Freund, R. (2026): Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework – Abstract

Meine Startfolie bei der Präsentation meines Papers auf der MCP 2026

Freund, R. (2026): Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework, in Anisic, Z., Forza, C. (Eds): Proceedings of the 12th International Conference on Customization and Personalization, September 17-18, 2026, Balatonfüred, Hungary, pp. 76-85 · 17. Sep. 2026

Abstract: While the role of generative AI in producer-centric open innovation has attracted growing scholarly attention, its potential within Open User Innovation (OUI) — where individuals innovate for personal use rather than commercial sale — remains largely unexplored. This paper argues that Open-Source AI is structurally better aligned with user-driven innovation than proprietary models, because both share the principles of democratization, transparency, and contextual adaptability. Drawing on a literature-based conceptual approach, we examine the theoretical distinction between Chesbrough’s Open Innovation and von Hippel’s Open User Innovation paradigm, with particular attention to the user’s system of use — a framework that integrates product and behavioral innovations in context-specific ways. We then extend Baudisch and Müller’s (2017) six-challenge personal fabrication framework by incorporating Open User Innovation principles, Open-Source Software, Open-Source AI models, and Open-Source AI agents. A proof-of-concept illustration, using Mistral AI Vibe to support a FabLab-based fabrication task, demonstrates the framework’s practical applicability. The paper concludes by identifying three priority areas for future empirical research: validation through platform-based case studies, responsible integration of autonomous AI agents in user innovation, and cultural adaptation of the framework to regional contexts.

Warum sollte man sich mit Open User Innovation befassen?

(c) Dr. Robert Freund

Auf der MCP 2026 in Balatonfüred (15.-19.09.2026) ging es um Customization and Personalization. Mit meinem Paper Freund, R. (2026): Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework konnte ich aufzeigen, welche Möglichkeiten es heute für User gibt, ihre Ideen in einem Personal Fabrication Framework umzusetzen.

Ich werde immer wieder darauf angesprochen, ob es sich lohnt, sich mit User Innovation – speziell mit Open User Innovation nach Eric von Hippel – zu befassen. Immerhin sind Unternehmen, Institutionen zur Förderung von Innovation und auch Universitäten eher an dem klassischen Innovationsansatz interessiert, der von Schumpeter geprägt ist. An Universitäten forschen Professoren und Studenten beispielsweise gerne an innovativen Projekten für Unternehmen, da sie (Professoren und Studenten) sich hiervon Finanzmittel und möglicherweise auch Jobs versprechen.

Das ist durchaus verständlich, doch zeigen verschiedene Entwicklungen in der Innovationsforschung auf, dass von Unternehmen skalierte Innovationen oft von Usern ausgegangen sind. Es lohnt sich daher auch für Unternehmen, sich mit User Innovation zu befassen. Die Abbildung stellt noch einmal die unterschiedlichen Ansätze von User Innovation (Household Innovation) und Business Innovation gegenüber.

Einerseits können User immer mehr Ideen selbst herstellen, andererseits gibt es immer weniger Unternehmen, die wirklich innovativ sind (Innovationsmilieu, Bertelmann 2025). Zwischen beiden Polen existiert ein Kontinuum an Möglichkeiten. Almudi et al. haben 2026 dazu ein Paper veröffentlicht, in dem sie aufzeigen, wie ein theoretischer Rahmen dazu aussehen kann:

„It has sometimes been argued that von Hippel innovation is very small relative to typical expenditures on an innovation project by a firm. This observation is correct but is, we think, the wrong way to judge importance. User innovation should be seen as a scanning and prototyping function, involving tens of millions of individuals continuously exploring the frontiers of the desirable and possible. Producer innovation, in contrast, focuses investment in specific development areas where user-innovators have identified signals of commercialization gold“
Almudi et al. (2026). Open user innovation, producer innovation and industrial dynamics: An ABM approach.

