Künstliche Intelligenz: Welcher Mensch?

Atari et al. (2023): Which Human? [PDF]

Wenn wir mit Künstlicher Intelligenz arbeiten, interagieren wir mit Large Language Models (LLMs), die mit Daten trainiert und weiterentwickelt wurden. Die Antworten erscheinen uns menschlich zu sein, da sie meistens zu dem passen, was wir uns in unserer Kultur vorstellen.

In dem Paper Atari et al. (2023): Which Human? gehen die Forscher der Frage nach, um welchen Menschen – um welches Menschenbild – es sich hierbei handelt. Dabei haben sie festgestellt, dass die bekannten KI-Modelle eine WIRED-Perspektive einnehmen. WEIRD populations (Western, Educated, Industrialized, Rich, and Democratic).

Wie in der Abbildung zu erkennen, haben allerdings viele Kulturkreise, Regionen, Länder ein anderes Menschenbild, das sich von dem genannten WEIRD erheblich unterscheidet. Das wiederum führt zu der Frage, ob die anderen Regionen dieser Welt die von westlichen Big Tech entwickelten LLMs übernehmen werden, oder sie ihre eigenen LLMs benötigen, die ihre eigene Sprache, ihre kulturellen und regionalen Besonderheiten berücksichtigen.

Nach dem AI Report 2026 (Stanford University) gibt es in der Zwischenzeit einen deutlichen Trend in Richtung regionaler/nationaler LLMs, die gerade das ermöglichen. Wie ich in der von mir erstellten Open Street Map zu EU-Modellen zeigen konnte, gibt es sogar in Europa schon sehr viele solcher Modelle auf Open Source oder Open Weight Basis.

https://umap.openstreetmap.de/de/map/open-source-ai-in-europe_148154#5/46.052101/6.218511

Solche Zusammenhänge habe ich auch in meinem Paper Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs auf der MCP 2026 in Balatonfüred, Ungarn aufgezeigt.

Künstliche Intelligenz für die Menschen

UN (2024): Governing AI For Humanity

Immer mehr Regionen und Länder stellen fest, dass die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz – wie alle Innovationen – mindestens zwei Seiten hat. Es gibt einerseits den Nutzen für Menschen, Unternehmen und Gesellschaften und andererseits auch Schwierigkeiten.

Solche Entwicklungen geben immer Anlass, darüber nachzudenken, ob Künstliche Intelligenz so gesteuert werden kann, dass es nicht nur einzelnen Unternehmen zugute kommt, sondern einer ganzen Gesellschaft.

In der Zwischenzeit gibt es sehr viele nationale und regionale Initiativen, die versuchen, einerseits die Entwicklungen von Künstlicher Intelligenz zu fördern, andererseits aber auch Grenzen zu ziehen, deren Überschreitung zu möglichen gesellschaftlichen Schäden führen können.

Die United Nations (UN) ist für so eine Fragestellung prädestiniert, und hat mit der Veröffentlichung UN /2024): Governing AI For Humanity (PDF) eine gute Basis geschaffen, um ausgewogen über das Thema diskutieren zu können.

Aktuell habe ich den Eindruck, dass die Diskussionen über die Entwicklung und Nutzung Künstlicher Intelligenz von den amerikanischen Tech-Konzernen dominiert werden, die ihre wirtschaftlichen Vorteile sehen, die gesellschaftlich negativen Auswirkungen gerne den jeweiligen Ländern überlassen wollen.

Siehe dazu auch Bris, A. (2025): SuperEurope: The Unexpected Hero of the 21st Century und die Erläuterungen zu einer Society 5.0.

Open Innovation in verschiedenen Regionen Europas

Die Veröffentlichung Embracing Open Innovation in Europa. A best practice guide on Open Innovation Policies aus dem Jahr 2012 zeigt deutlich auf, welche Regionen in Europa Open Innovation zur besseren Entwicklung nutzen. In Deutschland ist es z.B. die Region um Stuttgart, deren Aktivitäten sehr schön beschrieben werden. Regionale oder lokale Open Innovation Ansätze haben den Vorteil, dass sie die Besonderheiten einer regionalen/lokalen komplexen Problemlösung beachten: Eine nicht zu unterschätzende Qualität. Siehe dazu auch Gedanken zum Problemlösen und Lukac, D.; Freund, R. (2012): Open Innovation, Social Embeddedness of Economic Action and its Cultural Determinants.