Gefühlt nennt sich heute jeder in der Geschäftswelt KI-Experte

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Es ist einfach nur interessant zu beobachten, wie sich die Muster ähneln. In den 90er Jahren waren es die Lean-Experten, dann die Experten für Agilität in den Organisationen und jetzt ist es eben das Attribut „KI-Experte“, das den Markt überschwemmt. Da sich jeder so nennen darf, wird es eben auch gemacht.

Ich stelle mir dabei oft die Frage, in welchen Teilgebieten des gesamten Feldes der Künstlichen Intelligenz will denn diese Person Experte sein, und was macht diese Person zu einem Experten?

Die eigene Zuschreibung reicht dafür nicht aus, denn richtige Experten werden von anderen dazu gemacht – es ist also eine Zuschreibung von anderen.

Experten werden von anderen gesucht und möglicherweise auch gefunden. Manche davon wissen gar nicht, dass sie in diesem Sinne Experten sind, geschweige denn nennen sie sich so.

Ein Beispiel für „richtige Experten“ kennen wir aus dem Bereich Innovationen – und hier speziell User Innovation. Diese Personen können durch ein spezielles Suchverfahren erkannt werden:

„Pyramiding search is a variant of snowballing – but with an important difference. Pyramiding requires that people having a strong interest in a given attribute or quality, for example a particular type of expertise, will tend to know of people who know more about and/or have more of that attribute than they themselves do (von Hippel et al 1999)“. zitiert von von Hippel/Franke/Prügl 2009).

Das Attribut „KI-Experte“ ist letztendlich das, was es ist: ein Marketingansatz. – nicht mehr und nicht weniger.

Lassen Sie andere darüber entscheiden, ob Sie ein KI-Experte sind.

Weitere Blogbeiträge zum Thema Expertise finden Sie hier.

Influencer – Experten: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

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Seit wir in Sozialen Netzwerken unterwegs sind, haben sich nach und nach – hauptsächlich ab dem Jahr 2000 – einzelne Personen zu Influencer entwickelt, und in der Zwischenzeit sogar professionell positioniert. Doch was sind Influencer eigentlich?

„Als Influencer (deutsch etwa Einflussnehmer, Beeinflusser; von englisch to influence ‚beeinflussen‘) werden seit dem Beginn der 2000er Jahre Multiplikatoren bezeichnet, die ihre starke Präsenz und ihr Ansehen in sozialen Netzwerken nutzen, um beispielsweise Produkte oder Lebensstile zu bewerben“ (Quelle: Wikipedia vom 21.08.2025).

Es geht den Personen also hauptsächlich darum, andere zu beeinflussen, bestimmte Produkte oder Dienstleistungen zu kaufen. Dabei verknüpfen die Influencer Ihre persönlichen Meinungen ganz bewusst und offen mit den verschiedenen Marken und verdienen dadurch teilweise sehr viel Geld. Die Beeinflussung von möglichen Interessenten von Produkten ist schon lange ein Instrument des Marketings. Durch die Sozialen Netzwerke kommt noch hinzu, dass jeder sich mit relativ geringen Aufwand als Influencer positionieren kann – Skalierbarkeit bei geringen Kosten.

Manche Influencer stellen sich in ihren Videos und Kommentaren auch gerne als Experten für bestimmte Produkte und Dienstleistungen dar. An dieser Stelle stellt sich natürlich die Frage:

Gibt es zwischen einem Influencer und einem Experten Unterschiede?

Experten haben oftmals mehrere tausend Stunden in einer bestimmten Domäne gearbeitet und dabei implizites Wissen und entsprechende Kompetenz entwickelt. Expertise ist also zu einem großen Teil personengebunden und wird ihnen zugeschrieben. Expertise/Kompetenz als Zuschreibung anderer. Experten können beispielswiese durch ein Pyramiding in Netzwerken visualisiert/erkannt werden.

“Pyramiding search is a variant of snowballing – but with an important difference. Pyramiding requires that people having a strong interest in a given attribute or quality, for example a particular type of expertise, will tend to know of people who know more about and/or have more of that attribute than they themselves do (von Hippel et al 1999)”, zitiert von von Hippel/Franke/Prügl 2009).

Experten wollen also – im Gegensatz zu Influencern – nicht primär beeinflussen, sondern helfen, komplexe Probleme zu lösen. Experten haben auch nicht so sehr das Ziel einen Verkaufsprozess auszulösen. Das kann zwar auch vorkommen, ist allerdings nicht das Hauptziel.

In dieser ersten kleinen Gegenüberstellung wird schon deutlich, dass es zwischen Influencer und Experten Unterschiede, allerdings auch einige Überschneidungen gibt – was die Sache wiederum kompliziert macht. Diesen Umstand nutzen manche Influencer, um sich als Experten zu positionieren, was sie allerdings oft nicht sind…