Joe Pine: Bastardization of Mass Customization

In unserem Blog habe ich schon des Öfteren über Green Washing, Open Washing und Sovereignty Washing geschrieben. Doch gibt es auch zu vielen anderen Themen immer wieder Ungenauigkeiten und Plattitüden, die die Personen aufregen, die neue Begriffe oder Konzepte entwickelt und etabliert haben.

In einem Beitrag von B. Joseph Pine II geht es beispielsweise unter anderem um den von Davis formulierten Begriff Mass Customization als Oxymoron, und um das von Pine dazu veröffentlichte Buch, in dem er das Konzept einer hybriden Wettbewerbsstrategie skizziert..

Pine ist der Auffassung, dass CRM (Customer Relationship Management) den Ansatz von Mass Customization bastardisiert hat.

„Mass Customization was coined by the late great Stan Davis in his 1987 book Future Perfect, which is as applicable today as when he wrote it. I read his book while a strategic planner at IBM and after getting it into our plans and strategies spent a year at MIT where I turned my masters’ thesis into my first book, Mass Customization: The New Frontier in Business Competition.

CRM bastardized the concept of Mass Customization

CRM bastardized the concept of Mass Customization, which is about understanding individual customers and giving them exactly what they want. In the hands of consultants and software companies, however, CRM became understanding individual customers to better sell them what has already been produced. Ouch.“(Joe Pine (2026): It´s called bastardization).

Da der Ansatz von Mass Customization and Personalization in so vielfältiger Weise verwässert wurde und wird, sollte man sich möglichst aus erster Hand informieren und keine Sekundär-, Tertiärquellen oder „Erzählungen“ von Beratern nutzen.

Eine sehr gute Möglichkeit bietet sich bei den jeweiligen Konferenzen zu Mass Customization and Personalization.

Die von mir initiierte Konferenzreihe findet seit 2004 alle 2 Jahre statt.

In diesem Jahr, treffen wir uns auf der MCP 2026 vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred, Ungarn.

Siehe dazu auch Freund, R. (2009): Kundenindividuelle Massenproduktion (Mass Customization). RKW Kompetenzzentrum, Faktenblatt 5/2009.

Digital Resilience Index für die eigene Organisation ermitteln

https://digitalresilienceinitiative.org/en#piliers

Über Digitale Souveränität habe ich in unserem Blog schon viel geschrieben. Dabei sollte es Ziel sein, die Organisation resilienter gegenüber äußeren Einflüssen zu machen. In der Zwischenzeit stürzen sich die Berater auf das Thema, obwohl sie noch vor kurzer Zeit den Einsatz bekannter, proprietärer Anwendungen „verkauft“ haben – Digital Sovereignty Washing kann man das wohl nennen.

Die Digital Resilience Initiative ist laut eigenen Angaben „eine Non-profit association in the process of registration“ [01.09.2026]. Sie bieten eine offene und strukturierte Methode an, Digitale Resilienz anhand von 8 Dimensionen und 5 Layer zu analysieren. Wie die Abbildung zeigt, werden die Ergebnisse dann anhand von entsprechenden Grafiken angezeigt.

Grundsätzlich finde ich das einen guten Ansatz, doch ist es gerade für Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) oft unklar, an welchen Stellen begonnen werden sollte. Immerhin ist ja, je nach Perspektive, alles wichtig.

Ich favorisiere an dieser Stelle eher ein Wirkungsnetz für das spezifische KI-System der Organisation, das ähnlich wie bei der Wissensbilanz-Toolbox aufgebaut ist. daraus können dann entsprechende Generatoren abgeleitet werden, die die Ressourcen der KMU schonen und trotzdem auf das Geschäftsergebnis ausgerichtet sind. Siehe dazu KI-System im Mittelstand: Von der Wissensbilanz lernen.

