischer KI-Modelle in diesem Zeitraum von 70% auf 30% gefallen (routed traffic).

Der Grund ist, dass immer mehr Nutzer – auch aus Kostengründen – Open Source AI nutzen. Dazu haben beispielsweise chinesische Anbieter neben DeepSeek auch Qwen als erfolgreichstes Open Source AI Modell weltweit etabliert.

„The cause is, of course, price. Anthropic’s Claude costs $4,811 for a standard evaluation suite. OpenAI costs $3,357. DeepSeek costs $1,071. Zhipu’s GLM costs $544. The premium American model runs nearly 9 times the cheapest Chinese one for equivalent work. When AI shifted from chat to agents, that gap became impossible to ignore. An overnight coding run calls a model thousands of times“ (Yu, W. via LinkedIn, 08.07.2026).

Natürlich kommen zu so einer Meldung gleich (mindestens) zwei Einwände:

(1) Open Source AI Modelle sind nicht so Leistungsstark wie die proprietären, kommerziellen AI Modelle der amerikanischen Tech-Konzerne.
Das stimmt in der Zwischenzeit nicht mehr. Ausführlich hat das der AI Report 2026 von der Stanford University analysiert und dargestellt. Siehe dazu Die erfolgreiche Open Source KI Geschichte.

(2) Chinesische Modelle sind mit Vorsicht zu genießen, da sie auch den Vorgaben der chinesischen Regierung entsprechen müssen.
Ja, das ist der Fall. Ähnlich sieht es allerdings auch mit den amerikanischen Modellen aus, die den Mindsets der Tech-Konzerne entsprechen. Siehe dazu Digitale Souveränität: Europa, USA und China im Vergleich.

Was also tun? Es bietet sich an, Open Source AI aus und für Europa zu nutzen. In der Zwischenzeit gibt es neben Mistral AI noch viele weitere Modelle, die schon genutzt werden können. Open Source AI mit europäischen Werten zu nutzen ist ein Weg zu mehr Digitaler Souveränität und sogar zur Kostenreduzierung.

Siehe dazu auch Wirtschaftlichkeit von KI-Agenten: Warum kommt es bei den Token-Kosten oft zu regelrechten Abrechnungsschocks?

Es ist möglich, leistungsfähige KI-Sprachmodelle zu trainieren, die ausschließlich auf gemeinfreien und offenen Texten basieren

In den letzten Jahren gibt es sehr viele Content-Entwickler aus allen möglichen Bereichen, die sich gegen die Übernahme ihrer Inhalte als Trainingsdaten in den bekannten, kommerziellen KI-Modellen wehren.

Dabei kommt es einem so vor, als ob die großen KI-Unternehmen das wohl schon irgendwie „eingepreist“ haben und langwierige Gerichtsverfahren eingehen. Darüber hinaus muss auch die folgende Frage gestellt werden

Ist es möglich ist, leistungsfähige KI-Sprachmodelle zu trainieren, die ausschließlich auf gemeinfrei und offenen Texten basieren?

Die Antwort: Ja, es ist möglich.

In ihrem Paper hat eine Forscher-Gruppe nicht nur ausführlich dargelegt, welche Quellen sie dafür ausgewählt haben, sondern auch gleichzeitig ein entsprechendes Modell entwickelt und auf Hugging Face veröffentlicht:

„We release Common Pile v0.1, an 8TB corpus that—to our knowledge—constitutes the largest dataset built exclusively from openly licensed text. Alongside our dataset, we release Comma v0.1-1T and -2T, two performant 7-billion-parameter LLMs trained on text from the Common Pile, as well as the filtered and rebalanced data mixture we used for training. Our results demonstrate that not only is the Common Pile the strongest dataset for pretraining under an open-license constraint, but also that it produces models comparable to those trained on an equivalent amount of unlicensed data. This positive result holds promise for future of open-license pretraining, especially if the research community invests in collecting larger quantities of openly licensed text data in the future. Ultimately, we believe that the Common Pile v0.1 represents the first step on the path towards a more ethical language model ecosystem, where performance need not come at the cost of creator rights and legal transparency.“ (Kandpahl et al. (2025): The Common Pile v0.1: An 8TB Dataset of Public Domain and Openly Licensed Text).

