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3D-Druck wird die Ersatzteilversorgung verändern

3d-figurenGut, eigentlich ist es nicht der 3D-Druck alleine, sondern es sind die Verfahren des Additive Manufacturing, die die Ersatzteilversorgung verändern und noch stärker verändern werden. Der Artikel Revolutioniert der 3D-Druck die Ersatzteilversorgung? METAV-Fachkonferenz »Inside 3D Printing« diskutiert Stand der Technik (Zuliefermarkt vom 08.01.2016) geht ausführlich darauf ein. Überall dort, wo es auf kleine Mengen ankommt, und/oder auf spezielle Problemlösung, werden additive Verfahren die klassischen Verfahren ersetzen und dabei auch neue Anwendungsfälle ermöglichen. Der letzte Punkt sollte dabei nicht vergessen werden, denn die neuen Entwicklungen gehen über die reine Substitution hinaus. Neben der Ersatzteilversorgung können beispielsweise auch Lead User dazu animiert werden, ihre Produktideen schnell und unkompliziert umzusetzen. Solche User Innovation finden schon in vielen Bereichen statt. Es ist also keine Revolution im Bereich der Ersatzteilversorgung, sondern nur ein weiterer Bereich, der sich durch technische Innovationen verändern muss. Solche Zusammenhänge besprechen wir auch in dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgangs Innovationsmanager (IHK). Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Adern aus dem 3D-Drucker?

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In dem Fraunhofer-Magazin weiter.vorn 1/2016 (PDF) wird in dem Artikel Adern aus dem Drucker ( S. 32-33) beschrieben, wie künstliche verzweigte Blutgefäße aus neuartigen Materialien mit Hilfe von 3D-Druckverfahren hergestellt werden:

Herkömmliche künstliche Hautmodelle bestehen meist aus den beiden obersten Schichten der Haut. Ein internationales Forscherteam entwickelte ein dreilagiges Vollhautmodell aus Unterhautfett, Dermis und Epidermis. Ein Schlüssel zum Erfolg: Den Experten gelang es mit einem 3D-Druckverfahren, künstliche verzweigte Blutgefäße aus neuartigen Materialien herzustellen.

Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie schnell die neuen Möglichkeiten von 3D-Druck bzw. Additive Manufacturing angewendet werden. Neben der Verbesserung von aktuellen Verfahren werden 3D-Druck und Additive Manufacturing auch Geschäftsmodelle in allen Branchen verändern. Solche Zusammenhänge besprechen wir auch in dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Innovationsmanager (IHK). Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Das semipermeable Unternehmen

menschenSemipermeable bedeutet, “halbdurchlässig” oder auch “teilweise durchlässig”. Dieses aus der Natur bekannte Prinzip kann heute durchaus auch auf Unternehmen angewandt werden, denn die Grenzen von Organisationen sich heute auch durchlässiger geworden. Das semipermeable Unternehmen hat poröse Grenzen, durch die von Innen nach Außen, aber auch von Außen nach Innen Daten/Informationen/Wissen/Mitarbeiter strömen können. Die folgenden Texte stellen das gut dar:

“The structure of the firm is evolving, its boundaries becoming more porous and less defined, as a digital value chain readily allows consumers themselves to participate in the overall value creation effort”.

“In the digital economy, where a network of specialists trumps a cohort of employees, many if not most of the resources working on your behalf will be contractors working outside the firm”.

“The optimum configuration of resources will be one which maximizes its number of external touch points and minimizes its internal overhead”.

Moore, G. (2015): The Nature of The Firm – 75 years later. In: BBVA (2014): Reinventing the Company in The Digital Age, pp. 51-60.

Natürlich haben das Wissenschaftler schon lange vorhergesehen, doch ist es häufig so, dass Menschen das Bestehende überbewerten und das Kommende unterbewerten. Dieses Festhalten kann allerdings für viele Menschen, Organisationen und auch Staaten erhebliche Konsequenzen haben. Die Zukunft hat schon längst begonnen. Solche Zusammenhänge besprechen wir auch in dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Innovationsmanager (IHK). Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Montagezeit durch 3D-Druck verkürzen

zeitmanagement.jpgVon der Idee bis zur Umsetzung ist es oft ein weiter und tückischer Weg. Neue Technologien wie das Additive Manufacturing beschleunigen hier die Durchlaufzeiten (Time to Market). Ein bekanntes Verfahren ist der 3D-Druck, der beispielsweise bei Opel dafür sorgt, dass die Montagezeit durch 3D-Druck-Komponenten verkürzt wird (MM vom 29.11.2015). Opel konnte

(…) die  Produktionskosten bei Fertigungswerkzeugen um bis zu 90 Prozent senken und mit Hilfe des 3D-Druckverfahrens Montagewerkzeuge in weniger als 24 Stunden herstellen.