Wie so etwas für innovative Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) in Europa in Bezug auf Künstliche Intelligenz aussehen kann, stelle ich in zwei Paper auf der MCP-Konferenz 2026, vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred (Ungarn) vor:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Um das 30-fache unterscheiden sich je nach KI-Modell die Tokens – und damit die Kosten

https://longjubai.github.io/agent_token_consumption/

Wenn es um die Wirtschaftlichkeit von KI-Agenten geht, kommt es bei den Token-Kosten oftmals zu regelrechten Abrechnungsschocks. In ihrem Paper

Bai et al (2026): How Do Coding Agents Spend Your Money? Analyzing and Predicting Token Consumptions in Agentic Coding Tasks | https://arxiv.org/abs/2604.22750

haben die Forscher genauer untersucht, wie die Coding Agenten das Geld der Nutzer „ausgeben“. Ich möchte an dieser Stelle nur eine der vielen Erkenntnisse aus dem Paper wiedergeben: Es gibt wohl bei dem gleichen Task Unterschiede bis zum 30-fachen bei der Anzahl der Tokens – und damit der Kosten.

„(…) token usage is highly variable and inherently stochastic: runs on the same task can differ by up to 30× in total tokens, and higher token usage does not translate into higher accuracy; instead, accuracy often peaks at intermediate cost and saturates at higher
costs“ (Bai et al. 2026).

Gerade Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) mit ihren doch eher begrenzten Ressourcen sollten hier aufpassen.

Interessanterweise haben die Forscher zu ihrem ausführlichen Paper auch eine Website mit den wichtigsten Erkenntnissen erstellt. Dort ist wiederum ein kleines Spiel integriert, bei dem man anhand einer Problemstellung die voraussichtlich benötigten Token und die damit verbundenen Kosten schätzen kann – spannend.

Wir empfehlen auch aus diesen Gründen eher Local AI – also lokal ausgeführte Open Source KI-Modelle zu nutzen. Das kann zusammen mit einer Microsoft Alternative wie Nextcloud auf einem eigenen Server geschehen, oder als Edge Computing sogar mit Hilfe geeigneter Apps wie Ollama und Langflow, auf dem eigenen Laptop. In unserem Blog finden Se dazu viele Beiträge.

Solche Ansätze können die Innovationsfähigkeit gerade von KMU unterstützen, indem sie ein unternehmensspezifisches KI-System nutzen, bei dem alle generierten Daten beim Unternehmen bleiben – ganz im Sinne einer Digitalen Souveränität.

Wie so etwas für innovative Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) in Europa in Bezug auf Künstliche Intelligenz aussehen kann, stelle ich in zwei Paper auf der MCP-Konferenz 2026, vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred (Ungarn) vor:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

MCP 2026: Doktoranden-Workshop, Konferenz und Innovations-Forum

https://mcp-ce.org/conference-program/

Die Internationale Konferenz zu Mass Customization and Personalization, MCP 2026, findet diesmal vom 16.-19.2026 in Balatonfüred, Ungarn statt. Es freut mich sehr, dass die von mir in 2004 initiierte Konferenzreihe alle 2 Jahre stattfindet. Die MCP 2026 ist somit die 12. Konferenz ihrer Art. Auf der MCP 2026 Website finden Sie auch Informationen zu allen vergangenen Konferenzen.

Wie in den bisherigen Konferenzen üblich starten wir mit einem Doktoranden-Workshop, in dem die Teilnehmer von erfahrenen Professoren in Ihren arbeiten unterstützt werden.

Anschließend stellen Teilnehmer ihre eingereichten und bestätigten Paper in kurzen Präsentation und ihre Arbeiten vor. Dabei bleibt auch Zeit für Diskussionen. Ich bin sehr gespannt darauf, welche Fragen und Anregungen zu meinen Themen kommen werden.

Ein weiteres wichtiges Element bei der Konferenz ist das soziale Zusammensein. Dazu haben alle Teilnehmer im Laufe der Tage immer wieder Gelegenheit. Speziell natürlich beim Ice Breaking Cocktail und beim Conference Dinner.

Am Samstag ist noch ein Innovations-Forum geplant, dessen Ablauf aktuell allerdings noch nicht feststeht.

Wir (Jutta und ich) freuen uns schon sehr, die Teilnehmer persönlich in Balatonfüred zu treffen. Es ist auf allen Ebenen sehr bereichernd, sich mit interessanten Menschen auszutauschen.

