Die Bedeutung von Kleinstunternehmen in Deutschland: 85 Prozent der Betriebe in Deutschland haben bis zu neun Beschäftigte

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In der Medienlandschaft geht es meistens um die großen Konzerne. Im Geschäftsbericht 2025 von VW ist beispielsweise zu lesen, dass der Konzern zum Ende des Jahres 2025 weltweit rund 662.942 Mitarbeiter (einschließlich der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen) beschäftigte. Davon arbeiten etwa 284.000 Beschäftigte in Deutschland. Für jede Privatperson sind das sehr große Zahlen, und man kann sich vorstellen, welchen Einfluss der Konzern in der deutschen und europäischen Politik hat.

Die vielen Kleinstunternehmen in Deutschland gehen in den Medien oft unter. Wen interessieren schon ein Kleinstunternehmen mit 2-3 Mitarbeiter? Wenn diese Unternehmen einen Mitarbeiter entlassen, ist das keine Schlagzeile wert. Schauen wir uns die Zahlen dazu an wird deutlich, dass das eine verzerrte Wahrnehmung ist.

„Die Kleinstunternehmen spielen eine zentrale Rolle in der Volkswirtschaft: 85 Prozent der Betriebe in Deutschland haben bis zu neun Beschäftigte. Sie beschäftigen rund neun Millionen Menschen und erwirtschaften nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 11,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts“ (Schmoll, A. (2026): Kleinunternehmen setzen verstärkt KI ein, Golem vom 18.08.2026).

Stellen Sie sich einmal vor, die Rahmenbedingungen für die Kleinstunternehmen würden sich in Deutschland verbessern und ein kleiner Teil der Unternehmen würden Mitarbeiter einstellen. Das wären – konservativ geschätzt – mehrere Hunderttausend neue Arbeitsplätze. Auf einmal sind das wieder sehr große Zahlen – auch im Vergleich mit den Konzernen.

Der Fokus auf die großen Konzerne ist aus der Industriegesellschaft vor über 100 Jahren entstanden. In den USA hatten beispielsweise Ende des 19. Jahrhunderts nur wenige Unternehmen einige hundert Mitarbeiter.

„Consider: in 1890 the average company in the United States had four employees, and few had more than a couple of hundred workers“ (Hamel, 2007 The Future of Management).

In der heute auf vielen Ebenen vernetzten Gesellschaft, sind es eher die in selbstorganisierten Netzwerken arbeitenden kleinen Einheiten (Kleinstunternehmen), die sich schnell an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen, und viele Arbeitsplätze schaffen können – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Siehe dazu auch Free Innovation: Was wäre, wenn wir Innovationen stärker Bottom-Up denken und fördern würden?