Natürlich dominieren die proprietären KI-Modelle den Markt, und es fällt den Marktteilnehmer wegen dem in der Zwischenzeit eingetretenen Lock-in schwer, sich an andere KI-Modelle zu gewöhnen (Pfadabhängigkeit). Dennoch überlegen viele Einzelpersonen, Unternehmen, Not for Profit Organisationen oder auch Öffentliche Verwaltungen, ob sie sich nicht von der eingetretenen Abhängigkeit lösen sollten, ja müssen.

Siehe dazu auch Künstliche Intelligenz: Es ist so bequem, unmündig zu sein.

Künstliche Intelligenz: „Feeding the Machine“

Conceptual technology illustration of artificial intelligence. Abstract futuristic background

In dem Buch Muldoon, J., Graham, M., Cant, C. (2025) Feeding the Machine geht es den Autoren darum, zu hinterfragen, wie die großen KI-Modelle (LLM: Large Language Models) mit ihren riesigen Datenmengen entstehen, und von großen Unternehmen für ihre geschäftlichen Aktivitäten genutzt werden.

„Das ist aus Sicht von Muldoon, Graham und Cant auch das grundsätzliche Problem der KI-Entwicklung: dass sie vor allem von wenigen mächtigen Akteuren in deren Eigeninteresse entwickelt und genutzt werde. Die Kapitalintensität von KI führe dazu, dass sich Machtstrukturen weiter verfestigen, da nur wenige Unternehmen weltweit das Geld, die Hardware und das Knowhow besitzen, um die Entwicklung voranzutreiben. Durch die Arbeit dieser Unternehmen würden auch koloniale Strukturen aufrechterhalten, schreiben sie. Weil sich Arbeitskräfte im globalen Süden gezwungen sähen, für sehr wenig Geld unter schlechten Bedingungen zu arbeiten, während die hohen Gewinne in die Kassen der Konzerne und Investoren fließen“ (Scherer, K. (2025): KI-Erklärwerk und Kapitalismuskritik, Deutschlandfunk, Andruck, 30.06.2025 | PDF).

Es ist daher gut, dass sich in den letzten mehr als 20 Jahren weltweit Alternativen entwickelt haben, die frei verfügbare Daten in frei verfügbaren KI-Modellen zur Verfügung stellen (Open Data and Open Source AI – a perfect match). Je mehr diese genutzt werden, umso weniger Marktmacht haben die großen Tech-Konzerne. Es wundert daher nicht, dass diese an alternativen Entwicklungen wenig interessiert sind, und versuchen eine Art open washing mit ihren Modellen zu betreiben. Siehe dazu auch

Die erfolgreiche Open Source KI Geschichte

Künstliche Intelligenz – It All Starts with Trust

Künstliche Intelligenz lässt die meisten Sprachen und kulturellen Besonderheiten außen vor

Künstliche Intelligenz lässt die meisten Sprachen und kulturellen Besonderheiten außen vor

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Die bekannten proprietäten KI-Modelle funktionieren hauptsächlich in Englisch, oder in einer Handvoll anderer Sprachen. Am Beispiel agglutinierender Sprachen wie Ungarisch, Baskisch, etc. kann aufgezeigt werden, dass die üblichen KI-Modelle nicht ausreichen.

Es wundert daher nicht, dass in den letzten Jahren immer mehr KI-Modelle entwickelt wurden, die in europäischen Sprachen trainiert wurden. Beispiele dazu sind Teuken 7B und Open EuroLLM. Darüber hinaus gibt es in Europa auch schon viele KI-Modelle, die in der jeweiligen Landessprache trainiert wurden. Beispiele dazu sind das Ungarisches Modell, das Schwedisches Modell, das Italienische Modell usw.