Auf dieses Framework werde ich in weiteren Blogbeiträgen noch einmal eingehen.

Personalisierung von Software: Kann bald jeder mit KI seine eigene Software erstellen? Warum eigentlich nicht?

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Immer mehr User (Nutzer) entwickeln ihre eigenen Produkte, da die Unternehmen mit ihren begrenzten Ressourcen (fixed innovation space) und Renditeüberlegungen oftmals Ideen von Usern nicht umsetzen. In meinem Paper zur MCP 2026 habe ich das ausführlich hergeleitet und beschrieben:

Freund, R. (2026): Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework. Anisic, Z., Forza, C. (Eds): Proceedings of the 12th International Conference on Customization and Personalization, September 17-18, 2026, Balatonfüred, Hungary, pp. 76-85 · 17. Sep. 2026

Die Konferenzreihe legt seit 2004 alle 2 Jahre den Fokus auf (Mass) Customization and Personalization. – siehe MCP-CE.org. Dabei ging es in der Vergangenheit meistens darum herauszufinden, wie Unternehmen mit neuen Technologien – und jetzt auch mit Künstlicher Intelligenz – (massenhaft) individuelle Produkte und Dienstleistungen anbieten können – zum Preis von Standardprodukten.

In meinem Paper habe ich den Ansatz Customization and Personalization aus der Perspektive eines Users dargestellt: Open User Innovation. An mehreren Beispielen konnte ich aufzeigen, wie es in den letzten Jahren einen Paradigmenwechsel gegeben hat. User sind heute immer mehr in der Lage, ihre Ideen selbst umzusetzen. Dabei helfen natürlich die niederschwelligen Technologien der Maker Bewegung und Künstliche Intelligenz, um die vielen Hürden im Prozess der persönlichen Fabrikation zu überwinden.

Über meine in dem Paper genannten Beispiele hinaus, wird nun auch deutlich, dass es in Zukunft auch möglich sein wird, seine eigene Software von Künstlicher Intelligenz „bauen“ zu lassen. Lange genug haben wir uns den etablierten Softwareanbieter angepasst, ja geradezu unterworfen.

Wenn über 97% der Codebasis von Software Open Source ist, sollte es möglich sein, aus diesen Bausteinen seine eigene Software zusammenzustellen. Künstliche Intelligenz kann hier bei den Schnittstellen und möglichen rechtlichen Fragen helfen.

„According to the 2025 Black Duck Open Source Security and Analysis Report, 97% of codebases scanned contained open source software“ (Carlber, A. N (2026) Open Source in Europe Amid Geopolitical Tensions, in Eclipse Foundation).

Auch die aktuellen Entwicklungen beim Vibe Coding gehen in diese Richtung. Dabei wird mit Hilfe eines Prompts der Quellcode von Künstlicher Intelligenz generiert. Warum eigentlich nicht?

Ich bin gespannt, was es in diesem Bereich noch für überraschende neue Chancen für die „Herstellung“ eigener Produkte und Dienstleistungen geben wird. Ganz im Sinne einer Open User Innovation, die sich von den etablierten Unternehmensangeboten löst, und eigene Lösungen entwickelt und nutzt.

Es gibt durchaus immer mehr Forscher, die schon eine Veränderung in den ökonomischen Bereichen sehen: Von der Market Economy zur Self-organized Gift Economy.

User-Centric Personalization mit dem Human Context Protocol (HCP)

Illustration of two personalization paradigms (Shah et al., 2025)

Es ist schon erstaunlich, wie wir mit unseren Daten umgehen. Viele bestätigen die verschiedenen Richtlinien der Anbieter einfach, da sie (die Nutzer) die ganzen Bestimmungen gar nicht lesen, geschweige denn verstehen können. Das wiederum führt dazu, dass die jeweiligen Anbieter Nutzer-Daten teilweise, oder recht umfangreich, speichern und nutzen. Einerseits geschieht das, um die Nutzung zu vereinfachen – das Nennen die Provider dann Personalization-, wobei Kontext-Informationen des Users gewonnen werden. Darüber hinaus werden alle User-Daten noch für „andere Zwecke“ verwendet, die ein User gar nicht mehr überblicken kann.

