Der Artikel Kossmann, D.; Alonso, G. (2006): Software Mass Customization (Erschienen in Datenbank-Spektrum 19/2006) ist zwar schon einige Jahre alt, dennoch weist er sehr gut und verständlich auf die Möglichkeiten hin, Mass Customization in der Softwarebranche zu nutzen. Dabei kommt es natürlich auf eine sinnvolle Modularisierung und deren geeignete Konfiguration an (Solution Space Ebene von Mass Customization). Mit diesen Hilfsmitteln ist eine Individualisierung von Software möglich, die gleichzeitig kostengünstig wäre. Bei den aktuellen Telefonen sieht man schon, dass diese Möglichkeiten nach und nach genutzt werden. Dennoch vermutet kaum jemand dahinter Mass Customization. Der nächste Schritt ist natürlich Open Innovation im Softwarebereich, also Open Source Entwicklungen mit den entsprechenden Tool-Kits. Man sieht an dem Beispiel Software, wie sich die einzelnen Themenfelder Mass Customization und Open Innovation sinnvoll ergänzen. Der Artikel Kossmann, D.; Alonso, G. (2006): Software Mass Customization beschreibt weiterhin die verschiedenen Möglichkeiten, Mass Customization für Software praktisch umzusetzen. Es wird Zeit, dass sich nicht mehr die Menschen an die Software anpassen, sondern sich die Software nach den individuellen Bedürfnissen der Menschen richtet.
Plattform Atizo: Ist es Open Innovation?
Die Plattform Atizo ist eine Plattform, die Problemstellungen von Unternehmen mit Ideen einer Community zusammenbringt. Man orientiert sich dabei an Open Innovation – ein entsprechender Blog ist auch vorhanden. Ich frage mich natürlich, ob dafür eine Plattform nötig ist… und ob die Plattform dann auch schon Open Innovation bedeutet. Open Innovation Strategien öffnen den Innovationsprozess und enthalten auch ein Tool-Kits, mit denen man die Problemlösungen selbstorganisiert (auch in communities) entwickelt. Ob die Plattform Atizo nun Open Innovation ist oder nicht, es ist auf jeden Fall eine interessante Idee. Mal sehen, was daraus wird.
VISION ERA-NET: Open Innovation in Finnland
„VISION ERA-NET is a collaborative network of nationally leading innovation policy agencies“ in Finnland, das von September 2007 bis Mai 2008 drei Projekte gefördert hat, die sich mit Open Innovation befasst haben; „Collaborative and open innovation: Future challenges for national innovation policies in the emerging European Research Area“ . Die Veröffentlichungen dazu sind alle sehr lesenswert. Darin enthalten sind konkrete Hinweise, wie Open Innovation Initiativen auf nationaler Ebene genutzt werden können. Gute Hinwiese für unsere Innovationszentren und Wirtschaftsförderungsgesellschaften. Man kann durchaus wieder einmal von den Finnen lernen. Hier die verschiedenen Veröffentlichungen aus dem Jahr 2008:
- Policies for Open Innovation
- Open Innovation and Globalization
- The Role of Innovation Policy in Fostering Open Innovation Activities Among Companies
- Developing a Research Framework for Sektoral Models of Open Innovation
- Open Innovation and Nano-Technology
Open Innovation Center Brussels
Das Open Innovation Center Brussels befasst sich mit den Möglichkeiten von Open Innovation im Bereich der Informationstechnologie (IT): „The concept of the Open Innovation Centre Brussels is to explore and achieve policy and business goals related to ICT innovation using an iterative model of stakeholder co-design. The centre was established as a nucleus for open innovation activities and as a repository of relevant knowledge and expertise.“ Das Open Innovation Center Brussels ist auch Teil des European Network of Living Labs: OpenLivingLabs.
Prosumer: Tagung am 26. und 27. März in Frankfurt/Main
„Am 26. und 27. März 2009 findet an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/M. die Tagung ´Prosumer Revisited: Zur Aktualität der Prosumer-Debatte. Forschungsstand und -perspektiven´ statt.“ Der Begriff „Prosumer“ geht dabei auf Tofler (1980) zurück und beschreibt heute die aktive Rolle des Kunden, der nicht mehr nur Consumer ist sondern auch gleichzeitig immer häufiger auch Producer (Konzept) .Insofern greift der Kunde heute viel stärker in die Wertschöpfungskette ein. Es wundert mich daher kaum, dass Frank Piller am 26.03.2009 in seiner Keynot über „interactive value creation“ spricht (Programm). Siehe dazu auch Mass Customization, Open Innovation und das online verfügbare Buch Reichwald/Piller (2006): Interaktive Wertschöpfung.