Dass es in kritischen Bereichen wie dem Gesundheitswesen wichtig ist, bei KI-Modellen den sprachlichen und kulturellen Kontext zu beachten, wurde in einer Veröffentlichung der United Nations (UN) noch einmal beispielhaft hervorgehoben:

„In Tigrinya, spoken by 7 to 9 million people in Eritrea and northern Ethiopia, machine translation has rendered smallpox as syphilis, gonorrhoea as diabetes and “You have been given intravenous antibiotics” as “You have been given intravenous insecticides”. These mistranslations can be life-threatening. A recent review of natural language processing for African languages in healthcare found that, despite advances in multilingual AI tools, major challenges remain. These include cultural and linguistic bias, poor adaptation to medical contexts, limited explainability and translation errors that can affect diagnosis and treatment decisions. The evidence suggests that AI systems are not ready for use in high-stakes settings unless they have been properly adapted, constrained and tested for the relevant linguistic and cultural contexts“ (UN 2026).

Mit Hilfe von Small Language Models (SLM) und der Berücksichtigung sprachlicher und kultureller Besonderheiten einzelner Regionen in Europa können gerade Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die einen Mehrwert für die Nutzer bieten.

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich darauf in einem Paper ein:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Mein zweites Paper:

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

IW Consult (2026): Digitale Souveränität von KMU (Kurzstudie)

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Zu dem Thema Digitale Souveränität gerade bei Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU habe ich schon viele Blogbeiträge geschrieben. In der Zwischenzeit wird vielen klar, dass das Thema wichtig ist, sodass es immer mehr ausführliche oder kleine Studien gibt. Ein weiteres Beispiel dafür ist die nun veröffentlichte Kurzstudie IW Consult (2026): Digitale Souveränität von KMU (PDF), in der 5 zentrale Erkenntnisse zusammengefasst wurden:

(1) Digitale Souveränität ist eine Managemententscheidung.

(2) Tragfähige europäische Alternativen sind verfügbar.

(3) Die Umstellung auf souveräne Lösungen ist machbar, aber voraussetzungsreich.

(4) Anschaffungskosten allein greifen bei der Bewertung der Wirtschaftlichkeit zu kurz..
Eine TCO (Total Cost of Ownership)-Betrachtung, welche die laufenden Kosten, versteckte Bindungseffekte und Migrationsaufwände einbezieht, verändert die wirtschaftliche Bewertung digitaler Lösungen grundlegend.

(5) Die Unterstützungslandschaft hat eine solide Basis, aber auch noch Ausbaupotenziale.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, die vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, Ungarn stattfinden wird, gehe ich darauf in einem Paper ein:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Mein zweites Paper:

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Schutzrechte: Alles fing mit einem Lastkahn für Marmorblöcke an

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Wir haben uns daran gewöhnt, dass es verschiedene Schutzrechte gibt, die auf dem Markt durchgesetzt werden können. Schaut man sich beispielsweise die Geschichte des Patents dazu etwas genauer an, so muss man allerdings feststellen, dass es Schutzrechte für Erfindungen erst seit dem 18. Jahrhundert gibt. Augenscheinlich haben die Menschen vor dieser Zeit auch Möglichkeiten gefunden, mit dem Thema umzugehen.

Das erste überlieferte Patent für eine industrielle Erfindung wurde 1421 an den Architekten und Ingenieur Filippo Brunelleschi vergeben. Es gab ihm für drei Jahre das Monopol, einen Lastkahn mit einer Winde herzustellen, der für den Transport von Marmorblöcken verwendet wurde. Im Laufe der folgenden zwei Jahrhunderte breiteten sich solche Privilegien für Erfinder von Italien über Europa aus. (…) Schutzrecht für eine Erfindung gab es erst im 18. Jahrhundert“ (Grassmuck, 2004).

In der Zwischenzeit sind es nicht nur die klassischen Schutzrechte einer industriell geprägten Gesellschaft (siehe dazu DPMA), sondern auch immer mehr die Urheberrechte, die gerade in Verbindung mit den Trainingsdaten von KI-Modellen kontrovers diskutiert werden. In dieser Übergangsphase entstehen rechtlich Graubereiche, die von dynamischen Geschäftsmodellen rigoros ausgenutzt werden.