In der Abbildung ist auf der linken Seite zu erkennen, was bei unterschiedlichen Anbietern (Providern) mit User-Prompts passiert. Jeder Provider baut seine Personalisierung gegenüber dem User auf (Provider-Centric Personalization), wobei die Daten und Kontext-Informationen beim Provider gespeichert werden. Diese Informationen über die Personalisierung sind nicht einfach auf andere Provider übertragbar, was dem jeweiligen Provider nicht interessiert. In diesem System hat der User kaum alternative Möglichkeiten.

Auf der rechten Seite der Abbildung ist ein ganz anderer Personalisierungs-Ansatz zu erkennen, der den User in den Mittelpunkt stellt (User-Controlled Preference Layer). Die Daten eines Users und der jeweilige Kontext werden in einem HCP Vault (einer Art Daten-Tresor) gespeichert, und können verschiedenen Systemen zur Verfügung gestellt werden. Bei diesem Ansatz müssen natürlich alle anderen Anwendungen über definierte Schnittstellen verbunden werden können – hier kommt das HCP (Human Context Protocol) ins Spiel..

„On the right panel, a shared preference layer is introduced in which user context is stored in a centralized HCP vault and selectively accessed by multiple assistants, tools, and applications through an HCP-mediated interface. User preference data (generated by varied user activity) is moderated by HCP to consumer agents. Each agent obtains only the relevant subset of the user’s complete preference data“ (Shah et al., 2025).

Diese Entwicklung unterstützt den Trend, dass User über ihre eigenen Daten und die damit verbundenen Kontext-Informationen selbst bestimmen können, was gerade in Zeiten von Künstlicher Intelligenz immer wichtiger wird. Siehe dazu auch Was wäre, wenn jeder über seine generierten Daten selbst entscheiden könnte?

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich darauf ein: Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework.

Tipping Point: User Innovation und Open Source AI

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In der Netzwerkökonomie gibt es manchmal überraschende Effekte. Beispielsweise besagt das Metcalfesche Gesetz (Wikipedia), dass der Wert eines Netzes im Quadrat der Zahl der angeschlossenen Rechner und Nutzer steigt. Dabei wird dieser Ansatz oftmals nur für die Rechenleistungen im Netz verwendet. Der Blick auf Nutzer (User) wird leider nicht so oft thematisiert. Obwohl das Gesetz auch kritisiert wird, ergeben sich für mich durchaus interessante Anhaltspunkte.

Auch der Tipping Point ist so ein Begriff, der in der Netzwerkökonomie (und auch anderen Bereichen) helfen kann zu verstehen, warum es einer kleinen Anzahl von Nutzern möglich ist, gravierende Veränderungen herbeizuführen.

Der Tipping Point (Kipppunkt) ist in der Netzwerkökonomik „die kritische Masse, die erforderlich ist, damit sich eine Nachricht oder ein Sozialverhalten massenhaft verbreitet.“

Wo der Tipping Point liegt kann nicht genau bestimmt werden, doch gibt es durchaus Anhaltspunkte.:

Welzer (2013) ist beispielsweise der Auffassung, dass schon 5% einer gesellschaftlichen Gruppe ausreichen, um eine Politik der Zukunftsfähigkeit anzustoßen.

Rogers (2003) erwähnt bei der Diffusion von Innovationen einen Wert von 15-20%, wenn es um den Übergang von den Early Adopters zu Early Majority geht.

Übertragen auf die Nutzung von Open Source AI (Digitale Souveränität) wäre es demnach es also „nur“ erforderlich, dass im europäischen KI-Netzwerk 15-20% Open Source AI verwenden, um sich unabhängiger von den proprietäten KI-Modellen zu machen.