264 Milliarden Euro geben europäische Organisationen pro Jahr für nicht-europäische Technologien aus

Image by Willfried Wende from Pixabay

Es ist bekannt, dass alleine der Bund pro Jahr ca. 500 Millionen Euro alleine an Microsoft-Lizenzen bezahlt. Weniger bekannt ist, dass auf der europäischen Ebene die Beträge sehr viel höher sind, wenn wir digitale Technologien insgesamt betrachten. Es sind sage und schreibe 242 Milliarden Euro, die europäische Organisationen pro Jahr für nicht-europäische Technologien ausgeben. Auf der Seite von EuroCommons sind dazu insgesamt 11 kritische Komponenten genannt.

€264bn spent every year by European organisations on non-European digital technologies.

A call to large European public and private organisations and to open source vendors to join collective working groups — coalitions — to plan, prepare, finance and execute concrete migrations away from proprietary software dependencies. Together. In project mode. With peers facing the same problems.

Source: EuroCommons (abgerufen am 26.08.2026)

Es ist natürlich weltfremd, wenn man von heute auf morgen alle technologischen Abhängigkeiten durch europäische Lösungen ersetzen wollte, doch wird seit einiger Zeit mehr umgesetzt, als man es noch vor wenigen Jahren gedacht hat.

Wie wäre es, wenn man auf europäischer Ebene nur 50% der 264 Milliarden Euro, also immerhin 132 Milliarden Euro, in europäische Technologie investieren würde?

Beispielsweise ersetzen immer mehr Open Source Lösungen wie Nextcloud, OnlyOffice usw. die bekannten Microsoft-Produkte und auch auf der Ebene der Künstlichen Intelligenz gibt es sehr viele europäische, ja sogar länderspezifische Open Source KI-Modelle. etc. Siehe dazu auch Open Street Map: Europäische Open Source KI Modelle in den jeweiligen Landessprachen.

Neben der wirtschaftlichen Komponente ist allerdings auch ein möglicher Kill Switch ein bedeutender Treiber für die Entwicklung zur Digitalen Souveränität.

„In der öffentlichen Diskussion ist der „Kill Switch“, also die Einschränkung oder Abschaltung digitaler Dienste für einzelne Personen, Organisationen oder sogar ganze Staaten, ein viel beachtetes Thema. Eine zentrale Rolle spielt dabei US-Präsident Donald Trump, der öffentlich damit gedroht hat, den Zugang zu US-Digitaldiensten, wie denen der Hyperscaler, einzuschränken oder vollständig zu sperren“ (Lünendonk-Studie 2026).

Durch die Nutzung von Open Source Anwendungen im Rahmen europäischer Werte und Normen können neue, innovative Ansätze entstehen, die sich von den chinesischen und US-amerikanischen Vorgehen unterscheiden. Siehe dazu Digitale Souveränität: Europa, USA und China im Vergleich.

Wie so etwas für innovative Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) in Europa in Bezug auf Künstliche Intelligenz aussehen kann, stelle ich in zwei Paper auf der MCP-Konferenz 2026, vom 16.-19.09.2026 in Balatonfüred (Ungarn) vor:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Open Source AI: Das Modell Olmo 1B auf dem eigenen Laptop nutzen (Edge Computing)

https://allenai.org/olmo

Das Allen Institute Ai2 ist eine non-profit Organisation mit Sitz in Seattle. Sie hat sich das Ziel gesetzt, Open Source AI Modelle für allgemeine oder spezielle Anwendnungen bereitzustellen. Die Modelle sind also keine Open Weight, sondern wirkliche Open Source Modelle.

In diesem Beitrag soll es um das Olmo-Modell 1B gehen, das so klein und dennoch leistungsstark ist, dass es auf einem handelsüblichen Laptop laufen kann (Edge Computing). Da ich die Ollama-App auf meinem Laptop installiert habe, konnte ich das Modell mit dem folgenden Befehl (cmd) unter Windows 11 herunterladen. Der Vorteil einer aktuellen Version der Ollama-App ist, dass diese schon GGUF-Modelle nutzen kann:

ollama run hf.co/NikolayKozloff/AMD-OLMo-1B-Q8_0-GGUF:latest

Nachdem der Download abgeschlossen war, wurde mir das Modell in der Ollama-App sofort in den Auswahlmöglichkeiten angezeigt – allerdings als Olmo 2 (Abbildung). Der Grund liegt in der Architekturverwandtschaft der Modelle und der Benennung bei Huggingface. Ai2 hat das Modell Olmo 1B auf Basis von Olmo 2 für das Edge Computing optimiert.