Es wird sich zeigen, ob wir eine angemessene Lösung finden, die die Rechte aller Beteiligten beachtet, oder ob wir uns eher in eine Gesellschaft hineinbewegen, in der nicht mehr, sondern eher weniger geschützt wird. Manche Entwicklungen wie die von Open Source, Open Science, Open Data, Open Government, Open Innovation usw. zeigen Wege auf, wie das aussehen könnte. Siehe dazu auch Quack, Sigrid und Leonhard Dobusch (2011): Auf dem Weg zur Wissensallmende? In: Aus Politik und Zeitgeschichte 28-30/2011, S. 41-46.

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich darauf in einem Paper ein:

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Mein zweites Paper:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Umfangreiche Studie (2026) zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen

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Es wird sehr viel über die positiven und negativen Auswirkungen bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz geschrieben. Dabei ist es nicht immer klar, ob die jeweiligen Veröffentlichungen nicht eher Public Relations oder Wunschdenken sind.

Um sich ein relativ gutes Bild machen zu können, sind Studien geeignet, die umfangreiches Datenmaterial unvoreingenommen analysieren. So eine Studie liegt nun mit Yotzov et al (2026) FIRM DATA ON AI vor.: „We survey nearly 6,000 senior business executives at US, UK, German, and Australian firms to develop new evidence on AI adoption and its effects on jobs, productivity, and output. Specifically, we ask executives about AI usage, its effects at their own firms over the past three years and, looking ahead, what they anticipate over the next three year.“ Die Forscher sind zu folgenden Ergebnissen gekommen:

First, around 70% of firms actively use AI, particularly younger, more productive firms.

Second, while over two thirds of top executives regularly use AI, their average use is only 1.5 hours a week, with one quarter reporting no AI use.

Third, firms report little impact of AI over the last 3 years, with over 80% of firms reporting no impact on either employment or productivity.

Fourth, firms predict sizable impacts over the next 3 years, forecasting AI will boost productivity by 1.4%, increase output by 0.8% and cut employment by 0.7%.

Neben dem von den Tech-Konzernen mit ihren KI-Modellen gerne propagierte Hype um ihre Produkte, gibt es die nüchterne Realität, die sich in den Studienergebnissen widerspiegelt.

Musik: Wie viel KI steckt in Deinen Playlists?

https://www.deezer.com/explore/de/ai-music-detector/

Überall wird Künstliche Intelligenz verwendet. bei Texten, Bilder, Videos und auch bei der Musik. Doch wieviel KI in den jeweiligen Musik-Titeln stecken wird uns oftmals nicht mitgeteilt. Um das herauszufinden, hat der Musik-Streamingdienst Deezer eine Plattform (Detector) geschaffen, auf der jeder seine Playlists – auch von verschiedenen Anbietern – überprüfen lassen kann.

Einerseits ein interessantes PR-Feature der Firma, andererseits setzt er andere Streamingdienstleister unter Druck, transparenter bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Musiktiteln zu werden. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich diese Plattform und die neue Kennzeichnungspflicht von KI-generierten Inhalten ab 02. August 2026 auswirken werden.

Article 50 of the EU AI Act introduces transparency obligations in four situations:
(1) when AI interacts directly with people,
(2) when AI generates synthetic content,
(3) when AI is used for emotion recognition or biometric categorisation, and
(4) when AI creates deepfakes or text published on matters of public interest.
Quelle: EU AI ACT Article 50

AI Economics Indicators – it all starts with trust

Beschäftigungstrend nach der Einführung von ChatGPT (Quelle: https://digitaleconomy.stanford.edu/project/indicators/)

Die Entwicklungen bei Künstlicher Intelligenz sind sehr dynamisch, sodass manche Studien schon der Realität hinterherhinken, wenn sie veröffentlicht werden. Weiterhin gibt es auch Studien, die sich mit der selben Thematik befassen, aber zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen führen. – wem kann man da vertrauen?