Ähnlich ist es mit Open User Innovation. Dabei handelt sich um Innovationen, die nicht von Unternehmen stammen, sondern von einzelnen Usern. Eric von Hippel hat in vielen länderspezifischen Studien zeigen können, dass dieser Anteil innovativer User jetzt schon recht hoch ist: „Empirical studies also show that many users -from 10 percent to nearly 40 percent- engage in developing or modifying products (Eric von Hippel 2013:120). Da es seit 20 Jahren (Mota, 2011) immer mehr neue Technologien gibt, die nichts, oder recht wenig Kosten, und Künstliche Intelligenz (natürlich Open Source AI) unterstützend genutzt werden kann, wird der Tipping-Point auch hier möglicherweise bald erreicht.

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich darauf in einem Paper ein:

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Mein zweites Paper:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Design heute: Entwicklung von Möglichkeiten, wie andere selbst kreativ sein können

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Wir bewundern oft das Design von Produkten (Gegenständen), die von anderen – meist berühmten Designern – entworfen und umgesetzt wurden. Es ist also eher etwas, das man bei anderen findet – sogar eher bei der Künstlichen Intelligenz als bei uns selbst.

„We are treating humans as robots and ai as creatives. it is time to flip the equation“ (David de Cremer in Bornet et al. 2025).

In der Zwischenzeit wird gerade bei gesellschaftlichen Veränderungen deutlich, dass sich dieses Verständnis von Design ändert, denn es geht hier immer häufiger darum, die Kreativität der Menschen in die vielen Prozesse mit einzubinden.

Das persönliche Design-Verständnis wird dabei zu einem wichtigen Beitrag im Transformationsprozess. Das neue Verständnis von Design will Wege entwickeln, wie andere dies (kreativ Probleme lösen) selbst tun können. In dem Buch von Hyysalo (2025) werden alle Zusammenhänge umfangreich dargestellt.

„Meanwhile there already are concrete, doable, and demonstrated ways by which design can become a major contributor to social and environmental change. These ways rest in shifting design from a creative act of defining and solving problems to developing ways by which others can do so“ (Hyysalo, S. (2025) Design Participation | eBook).

Diese Strömungen im Design habe eine ganz praktische Relevanz, wenn es um Open User Innovation (Eric von Hippel) geht. Auch hier geht es darum User zu befähigen, in ihrem eigenen Kontext Probleme zu lösen und eigene Produkte zu entwickeln und herzustellen..

Auf der MCP 2026 stelle ich dazu ein Paper vor:

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Mein zweites Paper:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open Innovation: Chesbrough 2026 Festschrift

https://www.chesbrough2026.com/home/Conference

Im April fand in Rom eine Konferenz für Henry Chesbrough statt, um das Werk des Forschers zu seinem 70. Geburtstag zu ehren. Chesbrough hat mit seinem Ansatz eines eher offenen Innovationsprozesses (Open Innovation) in Organisationen, und auch in Forschungsbereichen viel bewirkt.

Enge Mitstreiter haben sich daher in Rom zusammengefunden, auch um Paper zum Thema und zur Person vorzustellen, die in den nächsten Monaten veröffentlicht werden sollen.

„The April 2026 event is thus organized as a paper development workshop in three tracks: for the CMR special issue, the ICC special section, or the R&D Mgmt special issue“ (ebd.).

Ich bin sehr auf die verschiedenen Veröffentlichungen gespannt, denn ich habe den Weg von Henry Chesbrough in den letzten Jahren intensiv verfolgt.

Beispielsweise habe ich Henry Chesbrough schon auf dem MCPC 2011: 6th Worldcongress on Mass Customization, Personalization and Co-Creation, UC Berkeley, San Francisco, USA (Blogbeitrag) live erlebt.

