Digitale Souveränität ist angekommen

Vor mehreren Jahren, als wir angefangen haben über eine mögliche Digitale Souveränität für Personen, Unternehmen, in Deutschland und in Europa zu schreiben, haben wir einige Rückmeldungen erhalten die zeigten, dass man diesem (europäischen) Weg keine Chance einräumt, und es als unrealistische Vision einschätzte.

In der Zwischenzeit hat sich gezeigt, dass die vielen aufgebauten Abhängigkeiten der letzten Jahrzehnte in eine Sackgasse auf allen Ebenen geführt haben: Energetische Abhängigkeit, militärische Abhängigkeit, digitale Abhängigkeit usw.

Es ist durchaus erstaunlich, dass viele, die diese Abhängigkeiten selbst herbeigeführt haben, nun nach Souveränität rufen. Die einzigen allerdings, die behaupten können, dass sie auf Digitale Souveränität hingewiesen haben, sind Akteure aus dem Open Source Bereich, denn hier geht es schon immer um Transparenz, Offenheit und Rechtstaatlichkeit.

Diejenigen, die sich aus Bequemlichkeit in die digitale Abhängigkeit begeben haben, müssen jetzt zu hohen Kosten umsteuern, da die Nutzung von den bekannten APPs und KI-Modellen in den Köpfen (auch in den Unternehmen) zu einer Pfadabhängigkeit geführt hat, aus der manche möglicherweise gar nicht mehr herauskommen werden.

Die Überschrift des Blogbeitrags ist vom Newsletter Juni 2026 der Open Source Business Alliance – Bundesverband für digitale Souveränität e.V. entnommen. Die Aussage bezieht sich dabei auf die Erkenntnisse aus dem SCS Summit 2026, der in Berlin stattfand.

„Liebe Leserinnen und Leser,
am 21. Mai 2026 kamen 200 Menschen im bUm Berlin zusammen – und der diesjährige SCS Summit hat bewiesen, dass digitale Souveränität in der Cloud keine Zukunftsvision mehr ist, sondern gelebter Alltag. Vom ersten Moment an war deutlich zu spüren: es wird weniger von Visionen als von klaren Umsetzungen und Mehrwerten gesprochen“ (OSBA SCS Summit 2026).

Die vielen Beispiele zeigen, was alles schon heute möglich ist, und was schon konkret umgesetzt wurde. Informieren Sie sich weiter über die Entwicklung auf dem Gebiet der Digitalen Souveränität und entscheiden Sie, was für Sie als Person und als Organisation umsetzbar ist.

Vergleichen Sie dabei nicht nur die einzelnen Tools, sondern auch, was Sie durch eine Neuausrichtung wieder erhalten: Sie gewinnen wieder die Kontrolle über ihre eigenen Daten – ein unschätzbarer Vorteil.

Fangen Sie an, ihre eigene Digitale Souveränität zurückzugewinnen.

„The long tail“ etwas anders interpretiert

Picture by Hay Kranen

Seit der Veröffentlichung von The long tail (Chris Anderson 2004) wird diskutiert, ob sein Ansatz heute noch stimmt. Anderson stellte dar, dass es bei digitalisierten Produkten möglich ist, immer mehr Nischen zu bedienen. Wenn man dabei die Grafik zu den bekannten ABC-Produkten im Verkauf etwas abstrahiert, kommt so eine Grafik heraus, wie Sie in der Abbildung zu sehen ist. In der Zwischenzeit gibt es allerdings durchaus Kritik an dem Ansatz.

»The original idea of the long tail, as described by Chris Anderson in his book of the same name, was that a single manufacturer would take care of all the variants along the long tail of a product segment. But the long tail of products is also a long tail of niche markets served by different manufacturers with different business models« (Piller & Euchner, 2024).

Piller und Euchner weisen also darauf hin, dass es nicht alleine ein Unternehmen sein muss, dass den long tail bedient, sondern es können auch unterschiedliche Unternehmen mit verschiedenen Geschäftsmodellen sein.