Screenshot aus der Ollama-App mit OLMo2 (OLMo 1B) und einer Abfrage zu Open User Innovation

Meine Frage nach Open User Innovation wurde zügig und gut beantwortet. Es ist schon erstaunlich, dass so kleine Modelle auf dem eigenen Laptop problemlos laufen und auch noch brauchbare Antworten liefern.

Gerade für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) stellen Open Source KI-Modelle eine gute Basis dar, unabhängiger von den großen KI-Modellen zu werden, denn für viele Anwendungen reichen auch kleine Modelle aus. Gerade wenn man diese dann noch mit den eigenen Daten nutzt und diese dann auf dem eigenen Laptop bleiben – ein unschätzbarer Schritt in Richtung der Digitalen Souveränität. Siehe dazu auch

Die neue Olmo3 Modell-Familie

Open Source AI: Molmo 2 mit Schwerpunkt auf Videos

Mit FlexOlmo Trainingsmodelle kollaborativ erarbeiten – eine interessante Idee

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei Präsentationen ein.

Intelligence per Watt: Gelieferte Intelligenz und Ressourcenverbrauch

Saad-Falcon et al. (2025)

Aktuell wird weltweit sehr viel Geld für große Rechenzentren eingesammelt und investiert. Die Story ist, dass große KI-Modelle sehr große Rechenkapazitäten benötigen, um riesige Datenmengen zu bearbeiten und um schnelle Antwortzeiten für immer mehr Nutzer zu liefern. Ganz im Sinne von je größer umso besser. Ob diese Story ein gutes Ende haben wird bleibt abzuwarten. Siehe dazu Künstliche Intelligenz: Enormer Ressourcenverbrauch großer KI-Modelle.

Parallel dazu gibt es eine Entwicklung, die auf dezentrale Systeme setzt und die Rechenleistung von vielen lokalen Hardwarestrukturen nutzen möchte. Solche lokalen KI-Anwendungen (Local AI) werden nachweislich immer beliebter. Das hat mehrere Gründe: (1) Einerseits sind es natürlich auch die immensen Kosten, die gerade Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) kaum mehr kalkulieren können (Stichwort: Abrechnung in Token), (2) Datensicherheit und Digitale Souveränität, (3) Zukunftsfähigkeit eines eigenen KI-Systems, das auf Open Source AI setzt.

Nun kann man anführen, dass die lokal ausführbaren Open Weight und Open Source KI-Modelle nicht so leistungsfähig sind, im Vergleich zu den proprietären KI-Modellen. Dass dem nicht mehr so ist, zeigt unter anderem der AI Report 2026 der Stanford University. Siehe dazu auch Anteil US amerikanischer KI-Modelle geht weltweit zugunsten von Open Source AI zurück.

Weiterhin gibt es einen Trend, spezialisierte (kleine) KI-Modelle in einem Router je nach Anwendungsfall zu kombinieren. Nicht zuletzt reichen lokale KI-Modelle für Standardanfragen oftmals völlig aus.

Local LMs are capable and improving rapidly: Local LMs can accurately respond to 88.7% of single-turn chat and reasoning queries, with accuracy improving 3.1× from 2023-2025“ (Saad-Falcon et al., 2025).

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass die Forscher um Saad-Falcon eine neue Messgröße vorschlagen: Intelligence per Watt (IPW). Es geht um den Zusammenhang zwischen „gelieferter Intelligenz“ und den dafür benötigten Ressourcenverbrauch.

intelligence-per-watt—a metric that quantifies how effectively inference systems convert energy into useful computation.

IPW = (mean accuracy across tasks) / (mean power draw during inference)“

Saad-Falcon et al. (2025): Intelligence Per Watt: A Study of Local Intelligence Efficiency

Die angegebene Studie zeigt deutlich den Vorteil auf, lokale KI anzuwenden, wenn es um die Kenngröße Intelligence per Watt geht. Wir sind der Auffassung, dass es in Zukunft mit Open Source AI und LocalAI möglich sein wird, mehr Digitale Souveränität in Europa zu erreichen, und innovativer zu werden.

