
Es wird immer deutlicher, dass Künstliche Intelligenz in allen Lebensbereichen Einfluss nimmt. In Prozessen, in denen Wissen (explizit es Wissen, implizites Wissen) eine wichtige Rolle spielt. kann Künstliche Intelligenz in der Zwischenzeit viele Aufgaben übernehmen, die bisher Experten mit ihrem besonderen Wissen vorbehalten waren.
Künstliche Intelligenz ist somit nicht nur für explizierbares Wissen geeignet, das artikuliert und in Daten und Informationen dargestellt wird, sondern auch für domänenspezifisches Wissen – der Expertise. Das ist ein großer Unterschied zu traditionellen IT-Systemen oder auch Expertensystemen.
„Massive impact on knowledge work. Where earlier waves of automation transformed physical labour, AI is the first to massively affect cognitive and creative work, including writing, programming, legal analysis, medical diagnostics, scientific discovery, forecasting and image generation“ (UN, 2026).
Da es in diesem Beitrag um Wissensarbeit geht, kommt jetzt der Begriff der Arbeit ins Spiel. Arbeit wird heute meistens als Erwerbsarbeit interpretiert, die dazu geeignet sein soll, den Lebensunterhalt zu bestreiten.
Wenn Wissen immer nur in Bezug auf Arbeit, und den damit verbundenen Prozess gesehen wird, und Künstliche Intelligenz einen Großteil übernehmen oder ersetzen kann, wird es für Wissensarbeiter natürlich problematisch. Viele Studien zeigen daher auch in der aktuellen Debatte auf, welche Berufsbilder von dieser Entwicklung stark oder weniger stark betroffen sein werden. Dabei bin ich der Meinung, dass es nicht immer um gesamte Berufe geht, sondern um viele einzelne, eher kleine Tätigkeitsbereiche – also um ein Tätigkeitsportfolio.
Möglicherweise wird es Zeit darüber nachzudenken, ob Arbeit im Sinne einer Erwerbsarbeit weiterhin die Basis für das Bestreiten des Lebensunterhaltes sein sollte, ja sogar sein kann. Wenn jede Art von Erwerbsarbeit von Künstlicher Intelligenz – und bald von KI-Robotern – beeinflusst und ersetzt werden kann, ist der Bezugspunkt der Erwerbsarbeit für die Sicherung unseres sozialen Systems nicht mehr geeignet. Die Struktur der Einnahmenseite und die Struktur der Ausgabenseite müssen gleichzeitig angegangen werden. Erste zarte Anzeichen für alternative Konzepte gibt es schon.
Es ist allerdings auf Grund der demographischen Struktur in Deutschland sehr schwierig, mögliche Lösungen umzusetzen, da der überwiegende Teil der Wählerschaft in einem alter ist, die ihr Leben auf Erwerbsarbeit aufgebaut haben. Diese älteren Menschen haben ein sehr eingefahrenes Deutungsmuster, das nicht so einfach veränderbar ist.