Diese Erweiterung ist schon hilfreich, doch geht es mir nicht weit genug. Warum müssen es Unternehmen mit ihren Geschäftsmodellen sein, die die bisher nicht befriedigten Wünsche von Usern bedienen? Heute können es auch die User selbst sein, die ihre Produkte herstellen – mit Hilfe moderner Technologien in Repair Cafés, FabLabs, Maker Spaces, Communities usw. (User Innovation). Siehe dazu ausführlicher meine Beiträge zum Thema.

Um die verschiedenen Schritte zur Herstellung des eigenen Produkts einfach, kostengünstig und selbst durchzuführen, bietet sich heute die Unterstützung durch Künstliche Intelligenz an.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, die vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, (Ungarn) stattfindet, werde ich in einem meiner Paper auf diese Entwicklung eingehen:

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Die Zukunft von Innovationen ist dynamisch, interaktiv und unvorhersehbar

Image by Gerd Altmann from Pixabay

Obwohl viele Menschen und Unternehmen wissen, dass es in der heutigen, stark vernetzten Welt kaum möglich ist, die Zukunft vorherzusagen, versuchen es doch immer wieder einige. Beispielsweise die Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley, die fast täglich mit Visionen oder Stories versuchen, Anleger zu beeinflussen. Viele Voraussagen/Ziele sind nicht eingetroffen.

Die New York Times hat zum Beispiel 602 Ziele von Elon Musk untersucht und festgestellt, dass er nur 19% davon wirklich erreicht hat. Dennoch hat Elon Musk alleine durch das Formulieren von (seinen) Zielen erreicht, dass sich viele mit (seinen) Zielen befasst haben. Die Erkenntnis solcher Analysen ist nicht neu, denn viele Vorhersagen haben auch schon in der Vergangenheit nicht gestimmt. Aktuell wollen einige wieder Wissen, wie sich Künstliche Intelligenz als Innovation entwickeln wird und formulieren entsprechende Ziele – auch hier ist Vorsicht geboten. Dazu habe ich einen Beitrag gefunden, der die Situation gut beschreibt:

„The future of innovation is likely in hybrid models that combine the strengths of AI-driven processes with human-led OI. Such models could leverage AI’s capacity for rapid ideation and data processing while harnessing human creativity, intuition, and ethical judgment. For example, AI could generate initial ideas or prototypes, which human collaborators then refine, contextualize, and ethically evaluate through OI platforms. An optimist would argue that this approach might further democratize innovation by allowing a wider range of participants to contribute meaningfully, even if they lack deep technical expertise. A pessimist might be concerned about centralized power, diminishing creativity, lack of agency, and IP issues. In the end, whether you’re an optimist or a pessimist, one thing is certain: the future of innovation will be dynamic, interactive, and unpredictable“ (Holgersson et al., 2024).

Als Optimist gehe ich davon aus, dass wir Innovationen wie die Künstliche Intelligenz stärker demokratisieren sollten und auch werden – siehe dazu auch Von Democratizing Innovation zu Free Innovation.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, die vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, (Ungarn) stattfindet, werde ich in einem meiner Paper auf diese Entwicklung eingehen:

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Künstliche Intelligenz: Mistrals Chatbot „Le Chat“ heißt jetzt „Vibe“ und bietet neue Möglichkeiten

Screenshot meines Logins beim Chatbot Mistral Vibe

Über das französische Start-up Mistral AI als Alternative zu den bekannten proprietären Closed KI-Modellen der amerikanischen Tech-Konzerne habe ich schon mehrfach geschrieben (Beiträge). Erstaunlich dabei ist, dass Mistral AI mit seinen Modellen in der Zwischenzeit durchaus wettbewerbsfähig ist. Siehe dazu Open Source AI holt auf – das Beispiel MISTRAL AI (AI Report 2026). Wer die Mistral-KI-Modelle nicht über die Mistral-Cloud nutzen möchte, kann in der Zwischenzeit auch eine entsprechende App auf dem eigenen Laptop installieren (Blogbeitrag).

Besonders überzeugt hat uns auch der von Mistral AI veröffentlichte Chatbot mit dem Namen „Le Chat“, den wir schon ausgiebig genutzt haben. Zunächst in der freien Version (ohne Anmeldung) und später mit einem Login-Zugang. Dort können wir Chats speichern und Projekte sowie Workflows und Agenten anlegen.