Auf der MCP 2026 (16.-19.09.2026, Balatonfüred, Ungarn) gehe ich auf diese Zusammenhänge in zwei Paper ein:

Digital Sovereignty and Open-Source AI: The European Way for Innovative SMEs

Open-Source AI for Open User Innovation: Designing a Personal Fabrication Framework

Lokale Nutzung von KI-Modellen mit der LLama.cpp – App

https://llama-cpp.com/

Immer mehr Prívatpersonen, Kleinstunternehmen, Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU), Non-Profit Organisationen etc. erkennen die Möglichkeiten, KI-Modelle lokal auf ihrer Hardware zu nutzen. Dazu gibt es verschiedene Open Source Software.

Wie Sie in vielen unserer Beiträge lesen konnten, haben wir uns Ollama App entschiedenen, da wir eine einfache Integration der in Ollama installierten KI-Modelle in Langflow sehen. Langflow wiederum bietet die Möglichkeit, Workflows, oder KI-Agenten mit Drag & Drop zu erstellen.

Eine Alternative zu Ollama ist u.a. LLama.cpp (Abbildung) – beides natürlich Open Source Software und als App auf der lokalen Hardware installierbar.

„You do not need to pay to use Llama.cpp or buy a subscription. It is completely free, open-source, constantly updated and available under the “MIT” license“ (LLama.cpp-Website)

Wie bei allen Vergleichen haben beide Vorteile und Nachteile. Es kommt darauf an, welche Schwerpunkte Sie bei der Nutzung von lokalen KI-Modellen haben. Bei den vielen im Netz zu findenden Vergleichen habe ich manchmal den Eindruck, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden, da Ollama und LLama.ccp unterschiedlichen Kategorien angehören.

Testen Sie die Apps einfach einmal aus und schauen Sie, welche besser zu Ihren Anforderungen passt.

IEEE P8000.1: Ein erster Standard zur Bestimmung der Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen

Image by Gerd Altmann from Pixabay

Wenn wir mit KI-Systemen (AI Systems) arbeiten, stellt sich immer wieder die Frage, ob man diesem oder jenem Modell vertrauen kann – immerhin geben viele Privatpersonen, oder auch Unternehmen den KI-Systemen auch persönliche, bzw. unternehmensspezifische Daten.

Was machen diese KI-Systeme mit unseren Daten?

Die allgemein bekannten und vielfach genutzten proprietäten KI-Systeme von OpenAI, Meta, Alphabet, X, Anthropic usw. sind bei dieser Frage wenig transparent. Solche geschlossenen Systeme (Closed Models) gehen davon aus, dass der Nutzer diesen Unternehmen einfach so vertraut.

Doch wenn wir uns so manche Äußerungen von den „Gesichtern der Unternehmen“ (Musk, Altman, Zuckerberg usw.) ansehen oder anhören wird deutlich, dass das möglicherweise hinter den KI-Systemen liegende Mindset nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Siehe dazu Digitale Souveränität: Europa, USA und China im Vergleich.

Um auf das Vertrauen in KI-Systeme weiter eingehen zu können, müssen wir natürlich erst einmal klären, was unter Vertrauen zu verstehen ist. Hier zwei Beschreibungen mit ähnlicher Perspektive:

Vertrauen ist dabei ein Mechanismus, der es ermöglicht, auf einen Teil der Kontrolle zu verzichten, und der die Bereitschaft erhöht, ein Risiko einzugehen (Giddens 1995, 1997, Luhmann 2000).

Vertrauen als Fähigkeit, soziale Beziehungen in Situationen der Ungewissheit und Mehrdeutigkeit (temporär) zu stabilisieren (vgl. Weick, 1995).

In einer Metapher beschrieben Thomas et al. (2025) die Situation zwischen einem Nutzer und dem KI-System mit einem Glas, das eine undefinierbare trübe Flüssigkeit enthält. Würden Sie diese Flüssigkeit trinken? Wahrscheinlich eher nicht, da man ja nicht weiss, was für eine Flüssigkeit im Glas ist.