Das sind beeindruckende Zahlen. Doch ist es mit 3D-Druck – oder Additiven Verfahren – nicht nur möglich, bestehende Prozesse zu beschleunigen, sondern Unternehmen können mit diesen Verfahren auch Problemlösungen entwickeln, die bisher unmöglich waren. Nicht zuletzt sollten Unternehmen aber auch daran denken, dass die neuen Verfahren auch für jeden Nutzer erschwinglich sind. Das wiederum bedeutet, dass jeder User/Nutzer seine eigenen Probleme/Anwendungen mit Hilfe der neuen Verfahren lösen/umsetzen kann. Solche User-Innovation werden oft von Menschen umgesetzt, die mit den bisherigen Angeboten der Unternehmen unzufrieden sind. Solche Lead User zu finden und mit ihnen zu kooperieren kann gerade für kleine und mittelständische Unternehmen sehr interessant sein. Solche Zusammenhänge besprechen wir in dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Innovationsmanager (IHK). Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Was ist der Unterschied zwischen Customer Co-Creation und dem Lead User Konzept?

leadingopeninnovationDie vielen Begrifflichkeiten wie Open Innovation, Crowdsourcing, Co-Creation, Customer Co-Creation, Lead User Methode usw. usw. verwirren oftmals. Es ist daher gut, Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten zu kennen. Eine gute Beschreibung des Unterschiedes zwischen Customer Co-Creation und der Lead User Methode habe ich bei Piller/Ihl (2013:139) gefunden: “The difference between customer co-creation and the lead-user concept as introduced by Eric von Hippel (1988) and summarized in chapter 8 is often fuzzy in practice, but distinct from a conceptual point of view. Lead users are intrinsically motivated to innovate, performing the innovation process autonomously and without any interaction with a manufacturer. It then is the task of the interested firm to identify and capture the resulting inventions. Our understanding of customer co-creation, in contrast, is built on a firm-driven strategy that facilitates interaction with its customers and users. Instead of just screening the user base to detect any existing prototypes created by lead users, the firm provides instruments and tools to a broader group of customers and potential customers to actively co-create a solution together (Ramirez 1999)” (Piller/IHL 2013:139).

Quelle: Piller, F.; Ihl, C. (2013): Co-creation with Customers. In: Möslein, K.M.; Reichwald, R. (2013): Leading Open Innovation, S. 139-153.

Siehe dazu auch Teilnahme an der Konferenz Leadership for Open Innovation.

Leitfaden zur Lead-User-Methode

lead-userDie Lead-User-Methode ist in offenen Innovationsprozessen ein wichtiges Instrument, Innovationen herauszuarbeiten. Das Paper Wagner, P., Piller, F. (2011): Mit der Lead-User-Methode zum Innovationserfolg (CLIC Executive Briefing Note, No. 20.) ist ein Leitfaden zur praktischen Umsetzung. Es wird (berechtigt) darauf hingewiesen, dass viele Angebote zur Lead-User-Methode nicht der Idee von Lead-Usern entsprechen. Darüber hinaus werden zwei grundsätzliche Möglichkeiten aufgezeigt, die Lead-User-Methode umzusetzen (S.9): “Es gibt zwei Möglichkeiten für Unternehmen, von Lead Usern zu profitieren. Im ursprünglichen Verständnis zielte die Lead-User-Methode darauf ab, die von eben diesen innovativen Nutzern autonom und aus eigenem Antrieb hervorgebrachten Innovationen (Prototypen) zu identifizieren und gegebenenfalls in das eigene Produktportfolio zu übernehmen (…). Die zweite Möglichkeit, von Lead Usern zu profitieren, ist die aktive Integration dieser in den Innovationsprozess als innovative Informationsquelle und Innovationspartner. Dieses Verständnis wollen wir für diesen Leitfaden zugrunde legen und Ihnen im Folgenden den idealtypischen Prozess der Einbindung von Lead Usern darstellen.” In dem von uns entwickleten Blended Learning Lehrgang Innovationsmanager/in (IHK) gehe ich auf die Lead-User-Methode ein. Der nächste Lehrgang ist mit Start am 11.03.2014 bei der IHK Köln geplant. Siehe dazu auch Termine,  Die Lead User Methode für kleine und mittelständische Unternehmen und Lead User Handbook.

Die Lead User Methode für kleine und mittelständische Unternehmen

HandbookIn einem früheren Blogbeitrag hatte ich schon über das Handbuch  Churchill, J.; von Hippel, E.; Sonnack, M. (2009): LEAD USER PROJECT HANDBOOK: A practical guide for lead user project teams  hingewiesen. Darin beschreiben die Autoren die Lead User Methode und das generelle Vorgehen. Die Universität Kassel hat nun im Rahmen eines EU-Projekts zu Open Innovation ein Handbuch veröffentlicht, das sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen wendet, die die Lead User Methode einsetzen möchten: Lead User Handbook for SME. A Guidebook for Practioniers and Facilitators. Es ist gut, wenn nicht nur große Unternehmen die Möglichkeiten offener Innovationsprozesse nutzen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können dadurch neue Potentiale erschließen und somit wettbewerbsfähiger werden.

Können Sie sich eine Zukunft ohne Unternehmen vorstellen?

