Intelligence per Watt: Gelieferte Intelligenz und Ressourcenverbrauch

Saad-Falcon et al. (2025)

Aktuell wird weltweit sehr viel Geld für große Rechenzentren eingesammelt und investiert. Die Story ist, dass große KI-Modelle sehr große Rechenkapazitäten benötigen, um riesige Datenmengen zu bearbeiten und um schnelle Antwortzeiten für immer mehr Nutzer zu liefern. Ganz im Sinne von je größer umso besser. Ob diese Story ein gutes Ende haben wird bleibt abzuwarten. Siehe dazu Künstliche Intelligenz: Enormer Ressourcenverbrauch großer KI-Modelle.

Parallel dazu gibt es eine Entwicklung, die auf dezentrale Systeme setzt und die Rechenleistung von vielen lokalen Hardwarestrukturen nutzen möchte. Solche lokalen KI-Anwendungen (Local AI) werden nachweislich immer beliebter. Das hat mehrere Gründe: (1) Einerseits sind es natürlich auch die immensen Kosten, die gerade Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) kaum mehr kalkulieren können (Stichwort: Abrechnung in Token), (2) Datensicherheit und Digitale Souveränität, (3) Zukunftsfähigkeit eines eigenen KI-Systems, das auf Open Source AI setzt.

Nun kann man anführen, dass die lokal ausführbaren Open Weight und Open Source KI-Modelle nicht so leistungsfähig sind, im Vergleich zu den proprietären KI-Modellen. Dass dem nicht mehr so ist, zeigt unter anderem der AI Report 2026 der Stanford University. Siehe dazu auch Anteil US amerikanischer KI-Modelle geht weltweit zugunsten von Open Source AI zurück.

Weiterhin gibt es einen Trend, spezialisierte (kleine) KI-Modelle in einem Router je nach Anwendungsfall zu kombinieren. Nicht zuletzt reichen lokale KI-Modelle für Standardanfragen oftmals völlig aus.

Local LMs are capable and improving rapidly: Local LMs can accurately respond to 88.7% of single-turn chat and reasoning queries, with accuracy improving 3.1× from 2023-2025“ (Saad-Falcon et al., 2025).

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass die Forscher um Saad-Falcon eine neue Messgröße vorschlagen: Intelligence per Watt (IPW). Es geht um den Zusammenhang zwischen „gelieferter Intelligenz“ und den dafür benötigten Ressourcenverbrauch.

intelligence-per-watt—a metric that quantifies how effectively inference systems convert energy into useful computation.

IPW = (mean accuracy across tasks) / (mean power draw during inference)“

Saad-Falcon et al. (2025): Intelligence Per Watt: A Study of Local Intelligence Efficiency

Die angegebene Studie zeigt deutlich den Vorteil auf, lokale KI anzuwenden, wenn es um die Kenngröße Intelligence per Watt geht. Wir sind der Auffassung, dass es in Zukunft mit Open Source AI und LocalAI möglich sein wird, mehr Digitale Souveränität in Europa zu erreichen, und innovativer zu werden.

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei Paper ein:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Open Source AI: Wie kann ich einen einfachen Workflow in der Langflow App anlegen?

In der eigenen Langflow App angelgter einfacher Workflow

In dem Blogbeitrag Open Source AI: Ministral 3B auf dem eigenen Laptop nutzen hatte ich gezeigt, wie man mit Hilfe der Ollama App, Open Source KI-Modelle (oder Open Weight KI-Modelle) auf dem eigenen Laptop installieren und nutzen kann. Da es in der Zwischenzeit viele kleine und leistungsstarke KI-Modelle (SLM: Small Language Models gibt), ist dieser Ansatz gerade für Kleinstunternehmen wirtschaftlich interessant.

Wenn es im nächsten Schritt darum geht, solche Modelle in eigene KI-Agenten einzubinden, bietet sich die auf dem eigenen Laptop installierte Langflow App an – eine Alternative ist LM Studio. Die Ollama App und die Langflow App sind natürlich Open Source.

In der Abbildung oben ist ein einfacher Workflow mit den Knoten Chat Input, Language Model und Chat Output dargestellt (rot umrahmt). Diese Knoten konnte ich per Drag & Drop in die Arbeitsfläche ziehen. Dabei wird farbig angezeigt, welche Verknüpfungen möglich sind.

