
Die verwendete Sprache, und hier speziell die verwendeten Begriffe, lassen oft Rückschlusse auf die dazugehörende Denkweise (Mindset) zu. Beispielsweise ist die Metapher „Unternehmen als Maschine“ oder „Menschen sind Zahnräder“ sinnbildlich für eine sehr mechanistische Denkweise, die heute in vielen Bereichen nicht mehr angemessen erscheint.
Der Begriff „Verbraucher“ hat eine ähnliche Wirkung. In vielen Meldungen, Statistiken usw. wird immer noch der Begriff verwendet, gerade so, als ob alle Produkte und Dienstleistung verzehrt werden, also einer Abnutzung unterliegen.
„Verbrauch ist in der Wirtschaftstheorie der Verzehr von Gütern und Dienstleistungen zur direkten oder indirekten Bedürfnisbefriedigung. Ein Synonym für Verbrauch ist Konsum“ (Quelle: Wikipedia) Bei einem Acker ist das so, da hier die Fläche begrenzt, und nicht so einfach erweiterbar ist. Es leuchtet daher ein, dass versucht wird, das „maximale aus dem Boden herauszuholen“.
Bei digitalen Produkten ist das etwas anders. Auf das eben beschriebene Beispiel angewendet bedeutet das: „Der digitale Acker ist ein Zauberhut, aus dem sich ein Kaninchen nach dem anderen ziehen lässt, ohne dass er jemals leer würde. Die »Verbraucher« von Informationsgütern »verbrauchen« ja eben gerade nichts“ (Grassmuck 2004, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), 2., korrigierte Auflage).
In einer immer stärker digitalisierten Welt, werden digitale Produkte und Dienstleistungen durch deren Nutzung nicht „verbraucht“, sondern ganz im Gegenteil: Durch die Nutzung von Daten und mit Informationen entstehen wieder viele neue Daten, die dann oftmals von Unternehmen wertschöpfend genutzt werden. Daten sind für diese Unternehmen das neue Öl.
Im Zusammenhang mit digitalen Produkten Daten, (Informationen, Wissen) sollten wir daher nicht mehr von „Verbraucher“ sprechen, da der Begriff einfach nicht mehr passt.