Wie schon in einem meiner Beiträge erwähnt, hat der ORF einen Jahresschwerpunkt auf Open Innovation gelegt. Ich finde es schon wirklich erstaunlich, wie aktiv sich der ORF mit dem Themenbereich befasst. Im Rahmen dieser Reihe wurde am 22.07.2013 Nikolaus Franke, Leiter des Instituts für Entrepreneurschip und Innovation an der Universität Wien, interviewt. In dem Gespräch geht es um die Frage, ob es eine Zukunft ohne Unternehmen geben kann. Die Argumentationskette startet bei der Öffnung der Innovationsprozesse (Open Innovation und User Innovation), wobei der Fokus mehr auf User Innovation liegt. Gerade dieser Blickwinkel zeigt, wie sich Wertschöpfung in den letzten Jahren verändert hat und in Zukunft noch viel stärker verändern wird. In manchen Bereichen sind Unternehmen schon teilweise überflüssig geworden (Open Source usw.), in anderen stehen wir möglicherweise kurz davor: “Das Internet hat die Wirtschaft stark verändert. Innovative Produkte werden nicht zuletzt wegen der neuen Medien zunehmend in offenen Prozessen entwickelt. Eine Tendenz, die dazu führen könnte, dass Unternehmen in bestimmten Bereichen eines Tages komplett durch die Community abgelöst werden.” Wie Forschungsergebnisse von Eric von Hippel in Großbrittannien, Japan, USA gezeigt haben, werden Innovationen immer mehr von Usern generiert, wobei den Lead Usern eine besondere Rolle zukommt. Ich darf darauf hinweisen, dass ich Eric von Hippel auf der MCPC 2007 am MIT in den USA selbst erleben durfte. Seit dieser Zeit fasziniert mich dieser Ansatz immer mehr (Siehe dazu auch meine verschiedenen Veröffentlichungen). Dennoch gibt es auch für Unternehmen Möglichkeiten, von dem Trend zu profitieren. Wie? – Sprechen Sie mich an und vereinbaren Sie mit mir ein unverbindliches Gespräch. Siehe dazu auch Wie kann eine Organisation auf User Innovation ausgerichtet werden?

2012: Das Jahr in dem Crowdfunding durchstartete

Gut, im Beitrag 2012: The Year Crowdfunding was Kickstarte into the Mainstrem (Techcrunch vom 31.12.2012) geht es um eine eher amerikanische Sicht auf das Thema, doch das Thema ist auch in Europa/Deutschland aktuell. Die erwähnten Zahlen z.B. für die Plattform Kickstarter sind schon erstaunlich: “Kickstarter’s growth has been explosive but the success rate has held steady at around 42%. In May of 2011, when Kickstarter was two years old, the company had only seen 20,000 projects with 9,700 failing to meet their funding goal. Now, in the last days of 2012, the company is at over 81,000 projects with 43,000 failing to find success. But 34,000 were successful”. Es war noch nie so einfach, seine Ideen umzusetzen: Die Technologien sind vorhanden, es gibt sogar auf manchen Plattformen Ünterstützung z.B. bei Designfragen und die Finanzierung kann unabhängig über Crowdfunding erfolgen. Diese User-Innovation wird den Markt verändern. Unternehmen sollten diese Möglichkeiten nicht ignorieren, sondern nach den Lead-Usern im  Markt Ausschau halten und ihnen die Infrastruktur eines Unternehmens anbieten. Dadurch gewinnen beide Seiten… Wie man so etwas machen kann? Sprechen Sie mich einfach dazu an. Gerne können wir ein unverbindliches Gespräch dazu führen. Siehe dazu z.B. auch Freund, R. (2010): Open Innovation, Open Evaluation and Crowdfunding [MCP-CE 2010) (Veröffentlichungen).

Lead User: Projekte bzw. Workshops planen und durchführen

In der Diskussion um offene Innovationsprozesse beschreibt Chesbrough Möglichkeiten, wie Unternehmen durch Open Innovation (Chesbrough 2003/2006) profitieren können. Von Hippel geht noch einen Schritt weiter und betrachtet User Innovation, ohne dabei nur an Unternehmen zu denken (Democratizing Innovation). Dennoch können Unternehmen auch von den Ideen von Hippels profitieren, indem sie z.B. die Lead User Methode nutzen.

“Lead users are individuals – or they may be firms – that are experiencing needs that are ahead of the targeted market(s). Often, they develop product or service prototypes to satisfy their leading edge needs that will be commercially attractive to firms” (Churchill/von Hippel/Sonnack (2009:9)

Insofern sind Lead User von Early Adopter zu unterscheiden. In dem Handbuch Churchill, J.; von Hippel, E.; Sonnack, M. (2009): LEAD USER PROJECT HANDBOOK: A practical guide for lead user project teams gehen die Autoren zunächst auf den Lead User Ansatz ein und beschreiben dann sehr ausführlich, wie Sie entsprechende Workshops oder Projekte durchführen können. Bei Interesse helfe ich Ihnen dabei. Vereinbaren Sie einfach einen unverbindlichen Termin oder melden Sie sich gleich zum Innovationsmanager an. Dort werden diese, und andere aktuelle Themen des Innovationsmanagements besprochen.