Bei dem Language Model habe ich in der auf meinem Laptop installierten Ollama App ein Modell ausgesucht – in meinem Fall ist es Qwen 2.5. Es stehen hier alle in der Ollama App installierten KI-Modelle zur Verfügung. Wir testen mit geeigneten Open Weight, bzw. Open Source Modellen. Siehe dazu auch Open Source AI: Ministral 3B auf dem eigenen Laptop nutzen.

Diesen kleinen Workflow kann ich anschließend im Playground (Button rechts oben) testen. Als Chat Input habe ich dort eine Frage zu Eric von Hippel gestellt, die dann mit dem hinterlegten KI-Modell schnell beantwortet wurde – obwohl ich dazu einen relativ alten Laptop genutzt habe. Die folgende Abbildung zeigt das gute Ergebnis im Playground.

Ergebnis im Playground

Es ist also mit Ollama App und der Langflow App auf dem eigenen Laptop möglich, kleine KI-Modelle (Open Source, Open Weight) zu nutzen, und sogar kleine Workflows abzubilden. Dabei bleiben alle generierten Daten auf meinem Laptop. Das ist besonders wichtig, wenn ich nicht nur einen einfachen Workflow, abbilden, sondern KI-Agenten entwickeln möchte, die bei der Bearbeitung auch eigene Daten aus unserer Nextcloud mit berücksichtigen sollen – ganz im Sinne einer Digitalen Souveränität.

Auf der internationalen Konferenz MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in einem Paper ein.

KI-Agenten: Agents of Chaos?

https://agentsofchaos.baulab.info/

Nach den großen KI-Sprachmodellen (LLM: Large Language Models), den kleineren Modellen (SLM: Small Language Models), den Mixed of Experts (MoE) Models sind seit einiger Zeit KI-Agenten im Fokus der Anbieter, Anwender und Forscher.

Nach dem ersten Hype um KI-Agenten mit Aussagen wie „KI Agenten ersetzen Mitarbeiter“ oder „KI-Agenten erhöhen die Produktivität“ usw. ist in der Zwischenzeit eine gewissen Ernüchterung eingetreten.

Ein Grund sind die unbestimmbaren Kosten von KI Agenten (Tokens). Siehe dazu Wirtschaftlichkeit von KI-Agenten: Warum kommt es bei den Token-Kosten oft zu regelrechten Abrechnungsschocks?

Ein weiterer Aspekt ist, dass die KI-Agenten eine Eigendynamik entwickeln, die von den Tech-Konzernen nicht mehr kontrolliert werden kann. Dazu haben Sie sicherlich auch in den einschlägigen Medien die Berichte über KI-Agenten gelesen, die „von sich aus“ andere Unternehmen und Organisationen gehackt haben. Beispielhaft sei hier nur die Meldung von der Tagesschau vom 22.07.2026 genannt: KI von OpenAI steuert eigenständig Hackerangriff – und nein, das ist kein Einzelfall.

Dass Unternehmen so sorglos mit dieser Entwicklung umgehen ist bemerkenswert, denn: Wer trägt den angerichteten Schaden? Möglicherweise entsteht der Schaden auch noch viel später und kann gar nicht mehr auf die Ursache zurückgeführt werden. Die in der Softwarebranche übliche Vorgehensweise, unfertige Software auf den Markt zu bringen und durch die Anwendung der Nutzer zu optimieren, ist im Zusammenhang mit KI-Agenten nicht sehr intelligent.

In der Forschungslandschaft haben schon viele Forscher auf die Tücken von KI-Agenten hingewiesen, doch werden solche Erkenntnisse oftmals von den Tech-Konzernen als störend für das Geschäftsmodell empfunden. Es ist allerdings die Aufgabe von Forschern, ohne Rücksicht auf die ohnehin einseitigen wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen, auf wichtige Erkenntnisse hinzuweisen.

Beispielhaft möchte ich dazu die folgende Veröffentlichung nennen. Die Ergebnisse zeigen, wie chaotisch und teilweise gefährlich die Zusammenarbeit der KI-Agenten verlief.

„Observed behaviors include unauthorized compliance with non-owners, disclosure of sensitive information, execution of destructive system-level actions, denial-of-service conditions, uncontrolled resource consumption, identity spoofing vulnerabilities, cross-agent propagation of unsafe practices, and partial system takeover“ (Shapira, N. et al. 2026 Agents of Chaos. Available from https://arxiv.org/abs/2602.20021).