Nun hat Mistral den Chatbot „Le Chat“ in „Vibes“ integriert – der Name „Vibes“ war zunächst für Agentic Coding gedacht, Die Einbindung des Chatbots „Le Chat“ in „Vibes“ bietet dadurch neue Möglichkeiten.

„Mistral hat auf dem hauseigenen AI Now Summit mehrere Neuerungen vorgestellt. Der Chatbot Le Chat heißt jetzt Vibe und verbindet agentische Fähigkeiten mit Funktionen für Softwareentwicklung“(heise online, 29.05.2026).

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, die vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, (Ungarn) stattfindet, werde ich in meinen beiden Papern auch auf Mistral AI eingehen:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Lünendonk®-Studie (2026): Digitale Souveränität – Vom Risiko zur Resilienz

https://www.luenendonk.de/produkt/luenendonk-studie-2026-digitale-souveraenitaet-vom-risiko-zur-resilienz/

Es wird immer deutlicher, dass Digitale Souveränität für Europa immer wichtiger wird. Die Lünendonk®-Studie 2026 hat das wieder einmal deutlich gezeigt.

„Digitale Souveränität ist kein abstraktes Leitbild mehr – sie hat sich zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor mit klar messbarem Business Impact entwickelt. 2026 steht Europa an einem digitalen Wendepunkt“ (Lünendonk®-Studie 2026).

Die Ergebnisse sind eindeutig: 96% der Befragten erwarten, dass Digitale Souveränität auch bei einer Entspannung der geopolitischen Lage ein zentrales Thema bleibt.

Wenn dem so ist, stehen Unternehmen vor der Frage, wie eine Digitale Souveränität erreicht werden kann. In vielen Beiträgen, und auf dieser Seite habe ich dazu konkrete Schritte aufgezeigt.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026, die vom 16.-19.09.2026 in Balatonfürde, Ungarn stattfindet, werde ich ein Paper zum Thema vorstellen:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Künstliche Intelligenz: Wie kann man Mistral-Modelle auf „Heim-Hardware“ betreiben?

https://mistral.ai/news/mistral-3

Mistral AI ist ein französisches Unternehmen, das eine Modellfamilie veröffentlicht, die europäischen Anforderungen an KI-Modelle entspricht, und Open Source verfügbar ist. (Open Models) Die Leistungsfähigkeit von den Mistral- Modellen nähert sich den Cloud AI Modellen (Closed Models) wie ChatGPT, Gemini etc. an (Open Source AI holt auf). Mit Le Chat gibt es auch eine europäische Alternative zu ChatGPT.

Mistral-Modelle können bei Mistral selbst, also auf in deren Cloud, getestet werden. Darüber hinaus ist es auch möglich, die Modelle über Hugging Face herunterzuladen und auf dem eigenen Server zu nutzen, z.B. mit LocalAI.

Der Trend zu immer kleineren, speziellen und leistungsstarken Modellen (SLM: Small Language Models) macht es immer attraktiver, solche Modelle auf dem eigenen Laptop, also auf „Heim-Hardware„, zu nutzen. Das ist u.a. auch mit Mistral möglich. Wie genau, wird in dem folgenden Artikel gut beschrieben:

Simon, A, (2026) How to run Mistral locally. Available from: https://getdeploying.com/guides/local-mistral

Es ist auch möglich, Mistral über die lokal installierte App von Ollama zu nutzen. Siehe dazu Open Source Modelle mit der Ollama-App auf dem eigenen Desktop.

Künstliche Intelligenz als Freund, Mentor oder romantischer Partner?

Künstliche Intelligenz (GenAI) kann in der Zwischenzeit viele traditionelle Tätigkeiten oder Abläufe optimieren und ersetzen. Bei der Interaktion mit KI-Modellen passt sich diese immer stärker an die Anforderungen des Nutzers an.