Es war auch für mich inspirierend zu sehen, wie die Öffnung des Innovationsprozesses (Open Innovation) in Organisationen entwickelt werden kann, und was es für die Organisationen und für deren Kunden bedeutet. In der Zwischenzeit gibt es in allen Bereichen Beispiele für die den erfolgreichen Einsatz von Open Innovation – auch in Zeiten Künstlicher Intelligenz.

In einem meiner beiden Paper, die für die MCP 2026, 16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn angenommen wurde, gehe ich auch auf Open Innovation ein. Allerdings betrachte ich hier eher die Perspektive von Eric von Hippel, der Open User Innovation favorisiert.

MCP-Conference 2026: Meine eingereichten Abstracts wurden angenommen

https://mcp-ce.org/

Zur MCP 2026 Conference zu Mass Customization and Personalization findet vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, Ungarn, statt. Auch zu dieser Konferenz habe ich Abstracts eingereicht, die in der Zwischenzeit bestätigt wurden.

It is our pleasure to inform you that your abstracts entitled:

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personalized Framework

Digital Sovereignty and Open-Source AI: A European Path for Innovative SMEs


were positively reviewed by MCP 2026 Scientific Committee and accepted to proceed to the next stage of uploading full paper according to the template.

Nun geht es daran, das Paper bis zum 31. Mai 2026 nach den Konferenzvorgaben fertigzustellen.

Wenn alles klappt, werden ich beide Paper im September auf der Konferenz vorstellen, und mit den Kollegen diskutieren.

Von Mass Personalization zu Open User Innovation

Image by Denise Husted from Pixabay

Auf den verschiedenen Konferenzen, an denen ich teilgenommen habe, ging es über viele Jahre um Mass Customization and Personalization. Auslöser der Entwicklung war die Veröffentlichung B. Joseph Pine II (1992): Mass Customization. The New Frontier in Business Competition, in der die damals neue hybride Wettbewerbsstrategie vorgestellt wurde.

In der Zwischenzeit gibt es beim Fraunhofer Institut in Stuttgart das Leistungszentrum Mass Personalization. Dort ist man der Auffassung, dass es sich bei Mass Personalization um einen Megatrend handelt

„Mass Personalization ist ein eigenständiges radikal nutzerzentriertes und dennoch nachhaltiges und ressourceneffizientes Konzept, das als Toolbox oder plattformtechnologische Anwendung in der Produktion von morgen fungieren kann“ (Krieg/Groß/Bauernhansl (2024) (Hrsg.): Einstieg in die Mass Personalization. Perspektiven für Entscheider).

Mass Customization ist hier zeitpunktbezogen, und Mass Personalization eher Zeitdauer bezogen zu interpretieren. Beides, Mass Customization und Mass Personalization, sind allerdings immer noch aus der Perspektive des Unternehmens gedacht.

Wenn sich ein Unternehmen auf jeden einzelnen Nutzer so intensiv einstellen will, benötigt es viele Problem- und möglicherweise auch erste Lösungsinformationen vom Nutzer. Bei komplexen Problemen sind diese Informationen nur sehr schwer zu beschreiben (Kontext, Implizites Wissen, Expertise), und schwer vom Nutzer zum Unternehmen übertragbar (Sticky Information, Träges Wissen).

Der Nutzer weiß oft am besten, was er für sein Problem benötigt. Es fehlt oft noch der Schritt zur ersten Umsetzung von eigenen Lösungen. Dieser war in der Vergangenheit sehr aufwendig (Zeit, Geld), sodass die Umsetzung oft von Unternehmen übernommen wurde.

In der Zwischenzeit gibt es durch die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz, des 3D-Drucks (Additive Manufacturing), oder auch der Robotik und der Open Source Community viele Möglichkeiten, das Produkt selbst zu entwickeln und im Idealfall selbst oder in einer Community herzustellen. Siehe Eric von Hippel (2016): Free Innovation (Open Access).