Auf Basis guter wissenschaftlicher, transparenter und nachvollziehbarer Arbeit, haben die Forscher auf der dazugehörenden Website (Abbildung) die Vorgehensweise, die verwendeten KI-Agenten und die generierten Daten veröffentlicht. Es kann sich somit jeder ein eigenes Bild von dem Chaos der Agenten machen. Nicht umsonst heißt der Titel der Veröffentlichung und der dazugehörenden Website Agents of Chaos.

Es wäre gut, wenn einzelne Personen, Unternehmen und Öffentliche Verwaltungen nicht blind den Marketingversprechen der Konzerne folgen, sondern auch wissenschaftliche Erkenntnisse in ihre Entscheidungen zu KI einbeziehen würden.

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf solche Zusammenhänge ein:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Künstliche Intelligenz lässt die meisten Sprachen und kulturellen Besonderheiten außen vor

Image by Sunrise from Pixabay

Die bekannten proprietäten KI-Modelle funktionieren hauptsächlich in Englisch, oder in einer Handvoll anderer Sprachen. Am Beispiel agglutinierender Sprachen wie Ungarisch, Baskisch, etc. kann aufgezeigt werden, dass die üblichen KI-Modelle nicht ausreichen.

Es wundert daher nicht, dass in den letzten Jahren immer mehr KI-Modelle entwickelt wurden, die in europäischen Sprachen trainiert wurden. Beispiele dazu sind Teuken 7B und Open EuroLLM. Darüber hinaus gibt es in Europa auch schon viele KI-Modelle, die in der jeweiligen Landessprache trainiert wurden. Beispiele dazu sind das Ungarisches Modell, das Schwedisches Modell, das Italienische Modell usw.

Dass es in kritischen Bereichen wie dem Gesundheitswesen wichtig ist, bei KI-Modellen den sprachlichen und kulturellen Kontext zu beachten, wurde in einer Veröffentlichung der United Nations (UN) noch einmal beispielhaft hervorgehoben:

„In Tigrinya, spoken by 7 to 9 million people in Eritrea and northern Ethiopia, machine translation has rendered smallpox as syphilis, gonorrhoea as diabetes and “You have been given intravenous antibiotics” as “You have been given intravenous insecticides”. These mistranslations can be life-threatening. A recent review of natural language processing for African languages in healthcare found that, despite advances in multilingual AI tools, major challenges remain. These include cultural and linguistic bias, poor adaptation to medical contexts, limited explainability and translation errors that can affect diagnosis and treatment decisions. The evidence suggests that AI systems are not ready for use in high-stakes settings unless they have been properly adapted, constrained and tested for the relevant linguistic and cultural contexts“ (UN 2026).

Mit Hilfe von Small Language Models (SLM) und der Berücksichtigung sprachlicher und kultureller Besonderheiten einzelner Regionen in Europa können gerade Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die einen Mehrwert für die Nutzer bieten.

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich darauf in einem Paper ein:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Mein zweites Paper:

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Innovatives Denken mit Künstlicher Intelligenz unterstützen

Legende
(CEN TS 16555-2014):

1 Sammeln von Informationen
2 Erzeugen von Lösungen
3 Rasches Lernen
4 Bewertung
5 Synthese und Outputs
6 Ergebnisse

Unternehmen setzen für ihren Innovationsprozess Künstliche Intelligenz ein. Auf der individuellen Ebene ist das natürlich auch möglich. Beispielsweise kann Künstliche Intelligenz das eigene innovative Denken unterstützen. Die Abbildung zeigt dazu die insgesamt sechs Schritte – vom Sammeln von Informationen (1) bis zu den Ergebnissen (6).

In jedem einzelnen Schritt sollten Sie überlegen, ob Sie nur ein KI-Modell verwenden wollen, oder ob es nicht besser ist, spezielle KI-Modelle zu nutzen. Siehe dazu auch KI-Modelle: Von „One Size Fits All“ über Variantenvielfalt in die Komplexitätsfalle?

Weiterhin sollten Sie sich überlegen, ob Sie die bekannten proprietären KI-Modelle für ihre innovativen Ideen nutzen wollen. Denken Sie bitte daran, dass diese wenig transparent sind und Sie nicht genau wissen, was mit ihren Ideen passiert. Siehe dazu auch Das Kontinuum zwischen Closed Source AI und Open Source AI.