Fastnacht, D. (2009): Open Innovation in the Financial Services
In dem Buch Fastnacht, D. (2009): Open Innovation in financial services beschreibt der Autor, wie man Open Innovation in der Finanzbranche nutzen kann: „Open Innovation means gathering new ideas hatched outside organizational boundaries and leveraging new delivery models through collaboration. (…) They are responsible to create social relationship capital based upon an open innovation culture.“ Es freut mich sehr, dass wir schon auf der MCP-CE 2008 einen Vortrag zu dem Thema hatten… Blogbeitrag
Henry Chesbrough: Open Innovation
Henry Chesbrough hat den Begriff Open Innovation eingeführt. Das Video wurde am 13. März 2008 bei youtube eingestellt. In den letzten Jahren kamen zu dem ursprünglichen Ansatz von Chesbrough weitere hinzu, von Hippel: Lead User, user-centred innovation, democratizing innovation oder auch Reichwald/Piller: Interaktive Wertschöpfung. In der Kategorie Open Innovation finden Sie weitere Informationen zum Thema.
OECD (2008): Open Innovation in Global Networks
Open Innovation wird immer stärker beachtet. Das Buch OECD (2008): Open Innovation in Social networks (Summary) verweist auf die wichtige Rolle von Open Innovation in globalen Netzwerken und listet Handlungsempfehlungen für die Akteure auf. Darüber hinaus wird auch deutlich, dass Open Innovation nur wirksam sein kann, wenn das Geschäftsmodell erweitert/geöffnet wird: „Successful open innovation also depends on the open character of the business model. As knowledge has become companies’ key resource, open innovation needs to be embedded in an overall business strategy that explicitly acknowledges the potential use of external ideas, knowledge and technology in value creation. Owing to the integration of different technologies, industry borders are shifting or even disappearing, necessitating new business models and organisational structures, including the effective management of human capital (open culture, diversity, etc.).“
Krise in der Automobilindustrie: Mit CATER wäre das möglicherweise nicht passiert
Die amerikanische Automobilindustrie kämpft um ihr wirtschaftliches Überleben und sogar Toyota hat momentan Schwierigkeiten. Ist alles alleine an der Finanzmartkrise fest zu machen? Sicherlich nicht. Schon Ende der 80er Jahre hat die IMVP-Studie (Womack/Jones/Roos: The machine that changed the world) gezeigt, dass ca. 20% aller Autos ohne Kundenauftrag produziert wurden. Geändert hat sich daran in den letzten 20 Jahren wenig. Die Studie: Car Innovation 2015 aus dem Jahr 2007 hat gezeigt, dass ca. 40% der Innovationsprojekte „in den Sand“ gesetzt werden. Beeindruckend. Da hilft auch kein Lean Management (Toyoto-Produktions-System) mehr. Der nächste Schritt wäre schon lange fällig gewesen: Konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Kunden und der globalen Märkte mit ihren begrenzen Ressourcen. Mass Customization in der Automobilindustrie spielt dabei immer noch die Rolle einer Randnotiz (Alibi-Konfiguratoren bei einigen Herstellern) obwohl es schon lange an der Zeit gewesen wäre, die vorliegenden Erkenntnisse umzusetzen. Das Projekt CATER beispielsweise zeigt, wie Mass Customization für Autos umgesetzt werden kann: „CATER is an ambitious initiative launched in September 2006 by European and Asian key players in the automotive field. The initiative aims at reaching an integrated system for mass customisation of vehicles through the use of dedicated and innovative ICT tools in the whole automotive industry process.“ Allerdings wurde das Projekt erst 2006 initiiert. Auch offene Projekte wie OSCAR wurden teilweise belächelt. In letzter Zeit liest man allerdings, dass die Automobilindustrie ihren Innovationsprozess öffnet. Das OSCar-Projekt hatte die Automobilindustrie noch belächelt, doch wer zuletzt lacht, lacht am Besten. Ich würde mir wünschen, dass die vielen kleinen Projekte zu Mass Customization und Open Innovation in der Automobilindustrie aus der aktuellen Krise gestärkt hervorgehen. Siehe dazu auch meinen Blogbeitrag vom 04.03.2008.
OpenInnovators.de: Relaunch der Website
Die Website OpenInnovators wurde überbeitet: „Ergänzend zu den bisherigen Funktionen bietet die Plattform mit dem Relaunch ein deutlich verbessertes Angebot zur Information, z.B. den Bereich ´Ideenwettbewerbe´. Unternehmen können hier Ideenwettbewerbe kostenfrei verlinken und haben so die Chance eine größere Teilnehmergruppe zu erreichen. Neben dem Bereich „Ideenwettbewerbe“ haben wir das Forum neu gestartet und einen Blog eingebunden. Nach wie vor, nur noch stärker, verfolgen wir ausgehend vom gesteckten Ziel einen größeren Nutzen bieten zu wollen, Bemühungen zur Kollaboration mit Wissenschaft und Praxis.“ Ich freue mich über jede Initiative, die Open Innovation näher an die Organisationen heranbringt.