Es ist daher gut, das die Stanford University nun eine Plattform veröffentlicht hat, auf der viele graphische Auswertungen zu unterschiedlichen Fragestellungen zu finden sind.

„Yet we lack timely, trusted ways to measure how these changes are affecting work, productivity, and value creation in the economy. (…) We believe that a better understanding of the technology’s effects will lead to better decisions“ (Quelle

Stanford Digital Economy Lab. „AI Economic Indicators.“ Accessed [16th of June 2026]. https://digitaleconomy.stanford.edu/project/indicators/

In der Abbildung wird z.B. deutlich, wie sich der Beschäftigungstrend nach der Einführung von ChatGPT auf die verschiedenen Altersstrukturen ausgewirkt hat. Die Beschäftigungstrend geht beispielsweise für die Personen zwischen 22-25 Jahren im Vergleich zum November 2022 zurück.

Siehe dazu auch Künstliche Intelligenz – It All Starts with Trust.

Local-AGI: Your personal AI agent running entirely in the browser. Private, fast, and autonomous.

https://www.local-agi.com/

Über die Möglichkeiten, Open Source KI-Modelle auf dem eigenen Server zu betreiben habe ich in verschiedenen Blogbeiträgen schon geschrieben. Siehe dazu beispielsweise Digitale Souveränität: Wie kann ein KI-Modell aus LocalAI in den Nextcloud Assistenten eingebunden werden?

So ein System mit Nextcloud und LocalAI ermöglicht schon, autonom mit den eigenen Daten und Open Source KI-Modellen zu arbeiten. Dabei wird allerdings auch deutlich, dass es Abläufe gibt, die automatisiert werden können. Das kann durch Workflows oder KI-Agenten erfolgen. KI-Agenten sind im Gegensatz zu Workflows relativ eigenständig bei den Abläufen zur Problemlösung. Um das zu gewährleisten, und aufbauend auf Nextcloud und LocalAI, kann noch Local-AGI integriert werden.

Local-AGI ist eine auf LocalAI aufbauende Plattform, die speziell für autonome KI-Agenten entwickelt wurde. Es ermöglicht die Erstellung und Verwaltung von KI-Agenten, die Werkzeuge nutzen, Aufgaben autonom ausführen und sogar im Internet suchen können – alles lokal und ohne Cloud-Abhängigkeit. LocalAGI integriert LocalAI als Inferenz-Engine und bietet zusätzliche Funktionen wie eine Wissensdatenbank, Echtzeit-Überwachung und eine Benutzeroberfläche für die Agentenverwaltung (Quelle: GitHub).

LocalAI ist die Basis für lokale KI, während Local-AGI die Agenten-Funktionalität auf Basis von LocalAI bereitstellt. Beide Projekte sind modular und können gemeinsam genutzt werden, um komplexe, autonome KI-Systeme lokal zu betreiben.

In der Abbildung oben ist die Startseite von Local-AGI zu sehen, auf der hinterlegte KI-Modelle im Browser direkt getestet werden können. Unter „Select Models“ sind einige wenige Modelle zu finden, die direkt heruntergeladen werden können. Ich habe das kleinste Modell LFM.5-350M ausgewählt, wobei das Modell im Browser gespeichert wurde, und folgende Eingabeseite erscheint:

Hervorheben möchte ich noch einmal den Text, der gleich am Anfang des Chats erscheint: „Hello! I’m Local-AGI, running entirely in your browser. All processing happens locally on your device – your data never leaves your computer. How can I assist you today?“ Dieser Hinweis ist im Sinne einer eigenen Digitalen Souveränität wichtig.

Durch die Integration von Local-AGI mit LocalAI stehen weitere Modelle zur Verfügung. Im Unternehmen kommt es nicht darauf an, einzelne Anwendungen zu vergleichen, sondern darum, Digitale Souveränität und Resilienz in einem System mit Open Source Software und Open Source AI zu erreichen.