Unser Vorschlag ist daher, dass Sie zur Unterstützung ihres innovativen Denkens, in jedem Schritt Open Source KI-Modelle nutzen. Dass kann MISTRAL LE CHAT als Alternative zu ChatGPT etc, ein Modell wie Mistral AI für alle Schritte, oder auch ein Konzept mit unterschiedlichen Modellen sein, die Sie auf Huggingface finden können.

Natürlich ist es auch möglich, für die oben genannten Schritte einen, oder mehrere KI-Agenten zu nutzen – natürlich möglichst auch Open Source basiert.

Überlegen Sie abschließend noch, ob Sie alles auf ihrem Laptop, oder auf einem eignen Server laufen lassen können. Damit hätten Sie die Kontrolle über ihre Ideen.

„Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich, dann hast du gewonnen“ Mahatma Gandhi.

Sie können dann immer noch selbst entscheiden, ob Sie Ihre Ergebnisse mit anderen teilen, oder diese sogar Unternehmen anbieten wollen.

Alles im Sinne einer eigenen Digitalen Souveränität.

Mass Intelligence: Wenn mehr als 1 Mrd. Menschen Zugang zu leistungsfähiger KI haben

Conceptual technology illustration of artificial intelligence. Abstract futuristic background

Wenn wir uns die Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz in der letzten Zeit ansehen, so fällt auf, dass es mehrere Trends gibt.

Neben den dominierenden wenigen großen Large Language Models (LLMs) der Tech-Konzerne gibt es immer mehr kleine Modelle (Small Language Models), die je nach Anwendungsfall ausgewählt werden können. Solche SLM sind flexibler, kostengünstiger und in bestimmten Bereichen sogar besser. Siehe dazu auch KI-Modelle: Von „One Size Fits All“ über Variantenvielfalt in die Komplexitätsfalle?

Weiterhin wird für solche Problemlösungen auch viel weniger Energie benötigt, was die weltweiten, aber auch die unternehmensspezifischen Ressourcen/Kosten schont, Siehe dazu auch Künstliche Intelligenz: Das menschliche Gehirn benötigt maximal 30 Watt für komplexe Problemlösungen.

Darüber hinaus gibt es auch immer mehr leistungsfähige Open Source KI-Modelle, die jedem zur Verfügung stehen, und beispielsweise eher europäischen Werten entsprechen. Siehe dazu auch Das Kontinuum zwischen Closed Source AI und Open Source AI

Wenn also in Zukunft mehr als 1 Milliarde Menschen Künstliche Intelligenz nutzen, stellt sich gleich die Frage, wie Unternehmen damit umgehen. Immerhin war es üblich, dass so eine Art der intelligenten komplexen Problemlösung bisher nur spärlich – und dazu auch noch teuer – zur Verfügung stand.

Nun werden Milliarden von einzelnen Personen die Möglichkeit haben, mit geringen Mitteln komplexe Problemlösungen selbst durchzuführen. Prof. Ethan Mollick nennt dieses Phänomen in einem Blogbeitrag Mass Intelligence.

„The AI companies (whether you believe their commitments to safety or not) seem to be as unable to absorb all of this as the rest of us are. When a billion people have access to advanced AI, we’ve entered what we might call the era of Mass Intelligence. Every institution we have — schools, hospitals, courts, companies, governments — was built for a world where intelligence was scarce and expensive. Now every profession, every institution, every community has to figure out how to thrive with Mass Intelligence“ (Mollick, E. (2025): Mass Intelligence, 25.08.2025).

Ich bin sehr gespannt, ob sich die meisten Menschen an den proprietären großen KI-Modellen der Tech-Konzerne orientieren werden, oder ob es auch einen größeren Trend gibt, sich mit KI-Modellen weniger abhängig zu machen – ganz im Sinne einer Digitalen Souveränität.

Digitale Souveränität: Mistral 3 KI-Modell-Familie veröffentlicht

Quelle: https://mistral.ai/news/mistral-3

Digitale Souveränität in Europa lebt auch davon, dass leistungsfähige KI-Modelle verfügbar sind. Es wundert daher nicht, dass die Veröffentlichung von Mistral 3 sehr viel Aufmerksamkeit erhalten hat. Mistral ist die französische Antwort auf die dominierenden KI-Modelle amerikanischer Tech-Konzerne, die nicht offen sind, und enorme Ressourcen benötigen. Wenn es um kleine, offene und ressourcenschonende Modelle geht, so kann die Mistral-Modell-Familie durchaus interessant sein. Alle Modelle sind auf Huggingface verfügbar:

Mistral 3 Large
A state-of-the-art, open-weight, general-purpose multimodal model with a granular Mixture-of-Experts architecture.

