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Soziale Innovationen stärker beachten

network-1019737_1920In Deutschland wird Innovation immer noch sehr technologisch interpretiert. Das ist einerseits gut, doch werden dadurch die Chancen bei sozialen Innovationen nicht genutzt. Die vielfältigen Definitionen von sozialen Innovationen tragen oftmals mehr zu Verwirrungen, als zur Klärung bei. “Übereinstimmung besteht aber zumindest darin, dass soziale Innovationen einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen leisten können: Zur Lösung sogenannter „grand challenges“ wie z. B. des Klimawandels bedarf es neben neuartiger technologischer Entwicklungen auch Veränderungen in der Nutzung der Technologien sowie Veränderungen von Lebensstilen, Geschäfts- und Finanzierungsmodellen, Arbeitsweisen oder Organisationsformen” (EFI-Gutachten 2016:18). Soziale Innovationen können somit als Ergänzung zu, als Folge von, oder ganz unabhängig von technologischen Innovationen sein. Das Potential dieser Dimension von Innovation sollten gerade kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) nicht unterschätzen. Solche Zusammenhänge besprechen wir auch in dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Innovationsmanager (IHK). Informationen zum Lehrgang finden Sie auch auf unserer Lernplattform.

Adern aus dem 3D-Drucker?

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In dem Fraunhofer-Magazin weiter.vorn 1/2016 (PDF) wird in dem Artikel Adern aus dem Drucker ( S. 32-33) beschrieben, wie künstliche verzweigte Blutgefäße aus neuartigen Materialien mit Hilfe von 3D-Druckverfahren hergestellt werden:

Herkömmliche künstliche Hautmodelle bestehen meist aus den beiden obersten Schichten der Haut. Ein internationales Forscherteam entwickelte ein dreilagiges Vollhautmodell aus Unterhautfett, Dermis und Epidermis. Ein Schlüssel zum Erfolg: Den Experten gelang es mit einem 3D-Druckverfahren, künstliche verzweigte Blutgefäße aus neuartigen Materialien herzustellen.

Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie schnell die neuen Möglichkeiten von 3D-Druck bzw. Additive Manufacturing angewendet werden. Neben der Verbesserung von aktuellen Verfahren werden 3D-Druck und Additive Manufacturing auch Geschäftsmodelle in allen Branchen verändern. Solche Zusammenhänge besprechen wir auch in dem von uns entwickelten Blended Learning Lehrgang Innovationsmanager (IHK). Informationen dazu finden Sie auf unserer Lernplattform.

Video zu Geschäftsmodellinnovationen

Oft werden Innovationen mit Produkten (Produktinnovationen), Dienstleistungen (Serviceinnovationen) oder Prozessen (Prozessinnovationen in Verbindung gebracht. Darüber hinaus stellen auch Soziale Innovationen und Geschäftsmodellinnovationen wichtige Erweiterungen für den Innovationsbegriff dar. Das folgende Video gibt zu Geschäftsmodellinnovationen einen sehr schönen Einblick (Danke an Marcel Beisel, der mich darauf aufmerksam gemacht hat):

DGSF-Jahrestagung 2014: Innovativ die Zukunft gestalten

image_largeInnovationen verbinden die meisten mit Produktinnovationen, Prozessinnovationen, Geschäftsmodellinnovationen usw. Wie schom mehrfach angedeutet, gehören auch immer mehr Soziale Innovationen dazu. Es verwundert daher kaum, dass sich auch die DGSF in ihrer Jahrestagung 2014 vom 06.-08.10. mit Innovation befasst. Nur eben etwas anders, als es sich die Betriebswirtschaftler gemein hin so vorstellen. Es ist gut, Innovation aus seiner Ecke herauszuholen, um die vielfältigen Potentiale von Neuerungen zu erschließen.

Co-Creation at Danone

co-creation-at-danoneDer Leitfaden Co-Creation at Danone zielt auf die Zusammenarbeit mit NGO´s ab. Dabei werden folgende Schritte erläutert: Undestanding Co-Creation, Communicate between organizations, Co-Build the right partnership, Co-Design the project, Co-Manage the project, Co-End the project. Diese Vorgehensweise kann helfen, die Zusammenarbeit zwischen einem Unternehmen und NGO´s zu strukturieren, um gerade auch gemeinsam Soziale Innovationen zu entwickeln. Dabei löst das Unternehmen Danone bewusst die althergebrachten Grenzen zwischen Unternehmen und NGO´s auf. Diese Art der Entgrenzung (Reflexive Modernisierung) von Organisationen schafft Freiräume für neues Wissen und somit die Basis für Innovationen, die nicht so leicht kopierbar sind. Siehe dazu auch Sind Innovationen für das Wachstum wichtiger als Globalisierung?

INSM (Hrsg.) (2012): Innovationsmonitor 2012 – Die Innovationskraft Deutschlands im internationalen Vergleich

Zum Jahresende und zum Jahresanfang gibt es immer wieder interessante Studie, wie z.B. die Studie INSM (Hrsg.) (2012): Innovationsmonitor 2012 – Die Innovationskraft Deutschlands im internationalen Vergleich. Darin wird Deutschland recht gut positioniert. Mir ist die Studie ein wenig zu eng ausgerichtet. Es geht hier hauptsächlich um Produkt- und Prozessinnovationen, die von Unternehmen umgesetzt werden (Siehe Leitbild). Das Innovationsspektrum ist allerdings in den letzten jahren deutlich breiter geworden. Geschäftsmodellinnovationen und soziale Innovationen sollen hier nur beispielhaft genannt werden. Es verwundert daher nicht, dass die Studie gerade naturwissenschaftliche Kompetenzen in den MINT-Fächern als Erfolgsfaktor hervorhebt. Wünschenswerter wäre ein breiterer Blick auf Innovation, der dann möglicherweise zu einem anderen Ergebnis in dem Ranking führen würde…, oder? Siehe dazu auch Gesellschaft innovativ, Herausforderung soziale Innovation, Soziale Innovation im Fokus.

Howaldt, J.; Schwarz, M. (2010): ´Soziale Innovation´ im Fokus

Innovation ist auf allen Ebenen ein Thema, soziale Innovationen allerdings stehen dabei häufig am Rande. Um das zu ändern, ist gerade ein Buch veröffentlicht worden, das die Bedeutung von sozialen Innovationen unterstreicht: Holwaldt, J.; Schwarz, M. (2010): ´Soziale Innovation´ im Fokus. Neben der banalen, aber doch wichtigen Frage, was überhaupt soziale Innovationen sind, gehen die Autoren auch auf den gesellschaftlichen Kontext ein. Aus meiner Perspektive werden Innovationen immer noch zu sehr technologie-orientiert betrachet, obwohl Entwicklungen wie z.B. Open Innovation zeigen, dass gemeinschaftlich entwickelte Innovationen marktfähig und zeitgemäß sind. Siehe dazu auch die englischsprachige Trendstudie Howaldt/Schwarz (2010): Social Innovation.