Titel (Ausschnitt) https://direct.mit.edu/books/book/5344/Free-Innovation

Eric von Hippel hat dazu schon sehr viele Studien veröffentlich, aus denen hervorgeht, dass der Anteil dieser Open User Innovation in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen ist. Diese Innovationen findet man nicht in den offiziellen Statistiken zu Innovationen, denn Innovationen werden dort von Unternehmen entwickelt und auf den Markt gebracht. Was versteht nun von Hippel unter Open User Innovation?

„An innovation is ´open´ in our terminology when all information related to the innovation is a public good—nonrivalrous and nonexcludable”(Baldwin and von Hippel 2011:1400).

”… involves contributors who share the work of generating a design and also reveal the outputs from their individual and collective design efforts openly for anyone to use“ (Baldwin and von Hippel 2011:1403).

Wir wissen alle, dass die Unternehmen nur die Innovationen auf den Markt bringen, die eine entsprechende Rendite versprechen – alles andere bleibt liegen… Doch genau darin liegt die Chance von Open User Innovation: Jeder einzelne kann nicht nur kreativ, sondern auch innovativ sein (Ideen umsetzen) und seine Innovationen anderen (auch kostenlos) zur Verfügung stellen.

Sie meinen das gibt es nicht? Dann schauen Sie sich einmal die vielen Plattformen zu Open Source Software, oder die Plattform Patient Innovation an – Sie werden staunen.

Wenn Sie sich zu diesen Themen informieren wollen: Die MCP Community of Europe trifft sich auf der Konferenz zu Mass Customization and Personalization – MCP 2026 – vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, Ungarn. Wir sind dabei.

Loyal Agents – it all starts with trust

Website: https://loyalagents.org/

KI-Agenten sind aktuell in aller Munde. Gerade in Software-Unternehmen wurde schon früh damit angefangen, Agenten zu nutzen: KI-Agenten können bis zu 30% der realen Aufgaben eines Unternehmens autonom übernehmen.

Im Außenverhältnis, z.B. mit Kunden , wird es schon schwieriger, KI-Agenten einzusetzen, da hier weitergehende Herausforderungen zu bewältigen sind. Es wundert daher nicht, dass es an dieser Stelle Forschungsbedarf gibt.

In dem Projekt Loyal Agents arbeiten dazu beispielsweise das Stanford Digital Economy Lab und Consumer Report zusammen. Worum es ihnen geht, haben sie auf der Website Loyal Agents so formuliert:

„Agentic AI is transforming commerce and services; agents are negotiating, transacting and making decisions with growing autonomy and impact. While agents can amplify consumer power, there is also risk of privacy breaches, misaligned incentives, and manipulative business practices. Trust and security are essential for consumers and businesses alike“ (ebd.).

Dass Vertrauen und Sicherheit eine besonders wichtige Bedeutung in den Prozessen mit der Beteiligung von KI-Agenten haben, wird hier noch einmal deutlich – It all starts with Trust. Ähnliche Argumente kommen von Bornet, der sich für Personalized AI Twins ausspricht:

„Personal AI Twins represent a profound shift from generic to deeply personalized agents. Unlike today´s systems that may maintain the memory of past interactions but remain fundamentally the same for all users, true AI twins will deeply internalize an individual´s thinking patterns, values, communication style, and domain expertise“ (Bornet et al. 2025).

Möglicherweise können einzelne Personen in Zukunft mit Hilfe von Personalized AI Twins oder Loyal Agents ihre eigenen Ideen besser selbst entwickeln, oder sogar als Innovationen in den Markt bringen. Dabei empfiehlt sich aus meiner Sicht die Nutzung von Open Source AI – ganz im Sinne einer Digitalen Souveränität und im Sinne von Open User Innovation nach Eric von Hippel. Siehe dazu auch

Eric von Hippel (2017): Free Innovation

Von Democratizing Innovation zu Free Innovation