Mistral 3
A collection of edge models, with Base, Instruct and Reasoning variants, in 3 different sizes: 3B, 8B and 14B.

Mich interessieren gerade die kleinen, leistungsfähigen Modelle, die eine einfachere technische Infrastruktur benötigen und ressourcenschonend sind. Die offenen Modelle können damit in lokale KI-Anwendungen eingebunden werden. Wir werden Mistral 3 in LocalAI, Ollama und Langflow einbinden und zu testen. Dabei bleiben alle generierten Daten auf unseren Servern – ganz im Sinne einer Digitalen Souveränität.

Digitale Souveränität: Open Source KI-Systeme fördern Innovationen für die gesamte Gesellschaft

https://www.robertfreund.de/blog/2024/10/28/open-source-ai-definition-1-0-release-candidate-2-am-21-10-2024-veroeffentlicht/

Die kommerziellen, proprietären KI-Systeme machen den Eindruck, als ob sie die einzigen sind, die Innovationen generieren. In gewisser weise stimmt das auch, wenn man unter Innovationen die Innovationen versteht, die sich diese Unternehmen wünschen. Fast jeden Tag gibt es neue Möglichkeiten, gerade diese KI-Modelle zu nutzen. Dieses Modelle treiben ihre Nutzer vor sich her. Wer nicht alles mitmacht wird der Verlierer sein – so das Credo.

Dabei stehen Trainingsdaten zur Verfügung, die intransparent sind und in manchen Fällen sogar ein Mindset repräsentieren, das Gruppen von Menschen diskriminiert.

Versteht man unter Innovationen allerdings, das Neues für die ganze Gesellschaft generiert wird, um gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen, so wird schnell klar, dass das nur geht, wenn Transparenz und Vertrauen in die KI-Systeme vorhanden sind – und genau das bieten Open Source AI – Systeme.

Open-source AI systems encourage innovation and are often a requirement for public funding. On the open extreme of the spectrum, when the underlying code is made freely available, developers around the world can experiment, improve and create new applications. This fosters a collaborative environment where ideas and expertise are readily shared. Some industry leaders argue that this openness is vital to innovation and economic growth. (…) Additionally, open-source models tend to be smaller and more transparent. This transparency can build trust, allow for ethical considerations to be proactively addressed, and support validation and replication because users can examine the inner workings of the AI system, understand its decision-making process and identify potential biases“ (UN 2024)

Siehe dazu auch

Das Kontinuum zwischen Closed Source AI und Open Source AI

Apertus: Schweizer Open Source KI – Modell veröffentlicht

Open Source AI: Kimi K2 Thinking vorgestellt

Open Source AI: OlmoEarth Modell-Familie veröffentlicht

Digitale Souveränität: Verschiedene Open Source AI-Modelle ausprobieren

Open Source AI: Veröffentlichung der ALIA AI Modelle für ca. 600 Millionen Spanisch sprechender Menschen weltweit

Apertus: Schweizer Open Source KI – Modell veröffentlicht

Image by Stefan Schweihofer from Pixabay

In der Zwischenzeit gibt es einen Trend zu Open Source KI-Modellen. Aktuell hat beispielsweise die ETH Zürich zusammen mit Partnern das KI-Modell Apertus veröffentlicht:

Apertus: Ein vollständig offenes, transparentes und mehrsprachiges Sprachmodell
Die EPFL, die ETH Zürich und das Schweizerische Supercomputing-Zentrum CSCS haben am 2. September Apertus veröffentlicht: das erste umfangreiche, offene und mehrsprachige Sprachmodell aus der Schweiz. Damit setzen sie einen Meilenstein für eine transparente und vielfältige generative KI“ (Pressemitteilung der ETH Zürich vom 02.09.2025)

Der Name Apertus – lateinisch für offen – betont noch einmal das grundsätzliche Verständnis für ein offenes , eben kein proprietäres, KI-Modell, das u.a auch auf Hugging Face zur Verfügung steht. Die beiden KI-Modelle mit 8 Milliarden und 70 Milliarden Parametern bieten somit auch in der kleineren Variante die Möglichkeit, der individuellen Nutzung.