Ähnlichkeiten zu dieser Situation sehen die Forscher im Umgang mit Daten und der Nutzung von KI-Systemen (Closed Models) in den Unternehmen – immerhin sind Daten eine der wichtigsten Assets in einer Organisation.

Step 1: It All Starts with Trust
„Think about it: the glass is opaque, you can’t even see inside it! The water inside that glass could pure spring water, but it could also be cloudy and murky puddle water, or even contaminated water! If you couldn’t see inside that glass, would you still drink what’s inside it after adding tons of high-quality sugar and lemon to it? Probably not, so why would you do this with one of your company’s most previous assets—your data?“ (Thomas et al. 2025).

Diese Erkenntnisse führen zwangsläufig zu den Frage, wie man die Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen bestimmen kann, ohne den Marketingtexten der bekannten KI-Systemen glauben zu müssen? Es muss sich eine neutrale Institution mit der Frage befassen. Dazu gibt es auch schon Initiativen. Eine davon kommt von der IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers), die in ihrer Standards Association (SA) einen ersten Entwurf entwickelt hat:

„IEEE P8000.1: IEEE Draft Standard for a Method and Criteria to Assess the Trustworthiness of Artificial Intelligence (AI) Systems“ (IEEE).

https://standards.ieee.org/ieee/8000.1/12593/

Ich bin gespannt, wie sich dieser internationale Standard weiterentwickelt und welche Kriterien zur Bestimmung der Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen am Ende herauskommen. Siehe dazu auch MISSION KI: Wie vertrauenswürdig sind KI-Modelle?

Wir sind der Meinung, dass es aktuell durchaus vertrauenswürdige KI-Systeme in Europa gibt. Vertrauen hängt sehr stark mit Transparenz zusammen. In der von uns erstellten Open Streep Map zu solchen Open Source KI-Systemen aus Europa können Sie sich ein Bild davon machen.

https://umap.openstreetmap.de/de/map/open-source-ai-in-europe_148154

Digitale Souveränität – auch mit Open Source Hardware

https://oshwa.org/

Wenn es um Open Source geht, denken wir meistens an Open Source Software (OSS), die in vielen Anwendungen zu finden sind – auch in der Robotik. Es leuchtet ein, dass gerade Open Source AI (Open Source Künstliche Intelligenz) auch für die komplexen Steuerungen von kleinen und größeren Robotern verwendet wird.

Parallel dazu gibt es eine Entwicklung, die gar nicht so im Fokus zu stehen scheint. Es ist der weltweite Trend, auch Open Source Hardware zu entwickeln. Die Open Source Hardware Association (OSHWA) hat dazu aktuell 3.369 Projekte zertifiziert (Abbildung). Was versteht die Non-Profit Organisation unter Open Source Hardware?

„Open source hardware is hardware whose design is made publicly available so that anyone can study, modify, distribute, make, and sell the design or hardware based on that design. The hardware’s source, the design from which it is made, is available in the preferred format for making modifications to it“ (OSHWA).

Dieses Verfügbarmachen von Hardware für alle ist eine Grundidee von offenen Systemen, in denen man sich einbringen kann, deren Ergebnisse man auch einfach nur nutzen kann. Es ist erstaunlich wie viele Menschen sich dafür engagieren, und in diesem Sinne auch sozial handeln.

Natürlich gibt es nicht nur die OSHWA, sondern noch weitere Organisationen, die Open Source Hardware fördern.

„However, with the rise of open source chip design initiatives such as the OpenHW Foundation, the FOSSi Foundation lowRISC, the Chips Alliance, the Beijing Institute of Open Source Chip, or the PULP Platform, new opportunities have emerged to make hardware development more accessible and competitive“ (Wallentowitz and Wohlrab (2026): Open Source and the New Regulations on Hardware, in Eclipse Foundation, 2026).

Zusammen mit den Entwicklungen bei Open Source Software stellen die Aktivitäten bei Open Source Hardware dazu bei, Digitale Souveränität auf mehreren Ebenen zu erreichen. Ich bin gespannt, was die jeweiligen Communities in den kommenden Jahren noch entwickeln werden.