Künstliche Intelligenz verstärkt durch diese Personalisierung allerdings – oft unbemerkt vom Nutzer – Schmeicheleien (Blogbeitrag). Es wundert daher nicht, dass KI immer mehr als Compagnon wahrgenommen wird, der möglicherweise als angenehmer empfunden wird, als andere Menschen. Es kommt bei dieser Entwicklung zu einer Art Transformation von den eher funktionsorientierten Nutzung der KI, hin zum Aufbau von einer Art „Beziehung“.

„AI companions differ from traditional task-oriented AI by prioritizing relationship building over functionality (Zhang and Lu, 2023; Zhang et al., 2025). Modern systems incorporate memory of past interactions, can recognize emotion, and adapt their responses to individual users’ needs (Yang et al., 2025). Platforms like Replika, Character.ai, and XiaoICE have attracted user bases in the millions. Many users have reported forming emotional attachments to their AI companions, viewing them as friends, mentors, or romantic partners (Zhang et al., 2024; Kouros et al., 2024)“ (The AI Index 2026 Annual Report).

Einerseits ist also die Anpassung an die persönlichen Bedürfnisse eine positive Entwicklung, andererseits kann es über den Weg der (unbemerkten) Schmeicheleien einen Lock-in geben, aus dem die jeweiligen Nutzer selbst nicht mehr herauskommen. Diese sich dann entwickelnde Pfadabhängigkeit ist aus der Innovationsforschung bekannt.

Beyer (2005) weist allerdings in seinem Beitrag darauf hin, dass es auch dazu kommen kann, dass „Akteure jeweils einen Schlüssel finden können, um das Schloss wieder aufzuschließen“.

Beyer, J. (2005): Pfadabhängigkeit ist nicht gleich Pfadabhängigkeit! Wider den impliziten Konservatismus eines gängigen Konzepts, in Zeitschrift für Soziologie, Jg. 34, Heft 1, Februar 2005, S. 5–21 | PDF

Wirtschaftlichkeit von KI-Agenten: Warum kommt es bei den Token-Kosten oft zu regelrechten Abrechnungsschocks?

Bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz kommt es immer stärker darauf an, KI-Agenten sinnvoll und effizient einzusetzen. Dabei geht es oft auch darum zu wissen, welche Token-Kosten bei der Nutzung von KI-Agenten anfallen.

Bei der Abrechnung auf Basis von Tokens geht es um die Menge verarbeiteter Textbausteine (Tokens), die sich Modelle wie GPT-4 oder Gemini gut bezahlen lassen. Dabei kommt es allerdings oftmals zu starken Schwankungen, und zu regelrechten Abrechnungsschocks.

In einer Studie haben Forscher nun untersucht, inwiefern KI-Agenten bei Codierungs-Aufgaben (coding tasks) in der Lage sind, vor Start des Tasks die Kosten für die benötigten Tokens vorherzusagen. Immerhin wäre eine gut abschätzbare, und somit im voraus gut planbare, Anzahl von Tokens für die wirtschaftliche Bewertung von coding tasks von großer Bedeutung. Eine aktuelle Studie belegt allerdings sehr ausführlich, dass KI-Agenten dazu nicht in der Lage sind:

Agents are not capable of predicting their own token costs. This is the fundamental bottleneck for result-based pricing for agents.  You can’t really price the agent well unless you can figure out the cost, but now you only see the token costs after everything is done” (Bai, L. et al. (2026) https://arxiv.org/abs/2604.22750).

Man wird also erst nachdem alles erledigt ist wissen, was alles gekostet hat (in Token-Kosten). In dem genannten Paper sind noch viele weitere Detail zu finden.

Gerade Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU), die stark auf ihre Kosten achten müssen, können die Ergebnisse der Studie eine gute Basis für die wirtschaftliche Nutzung von KI-Agenten sein.

Künstliche Intelligenz: Enormer Ressourcenverbrauch großer KI-Modelle

Image by Jonathan Hammond from Pixabay

Wenn es um Künstliche Intelligenz geht, lesen wir in letzter Zeit immer häufiger, dass für die großen KI-Modelle „unbedingt“ größere Rechenzentren benötigt werden. Dafür wurden auch schon hohe Milliarden-Beträge auf dem Kapitalmarkt eingesammelt. Es scheint hier kein Limit zu geben.