Es gibt immer mehr Personen, Unternehmen und öffentliche Organisationen, die sich von den Tech-Giganten im Sinne einer Digitalen Souveränität unabhängiger machen möchten. Hier bieten in der Zwischenzeit sehr viele leistungsfähige Open Source KI-Modelle erstaunliche Möglichkeiten- auch im Zusammenspiel mit ihren eigenen Daten: Alle Daten bleiben dabei auf Ihrem Server – denn es sind Ihre Daten.

Da das KI-Modell der Schweizer unter einer Open Source Lizenz zur Verfügung steht, werden wir versuchen, Apertus auf unseren Servern auch in unsere LocalAI, bzw. über Ollama in Langflow einzubinden.

KI-Modelle: Von „One Size Fits All“ über Variantenvielfalt in die Komplexitätsfalle?

In letzter Zeit gibt es immer mehr Meldungen, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in allen gesellschaftlichen Bereichen steigt. Doch nicht immer sind KI-Projekte erfolgreich und werden daher eingestellt – was bei neuen Technologien ja nicht ungewöhnlich ist. Siehe dazu beispielsweise Künstliche Intelligenz: 40% der Projekte zu Agentic AI werden wohl bis Ende 2027 eingestellt (Gartner).

Dennoch ist deutlich zu erkennen, dass es immer mehr Anbieter in allen möglichen Segmenten von Künstlicher Intelligenz – auch bei den Language Models – gibt. Wenn man sich alleine die Vielzahl der Modelle bei Hugging Face ansieht: Heute, am17.09.2025, stehen dort 2,092,823 Modelle zur Auswahl, und es werden jede Minute mehr. Das erinnert mich an die Diskussionen auf den verschiedenen (Welt-) Konferenzen zu Mass Customization and Personalization. Warum?

Large Language Models (LLM): One Size Fits All
Wenn es um die bei der Anwendung von Künstlicher Intelligenz (GenAI) verwendeten Trainingsmodellen geht, stellt sich oft die Frage, ob ein großes Modell (LLM: Large Language Model) für alles geeignet ist – ganz im Sinne von “One size fits all”. Diese Einschätzung wird natürlich von den Tech-Unternehmen vertreten, die aktuell mit ihren Closed Source Models das große Geschäft machen, und auch für die Zukunft wittern. Die Argumentation ist, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das jeweilige Large Language Model die noch fehlenden Features bereitstellt – bis hin zur großen Vision AGI: Artificial General Intelligence. Storytelling eben…

Small Language Models (SLM): Variantenvielfalt
In der Zwischenzeit wird immer klarer, dass kleine Modelle (SLM) viel ressourcenschonender, in speziellen Bereichen genauer, und auch wirtschaftlicher sein können. Siehe dazu Künstliche Intelligenz: Vorteile von Small Language Models (SLMs) und Muddu Sudhakar (2024): Small Language Models (SLMs): The Next Frontier for the Enterprise, ForbesLINK.

Komplexitätsfalle
Es wird deutlich, dass es nicht darum geht, noch mehr Möglichkeiten zu schaffen, sondern ein KI-System für eine Organisation passgenau zu etablieren und weiterzuentwickeln. Dabei sind erste Schritte schon zu erkennen: Beispielsweise werden AI-Router vorgeschlagen, die verschiedene Modelle kombinieren – ganz im Sinne eines sehr einfachen Konfigurators. Siehe dazu Künstliche Intelligenz: Mit einem AI Router verschiedene Modelle kombinieren.

Mit Hilfe eines KI-Konfigurators könnte man sich der Komplexitätsfalle entziehen. Ein Konfigurator in einem definierten Lösungsraum (Fixed Solution Space) ist eben das zentrale Element von Mass Customization and Personalization.

Die Lösung könnte also sein, massenhaft individualisierte KI-Modelle und KI-Agents dezentralisiert für die Allgemeinheit zu schaffen. Am besten natürlich alles auf Open Source Basis – Open Source AI – und für alle in Repositories frei verfügbar. Auch dazu gibt es schon erste Ansätze, die sehr interessant sind. Siehe dazu beispielsweise (Mass) Personalized AI Agents für dezentralisierte KI-Modelle.

Genau diese Überlegungen erinnern – wie oben schon angedeutet – an die Hybride Wettbewerbsstrategie Mass Customization and Personalization. Die Entgrenzung des definierten Lösungsraum (Fixed Solution Space) hat dann weiter zu Open Innovation (Chesbrough und Eric von Hippel) geführt.