Andererseits stehen allerdings auch Fragen zu den dafür benötigten Ressourcen im Raum. In einer modernen Welt geht es nicht mehr alleine um die Bedürfnisse von Tech-Konzernen, sondern auch darum, eine lebenswerte Umwelt zu erhalten. In dem Zusammenhang geht es somit auch um den CO2-Verbauch und um den Bedarf an Wasser. Dazu findet man im Aktuellen AI Report folgendes:

„AI’s environmental footprint is expanding alongside its capabilities. Grok 4’s estimated training emissions reached 72,816 tons of CO2 equivalent. AI data center power capacity rose to 29.6 GW, comparable to New York state at peak demand, and annual GPT-4o inference water use alone may exceed the drinking water needs of 12 million people“ (AI Report 2026).

Es ist schon erstaunlich, welche Ressourcen die hier genannten KI-Modelle verschlingen. Dabei streben die großen KI-Systeme eine übergreifende Art von Intelligenz an: Artificial General Intelligence (AGI), die der menschlichen Intelligenz weit überlegen sein soll. Betrachten wir daher einmal, wie viel Energie ein Mensch für eine komplexe Problemlösung benötigt:

„Das menschliche Gehirn leistet vieles, was Maschinen überfordert – und das mit minimalem Energieverbrauch. Im Durchschnitt verbraucht es nur etwa 20 Watt, so viel wie eine schwache Glühbirne“ Knees (2025): Wie Forscher die Tech-Konzerne entmachten wollen, in Handelsblatt vom 11.10.2025.

„Unser Gehirn benötigt für hochkomplexe Informationsübertragungen und -verarbeitungen weniger Energie als eine 30-Watt-Glühbirne“ (Prof. Dr. Amunts).

Es wird deutlich, dass der Energieverbrauch der großen Tech-KI-Modelle weniger intelligent ist, als man es uns weismachen möchte. Es wundert daher nicht, dass die Entwicklung immer größerer Modelle (Large Language Models) infrage gestellt wird.

Forscher sind aktuell auf der Suche nach Modellen, die ganz anders aufgebaut sind und nur einen Bruchteil der aktuell benötigten Energie verbrauchen. Gerade in China gibt es dazu schon deutliche Entwicklungen. Auch in Deutschland befassen sich Forscher mit dem Thema neuroinspirierte Technologien.

WDR 5 Quarks Podcast zu Maßanfertigung für Massen

Über Mass Customization habe ich schon sehr viele Beiträge veröffentlicht. Darin wird deutlich, wie diese hybride Wettbewerbsstrategie in den verschiedenen Branchen schon oft umgesetzt wurde. Siehe dazu auch Freund, R. (2009): Kundenindividuelle Massenproduktion (Mass Customization). RKW Kompetenzzentrum, Faktenblatt 5/2009.

Auf der Produktionsseite sind daher schon fast alle Prozesse digitalisiert, sodass die meisten Produkte schon heute ohne großen Aufwand individualisiert werden können. Auf der Kundenseite haben die vielen Konfiguratoren manchmal mehr Verwirrung gestiftet, als dass es für die Kunden nützlich war.

Interessant ist, dass Mass Customization and Personalization durch Künstliche Intelligenz wieder eine Art Revival erlebt.

Einer der führenden Innovationsforscher, Prof. Dr. Frank Piller von der RWTH Aachen, hat nun in einem Podcast mit der Sendung WDR Quarks – Wissenschaft und mehr, Mass Customization, und die neuen Möglichkeiten durch Künstliche Intelligenz, erläutert. Das Gespräch ist in dem Podcast bis Minute 34:26 zu hören.

Maßanfertigung für Massen
WDR 5 Quarks – Wissenschaft und mehr 07.04.2026 01:20:01 Std. 

Es freut mich, dass Mass Customization nicht nur in der Forschung, sondern auch im allgemeinen Bewusstsein der Kunden wieder thematisiert wird.

Aktuelle Entwicklungen werden auf der von mir initiierten Konferenz Mass Customization and Personalization MCP 2026, vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, Ungarn, vorgestellt.